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Glaube nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast? Ein aktuelles Beispiel aus dem italienischen Schuldenuniversum

In Italien ist alles ganz schlimm? Noch letztes Jahr kursierten Zahlen von angeblich 200 oder sogar 300 Milliarden Euro an Schrottkrediten in den Bilanzen italienischer Banken. Aber man muss erst einmal zugeben, dass sich letztes Jahr einiges...

FMW-Redaktion

In Italien ist alles ganz schlimm? Noch letztes Jahr kursierten Zahlen von angeblich 200 oder sogar 300 Milliarden Euro an Schrottkrediten in den Bilanzen italienischer Banken. Aber man muss erst einmal zugeben, dass sich letztes Jahr einiges getan hat. Die größte Bank des Landes UniCredit hatte Ende 2017 große Brocken von Schrottkrediten (NPL) abgestoßen. Auch konnten kaputte Banken wie Monte dei Paschi sowie kleinere Regionalbanken (die Venetia-Banken) durch die frische Zufuhr von Steuergeldern aus Rom aufgefrischt werden.

So kann man auch die Schrottkredite loswerden. Wertlos ausbuchen, und die Verluste durch Steuergelder ausgleichen. Die UniCredit hat das wenigstens aus eigener Kraft geschafft. By the way… sie steht vor allem gut da aufgrund ihrer deutschen Tochter „HypoVereinsbank“, von der man Geld absaugt. Jetzt lohnt es sich, dass die Italiener einst in Bayern zukauften! Aber wir kommen langsam vom Thema ab.

Gestern berichteten wir über die aktuellste EU-Veröffentlichung (EU-Kommission + EZB), wonach beispielsweise in Italien der Anteil der Schrottkredite (NPL) an allen Krediten Ende des 2. Quartals 2017 bei 12,2% lag (linke Seite der Grafik).


Grafik: EU-Kommission / EZB

Ebenfalls aus dieser Woche liegt uns aber eine aktuelle Veröffentlichung des italienischen Bankenverbandes vor. Der Verband schreibt, dass man sich auf Daten der italienischen Zentralbank beziehe. Demnach liege der prozentuale Satz der NPL in Italien Ende des 2. Quartals 2017 bei nur 4,08%. Also was denn nun, 12,2% oder 4,08%? Woher entnimmt dann die EZB ihre Daten? Nicht von der italienischen Zentralbank, die ja auch Teil des Eurosystems ist, sozusagen als ausführendes Organ der EZB vor Ort?

Wir hatten gestern extra noch darauf hingewiesen, ob man den Zahlen aus Brüssel denn glauben könne, mit den schönen Rückgängen bei den NPL´s in ganz Europa. Nun wirft sich erneut die Frage nach der Glaubwürdigkeit auf, zwischen den EU-Daten und denen aus Italien.


© European Union, 2017 / Photo: Mauro Bottaro



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3 Kommentare

  1. Ist doch alles klar: Alles wird gut.
    Die Welt ist ein Würfel und die Sonne geht abends auf.
    Einstein sagte mal recht deftig:

    Das faß ich mir an den Arsch.
    Mein Kopf ist mir zu schade dazu.

  2. Was richtig Sache ist, erfahren wir wohl nie…wie auch die faulen Kredire von EU-Banlen knapp 1 Billion betragen sollen…andere sprechen vpn 2 Billionen,eher leicht darüber. Fakt ist ja immer, es wird ALLES besser dargestellt als es in der Realität ist….wie in der täglichen Werbung :-)

  3. Womöglich ist es auch keine Verschwörung der bösen-bösen Banken, sondern lediglich eine Gegenüberstellung von zwei Zahlen, die unterschiedliches ausdrücken. Die net-npl der italienischen Zentralbank berücksichtigt die gebildete Risikovorsorge, was die Bruttobetrachtung der EU-Komission nicht tut. Wenn man schon von Glaubwürdigkeit spricht…

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