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Indizes

Diese Rally hat einen hohen Preis! Marktgeflüster

Heute eine „Monster-Rally“ an den Aktienmärkten – aber sie basiert auf auf einem Widerspruch..

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Heute eine „Monster-Rally“ an den Aktienmärkten: zunächst die Senkung des Einlagesatzes durch Chinas Notenbank, dann die starken US-Arbeitsmarktdaten – und schließlich die Aussagen von Jerome Powell, wonach die Fed jederzeit ihre Geldpolitik ändern könne. Daraufhin der Dow Jones mit 700 Punkten Gewinn, der Dax mit dem stärksten Anstieg seit eineinhalb Jahren. Aber diese Rally hat einen Preis: denn Powell meint, dass die Märkte mit ihren Rezessionsängsten übertreiben würden. Sollten die Märkte aber Recht behalten, ist die Glaubwürdigkeit der Fed dahin. Und hat die Fed recht mit ihrem Optimismus, wird sie die Zinsen stärker anheben als die Märkte derzeit erwarten – da beißt sich die Katze also in den Schwanz. Wir sehen derzeit eine Rally an den überverkauften Aktienmärkten, die noch weiter gehen kann, aber die Probleme bleiben..

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12 Kommentare

12 Comments

  1. Marko

    4. Januar 2019 19:45 at 19:45

    Markus,

    „und schließlich die Aussagen von Jerome Powell, wonach die Fed jederzeit ihre Geldpolitik ändern könne.“

    So so, das wäre höchste Zeit für die FED deren Geldpolitik zu ändern…Die FED muss aufpassen, dass der Zinsabstand gegenüber der EZB nicht zu groß wird.
    as er sowieso derzeit ist, und was macht der Markt ? Der Markt kauft den EUR, ein EUR/USD bei 1,14 das sagt doch alles !

    dann schaun mer mal, sollte die EZB ihre erste Rakete zünden ?

    Dann wäre das „hier“ ein kleiner, netter, süßer Kindergeburtstag ? 😀

  2. Wolfgang M.

    4. Januar 2019 19:59 at 19:59

    Warum schwenkte Jerome Powell gerade jetzt in seinem „Wording“ so in Richtung dovish? Gestern rutschte die Nasdaq wieder in den Bärenmarkt, der Russel 2000, das heimische Barometer der USA, befand sich bereits darin und aufgrund der Gewinnwarnung von Apple stand der bedeutendste Aktienindex der Welt, der S&P 500 mit einer Marktkapitalisierung von fast einem Drittel aller Aktienindizes der Welt, kurz davor.
    Ich habe in den letzten Wochen drei große Kolumnen zum Thema Bedeutung des US-Aktienmarkt geschrieben, in denen ich die Wirkung eines größeren Einbruchs der US-Indizes in den Bärenmarkt-Status auf die Konjunktur beschrieben habe. „Das Jahr geht, die Zweifel werden immer größer – Das Billionen-Dollar-Risiko. Warum der US-Aktienmarkt zugleich Stärke und Achillesferse…. – Das Jahr 2019. Konjunkturerwartung und Börsenindikation…“. Darin habe ich dargelegt, dass bei einem Aktienmarkt mit einem gigantischen Volumen von fast 40 Bio.$ Volumen (2009 noch 10 Billionen) bei einem Rückgang von über 20% eine große Zurückhaltung von Konsumenten und Firmen die Folge sein muss. Darüber hinaus der schon fast sichere Sturz in die Rezession. Da brauchen die Pensionäre nur einen Blick auf ihre 401 k- Aktiendepots zu werfen und eine riesige Zahl an Aktionären in den USA in der 70%-US-Konsumökonomie muss notgedrungen auf die Bremse treten. Nach dem gestrigen Debakel nach der Apple-Warnung mit dem dezenten China-Hinweis Tim Cooks war Gefahr im Verzuge. Ein Sturz in die Tiefe lag in der Luft. Wie gesagt, die Zusammenhänge sind doch sehr stringent und ein verbales Gegenhalten der Fed war nur eine Frage der Zeit.
    Dazu noch eine persönliche Anmerkung. Da ich zu meinen letzten großen Kolumnen keinerlei Anregung, Kritik oder Diskussion festgestellt habe, muss ich davon ausgehen, dass sie kaum oder gar nicht registriert werden. Deshalb stelle ich meine Kolumne hiermit wieder ein. Der Aufwand, allein für den Jahresausblick 2019 war riesig, in Stunden Recherchearbeit gerechnet. Nichtsdestotrotz wird das Jahr 2019 so richtig spannend.

