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Markt hofft auf Lösung der Energiekrise Gaspreis fällt weiter deutlich! Erwartung von Brüsseler Interventionen

Der Terminmarkt hofft auf eine Lösung der Energiekrise. Der Gaspreis an der Börse fällt auch heute deutlich. Die aktuelle Lage.

Gas-Herd

Gaspreis und Strompreis waren an den Terminbörsen bereits letzte Woche spürbar gefallen. Erkennt man da eine leise Hoffnung für die Endkundenpreise auf mittlere und lange Sicht? Noch nicht zu früh freuen bitte! Zwar versuchen die Mitgliedsstaaten in der EU derzeit auf Einzelstaaten-Ebene sowie auf EU-Ebene die Energiekrise und die hohen Preise zu bekämpfen – aber noch fehlt das schlüssige Gesamtkonzept. Im Augenblick aber geht der Abverkauf bei Gas weiter, der Gaspreis fällt. Die Börsianer sehen also offenbar Licht am Ende des Tunnels?

Bloomberg schreibt dazu aktuell: Die europäischen Erdgaspreise setzen ihren Preisverfall fort. Händler an den Energiebörsen preisen die Erwartung ein, dass die Europäische Union in beispielloser Weise in den Markt eingreifen könnte, um die Energiekrise auf dem Kontinent in den Griff zu bekommen. Der Gaspreis (Niederländische Benchmark-Futures Dutch TTF) fällt gegenüber Freitag Abend aktuell um 7,5 Prozent auf 191,50 Euro je Megawattstunde, womit die Preise aber immer noch etwa achtmal so hoch sind wie für die Jahreszeit üblich. Die Analysten von Goldman Sachs erwarten, dass sich die Preise im ersten Quartal des nächsten Jahres vom aktuellen Niveau halbieren werden.

Die Energieminister der Europäischen Union forderten am Freitag dringende Maßnahmen, um den hohen Gaspreis zu dämpfen und den Markt mit Liquidität zu versorgen. Es wird erwartet, dass EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch konkrete Schritte vorstellt.

Verlauf im Gaspreis Dutch TTF an der Terminbörse in den letzten 12 Monaten

Wie ein Deckel für den Gaspreis gestaltet werden sollte, darüber sind sich die Mitgliedsländer der EU laut Bloomberg allerdings uneins. Zu unterschiedlich sind Bedarf, Energiemix und Lieferquellen. Die Idee einer breiten Preisobergrenze – für alle Importe, nicht nur für die aus Russland – wurde am Freitag nur andiskutiert und zur Weiteren Ausarbeitung vertagt. Auch zu verbindlichen Einsparzielen gab es keine Einigung.

Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die hohen Speicherstände zu Beginn der Saison überdurchschnittliche Entnahmen ermöglichen werden, so dass die Reservoirs bis Ende März immer noch zu über 20% gefüllt sein werden. “Vor diesem Hintergrund wird das Gefühl der Dringlichkeit, die Nachfrage zu zerstören, allmählich einem Gefühl der Markterleichterung Platz machen, wonach wir den Winter überstanden haben”, so die Analysten, die im ersten Quartal Preise von unter 100 Euro je Megawattstunde erwarten.

FMW-Kommentar: Die Gasspeicher-Stände füllen sich weiterhin, während Russland kein Gas mehr über Nord Stream liefert. Der Gasverbrauch in Europa geht wohl vor allem deswegen zurück, weil derzeit viele energieintensive Betriebe (siehe Herstellung von Aluminium und Stahl) eben wegen hohem Gaspreis und Strompreis ihre Produktion reduzieren, oder den Betrieb gleich ganz einstellen. Auch mag es einen gewissen Effekt geben, dass Verbraucher im Staats- und Privatbereich versuchen Energie einzusparen. Aber noch ist die Energiekrise nicht überstanden. Der Winter steht bevor, und viele Variablen sind noch unklar, wie etwa die fehlenden Produktionsmengen beim Strom in Frankreich, aufgrund zahlreicher abgeschalteter Atomkraftwerke.

FMW/Bloomberg



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