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Devisen

Euro oder US-Dollar – wer darf abwerten? Die Zahlenschlacht – Erzeugerpreise vs ISM

Claudio Kummerfeld

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Meine Güte, es geht aber rund diese Woche mit Wirtschaftsdaten, die verschiedene Märkte kräftig beeinflussen. Die ISM-Daten für das produzierende Gewerbe in den USA hatten Aktien (Dow -400 Punkte), Öl und US-Dollar deutlich fallen lassen. Denn der ISM zeigte, dass die US-Konjunktur wohl doch schwächer läuft als gedacht. Und heute um 16 Uhr deutscher Zeit (wir werden berichten) meldet ISM den Indexstand für den Dienstleistungssektor. Der ganze Markt schaut heute auf diese Zahl. Fällt auch diese Zahl schwach aus, könnte der US-Dollar weiter abwerten gegen den Euro, und die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinssenkungen in den USA würde zunehmen.

Heute Vormittag haben die Statistiker von Eurostat für die Eurozone die Erzeugerpreise für den Monat August veröffentlicht. Sie sind im Jahresvergleich um 0,8% rückläufig. Monat für Monat hatten sie sich zuletzt abgeschwächt, um jetzt sogar deflationär zu werden. Auch zahlreiche andere Indikatoren für die letztliche Inflation in Euroland deuten immer mehr darauf hin, dass sie sich noch weiter abschwächt. Nun gehen auch die Erzeugerpreise ins Minus. Ab 11 Uhr hatte der Euro gegen den US-Dollar zügig 20 Pips verloren. Da ist nicht die Welt. Aber der Move zeigte, dass der Euro bereit war mit Abwertung zu reagieren auf ein Szenario, das für die Eurozone tendenziell auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik hindeutet. Es ist ja klar, dass der ISM-Index heute dramatisch wichtiger sein wird als die Erzeugerpreise für die Eurozone. Aber sie gaben vorhin einen Hinweis, dass auch der Euro in den Startlöchern steht weiter abzuwerten.

Euro oder Dollar? Wer darf abwerten?
Wer darf abwerten? Euro oder USD? Foto: pixabay / qimono

Tja, und nun wartet der ganze Kapitalmarkt auf heute 16 Uhr. Sind auch die ISM-Dienstleistungsdaten schwächer als erwartet nach den ISM-Gewerbedaten von vorgestern, dann wird Euro vs US-Dollar wohl weiter steigen. Dann gewinnt der US-Dollar bei der Frage, wer denn nun dank schwacher Konjunkturdaten abwerten darf. Zum Thema Fed und Gold hat Hans Zipfel gerade erst einen interessanten Artikel verfasst. Die Chance auf weiter fallende Zinsen in den USA steht nicht mal schlecht. Klicken Sie dazu einfach an dieser Stelle.

Monatelange Abwertung im Euro

Schauen wir mal auf den folgenden Chart. Er zeigt Euro vs USD seit Ende Juni. Weil die Konjunktur in den USA noch gut läuft, und in Euroland schon recht mies, und weil die Lockerung der EZB mehr im Fokus stand, gab es eine lang anhaltende Abwertung des Euro, auch wenn es „nur“ 4 Cent waren. Im Devisenhandel sind das aber schon Welten! Die letzten kleinen grünen Balken im Chart zeigen die aktuelle Euro-Aufwertung (Dollar-Abwertung) dank der schwachen ISM-Daten vom Dienstag. Also, nun haben wir es aber oft genug erwähnt in diesem und in vorigen Artikeln. Heute Achtung 16 Uhr, ISM-Daten für Dienstleistungen in den USA!

Euro vs US-Dollar in den letzten Monaten

Erzeugerpreise helfen dem Euro bei der Abwertung

Erzeugerpreise Eurozone seit 2010:

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Devisen

Türkische Lira steigt weiter – Zinsen und US-Dollar helfen

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira steigt dieser Tage immer weiter an. Zuletzt berichteten wir am Montag über die weiter steigende Inflation in der Türkei. Sie stieg von November auf Dezember von 14,03 Prozent auf 14,60 Prozent. Dennoch blieb die Lira robust. Und sie steigt bis heute weiter an. Dies liegt an der offenbar nachhaltigen Wirkung der letzten Zinsanhebung der türkischen Zentralbank vom 24. Dezember 2020. Insgesamt stieg der Leitzins in der Türkei seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent. Damit liegt er nun spürbar über der Inflationsrate.

Folglich werden Geldanlagen in der Türkei für ausländische Anleger wieder attraktiver. Und aktuelle Berichte zeigen, dass wirklich wieder Geld in die Türkei fließt. Dies stärkt natürlich die türkische Lira. Es gab im November und Dezember von ausländischen Finanzinstitutionen einen Zufluss in türkische Aktien und Anleihen in Höhe von 3,9 Milliarden Dollar.

