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Geldanlage in Zeiten der Zinswende Deutsche Bank und Commerzbank: Sollte man jetzt kaufen?

Sollte man in Zeiten steigender Zinsen als Anleger auf die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank setzen? Charts geben Hinweise.

Deutsche Bank Tower in Frankfurt

Sind die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank jetzt ein gutes Investment für Neueinsteiger, die einen langen Anlagehorizont haben? In Zeiten nicht vorhandener Zinsen und entsprechend extrem geringer Zinsmargen war das Geschäft für Banken schwer. Und nun? Die EZB hat im Juli die Zinsen um 0,50 Prozentpunkte angehoben, und gestern um weitere 0,75 Prozentpunkte auf jetzt 1,25 Prozent. Für die nächste Entscheidung kann laut jüngsten Bloomberg-Aussagen mit weiteren 0,75 Prozentpunkten gerechnet werden! Denn die Ratsmitglieder der EZB sind informierten Kreisen zufolge bereit, bei ihrer Sitzung im Oktober die Zinsen um weitere 0,75 Prozentpunkte anzuheben, wenn die Inflationsaussichten das rechtfertigen. Die EZB holt also in großen Schritten nach, was sie lange Zeit ignoriert hat – nämlich den Kampf gegen die Inflation, die in der Eurozone bei 9,1 Prozent angekommen ist.

Höhere Zinsmargen bedeuten ein auskömmlicheres Geschäft und damit bessere Gewinnaussichten für die Banken? Sollte man dementsprechend nun als Anleger überlegen, ob die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank eine gute Anlageidee sind? Sollte man jetzt kaufen? Seit gestern um 14:15 Uhr, als die EZB-Entscheidung verkündet wurde, hat die Commerzbank-Aktie zugelegt von 7,03 Euro auf jetzt 7,63 Euro. Die DB-Aktie steigt seitdem von 8,34 auf jetzt 8,93 Euro.

Im folgenden TradingView Chart sehen wir seit dem Jahr 2000 als blaue Linie den Verlauf im Leitzins der EZB. Die anderen beiden Linien zeigen, wie die Aktien von Deutsche Bank und Commerzbank sich seitdem entwickelt haben. Die Korrelation ist bestechend. Je niedriger das Zinsniveau im Lauf der Jahre, desto weiter fielen auch die Aktienkurse. Am Ende des Charts sieht man den seit Juli 2022 stattfindenden Ruck nach oben im Leitzins der EZB, der in den nächsten Sitzungen der Notenbanker weitergehen dürfte.

Frage: Folgen die Aktien von Commerzbank und Deutsche Bank den Zinsen nun auch auf dem Weg nach oben? Im zweiten Chart sehen wir den selben Vergleich, nur in einem kürzeren Zeitraum seit dem Jahr 2010. Der Leitzins springt nach oben, und die mit ihm jahrelang gefallenen Bankaktien hätten jetzt eigentlich das Potenzial mit nach oben anzusteigen. Das Szenario ist da – nur muß man nun als Anleger selbst entscheiden, ob man auf diesen Zug aufspringen möchte, und ob dieses Szenario für die Bankaktien in den nächsten Jahren auch wirklich nachhaltige Kursanstiege bringen wird.

EZB-Leitzins im Vergleich zu Commerzbank und Deutsche Bank seit 2000

Commerzbank und Deutsche Bank vs Leitzins seit dem Jahr 2010

FMW/Bloomberg



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5 Kommentare

  1. Ihr seid aber waghalsig, deutsche Banken zu empfehlen, wo doch der Banken-Guru Dr. Krall deren Pleite für Ende 2020 vorausgesagt hat, plus minus ein Quartal und anschließend eine Finanzkrise apokalyptischen Ausmaßes.
    In vielen Vorträgen dargestellt, mit zahllosen Datenreihen und vor gewachsener Fangemeinde. Genau die wird jetzt gleich in den Raum stellen: Kommt noch! Plus minus ein J…..!

    1. „Banken-Guru“
      Guru=Religiöser Führer/Lehrer.
      Genau getroffen!

    2. 1. Herr Krall ist augenscheinlich hochkompetent. Wer das nicht anerkennt, legt seine eigene Inkompetenz offen.

      2. Niemand benötigt Herrn Krall, um die Probleme zu erkennen, mit denen wir schon sehr lange zu tun haben, und die eigentlich seit der Finanzkrise 2008 offenkundig und jedem bekannt sein sollten.

      3. „The Fourth Turning“ ist jetzt nach einem Vierteljahrhundert endlich in deutsch verfügbar. Vielleich hilft das. Der von linker Seite ja akzeptierte Präsident Biden hat jedenfalls öffentlich zu Protokoll gegeben, dass er sich danach richtet.

      4. Die Zeitschiene von Herrn Krall war ziemlich gut. Sie sollten nicht unterschlagen, dass zu den Corona-Maßnahmen gehört hat, das Insolvenzrecht auszusetzen, den Banken zu erlauben, ausgefallene Kredite weiter als werthaltig zu bilanzieren, die Geldmenge der Zentralbank zu verdoppeln und unter die Leute zu bringen. Das Ergebnis haben wir jetzt: Inflation.

      Fazit: Wäre das ein Schachspiel gewesen, hätte Krall gewonnen, aber die Gegenpartei hat einfach das Brett umgeworfen.

      1. @Felix
        „Herr Krall ist augenscheinlich hochkompetent. Wer das nicht anerkennt, legt seine eigene Inkompetenz offen.“
        Reine Behauptung, bitte kompetente Beweise!

        „Die Zeitschiene von Herrn Krall war ziemlich gut.“
        Siehe oben! Wissen Sie, was ohne Corona passiert wäre?

  2. Ein Ende mit Schrecken

    Könnte es sein,dass durch Verschleppung der Insolvenzen es später passiert,aber viel schlimmer? Wenn viele Firmen kollabieren, werden die Banken nicht ungeschoren davonkommen, der kurzfristige Bonus wegen höheren Zinsen wird wie ein Bumerang zurückschnappen.Wenn man zufällig Arzt wäre, dann wüsste man ,dass eine hinausgeschobene Operation eher nachteilig ist, fragen Sie Columbo? ? Ich freue mich schon über die vielen Gratulanten,die den „Verschmähten Crash Propheten Krall“ als wirklichen Propheten feiern.

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