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Der IWF hat endgültig ausgedient

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Verlorene Glaubwürdigkeit, ein gescheitertes Grundkonzept, eine asiatische Alternative, die große Heuchelei der Chefin, und noch vieles mehr: Der IWF hat endgültig ausgedient…

IWF-Zentrale in Washington D.C
IWF-Zentrale in Washington D.C.
Foto: IWF / Gemeinfrei

Das IWF-Konzept an sich ist gescheitert

Der IWF hat ein einfaches und übersichtliches Geschäftsmodell. Kredite an Staaten vergeben, die wirtschaftliche Probleme haben. Mit Hilfe der Kredite sollen diese Staaten Zeit bekommen um Strukturreformen umzusetzen, Kosten zu reduzieren usw. Natürlich müssen diese Länder die Kredite in Raten zurückzahlen. Normalerweise fließen die Gelder des IWF immer sofort in den Staatshaushalt um Lücken zu schließen. Einzelne Länder, die keinen starken großen Bruder in der Hinterhand haben, können die Rückzahlung der Kreditraten nur stemmen, in dem sie ihre Staatsausgaben massiv einschränken, worunter i.d.R. die sozial Schwächsten leiden, und auch das Wirtschaftswachstum des Staates. Der IWF erhält seine Gelder zwar zurück, aber wie vor allem in Afrika zu besichtigen ist, wurde der Kontinent durch die IWF-Hilfen in den letzten Jahren nicht zur globalen Boomregion, sondern noch tiefer in den Strudel der Verarmung gerissen.

Griechenland hat als IWF-Kreditnehmer einen entscheidenden Vorteil gegenüber Ländern in Afrika. Man ist Teil der EU und hat daher einen großen starken Bruder in der Hinterhand, der einen notfalls raushaut, so vor Kurzem geschehen. Als Griechenland die IWF-Raten für Juni und Juli von insg. gut 2 Milliarden Euro nicht bedienen konnte, wurde man durch die EU gerettet. 7,16 Milliarden Euro flossen vom europäischen Rettungsschirm EFSF vor Kurzem als Brückenkredit an Griechenland, womit man unmittelbar 2 Milliarden Euro an den IWF überwiesen konnte.

Der IWF scheint noch immer nicht verstanden zu haben, dass es nichts bringt korrupten Regimen oder nicht funktionierenden Staaten Geld zu geben in der Hoffnung dort würden dann Strukturreformen eingeleitet werden. Auf dem Papier kann der IWF immer schöne Fortschrittsberichte schreiben, aber was brachte es wirklich? Nur noch mehr Armut. Denn entweder versickern IWF-Gelder im korrupten Staatsapparat, in höheren Sozialausgaben oder beim Stopfen von Haushaltslöchern. Der IWF scheint immer noch nicht begriffen zu haben, dass nicht funktionierende Regierungen kein Interesse an Reformen haben, sondern nur am Geld des IWF selbst. Harte Währung reinbekommen – dafür verspricht man natürlich gerne alles, was der IWF hören will.

Die große Heuchelei des IWF

In Europa, vor allem in der Eurogruppe hat der IWF in den letzten Woche sehr viel an Glaubwürdigkeit verspielt. Grund dafür ist die Heuchelei zum Thema Griechenland. Immer wieder fordert die von US-Präsident Obama getriebene Christine Lagarde im Namen des IWF einen massiven Schuldenschnitt für Griechenland. Den soll Europa aber bitteschön alleine stemmen. Der IWF will sich nicht beteiligen, sondern besteht nach wie vor auf voller Rückzahlung seiner Kredite – und dies sei von Griechenland nur zu stemmen, wenn Europa auf einen Großteil seiner Forderungen gegenüber Griechenland verzichte. Heuchelei ist das einzig passende Wort hierfür. Obama drängt Lagarde deswegen so massiv, weil die USA keine Lust auf eine entstehende Wirtschaftskrise in Europa haben, die sich auch negativ auf die USA auswirken könnte.