Türkische Lira wertet seit November auf

Auch muss man sehen, dass der US-Dollar seit einiger Zeit klar im Abwärtstrend ist, auch wenn er sich heute etwas erholen kann. Die Dollar-Schwäche und die kräftige Zinsanhebung in der Türkei helfen derzeit dabei die türkische Lira nach oben zu pushen. Seit November hat der US-Dollar gegen die türkische Lira verloren von 8,57 bis auf 7,23 heute früh (aktuell 7,32). Wie gesagt, ganz aktuell steigt der Dollar-Index – also eine eigenständige Dollar-Stärke, welche die Lira schwächt. Aber die große Bewegung seit zwei Monaten zeigt klar eine Lira-Stärke! Jetzt kann man, wenn man denn auf eine weiter steigende türkische Lira setzt, nur noch hoffen, dass Präsident Erdogan nicht nach einigen Wochen wieder auf Zinssenkungen drängt, und dass der Leitzins weiter hoch bleibt – damit die Lira-Aufwertung sich verfestigen kann.

Im ganz großen Bild (Chart USDTRY seit dem Jahr 2011), da erkennt man wie desaströs die Abwertung für die türkische Lira in den letzten Jahren war. Denn vor zehn Jahren musste man für 1 Dollar weniger als 2 Lira aufbringen – heute sind es wie gesagt 7,32 Lira. Die aktuelle Aufwertung der türkischen Währung sieht man im Chart nur ganz am Ende als noch überschaubaren Rückfall im USDTRY.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira seit 2011

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Devisen

Goldpreis und US-Dollar: Wette auf Senatssieg für Demokraten

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Adler und US-Dollar

Der US-Dollar fällt aktuell weiter nach unten, der Goldpreis steigt weiter an. Im Chart sehen wir seit dem 28. Dezember den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar in Form des Dollar-Index. Gold steigt seit Silvester bis jetzt auf einen neuen Höchststand von 1.955 Dollar. Der Dollar-Index notiert mit einem Indexstand von 89,29 Punkten auf den tiefsten Niveau seit April 2018. Seit gestern ist er erneut ein Stück abgerutscht.

Goldpreis und US-Dollar mit Blick auf Wahl in Georgia

Daraus kann man ablesen, dass die Spekulanten derzeit an einen Wahlsieg der Demokraten in Georgia glauben (hier der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann), womit die Sitze im Senat in Washington DC exakt gleich aufgeteilt würden, wodurch wiederum die neue Vizepräsidentin Harris den Ausschlag geben würde. Damit könnte Joe Biden in der Theorie durchregieren, auch wenn die Mehrheit nur hauchdünn ist. Noch ist die Wahl nicht entschieden, aber die Tendenzen deuten auf einen Sieg der Demokraten hin! Dieses Szenario zeigt eine weitere kräftige Staatsverschuldung für die USA.

Dies würde weiter schwächend auf den US-Dollar wirken, und somit stärkend auf alles, was in US-Dollar gehandelt wird – somit also auch für den Goldpreis. Das Edelmetall könnte auch im Sinne des „Fluchthafens“ vor Inflation dann wieder attraktiver werden, weil die Inflation in den USA zunehmen könnte – denn die Fed will bei steigenden Preisen erstmal nicht eingreifen.

Aber der Wahlausgang in Georgia ist auf der Kippe. Sollte eine der beiden Stimmen doch den Republikanern zufallen, könnte der US-Dollar womöglich plötzlich ansteigen, und der Goldpreis zurückfallen. Also, wir müssen heute im Tagesverlauf genau auf das Ergebnis aus Georgia schauen, wenn es denn heute schon verkündet werden kann.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis gegen den US-Dollar

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Türkische Lira robust, obwohl die Inflation in der Türkei weiter anzieht

Claudio Kummerfeld

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Türkei Flagge

Die türkische Lira zeigt sich heute robust. Das ist für Lira-Bullen endlich mal eine positive Nachricht. Denn heute hat das türkische Statistikamt Daten zur Inflation im Dezember veröffentlicht. Die Verbraucherpreise in der Türkei stiegen im Jahresvergleich um 14,60 Prozent, während die Steigerungsrate im November noch bei 14,03 Prozent gelegen hatte. Da müsste die Lira jetzt eigentlich Schwäche zeigen?

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Nein, diesmal nicht. Denn wir schauen zurück auf letzte Woche. Wir berichteten über die am Heiligabend durchgeführte zweite Zinsanhebung der türkischen Zentralbank. Der Leitzins in der Türkei steigt somit seit dem 19. November von 10,25 Prozent auf satte 17 Prozent an. Aber so schnell kann der höhere Leitzins natürlich nicht wirken, und bremsend auf die Verbraucherpreise einwirken. Von daher sollte man wohl noch ein, zwei Monate schauen, ob sich da was tut?

Die Zentralbank in Ankara hat endlich geliefert, und auch von der politischen Seite kommen von Präsident Erdogan derzeit kaum bis gar keine Aussagen, die quer schießen und somit die Autorität der Zentralbanker in Frage stellen. Und so ist die türkische Lira in diesem Umfeld in den letzten Tagen gut gestiegen. US-Dollar vs Lira fiel seit Heiligabend von 7,64 auf aktuell 7,36. Seit Anfang November ist es ein Rückgang von 8,50. Also: Nach jahrelanger brutaler Abwertung scheint die türkische Lira derzeit wirklich Kraft zu tanken, dank der auch ziemlich kraftvollen Zinsanhebung deutlich über die Inflationsrate von jetzt 14,60 Prozent. Im Chart sehen wir seit Anfang 2020 den Verlauf von US-Dollar gegen türkische Lira. Man sieht den deutlichen Rückgang seit November, also somit eine ansteigende Lira.

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Anfang 2020

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