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Nächster Short-Squeeze? Euro-Rallye: US-Inflationsdaten als Bewährungsprobe

Euro-Rallye: US-Inflationsdaten als Bewährungsprobe

Seit der stärksten Zinsanhebung in der Geschichte der EZB befindet sich der Euro gegenüber dem US-Dollar auf Erholungskurs. Die Parität wurde zuletzt wieder überschritten – aktuell notiert der Kurs bei 1,0168 USD. Damit hat sich der Euro seit den Zwei-Dekaden-Tiefstständen in der Vorwoche rund 3 Prozent erholt. Ein fallender Dollar-Index sowie die Erwartung eines Rückgangs der Inflation in den USA beflügeln derzeit die Erholungsrally.

Um 14:30 Uhr werden die US-Verbraucherpreise für August veröffentlicht. Sowohl der Markt als auch die Analysten erwarten einen erneuten Rückgang der Inflationsrate auf 8,1 Prozent (vorher 8,5 %). Damit verdichtet sich das Szenario, dass die Inflation in den USA den Höhepunkt bereits im Juni erreicht hat. Der Euro könnte weiteren Aufwind erhalten, wenn die US-Inflation heute niedriger ausfällt als erwartet.

Indikatoren deuten auf einen weiteren Rückgang des Dollars hin

Laut Bloomberg deuten die Optionsmärkte darauf hin, dass die Rally nach dem Zinsentscheid der EZB mehr Spielraum hat. Ein Rückgang der US-Inflation stellt nämlich das Narrativ der jüngsten Dollar-Stärke infrage. Diese Einschätzung ist der Grund für den jüngsten Rückzug des Greenback gegenüber seinen wichtigsten Konkurrenten. Der Dollar-Index büßte von seinem Hochpunkt am vergangenen Mittwoch (110,78) bereits 2,68 Prozent ein und es ist noch kein Ende der Korrektur in Sicht.

Die beigefügte Bloomberg-Grafik zeigt ein Barometer für die Marktpositionierung und -stimmung. Hier ist deutlich zu erkennen, dass die Händler jetzt weniger pessimistisch gegenüber dem Euro sind. Die Verschiebung spiegelt auch die aggressive Haltung der Europäischen Zentralbank und den Rückgang der Gaspreise von ihren Höchstständen wider. Die Euro-Dollar-Volatilität liegt über Nacht bei etwa 20 %, sodass eine schwache Inflationszahl aus den USA das Potenzial hat, die Euro-Rallye voranzutreiben.

Euro Positionierung weniger bärisch nach EZB-Zinsentscheid

Euro-Optionen deuten auf ein geringeres kurzfristiges Abwärtsrisiko für die Währung

Euro: Inflationsdaten wichtig für die weitere Entwicklung

Der jüngste Rückgang des Dollars ist allerdings eher darauf zurückzuführen, dass Anleger nach dem massiven Anstieg ihre Chips vom Tisch nehmen. Der Dollar-Index ist während seiner Rally auf ein 20-Jahreshoch heiß gelaufen. Zudem hat die EZB mit dem Jumbo-Zinsschritt von 75 Basispunkten ein Zeichen gesetzt. Laut Bloomberg spielt die Positionierung der Options-Händler eine wichtige Rolle für den kurzfristigen Verlauf beim Euro-Dollar. In der beigefügten Grafik sehen Sie, dass die Euro-Optionen auf ein geringeres kurzfristiges Abwärtsrisiko für die Währung hindeuten. Ein weiterer Short-Squeeze könnte folgen, wenn der Euro die Marke von 1,0200 USD überwindet und damit über die Abwärtstrendlinie ausbricht.

Euro-Dollar: Ausbruch über fallende Trendlinie? Rückgang US-Inflation

FMW/Bloomberg

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