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Löhne werden steigen, um Preissteigerungen auszugleichen EZB: Inflation bleibt trotz fallender Energiepreise hoch

Lane EZB Inflation Energie

Viel zu lange hat die EZB die Inflation unterschätzt – aber spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs und den dadurch noch stärker explodierernden Kosten für Energie schaltete die Notenbank in den Panik-Modus und hob die Zinsen in großen Schritten an. Das soll erst einmal so weiter gehen – bis in den Sommer will die EZB mit wohl erneut großen Zinsschritten die Inflation weiter bekämpfen, obwohl die Preise für Energie seit August 2022 im Sinkflug sind. Aber der Preisdruck dürfte dennoch weiter hoch bleiben, weil die Löhne in der Eurozone weiter anziehen dürften, um die Kaufkraftverluste der Menschen zu kompensieren, fürchtet EZB-Chefvolkswirt Lane.

EZB-Chefvolkswirt Lane: Fallende Preise für Energie bringen Inflation nicht deutlich nach unten

Auch wenn die in die Höhe geschnellten Kosten für Energie allmählich nachlassen, dürfte nach Ansicht des Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank der Preisdruck im Euroraum hoch bleiben, wie Bloomberg berichtet.

“Dies ist kein Indikator für die Inflationsdynamik insgesamt”, sagte Philip Lane am Freitag auf einer Podiumsdiskussion in New Orleans. Der ursprüngliche Energieschock infolge des russischen Krieges in der Ukraine und die Auswirkungen der Pandemie werden sich noch “in den nächsten zwei oder drei Jahren” in den Löhnen niederschlagen.

Im Dezember hat sich die Inflation in der Eurozone auf 9,2% verlangsamt und damit stärker abgenommen als Ökonomen vorhergesagt hatten. Für Entspannung sorgte der Energiesektor. Die Kerninflation erreichte indessen den Rekordwert von 5,2%, wie die am Freitag vorgelegten Daten zeigten.

EZB Lane Inflation

Inflation in der Eurozone wieder einstellig, aber Kernrate mit neuem Rekord

Inflation bleibt hoch, weil Löhne nachziehen werden

Da die Lohnerhöhungen bisher hinter diesen Preissteigerungen zurückgeblieben sind, klaffe nun eine Lücke, die “die Inflation in den nächsten Jahren unter Druck halten wird”, so Lane.

Wenn die Verlangsamung der Energiekosten jedoch weitergeht, sollte dies im Laufe der Zeit zu “weniger Druck auf die Lebensmittelinflation und weniger Druck auf die Kerninflation” führen, so Lane. “Wir sollten das anerkennen, doch wir sollten natürlich auch die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Energiepreise berücksichtigen.”

Die EZB hat die Zinsen im vergangenen Jahr um 250 Basispunkte heraufgesetzt und weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Simulationen zeigen laut Lane, dass das derzeitige Zinsniveau nicht ausreicht, um die Inflation zeitnah auf das 2%-Ziel zu drücken.

Die EZB stehe zu ihrer Forward Guidance, so Lane. Die künftigen Zinsentscheidungen hingen jedoch angesichts der bestehenden Unsicherheiten von der Entwicklung der eingehenden Daten ab.

FMW/Bloomberg

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2 Kommentare

  1. „Große Worte statt großer Zinsschritte“ wäre die bessere Überschrift gewesen

    Angesichts der Verschuldung können die Zentralbanken die Zinsen nicht so stark erhöhen und schon gar nicht die Bilanzen signifikant reduzieren wie sie es tatsächlich müssten um die Inflation nachhaltig(!) zu reduzieren.

    Es wird schon sehr bald zu einer massiven Rezession kommen (diese ist schon unterwegs). Dann fehlt nur noch ein Großereignis wie 2020 damit die Zentralbanken erneute Anleihekäufe mit vertretbarem Gesichtsverlust rechtfertigen können.

    Wir sind gespannt darauf was sie sich dieses Mal einfallen lassen.

    Im letzten Akt verfallen die Papierwährungen dann exponentiell. Davor gilt es für die Elite dringend ein digitales Zwangsgeld inkl. Verhaltenskontrolle für die Bürger zu etablieren. Ein grüner Farbanstrich soll hier den wahren Zweck der Sache zu verschleiern helfen.

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