Aktien

Dax: wenn alles verfällt..

FMW-Redaktion

Die US-Märkte haben gestern einmal mehr ein Glanzstück abgeliefert: man läuft beim S&P500 bis zur Unterstützung (bei 2120 Punkten), und dreht dann nach oben. Trotz oder gerade wegen wieder schwacher US-Konjunkturdaten, die Einzelhandelsumsätze bestätigen den Abwärtstrend der US-Wirtschaft – aber Hauptsache, die Zinsen werde nicht schon im Spetember angehoben, so offenkundig die Logik. Das aber wird nicht reichen, die Märkte dauerhaft glücklich zu machen: wenn die US-Konjunktur sich weiter eintrübt, werden US-Unternehmen schlicht weniger Geld verdienen – und das macht die derzeitigen sehr hohen Bewertungen an den US-Märkten letztlich nicht tragfähig.

In Asien ruht der See recht still aufgrund des Feiertags in China, der Nikkei steigt um 0,7%. Aber die große Story ist heute sicher die Deutsche Bank, die vom amerikanischen Justizministerium zu einer Zahlung von 14 Milliarden Dollar „verknackt“ worden ist (siehe dazu unseren Artikel „Und wieder die Deutsche Bank: 14 Milliarden Dollar Forderung der US-Justiz“). Ähnlichkeiten mit der Höhe der Strafzahlung, die Apple leisten soll wegen Steueroptimierung in Irland, sind natürlich rein zufällig und überhaupt nicht beabsichtigt..

Das alles wird nicht nur die Aktien der Deutschen Bank belasten, sondern den europäischen Banken-Sektor insgesamt – denn da gibt es einige wie die UBS, Credit Suisse, RBS oder Barclays, die ebenfalls noch auf ein Diktum der Amerikaner warten (und jetzt wohl ein bißchen nervös werden).

Wie auch immer – der X-Dax startet mit einem kleinen Gap nach unten:

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So furchtbar viel ist also trotz der gestern gestiegenen US-Märkte also nicht passiert, der Index hat nur recht wenig Boden gut gemacht. Was der Dax jetzt bräuchte, wäre ein Anstieg über das gestrige Hoch im Bereich 10475 Punkten – ohnehin, wie im Chart ersichtlich, eine Widerstandszone. Ziele dann 10535 und der Bereich um 10575/80.

Gelingt der Anstieg über 10475 nicht oder nicht nachhaltig, wird es wieder schwierig für den deutschen Leitindex. Solange der Bereich 10320 nicht fällt, wäre die Lage dann als neutral einzustufen – ein nachhaltiger Bruch dieser Unterstützung (und Verlaufstief) wäre jedoch klar negativ. Aber heute ist Verfall – und auch, wenn dessen Bedeutung und marktbewegende Kraft in den letzten Monaten abgenommen zu haben scheint – ist an solchen Tagen immer alles möglich. Auch das Gegenteil davon..



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