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Erzeugerpreise mit Rekord – Inflation – Druck auf EZB – Expertenaussagen

Die Erzeugerpreise zeigen einen erneuten Rekordanstieg. Steigt die Inflation also weiter? Die EZB ist unter Druck. Hier aktuelle Expertenaussagen.

Brennender Geldschein als Symbol für Inflation

Heute früh wurden für Deutschland die Erzeugerpreise für den Monat April mit 33,5 Prozent Steigerung im Jahresvergleich veröffentlicht. Nach März war das erneut der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1949. Was kann man daraus schlussfolgern? Erzeugerpreise, Importpreise und Großhandelspreise (ebenfalls Rekordanstieg) sind sozusagen Vorlaufindikatoren für die Verbraucherpreise, die ganz am Ende der Preiskette stehen. Steigen also diese Vorlaufpreise so stark an, darf man erwarten, dass die Inflation letzten Endes auch noch weiter steigen wird? Dazu haben Experten aktuell diese frisch präsentierten Erzeugerpreise analysiert, und eine Aussicht für die Inflation (aktuell 7,4 Prozent) und die möglicherweise anstehende Reaktion der EZB gegeben.

Blick auf die Erzeugerpreise

Laut den Experten der Commerzbank war nicht nur der Anstieg der Erzeugerpreise im Jahresvergleich beeindruckend – auch die Dynamik von Monat zu Monat hat ihrer Aussage nach zuletzt eher noch zugenommen. So haben die saisonbereinigten Preise im Durchschnitt der vergangenen drei Monate pro Monat um 3 Prozent zugelegt. Nur Ende des vergangenen Jahres war die Dynamik etwas höher. Ohne die Energiepreise, die weiter ein starker Treiber des Anstiegs sind, belief sich das Plus im Durchschnitt der vergangenen drei Monate auf sehr hohe 2,0 Prozent. Auch bei einem Blick auf die einzelnen Untergruppen finden sich ihrer Aussage nach keine Anzeichen für ein Nachlassen des Inflationsdrucks. So hat auch die Vorjahresrate bei den Preisen von Vorleistungsgütern mit 26,0 Prozent ein neues Hoch markiert. Gleiches gilt für die ihnen eher nachlaufenden Konsumgüter (inklusive Autos +9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Inflation flacht sich noch nicht ab – Druck auf EZB

Damit senden die heutigen Zahlen zu den Erzeugerpreisen laut den Experten der Commerzbank ein klares Signal. Der kräftige Preisanstieg ist noch lange nicht vorbei. Bei den Verbraucherpreisen mögen die gerade beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung (insbesondere die Senkung der Steuer auf Kraftstoffe und das 9 Euro-Bahnticket) die Vorjahresrate zwar in den kommenden Monaten vorübergehend drücken. Man könne aber befürchten, dass auch bei den Verbraucherpreisen zumindest die Kernrate den Hochpunkt noch lange nicht erreicht hat. Der unterliegende Preisdruck werde aber eher noch weiter zunehmen. Der Druck auf die EZB, ihre Geldpolitik schnell zumindest zu normalisieren, nehme aber weiter zu.



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