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Kleiner Lichtblick in der Energiekrise? Gasspeicher: Auffüllung erstaunlich erfolgreich – wichtige Faktoren

Die Auffüllung der Gasspeicher in Deutschland läuft auch jüngst erstaunlich erfolgreich. Hier aktuelle Daten und wichtige Faktoren.

Gasspeicher in Rehden

Die Gasspeicher in Deutschland füllen sich weiter. Laut aktuellsten Daten von „Gas Infrastructure Europe“ waren es am 17. September (immer zwei Tage verzögert) 89,67 Prozent. Anfang September waren es noch 84,53 Prozent. Und trotz der seit dem 31. August komplett stillgelegten Lieferung von Gas über die Pipeline Nord Stream 1 aus Russland sind die Füllstände seitdem jeden Tag ohne Ausnahme weiter angestiegen.

Gasspeicher füllen sich – jüngst erstaunliche Entwicklung mit Blick auf größten Speicher Rehden

Letzte Woche Donnerstag berichteten wir bereits über die Wartung von Deutschlands größtem Gasspeicher in Rehden. Laut Bundesnetzagentur und dem Anbieter Astora werden daher vom 12. September bis zum 24. September keinerlei Gasmengen ein- oder ausgespeichert. Dies zeigen auch die Detailangaben von Gas Infrastructure Europe. Seit dem 12. September gibt es Null Erhöhung der Gasspeicher-Menge in Rehden.

Und wie es letzte Woche Klaus Müller von der Bundesnetzagentur erwähnte: Eben diese Wartung in Rehden würde sich negativ auf den bundesweiten Durchschnitt beim täglichen Anwachsen der Gasspeicher-Füllstände auswirken. Und ja, am 12/13/14. und 15. September füllten sich die Gasspeicher „nur“ um 0,16, 0,16, 0,13 und 0,18 Prozentpunkte. Aber nun am 16. und 17. September sieht man einen Anstieg der Füllstände um 0,29 und 0,34 Prozentpunkte. Und das, obwohl die Wartung in Rehden noch bis zum 24. September anhält. Das ist schone eine erstaunlich positive Entwicklung. Nun ist man nur noch 5 Prozentpunkte entfernt vom 95 Prozent-Ziel, welches vom Bundeswirtschaftsministerium vorgegeben wurde für den 1. November.

Sonstige Faktoren

Laut Aussage der Bundesnetzagentur finden im September zahlreiche Wartungsarbeiten an der europäischen Gasinfrastruktur statt, etwa in Belgien und Norwegen. Nach Einschätzung der Bundesnetzagentur (u.a. basierend auf Angaben der Marktbeteiligten) sind diese Wartungsarbeiten für die Versorgungssicherheit in Deutschland aber nicht relevant. Was noch relevant für die Gasspeicher-Füllstände sein könnte? So langsam beginnt die Heizperiode, und inzwischen sollten bereits Millionen Verbraucher begonnen haben ihre Heizungen ein wenig aufzudrehen. Nicht nur das, sondern auch die seit dem 8. September rückläufigen Lieferungen von Flüssiggas in die EU (laut Bruegel) sind eigentlich Faktoren, die gegen die derzeit so rasche Zunahme der Füllstände der Gasspeicher sprechen. Allerdings gab es für Flüssiggas nach dem 13. September noch keine neuen Daten.

Man könnte auch auf die Verbrauchsseite blicken und vermuten, dass der Gasverbrauch in Deutschland zuletzt spürbar sinkt. Wenn man auf die zahlreichen Schließungen (ganz oder teilweise) bei energieintensiven Industriebetrieben schaut, dann kann ein spürbar sinkender Gasverbrauch auch ein wichtiger Faktor sein, der es derzeit möglich macht die Gasspeicher weiterhin so gut zu füllen. Und das wäre – wie ich es letzte Woche schrieb – ein ziemlich glanzloser Erfolg, der nur darauf beruht, dass wichtige Industriebetriebe nur deswegen weniger Gas verbrauchen, weil sich die Produktion bei den hohen Preisen nicht mehr rechnet.

Gaspreis fällt deutlich

Auch wenn das grundsätzliche Preisniveau extrem hoch ist im Vergleich zu den letzten Jahren: Der Gaspreis fällt. Am Terminmarkt zeigt sich Gas (europäischer TTF-Terminkontrakt) bereits seit Tagen extrem volatil. Tagelang abgestürzt von 330 auf 182 Euro, und dann letzte Woche wieder schnell bergauf bis auf 244 Euro, so ging es Freitag und heute wieder kräftig bergab auf aktuell 182 Euro. Die sich nicht nur in Deutschland, sondern auch europaweit relativ gut füllenden Gasspeicher dürften mit dazu beitragen, dass der Terminmarkt-Gaspreis derzeit so gut fallen kann.



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