Allgemein

Wie ein Kenner die Wunschträume der Grünen widerlegt! Erneuerbare Energie: Wunsch – und die Wirklichkeit der Physik

Erneuerbare Energie Russland Internationale Energieagentur

Seit der Invasion Russlands in der Ukraine ist nichts mehr wie zuvor in Sachen Energie – oder doch nicht? Schließlich stiegen die Preise für Energie bereits im Jahr 2021 sehr deutlich, weil vor allem Deutschland fossile Energieträger künstlich verteuern wollte.

Erneuerbare Energie: Kann Deutschland aus fossilen Energieträgern aussteigen?

Nun, mit dem Mangel an Gas, steigenden Gaspreisen und den daran gekoppelten Strompreisen (Merit-Order) stellt sich die Frage, ob die Energiewende wirklich gelingen kann. Das große Problem der Erneuerbaren Energie ist, dass sie nicht speicherbar ist (zumindest ist das bisher nicht gelungen). Also muss eine Parallel-Struktur vorgehalten werden, die dann Strom erzeugt, wenn zu wenig Wind weht oder zu wenig Sonne scheint. Das sollte in Deutschland eigentlich Gas sein, durch den Gas-Mangel im Gefolge des Konflikts mit Russland ist es nun Kohle.

Nun fallen Gas- und Strompreise nach ihrem Hoch im August seit Wochen. Inzwischen wird wieder, aufgrund der gefallenen Gaspreise, Strom durch das Verbrennen von Gas erzeugt. Gleichzeitig gehen die drei noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland in den Streckbetrieb.

Und das aus gutem Grund, wie Daniel Bleich in einer hervorragenden Analyse gezeigt hat:

„Die Speicherfrage ist aktuell und kurzfristig, das ist anhand der Relationen zu den weltweit verfügbaren Kapazitäten hoffentlich ersichtlich, nicht im Ansatz lösbar. Auf absehbare Zeit benötigen sämtliche Industriestaaten der Welt verlässliche Grundlast- und Regellastkraftwerke, stand heute sind das Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke.“

„Die Lösung wird vorgegeben von der Physik. Und die Physik hat kein Parteibuch“, so Daniel Bleich.

Und dann der Punch für alle Klimaaktivisten, die meinen, wir müssten (und könnten!) so schnell es geht raus aus fossilen Energien:

„Um die Frage vorab zu beantworten: Ist es möglich, Deutschland vollständig regenerativ zu versorgen? Ja. In der Theorie. Aber nicht in absehbarer Zeit. Die Antwort klingt für manche vielleicht unrealistisch plump, aber es gibt keine Speicher. Es fehlt wortwörtlich die skalierbare Technologie – weltweit. Gäbe es diese Wundertechnologie, dann hätte sie jemand gebaut.“

Jeder, der wissen will, was geht und was eben nicht geht, sollten daher den Artikel von Daniel Bleich mit dem Titel „Eine Einführung in das Energienetz – Wieso uns Wind und Sonne aktuell nicht retten und es auch (noch) keine Speicher gibt“ studieren!
(https://www.ruhrbarone.de/eine-einfuehrung-in-das-energienetz-wieso-uns-wind-und-sonne-aktuell-nicht-retten-und-es-auch-noch-keine-speicher-gibt/212106/)

Lesen Sie auch

Internationale Energieagentur glaubt dennoch an die Wende

Das Problem sind also die Speicher – aber dennoch glaubt die Internationale Energieagentur an die Wende durch Putins Invasion in der Ukraine, wie Bloomberg berichtet:

Der Einmarsch Russlands in der Ukraine läutet einen Wendepunkt für die globalen Energie-Märkte ein, der Moskaus Einfluss schrumpfen und den Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigen wird, so die Internationale Energieagentur.

Die Nachfrage nach allen fossilen Brennstoffen wird ab Mitte dieses Jahrzehnts ein Plateau erreichen, da die Regierungen versuchen, sich vor der Krise zu schützen, indem sie sich auf saubere Energie umstellen, so die in Paris ansässige Agentur in ihrem World Energy Outlook. Der Anteil Russlands an den weltweiten Öl- und Gasmärkten wird sich bis 2030 halbieren, so die Vorhersage.

„Die Energiemärkte und die Energiepolitik haben sich durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine verändert, und zwar nicht nur vorläufig, sondern für die nächsten Jahrzehnte“, sagte IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol. „Die Energiewelt verschiebt sich vor unseren Augen dramatisch“.

Die globalen Energiemärkte standen bereits zu Beginn dieses Jahres unter Druck, als die Preise in die Höhe schnellten, weil das Angebot nicht mit dem Wiederanstieg des Verbrauchs nach dem Zusammenbruch des Kalten Krieges Schritt halten konnte. Doch der Angriff von Präsident Wladimir Putin auf sein Nachbarland im Februar hat die Turbulenzen noch verstärkt, die Erdgaspreise auf ein Rekordniveau getrieben und die  Energieströme dauerhaft verändert.