IWF-Engagement in der Ukraine

Der IWF engagiert sich mit „freundlichem Bitten“ der USA in der Ukraine – wie immer mit Krediten. Auch hier hört man vom IWF, dass die Regierung der Ukraine auf einem guten Weg sei Reformen umzusetzen. Erst im März wurde ein Kreditprogramm von 17,5 Milliarden Dollar aufgesetzt, das in Raten ausgezahlt wird. Erst gestern wurden weitere 1,7 Milliarden Dollar freigegeben. IWF-Vizechef David Lipton bescheinigte jetzt der Ukraine einen „starken Start“ bei den anstehenden Reformen, die das Land nach vorne bringen sollen. Aber schaut man sich die aktuellsten Zahlen an, ist klar, dass die Ukraine nur mit nett gemeinten Reformen (werden die wirklich was bringen?) und warmen Worten aus eigener Kraft keine IWF-Kredite zurückzahlen kann. Im 1. Quartal 2015 ging das BIP der Ukraine um 17% zurück. Wie soll eine Volkswirtschaft bei solchen Kennzahlen Steuern erwirtschaften, um dem IWF Geld zurückzuzahlen?

Warum lässt der IWF sich wissentlich auf dieses Abenteuer ein? Ganz einfach… es geht beim Ukraine-Engagement nicht um eine wirtschaftliche Aufbauhilfe, sondern um Politik. EU und vor allem die USA wollen die Ukraine wirtschaftlich am Leben halten um Russland zu brüskieren. EU und USA selbst überweisen auch große Beträge an die Ukraine. Der IWF ist sich bewusst, dass beide aus politischen Gründen die Ukraine nicht in die Pleite rutschen lassen werden. Daher kann man sich gewiss sein: Stehen die ersten Ratenzahlungen der Ukraine an den IWF an, werden EU und USA mit neuen Hilfsgeldern den IWF raushauen!

Die politische Hilfe gerade durch den IWF soll auch als Zeichen an Russland gewertet werden, dass die „Weltgemeinschaft“ zur Ukraine steht.

Personalbesetzung wie im Kuhdorf um die Ecke

Auch die übliche Praxis, wie beim IWF das Spitzenpersonal besetzt wird, untergräbt die Seriosität und Glaubwürdigkeit des IWF gerade in Asien. Europa und die USA besetzen (was ja kein Geheimnis ist) den Posten des Weltbankchefs stets mit einem Amerikaner, und den des IWF-Chefs immer mit einem Europäer – so der bisherige Deal. Derzeit sitzt die Französin Christine Lagarde daher auf dem IWF-Chefposten. Nach ihrem Landsmann Olivier Blanchard folgt nun ein US-Ökonom als Chefvolkswirt als Nr. 2 in der Hierarchie. Auch hier, eine westliche Dauerveranstaltung. Kein Wunder, dass China sich das auf Dauer nicht mehr mit ansehen will.

IWF Chefin Christine Lagarde
IWF-Präsidentin Christine Lagarde
Foto: Marie-Lan Nguyen / Wikipedia (CC BY 3.0)

Der IWF als politische Institution wird unglaubwürdig

Wie will der IWF gegenüber afrikanischen Dritteweltländern in Zukunft glaubwürdig auftreten? Man hat dem EU-Mitglied Griechenland die größten Kreditvolumina der IWF-Geschichte gewährt. Und jetzt, nach wochenlangem Ausbleiben von Schuldenrückzahlungen, die letztlich nur durch EU-Mittel beglichen werden konnten, überlegt man doch ernsthaft Griechenland neue Kredite zu gewähren – einer Regierung, die im Zusammenhang mit dem IWF von Terrorismus spricht. Mir wäre kein afrikanisches Land bekannt, dass sich gegenüber dem IWF derart geäußert und dann noch Kredite erhalten hätte. Auch wäre mir keines bekannt, das neue Kredite in Aussicht gestellt bekommt, nachdem es erst mal wochenlang fällige Kreditraten nicht zurückgezahlt hat. Die Autorität einer „globalen Finanzinstitution“ ist dahin.