    • Simply

      4. Januar 2019 22:13 at 22:13

      Deine Kolumne war ausgezeichnet, gerade durchgelesen. Herzlichen Dank!
      Viele werden bis zum 6/7. Jan. praktisch nicht am Markt gewesen sein.

      Viele werden den jährlichen Depotauszug bekommen und die Zahlen vom 1.1. und 31.12 vergleichen. Alleine das müsste reichen um den Gürtel „gefühlt“ etwas enger zu schnallen.

      Mal sehen wie das „smart money“ nächste Woche umschichtet. Ein paar Hedgefonds werden wohl liquidiert :-). Schönes Wochenende.

    • Columbo

      4. Januar 2019 23:17 at 23:17

      @Wolfgang M.

      „Da ich zu meinen letzten großen Kolumnen keinerlei Anregung, Kritik oder Diskussion festgestellt habe, muss ich davon ausgehen, dass sie kaum oder gar nicht registriert werden“

      Deine wichtigen, kompetenten Beiträge werden sehr wohl registriert. Das erkennt man auch an den häufigen Komplimenten, die du für deine Beiträge bekommst. Ob sich Anregung, Kritik oder Diskussion entwickelt, hängt nicht von der Qualität Deiner Beiträge, sondern von der Qualität der anderen Teilnehmer ab. Viele wollen konsumieren und ihren Senf dazugeben ohne viel nachzudenken. Andere wissen vielleicht zu wenig, um auf Augenhöhe mit Dir zu diskutieren oder trauen sich nicht. Mit letzteren solltest du nachsichtig sein.
      Danke für Deine Mühe, hoffentlich hören wir noch oft von dir.

    • Trigo

      4. Januar 2019 23:34 at 23:34

      Wolfgang, ich lese alle Ihre Kolumnen und Kommentare und möchte auch nicht darauf verzichten. Ich schätze sie sehr!!! Mit Ihrer Erfahrung und Wissen sind Sie wirklich eine große Bereicherung für die FMW. Ich bin ein stiller Mitleser, der aus Zeitgründen nur hier und da einen Kommentar hinterlässt. Bitte schreiben Sie die Kolumnen weiter, da sonst der FMW – Gemeinde etwas wichtiges fehlen würde.

    • Michael

      5. Januar 2019 00:31 at 00:31

      @Wolfgang, ich hatte Ihnen schon im Dezember geschrieben, dass Sie bitte weitermachen sollten. Seltsamerweise schweigen die meisten vernünftigen Menschen, die große Masse meistens, während eine unzurechnungsfähige Minderheit nicht müde wird, ihren Schwachsinn lauthals und ohne Pause in die Welt hinaus zu posaunen.
      Ich für meine Teil kann nur immer wieder sagen, dass ich Ihre Kommentare sehr schätze und auch sehr erfolgreich in meine Tradingentscheidungen einbeziehe.
      Wenn hochqualifizierte und fundierte Kommentatoren wie Sie aufhören, hier zu posten, wird auch die letzte Insel FMW sehr bald zum rechtspopulistischen Mainstream-Sumpf verkommen…

  3. Quintus

    4. Januar 2019 22:52 at 22:52

    @Wolfgang M.
    Dann oute ich mich als Erster. Ich bin ein eifriger Leser ihrer Kolumne und freue mich immer wieder über ihre Infos und ihre persönliche Einschätzung der Lage. Leider konnte ich bisher keine Kritik anbringen, bis auf die Tatsache, daß sie spannend, Im Sinne von aufregend konnotieren würden während ich eher eine brandgefährliche Situation heraufziehen sehe….