Der Kreml drosselte den Gasfluss durch seine Nord-Stream-Pipeline nach Europa und stoppte ihn schließlich. Die Störung der Energiemärkte wird sich in diesem Winter wahrscheinlich noch verschärfen, wenn die EU-Sanktionen gegen russische Öllieferungen in Kraft treten, die trotz der weit verbreiteten Verurteilung Putins bislang noch nicht in Kraft getreten sind.

Die IEA-Mitglieder, zu denen die meisten Großverbraucher gehören, haben seit dem Einmarsch Russlands bereits zweimal die kaum genutzten Notvorräte angezapft, und letzte Woche hat Präsident Joe Biden weitere amerikanische Reserven eingesetzt, um die Treibstoffkosten zu senken.

Energie Internationale Energieagentur

Stagnierendes Wachstum:Die Russlandkrise wird das Wachstum der Gasnachfrage drastisch verlangsamen

Da die Länder nach Alternativen zu russischer Energie suchen, könnten die dauerhaften Folgen tiefgreifend sein.

Das rasche Wachstum der Erdgasnachfrage – die oft als Brückenkraftstoff für den Übergang zu kohlenstoffarmer Energie angesehen wird – wird zum Stillstand kommen. Der Verbrauch wird bis zum Ende dieses Jahrzehnts um weniger als 5 % steigen und dann bis zur Mitte des Jahrhunderts stagnieren. Selbst das Wachstum der chinesischen Gasnachfrage wird sich in diesem Jahrzehnt von den 12 % seit 2010 auf 2 % verlangsamen, da das Land auf Elektrifizierung und erneuerbare Energien umsteigt.

Die weltweite Ölnachfrage wird Mitte des nächsten Jahrzehnts einen Höchststand von 103 Millionen Barrel pro Tag erreichen – etwas später als in den jüngsten IEA-Prognosen angenommen – und dann bis 2050 „sehr sanft“ zurückgehen, so der Bericht.

Russland, das vor der aktuellen Krise der weltweit größte Exporteur fossiler Brennstoffe war, hat bisher von den 2 Billionen Dollar Gewinn profitiert, die den Produzenten zustehen. Seine zentrale Stellung auf den Weltmärkten wird jedoch drastisch zurückgehen, da die Ausfuhren von Kohlenwasserstoffen nie wieder das Niveau des letzten Jahres erreichen werden.

Der Anteil Moskaus am internationalen Gashandel wird bis zum Ende des Jahrzehnts um die Hälfte auf 15 % schrumpfen, so die Prognose der IEA. Bislang ist es dem Land gelungen, Öllieferungen von Europa nach Asien umzuleiten, doch diese Art der Substitution hat ihre Grenzen, und die Exporte werden bis zum Ende des Jahrzehnts wahrscheinlich um 25 % von derzeit 7 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen.

Schwierige Prognosen

Die globalen Energie-Märkte haben in diesem Jahr beispiellose Turbulenzen erlebt, und die Prognosen der IEA lagen manchmal daneben.

Wenige Wochen nach dem Einmarsch in der Ukraine sagte die Agentur voraus, dass die russischen Ölexporte sofort um ein Viertel einbrechen würden, da die Käufer das Land meiden würden. Dieser Vorhersage konnte Moskau trotzen, vor allem durch die Umleitung von Lieferungen an Käufer in Asien.

Die von der IEA prognostizierte Neuordnung der Energiemärkte würde bedeuten, dass die weltweiten Kohlenstoffemissionen 2025 ihren Höhepunkt erreichen, etwa fünf Jahre früher als bisher erwartet. Doch das würde nicht ausreichen, um die Welt von ihrem derzeitigen Weg in die Umweltkatastrophe abzubringen.

Während die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen bis 2050 von 37 Milliarden Tonnen auf 32 Milliarden Tonnen sinken werden, werden die weltweiten Temperaturen in diesem Jahrhundert um 2,5 Grad Celsius ansteigen – genug, um „schwere Auswirkungen des Klimawandels“ zu verursachen, warnte die IEA. Die Investitionen in saubere Energie werden nur die Hälfte der erforderlichen 4 Billionen Dollar pro Jahr erreichen.

In der Zwischenzeit trifft die Krise die Schwächsten am härtesten. Der Inflationsschock durch höhere Preise bedeutet, dass 70 Millionen Menschen, die erst seit kurzem Zugang zu Strom haben, sich diesen nicht mehr leisten können, so die IEA. Weitere 100 Millionen können sich möglicherweise keine sauberen Brennstoffe zum Kochen leisten.