Den Yuan draußen zu lassen zerstörte die Glaubwürdigkeit endgültig

Auch wenn der chinesische Yuan noch keine etablierte und ernsthafte globale Reservewährung wie der US-Dollar, Euro oder Schweizer Franken ist: die unendlich in die Länge gezogene Hinhaltetaktik von IWF-Präsidentin Lagarde (und den USA dahinter), dass man ernsthaft überlege „irgendwann demnächst mal“ den Yuan in den IWF-Währungskorb aufzunehmen, hat die Glaubwürdigkeit des IWF als globale Institution zerstört, vor allem in Asien. Denn bisher wird die künstliche IWF-Währung namens „Sonderziehungsrecht“ gebildet aus einem Korb, in dem der US-Dollar, Euro, japanischer Yen und das britische Pfund enthalten sind. Mit welcher Berechtigung bleibt z.B. das immer unwichtiger werdende Pfund enthalten und der Yuan wird nicht aufgenommen? Das kann man niemandem mehr erklären. Dieser Umstand macht deutlich, dass der IWF, wenn es nach dem Willen des größten Anteilseigners USA geht (hält mit 17,68% den mit Abstand größten Teil am IWF), auch in Zukunft letztlich eine „Veranstaltung“ des Westens bleiben soll. Der Westen (USA + Europa) sollen auch weiterhin entscheiden, wer in Afrika, Südamerika oder Asien gerettet und unter strengsten Auflagen „gehalten“ wird. Erst gestern hat der IWF die Entscheidung, ob man den Yuan in seinen Währungskorb aufnimmt, wieder auf Ende 2016 verschoben.

AIIB stiehlt dem IWF die Show

Mit der „Asian Infrastructure Investment Bank“ (AIIB) geht ab Januar 2016 endgültig die asiatische Alternative für den IWF an den Start. Man muss nur noch beweisen, dass man mit der AIIB eine von der KP in Peking „relativ“ unabhängige Investitions- und Förderpolitik betreibt. Gänzlich frei von Beeinflussung wird man nicht sein, aber die AIIB wird dem IWF wohl in Asien komplett die Show stehlen. Vor allem, wenn sie den zu unterstützenden Ländern nicht die stringenten Sparauflagen aufdrückt wie der IWF, werden hilfebedürftige Länder bei der AIIB Schlange stehen und nicht mehr beim IWF. Außerdem hat die AIIB in ihrer Satzung verankert, dass man nicht einfach NUR Kredite herausgeben will wie der IWF, sondern auch in Unternehmen und einzelne Projekte investieren möchte. D.h. dieser neue Fonds wird deutlich flexibler und eher wie ein Investmentfonds agieren können. Ein komplett anderes Konzept als das des IWF.

Xi Jinping schafft in Asien eine reale IWF-Alternative
Staatspräsident Xi-Jinping. China schafft es gerade eine reale asiatische Alternative zum IWF aus dem Boden zu stampfen.
Foto: Antilong / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

China hat es tatsächlich geschafft einen Großteil der weltweit wichtigen Staaten als Gründungsmitglieder und Einzahler für die AIIB zu gewinnen, darunter auch Deutschland und den wichtigsten Verbündeten der USA, Großbritannien. Die USA kochen vor Wut, dass praktisch alle wichtigen NATO-Verbündeten sich im finanziellen Bereich mit China zusammentun. Die USA wollen demonstrativ nicht bei der AIIB mitmachen, denn das widerspricht der US-Staatsraison – denn dort wären die USA nur ein bedeutungsloses Mitglied unter vielen, unter chinesischer Führung. Nicht die Nr. 1 zu sein passt nicht in die Doktrin von Washington.

Ausgedient, aber nicht weg

Die These bleibt bestehen: Der IWF hat endgültig ausgedient. Natürlich wird er nicht plötzlich seine Arbeit einstellen. Auch weiterhin wird er seine Kredite vergeben. Aber der immense Vertrauensverlust, die offenkundige politische Beeinflussung durch die USA, das inhaltlich gescheiterte Geschäftskonzept… all das hüllt den IWF als Institution aus. Wer kann eine Bank erst nehmen, die alle anderen Banken auffordert auf ihre Forderungen gegenüber einem Schuldner zu verzichten, damit sie selbst ihre komplette Forderung zurückerhält? Welches Land in Afrika erstrahlt in blühendem Wohlstand durch die IWF-Kredite? Vielleicht, aber nur vielleicht macht die AIIB es besser, in dem sie wie angekündigt nicht stur das Konzept „Kredite gegen Totsparen“ verfolgt, sondern auch in Projekte und Unternehmen „investiert“ anstatt ihr Geld direkt in staatliche Haushaltslöcher zu überweisen.


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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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