  4. LookOut

    5. Januar 2019 00:05 at 00:05

    @ Wolfgang M.

    vielen Dank für ihre guten Beiträge, die immer wieder gerne gelesen werden.

    Jerome bleibt nichts anderes übrig als dovisher zu werden weil alles Pulver verschoßen ist.
    In den USA wird vermutlich spätestens mitte 2020 es wieder in die andere Richtung gehen und Zinssenkung geben.

    Ich denke wir sind jetzt auf dem Maximum was die „Zinswende“ in den USA betrifft.

    Bei allem Negativen details sollte man nicht vergessen das generell noch „Game changer“ kommen können, wie Zinssenkungen der USA, Helicopter Money der EZB, Senkung der Kapitalanforderungen der Banken seitens China usw.

    Das kann mit Stimulus ein akzeptables Jahr für die Aktienmärkte werden.

    Auch für Gold/Platin/Silber ist noch viel Luft nach oben weil tendenziell eher Zinssenkungen bevorstehen sowie sonstige Stimulus Pakete.
    Platin ist heute über 3% gestiegen sollte man nicht ganz außer acht lassen.

  5. Marko

    5. Januar 2019 14:31 at 14:31

    hallo der Donald at its best:

    „Trump hatte seinen Anhängern im Präsidentschaftswahlkampf versprochen, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen. Eigentlich sollten dafür nach seinem Willen die Mexikaner bezahlen. Dass Trump nun Geld vom Kongress dafür fordert, brachte ihm viel Spott ein.

    Ursprünglich hatte Trump eine Betonmauer gefordert. Davon ist er inzwischen abgerückt und spricht nun von einem Stahlzaun, den er errichten will. „Stahl ist stärker als Beton“, sagte er. Außerdem hätten die USA eine starke Stahlindustrie. Bei der geplanten Länge einer Mauer hat sich Trump ebenfalls von früheren Positionen verabschiedet.“

    https://www.onvista.de/news/trump-droht-mit-regierungs-stillstand-in-usa-fuer-monate-oder-jahre-173968963

    Was bringt den Amis so eine Mauer, gar nichts ! Da dürften ca. 6 Mrd Dollar nicht reichen, eher das Doppelte bis Dreifache, eher sogar das Vier- bis Fünffache.

    Ein Donald Trump möchte seine Ziele erreichen, aber das geht zu weit. So eine beklopplte Mauer würde die Flüchtlinge davon abhalten, die USA zu „infiltrieren“ ?

    Also, wenn die Amis den nochmal wählen… Dann kann nur sagen : GRATULATION ! 😀 😀
    Der Donald schlägt alles ! Das wäre genauso wie mit dem Brexit…

    Vg

    Marko
    V

  6. Marko

    5. Januar 2019 18:07 at 18:07

    Und jetzt mal ohne Spaß. Der Donald ist vieles, aber garantiert nicht ein Politiker !

    Der Donald möchte, koste was es wolle, seine Wahlversprechen in die Wirklichkeit umsetzten.

    Die „richtigen Politiker“ würden sagen, : „was interessiert uns unser Geschwätz von gestern „? 😉

    Diese „Mauer“ ist doch sowieso riesengroßer Quatsch ?

    Let´s make America great again – das war und ist doch sein Motto ? Das ist sogar möglich, wenn man sagt : America interessiert uns, aber nicht solche Mauern, , die keiner braucht ?

    Das würde bedeuten : Infrastruktur-Programme (Strassen, Eisenbahn usw), und das wäre locker möglich. Der Kongress würde dann sofort „Ja“ sagen. Da wären Summen über 10 Mrd USD möglich… Und „das da“ würde America greater machen….

  7. Wolfgang M.

    6. Januar 2019 08:29 at 08:29

    Noch ein paar Gedanken zu Geldpolitik und Rezession.
    Der monetäre Faktor oder wie entkommt die US Notenbank der Falle?