Die Auswirkungen dieser Krise machen die Energiewende nur noch dringlicher, so die Agentur.

„Dies kann ein historischer Wendepunkt hin zu einem sauberen und sicheren Energiesystem sein“, so die IEA. „Die heutige Krise macht kristallklar, warum wir vorankommen müssen.“

FMW/Bloomberg

 



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

6 Kommentare

  1. Alles wird gut – irgend wann ;)
    Wenn man sich mal mit jenen, was man so als Otto-Normal-Bürger bezeichnet, über diese Themen unterhält weiß man warum’s so ist wie‘s ist. Es ist schon verdammt erstaunlich – oder eher erschreckend – wie weit man Menschen mithilfe der Politik und Medien von der Realität abbringen kann. Vielleicht ist die Erde doch ´ne Scheibe ? Wer weiß das schon ?

    1. Der Nürnberger Martin Behaim wusste das. Auf Anweisung des Rates der Stadt Nürnberg ließ er 1492-93 einen Globus anfertigen. Die Kugelgestalt der Erde war aber nichts ungewöhnliches. Das ganze Mittelalter hindurch ist die Erde als Kugel betrachtet worden. Keine einzige Quelle hat sie als Scheibe gesehen.
      Heißt also : alle wussten das !

      1. Klar, ist seid der Antike eigentlich bekannt – kam nur kurz in der Spätantike unter Druck.
        Ich hatte mal das Vergnügen auf einer Party ein Pärchen anzutreffen welches „strengst“ religiös veranlagt war, irgend ein strengerer Abkömmling von den Babtisten wenn ich mich recht entsinne.
        Das waren völlig überzeugte Scheibenerdler, unfassbar und „interessant“ zugleich – aber ich sah den Beweis das es leider nicht alle wissen ;) Es ist nicht ganz einfach dabei höflich, sachlich, ernst, etc. zu bleiben … aber ok. Von „statistischen Ausreißern“ mal abgesehen sollten es alle wissen ;)

        1. Schon Eratosthenes aus Alexandria vermaß 230 c.Chr. den Erdumfang als Kugel mit 42.500 km, also ziemlich nah am wirklichen Umfang.

  2. Ist ja schön wenn die Finanzmarktwelt so einen Artikel über die Energie bringt. Die Aussagen von Herrn Blech sind aber wahrhaftig nicht neu. Wer sie als solche ansieht hat sich die letzten Jahre nicht für Energie, deren Gewinnung und Erhalt interessiert. Fehlende allgegenwärtige Speicherbarkeit ist wirklich nicht neu. Literatur darüber und Blogs die das Thema behandeln gibt es zuhauf. Nur werden die alle als Verschwörer sofort diffamiert.
    Wäre CO2 und das zusätzliche vom Menschen erzeugte wirklich so gefährlich wie es ein Großteil der Wissenschaft behauptet (es ist immer noch eine Theorie !, und die Wissenschaft ist meistens in staatlichen Instituten beschäftigt), so würde man in vielen Ländern Kernkraftwerke bauen – vor allem in Afrika die Energie brauchen – und die neue Generation IV vielleicht sogar schon anwenden. KKW mit Thorium laufen dabei unter ferner liefen. Auch schnelle Brüter wie Russland wieder einen gebaut hat sind vielversprechend.
    Es wird immer stolz gesagt China wolle mit erneuerbaren Energien klimaneutral Strom erzeugen. Stimmt. Bis 2060 sagt China. Nur wissen wahrscheinlich die wenigsten – weil es nicht mitgeteilt wird – das China unter Erneuerbare auch die Kernkraft versteht. Das sagte vor 8 Jahren auf dem internationalem Atom Symposium in Paris der Vertreter Chinas im DLF. Und die Kernenergie wird massiv ausgebaut. Natürlich neben Kohle, weil China Energie in Mengen benötigt. Die nutzen jede Möglichkeit zur Not auch Wind und Sonne, aber vor allem Wasserkraft.
    Andere Länder wie die Türkei, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi Arabien, Bulgarien, Polen, Tschechien, Schweden, Niederlande, Ägypten bauen bzw. wollen auf Kernenergie setzen. Schweden mit seinen 6 KKW will die beiden vor 3 Jahren abgeschalteten wieder ans Netz bringen und dann neue bauen. Niederlande planen 10 Stück.
    Deutschland setzt auf Zufallsstrom, auf Angebotsorientiertheit, und schafft sich weiterhin ab.

  3. Oh mein Gott, was für ein Bullshit. China baut gigantische Speicher, selbst in Deutschland werden schon Speicher gebaut. Und sogar auf Sardinien gibt es jetzt einen neuartigen Co2 Speicher. Blöderweise braucht man noch nicht viele Speicher, denn wir haben noch zj wenig Erneuerbare

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage