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Fusion Deutsche Bank mit Commerzbank notwendig und alternativlos? Warum es eigentlich nicht so kommen dürfte

Claudio Kummerfeld

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am

Deutsche Bank und Commerzbank sind beide immer noch geschwächt durch die jahrelange Misswirtschaft ihrer Manager und die Folgen der Finanzkrise. Es geht einfach nichts voran. Dem Desaster entfliehen durch pure Größe, das ist ja oft die Lösung. Mehr Masse, mehr Menge, dazu noch Senkung „überflüssiger Kosten“ (Mitarbeiter und Filialen), dann wird man endlich so richtig profitabel.

So einfach geht die Rechnung. Sind das die Mechanismen, die man in jahrelanger Anwesenheit auf „Business Schools“ erlernt? Na ja… jedenfalls fordert diese Woche die angesehene Elite des deutschen Finanzjournalismus geschlossen die Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank. Laut Handelsblatt ist diese Fusion sogar alternativlos. Für die FAZ wäre die Fusion sinnvoll, und die WiWo bezeichnet sie als zwingend notwendig.

Warum zwei große Schrotthaufen, die man übereinander stapelt, ein schönes Rosenbeet ergeben sollen, erschließt sich uns nicht, aber gut. Und nein, wir wollen die beiden Banken natürlich nicht pauschal als Schrotthaufen bezeichnen, Gott bewahre! Es ging natürlich nur um einem einfachen simplen Vergleich. Gewiss, Kosten könnten gespart werden. Aber welche tollen Synergien und Schübe beim Gewinn hatte man sich nicht schon erhofft, als die Deutsche Bank die Postbank kaufte, und als die CoBa die Dresdner kaufte! Was daraus wurde, ist ja bekannt.

Kommt die Fusion?

Seit Jahren war diese Mega-Fusion immer nur ein Gedankenspiel. Was für so eine Fusion spricht: Angela Merkel würde sicher ihr ganzes politisches Gewicht in den Ring werfen, damit sie zustande kommt. Denn wie in jedem Land will die Politik auch hierzulande „Nationale Champions“ in der Wirtschaft haben. Das konnte man schon bei der Lufthansa sehen, wo die Politik ihr allergrößtes Wohlwollen zeigte beim Ausschlachten von Air Berlin durch die Lufthansa.

Aber eigentlich gibt es da ein großes Problem. Diese „lästigen“ Kartellwächter. Im Privatkundenmarkt könnten Merkel und Sewing argumentieren, dass es auch nach dieser Mega-Fusion doch all die ganzen Sparkassen und Volksbanken gibt, dazu die ING Diba, n26, Hypovereinsbank uvm. Da lässt sich gut argumentieren, dass der Privatkunde immer noch genug Vielfalt und Auswahl hat, wo er sein Girokonto führt. Genug Anbieter wären immer noch vorhanden um eine Art gesunden Wettbewerb um den Privatkunden darzustellen.

Aber im Firmenkundengeschäft, da wird es kartelltechnisch mehr als eng. Die Commerzbank gilt als die Mittelstandsbank in Sachen mittelgroße und große Finanzierungen. Und die Deutsche Bank gilt als die Bank der Konzerne, gerade in Sachen Exportfinanzierung und Transaktionen. Durch diese Fusion könnte es nun wirklich ein Problem werden, dass diese Segmente quasi von einem Mega-Monopolisten bedient werden, ohne echte Alternative für die Kunden. Wie sollen die Kartellwächter darüber hinwegsehen? Da gäbe es nur eine Chance… ein Anruf durch Mutti wischt alle Bedenken bei Seite?

Deutsche Bank Hochhäuser
Die Deutsche Bank-Türme in Frankfurt. Foto: Nordenfan / Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Kritisch

    14. September 2018 11:03 at 11:03

    Warum glauben eigentlich so viele, dass wenn sich 2 sterbenskranke in ein gemeinsames Bett legen, ein Gesunder daraus aufersteht?

  2. Avatar

    Beobachter

    14. September 2018 11:34 at 11:34

    @Kritisch, einverstanden. Vielleicht kann man den Stellenabbau der dann gemacht wird eher rechtfertigen.
    Aber man könnte doch auch die beiden angeschlagenen Banken sanieren.
    Nein, es herrscht doch immer noch der Grössenwahnsinn in der Wirtschaft.
    Bayer ist doch mit der Übernahme von Monsanto auch viel grösser u.besser geworden ! !

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen und Inflation

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. IBM und Intel werden heute Abend ihre Quartalszahlen veröffentlichen – sie werden von ihm vorab besprochen. Auch das Thema Inflation ist auf der Tagesordnung.

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