    Wie ich in den letzten Kolumnen öfters dargelegt habe, hatte die Federal Reserve der USA mit ihrer Politik und damit mit der Versorgung der Wirtschaft mit Geld (monetärer Faktor) die entscheidende Bedeutung für das Auf und Ab der Konjunktur in den letzten drei Zyklen seit Beginn der Neunzigerjahre. Jedes Mal hatte die Fed durch ihre Zinspolitik für den Boom-and-Bust-Zyklus gesorgt und damit für das Auftreten einer Rezession. Zuerst die Zinsen nach einem Abschwung stark gesenkt und dann zu spät und zu schnell angehoben. Dieses Mal kommt sogar noch etwas Besonderes hinzu, denn neben den Zinssenkungen nach der großen Finanzkrise 2007/2008 wurde auch noch ein gigantisches Anleihekaufprogramm QE (Quantitativ Easing) in Billionenhöhe dazu gepackt. Folge des unglaublichen monetären Programms war, dass alle Asset-Klassen durch die Bernanke-Yellen-Spritzen in große Höhen getrieben wurden. Jetzt, seit bereits drei Jahren, hebt die Fed die Zinsen scheibchenweise an und will nun verstärkt auch das Anleihekaufprogramm (monatlich 50 Mrd.$) zurückführen, sprich die Notenbankbilanz auf das Vorkrisenniveau zurückbringen. Das Problem dabei: die Märkte haben sich an die Droge Geld gewöhnt und bei einem gleichzeitigen Zurückfahren beider Dopingmittel (niedrige Zinsen und Anleihekäufe) muss das Wirtschaftssystem in den USA in ernsthafte Schwierigkeiten geraten. Insbesondere bei Aktien- und Immobilienpreisen müsste ein „Reappraisal“ stattfinden. Nicht zu vergessen die Billion neuer Schulden, die wegen Trums Steuerreform auch noch am Anleihemarkt aufgenommen werden müssen.

    Deshalb auch die heftige Reaktion, nachdem Jerome Powell seine Zinsprojektion am 21. Dezember für 2019 dargelegt hatte und gleichzeitig bei seinem Programm zur Bilanzreduktion von „Autopilot“ sprach.
    Alle vier großen Notenbanken haben begonnen die Liquidität zu verknappen. In den USA fiel die Geldmenge M2 im vierten Quartal 2019 deutlich, ebenso wie in China.
    Am vergangenen Freitag gab es einen Befreiungsschlag in drei Akten, der zu dieser absonderlichen, wenngleich nicht unüblichen Shortsqueeze in einem total überverkauften Markt führte.
    Zuerst kam die Meldung über die geldpolitische Maßnahme der chinesischen Zentralbank den Mindestreservesatz um zweimal 0,5% zu senken – Liquiditätszufluss.
    Danach die guten US-Arbeitsmarktzahlen, die die aktuellen Sorgen vor der Rezession zerstreuten. Als nachlaufender Indikator relativ uninteressant, weil diese Daten normalerweise vor einem Abschwung recht gut sind.
    Als drittes kam das Notenbanktreffen Bernanke-Yellen-Powell, in dem der aktuelle Fed-Chef angesichts der drohenden Aktienmarktabstürze die große „dovishe“ Kehrtwende machte.

    Deshalb ergeben sich aus dieser Zwangslage der Fed aus meiner Sicht zwei Schlussfolgerungen:
    Der Entzug von billigem Geld wird nach zehn Jahren fast zwangsläufig in einer Rezession münden müssen aber der Eintritt wird maßgeblich von der Kommunikation und der Umsetzung der Zinspolitik der Federal Reserve abhängen.
    Dabei wird auch klar, warum 2019 mit Volatilität an den Aktienmärkten zu rechnen sein wird. Jeder Hinweis der Fed auf eine Zinspause oder gar einem temporären Aussetzen des Tapering wird zu Bärenmarktrallyes führen, bei datengetriebenen Hinweisen auf Zinsanhebungen (Inflation u.w.) zu Kurseinbrüchen. Ich bin mir sicher, dass sich die Notenbank bewusst ist, dass es zu einer Marktbereinigung kommen muss – für das Geldzentrum der USA arbeiten über 700 Ökonomen. Aber ich denke, dass hierbei der Schweizer Felix Zulauf mit seiner These recht haben könnte. Die Notenbank strebe ein stufenförmiges, geregeltes „Luftablassen“ an den Märkten an, ohne den großen wirtschaftlichen Schock. Ein hehres Ziel, welches bisher meines Wissens noch nie so richtig geklappt hat.
    Denn, heute existieren viele Firmen in den USA, die sich in den letzten 10 Jahren mit Billigkrediten vollgesogen haben und die bei steigenden Zinsen reihenweise umfallen werden. (BBB-Firmen mit Bonds in Höhe von 3 Bio.$). Dazu noch überaus viele Investoren, die „geleveraged“ im Markt investiert sind. Gewöhnlich wollen diese bei irgendeinem vorher nicht absehbaren Ereignis „durch dieselbe Tür hinaus“. sprich verkaufen und dann heißt es auch hier: Raus, „whatever it takes“ und der geregelte Abschwung dürfte sich einmal mehr als Chimäre erweisen.

    Fazit
    Vor dem offiziellen Eintritt in eine Rezession (aufgrund der Datenveröffentlichungen immer im Nachhinein) wird zuerst eine volatile Phase stehen – sehr zur Freude der Trader.

  8. Altbär

    6. Januar 2019 11:58 at 11:58

    @Wolfgang M. Wieder eine Analyse logisch erklärt u.phänomenal. Ich nehme an, dass von den 700 Ökonomen mindestens 351 ( Mehrheit) es auch so sieht. Die jeweils überraschenden ( hawkisch/ dovischen )Kommentare von Powell könnten wirklich etwas mit bewusstem kontrollierten Luftablassen zu tun haben.
    Die realistische Analyse von Wolfgang M. ist eine „Ohrenweide“ wenn man sie mit teilweise dümmlichen Aussagen von gewissen „Profianalysten“ vergleicht.
    Sagte doch kürzlich Einer , ein Crash sei noch eine Generation entfernt.Meines Wissens ( korrigieren Sie mich) hatte Apple eine Kapitalisierung in der Höhe von 496 S&P Unternehmen von gesamt 500.
    Meine Überlegung:
    Wenn also die Verluste von Apple von über 35% zuzüglich die Verluste der andern 499 Firmen addiert
    werden, müssten doch die gesamten Buchverluste des S&P 500 über 35 % liegen, was schon fast einem Crash entspricht. ( Wolfgang könnte diese Zahlen sicher aus dem Ärmel schütteln.
    Mein Fazit: Dieser Analyst hat nicht gemerkt was in den letzten 3Monaten passiert ist, macht aber eine Prognose auf Generationen hinaus.

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Anleihen

Marktüberblick zum Wochenende: Glaubt die Börse dem US-Militär nicht?

Veröffentlicht

am

Das aktuell beherrschende Thema an der Börse ist der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Wer war es, was ist da passiert? Die USA haben ziemlich schnell ein Video hervorgezaubert, auf dem angeblich zu sehen sei, wie iranische Soldaten auf einem Schnellboot eine Haftmine von einem Öltanker entfernen, weil sie nicht explodiert war. Aber den späteren erfolgreichen Angriff auf den Öltanker zeigt das Video nicht. Ob es der Iran war? Vielleicht ja, vielleicht nein. Oder vielleicht auch iranische Kommandeure, die auf eigene Faust handeln?

