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Erst 2019 Zinsanhebung in der Eurozone? Hier die aktuellen EZB-Aussichten zu Inflation + Ölpreis

Es ist ja klar: Die EZB sagt sie hält das Zinsniveau so lange im aktuellen Bereich, bis die Inflation in der Eurozone auf 2% oder in die Nähe von…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es ist ja klar: Die EZB sagt sie hält das Zinsniveau so lange im aktuellen Bereich, bis die Inflation in der Eurozone auf 2% oder in die Nähe von 2% angestiegen ist. Und wie die heute frisch veröffentlichte Prognose der EZB zeigt, erwartet man für 2017 eine Inflation von 1,3%, für 2018 1,5% und für 2019 1,7%. Dann wäre man „in der Nähe von 2%“. Natürlich gibt es viele Unwägbarkeiten, und in zwei Jahren kann einiges passieren. Aber Stand heute darf man davon ausgehen, dass die Zinsen in Euroland solange noch im negativen Bereich bleiben. Das bedeutet auch: Bei drei weiteren Zinsanhebungen in den USA im Jahr 2017 driftet die Zinsdifferenz weiter auseinander, der Euro sollte von der Grundtendenz her gegen den Dollar weiter Schwäche zeigen – zumindest basierend auf diesen Daten.

inflation
Grafik: EZB

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone soll in den nächsten drei Jahren bei 1,7% und danach jeweils bei 1,6% liegen. Die Arbeitslosenquote (real natürlich deutlich höher) soll in der Eurozone von 10% auf 8,7% sinken bis 2019. Spanien und Griechenland sollen im Jahr 2019 immer noch offizielle Quoten von 15% und 19% haben. Wenn die europäische Wirtschaft dann schon wieder so stark brummt, dass die Inflation „normal“ läuft, und dann ist die Arbeitslosigkeit immer noch so hoch, durch welche Maßnahmen will man sie dann noch weiter senken? (wir kennen die Antwort auch nicht, deswegen fragen wir Unwissenden ja auch)

Laut EZB soll schon kurz nach dem Jahreswechsel die Inflation auf 1% steigen, da die dämpfenden Effekte des niedrigen Ölpreises dann auslaufen sollten. Also in wenigen Wochen von jetzt 0,6% auf 1%, das wäre mal was… die EZB berücksichtigt also die jüngst angestiegenen Ölpreise, und geht davon aus, dass sie wohl auch über 50 Dollar bleiben werden. Zitat:

According to Eurostat’s flash estimate, euro area annual HICP inflation in November 2016 was 0.6%, up further from 0.5% in October and 0.4% in September. This reflected to a large extent an increase in annual energy inflation, while there are no signs yet of a convincing upward trend in underlying inflation. Looking ahead, on the basis of current oil futures prices, headline inflation rates are likely to pick up significantly further at the turn of the year, to rates above 1%, mainly owing to base effects in the annual rate of change of energy prices. Supported by the ECB’s monetary policy measures, the expected economic recovery and the corresponding gradual absorption of slack, inflation rates should increase further in 2018 and 2019. The December 2016 Eurosystem staff macroeconomic projections for the euro area foresee annual HICP inflation at 0.2% in 2016, 1.3% in 2017, 1.5% in 2018 and 1.7% in 2019. By comparison with the September 2016 ECB staff macroeconomic projections, the outlook for headline HICP inflation is broadly unchanged.

OPEC

Die EZB hat heute hat sich heute in einer separaten Veröffentlichung mit den jüngst gemachten Versprechen von OPEC + Nicht OPEC-Ländern befasst, bei denen es darum ging die Öl-Fördermenge zu kürzen. Um es zusammenzufassen: Die EZB sieht steigende Ölpreise, sieht aber auch weiterhin die Risiken durch die drastischen Effizienzsteigerungen der Fracking-Industrie in den USA, wodurch man dort inzwischen bei deutlich niedrigeren Ölpreisen im Break Even liegt. Zitat EZB:

The impact of the OPEC decision on future oil prices can be assessed with a wide set of models. For example, the supply reduction has been analysed through the lenses of models used by Eurosystem staff9 and with the help of a structural vector autoregression (SVAR) model of the oil market with sign restrictions, similar to the one proposed by Kilian and Murphy.10 Using these models, the oil price is forecast to increase by the end of 2017 to between 19% and 25% above the baseline projections which are based on oil future prices.

This upward scenario is however surrounded by downside risks. First, the existence of massive inventories accumulated over more than two years of excess supply may act as an additional buffer, cushioning any sudden and large oil price responses. Second, production developments in exempted OPEC members may partially offset the supply. Third, the potential endogenous reaction of non-OPEC supply may cap the oil price response. In particular, the structural modifications brought about by the US shale revolution reduced extraction costs for shale to levels below those of other non-conventional oil producers, a change that is likely to affect the equilibrium price of oil.

opec
Grafik: EZB

Diese Grafik zeigt sehr anschaulich die Kürzungszusagen der einzelnen Länder von insgesamt -1,8 Millionen Barrels pro Tag, und oben drauf die kleine Zusage der OPEC an den Iran, dass man dort ein klein wenig mehr fördern darf.

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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