Wie auch immer. Wenn man sich heute die Marktreaktionen anschaut, dann darf die Frage erlaubt sein: Glaub die Börse dem US-Militär nicht? Glaubt man an ein Fake-Video? Oder ist den meisten einfach klar, dass dieses Video ja nun mal keinerlei Angriff auf den Öltanker zeigt, und dass es von daher keinen Beweis für einen Angriff durch den Iran gibt? Wir halten uns bei einer konkreten Bewertung raus, und können nur Fragen stellen. Das Problem für die USA ist wohl, dass ihre Seriosität in Sachen Beweislieferung seit den Fake-Beweisen für den Irak-Krieg im Jahr 2003 im Eimer ist.

Der Aktienmarkt jedenfalls reagierte von gestern bis heute überhaupt nicht ängstlich auf diese mögliche Krise. Der Dow ist seit gestern früh bis jetzt um 70 Punkte gestiegen, der Dax notiert exakt +-0 seit Bekanntwerden der „Tanker-Krise“. Im folgenden Chart haben wir Dax und Dow übereinander gelegt und das Bekanntwerden der Angriffe eingekreist.

Dax und Dow

Und der Devisenmarkt? Im folgenden Chart schauen wir mal auf Euro vs USD. Links eingekreist haben wir eine winzige, ganz kurze Reaktion zum Tanker-Angriff. Sie ist aber eigentlich nicht mal erwähnenswert. Denn danach lief EURUSD mehr als 24 Stunden fast seitwärts. Erst heute (Pfeile) kam durch die Konjunkturdaten in den USA ein klein wenig Bewegung in den Markt, und der Dollar wertete gegen den Euro ein wenig auf.

Euro vs USD

Und sonst? Die Zeichen für eine Konjunktureintrübung mehren sich. Russland hat heute seinen Leitzins gesenkt, und will wohl bald weiter senken. Der Grund: Die Wirtschaft laufe schwächer als bislang gedacht. Die Internationale Energie-Agentur spricht heute von nachlassender Öl-Nachfrage. Dass die Institutionellen Anleger auch eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwarten, sehen wir am Ehesten im Anleihemarkt. Die extrem wichtige und auch international stark beachtete deutsche Bundesanleihe (10 Jahre Laufzeit) weist heute eine weiter fallende Rendite auf. Sie fiel heute im Tief auf -0,269%. Einfach unglaublich. Zum Jahresanfang 2019 lag die Rendite noch mit 0,25% im Plus.

Rendite 10 Jahre Bund

Gold

Wohl die Kombination aus dem Konjunkturabschwung, Handelskrieg und den Tanker-Angriffen lässt Gold spürbar steigen. Viele Analysten sind der Meinung, dass mehr Potenzial auf der Aufwärtsseite vorhanden ist. Wie wir es heute früh schon sagten. Nach dem Überschreiten des Hochpunkts bei 1.346 Dollar aus Februar ist der Weg charttechnisch nach oben erstmal frei. Heute stieg Gold bis auf 1.358 Dollar. Bis jetzt kam es wieder zurück auf 1.348 Dollar. Also: Die Flucht in die Sicherheit ist im Gold erkennbar, aber aktuell hat die Angst auch wieder abgenommen. Aber Handelskrieg, Tanker und Co bieten wohl auch nächste Woche die Möglichkeit für einen steigenden Goldpreis.


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Gold

Öl

Und das liebe Öl? Wenigstens hier hat man den USA geglaubt, und jagt den Ölpreis gnadenlos nach oben, weil ein Krieg zwischen Saudis und USA gegen den Iran bevor steht? Offensichtlich glauben auch die Termintrader am Ölmarkt nicht so richtig an die große Kriegsangst für die Region. Zwar reagierte der Ölpreis gestern mit gut 2 Dollar nach oben. Im Chart haben wir den Anstieg eingezeichnet. Aber danach folgte bis jetzt erstmal eine Seitwärtsphase. Wie es weiter geht? Ganz schwer zu sagen. Natürlich kann die Lage weiter eskalieren, und Öl schießt weiter nach oben. Aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt eine kurze Halbwertzeit für solche Zwischenfälle. Möglich ist, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Tagen wieder der globalen Konjunkturschwäche und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche widmet. Das würde natürlich auf einen fallenden Ölpreis deuten.

Öl

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Gold/Silber

Rüdiger Born: Gold, Dax und Öl im Fokus

Veröffentlicht

am

Gold ist am höchsten Punkt des Jahres angekommen. Auch die aktuelle Lage im Dax möchte ich ansprechen. Öl ist heute der „Trade des Tages“. Haben Sie ihn noch nicht abonniert? Der Service ist völlig kostenfrei. Sie können ihn einfach beim Klick an dieser Stelle abonnieren, und können täglich eine Tradingidee im Detail lesen.

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Indizes

Was macht die EZB, wenn die Fed die Zinsen senkt?

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher: Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat

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An der Wall Street wird heftig darüber spekuliert, wann die Federal Reserve die Leitzinsen senken könnte, vielleicht bereits schon im Juni oder Juli? Für die Fed-Sitzung in der nächsten Woche besteht aber nur eine geringe Wahrscheinlichkeit (23 Prozent). Eine erste Leitzinssenkung seit 2008. Aber was macht dann der Kurs des US-Dollars und damit auch der des Euro?

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Ein Dilemma für die Eurozone

Derzeit läuft die Konjunktur in Europa schlechter als die in den USA. Die US-Notenbank hat im Falle eines Konjunktureinbruches nach vorherigen neun Zinsanhebungen Spielraum nach unten, aber was macht die Europäische Zentralbank? Ein möglicherweise steigender Eurokurs in einem Wirtschaftsraum, der sehr viel exportiert, mit einem taumelnden Italien.

 

Was tun EZB?

Weitere Senkungen des Leitzins (0%) oder des Einlagezinssatzes (-0,4%) mit fraglichen Auswirkungen auf Konjunktur und Inflation? Aber haben wir überhaupt einen Mangel an Liquidität?

Betrachtet man die Option Anleihekaufprogramm, so wird ein weiteres Problem deutlich. Deutschland fällt als Markt fast aus, wegen des Mangels an neuen Anleihen, des Verteilungsschlüssels (26,4% für Deutschland) und der Kriterien für das Kaufprogramm. Die EZB darf nur Anleihen kaufen, deren Zinssatz oberhalb des Einlagesatzes für Banken (-0,4%) liegt. Damit entfallen in Deutschland alle Anleihen bis zu acht Jahren Laufzeit. Außerdem darf die EZB nur maximal ein Drittel einer Anleihe kaufen. Also was tun? Die Regeln ändern, oder vielleicht sogar Aktien erwerben? Das würde ein Kampf um die Pötte in einem Euro-Wirtschaftsraum mit 19 Ländern und 19 Aktienmärkten.

Die Frage für mich ist, wie Mario Draghi letzte Woche behaupten konnte, die EZB habe noch großen geldpolitischen Spielraum, um auf Turbulenzen reagieren zu können?

 

Fazit

Mario Draghi ist jetzt schon ein Rekord sicher. Er ist der erste EZB-Chef, der in seiner achtjährigen Amtszeit keine einzige Zinsanhebung vorgenommen hat. Schlimmer noch, obwohl die Zinsen auf Null gesenkt wurden, könnte er bei einer Zinssenkung der US-Notenbank zu weiteren unkonventionellen Maßnahmen gezwungen sein, vielleicht sogar kurz vor dem Ende seiner Amtszeit.

Für mich sitzt die EZB total in der Klemme. Mario Draghi hat kürzlich erst wieder festgestellt, dass auch sein Nachfolger alles tun werde, um die Eurozone zusammen zu halten, sprich ein Ausscheiden Italiens zu verhindern. Dafür müssen die Zinsen niedrig bleiben, auch wenn es den europäischen Banken zusehends „ans Leder geht“ (Szenario von Dr. Krall 2020). Wenn aber das Bankensystem kollabiert, fliegt auch die Eurozone auseinander.

Ergo: Damit müsste die EZB eigentlich den Banken unter die Arme greifen (gestaffelte Einlagezinsen), Zinssenkungen wären für diese aber gerade die falsche Medizin. Was für eine Gemengelage!

 

Foto: EZB

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