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Gold/Silber

Goldpreis – warum der Ausblick glänzend bleibt

Hannes Zipfel

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am

Goldbarren Beispielfoto

Noch tut sich der Goldpreis schwer, die Phase der Preiskonsolidierung nach den stürmischen Anstiegen im Sommer abzuschließen und weiter durchzustarten. Noch herrscht vor allem in den USA der Glaube vor, dass sobald der Handelskrieg beendet ist, was jederzeit passieren könne, die größten wirtschaftlichen Risiken beseitigt seien.

Goldpreis – gefangen in der Flagge

Fragt man amerikanische Fondsmanager, so wie es die Bank of America Merill Lynch regelmäßig tut, nach dem positivsten Impuls für die Märkte, dann benennen aktuell 75 Prozent ein Ende im Handelskrieg als solchen. Ob ein Handelsfrieden realistisch ist und welche anderweitigen Herausforderungen auf der Weltwirtschaft lasten, steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist, dass die jüngste Euphorie über einen ganz bestimmt kurz bevorstehenden Handels-Deal der „Phase 1“ das Bedürfnis nach Absicherung sinken lässt. Deutlich wird dies nicht nur an der rückläufigen Volatilität und wieder steigenden Kapitalmarktrenditen, sondern eben auch an einer Zurückhaltung bei Goldinvestitionen, zumindest vonseiten der Spekulanten am Terminmarkt in den USA. Nach wie vor konsolidiert der Goldpreis in US-Dollar daher innerhalb einer trendbestätigenden Flagge. Ein Ausbruch würde weiteres Potenzial in Richtung 1.800 US-Dollar pro Unze eröffnen.

Goldpreis in US-Dollar Chart Kursverlauf

Auslöser für einen solchen Ausbruch könnte neben dem Start des neuerlichen Anleihekaufprogramms durch die Fed die wieder deutlich gestiegene Wahrscheinlichkeit für eine dritte Zinssenkungen der US-Notenbank sein. Gemäß Fed Fund Futures liegt diese aktuell für den 30. Oktober bei knapp 90 Prozent.

Die Notenbanken sind des Goldes bester Freund

Doch die Zentralbanken sind mittlerweile auch auf sehr direkte Art und Weise ein Garant für einen weiter steigenden Goldpreis. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass die Zentralbanker eines Tages von preisdrückenden Verkäufern zu preistreibenden Käufern auf dem Weltmarkt mutieren. Auch in diesem Jahr landeten bisher 17,4 Prozent der weltweiten Goldnachfrage in den Tresoren der Notenbanker. Im letzten Jahr kauften die Zentralbanken die Rekordmenge von 651,5 Tonnen. Im ersten Halbjahr 2019 lag die Goldnachfrage vonseiten der Währungshüter noch mal 57 Prozent über der Vorjahresperiode.

Die niederländische Zentralbank DNB (De Nederlandsche Bank) begründet das Festhalten an ihrem Goldschatz so: „Aktien, Anleihen und andere Wertpapiere sind nicht ohne Risiko, und die Preise können sinken. Aber ein Goldbarren behält auch in Krisenzeiten seinen Wert. Aus diesem Grund haben die Zentralbanken, einschließlich der DNB, traditionell beträchtliche Mengen an Gold gehalten. Gold ist das perfekte Sparschwein – es ist der Vertrauensanker für das Finanzsystem. Wenn das System zusammenbricht, kann der Goldbestand als Grundlage für den Wiederaufbau dienen. Gold stärkt das Vertrauen in die Stabilität der Zentralbankbilanz und schafft ein Gefühl der Sicherheit.“ Dieses Bedürfnis nach Sicherheit, dass Gold in besonderem Maße erfüllt, ist in den Direktorien der Zentralbanken seit der Finanzkrise besonders ausgeprägt. Scheinbar traut man dem eigenen System nicht mehr vollumfänglich.

Goldnachfrage der Notenbanken

In Anbetracht des weltweit erneut eingeschlagenen Kurses der ultralaxen Geldpolitik stützen die Zentralbanken die ultimative Weltreservewährung nicht nur durch effektive Käufe, sondern auch durch ihre immer aggressivere Zins- und Geldmengenpolitik.

Fazit und Ausblick

Wie so oft im Leben ist auch bei der Entwicklung im Goldpreis Geduld gefragt. Nach der Sommerparty folgt, zumindest kurzfristig, der Herbstblues. Wobei dieser besonders stark bei den Notierungen in US-Dollar ausgeprägt ist. Das bedeutendste Nachfragepotenzial schlummert in den USA. Amerika repräsentiert die größten Vermögen, die größten Finanzmärkte und stellt die Weltleitwährung. Die Amerikaner sind typischerweise sehr optimistische Patrioten – bis sie es nicht mehr sind. Wie schnell Amerikaner zu Pragmatisten mutieren, konnte man in der letzten Finanzkrise sehen. Aktuell kann man bereits miterleben, wie schnell die Amerikaner vom Leugnen eines Problems zu einem Anleihekaufprogramm umschwenken, das dreimal so groß ist, wie das der viel gescholtenen EZB. Auch bei den Zinssenkungen wird nach anfänglichem Zögern geklotzt, statt zu kleckern. Aus den letzten beiden Versicherungszinsschritten wird spätestens Ende Oktober eine nicht mehr zu leugnende Zinssenkungsserie. Daher bleiben die Aussichten für das monetäre Edelmetall Gold glänzend.

9 Kommentare

9 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    16. Oktober 2019 19:41 at 19:41

    „Gold funktioniert seit der Zeit Alexander des Großen. Wenn etwas über zweitausend Jahre Bestand hat, ich denke, dann nicht aufgrund von Vorurteilen oder einer falschen Theorie“(Bernard Baruch).

    • Avatar

      Trigo

      17. Oktober 2019 11:27 at 11:27

      Danke für den Link.

  2. Avatar

    Katja Wohmann

    17. Oktober 2019 09:31 at 09:31

    Auch bei Gold stellt sich in Bezug auf Wertreserve für Krisenzeiten die Frage, ob die überhaupt noch stimmt. Wir leben in einer Zeit in der alle Notenbanker mit gedruckten Geld einfach alles kaufen was nicht auf 3 auf den Bäumen ist und das selbstverständlich mit virtuell generiertem Geld, für das es vorgängig nie einen Gegenwert als Grundlage gegeben hat.
    Käufe auf diese Art haben nichts mehr mit Geldmengenanpassung für die Wirtschaft zu tun, sondern sind schlicht und einfach ein ganz banaler Diebstahl, bei dem der dreisteste Notenbanker für sein Land auf internationalem Parkett am meisten zusammenklaut.
    Normale Bürger sind weltweit das Opfer dieser Bankermafia, die früher oder später beim Zusammenbruch alles Ersparte Bargeld verlieren werden.
    Wieviel ist dann Gold noch wert, das mit wertlosem Viralgeld zusammengeklaut wurde, wenn bei einem Zusammenbruch alle dieses Gold verkaufen wollen, um wieder neu anzufangen? Wahrscheinlich nie mehr den Betrag, den man mal ausgegeben hatte dafür, nicht?

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Gold/Silber

Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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am

Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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Aktien

Dax-Wochenausblick: Test der 1.000 Punkte Range – folgt bald der Ausbruch?

Stefan Jäger

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Im folgenden Video bespricht Marius Schweitz von Projekt30 die abgelaufene Woche im Dax und gibt einen ausführlichen Ausblick auf die kommende Handelswoche. Dabei geht er konkret auf die übergeordnet Seitwärtsrange ein und zeigt mögliche Szenarien auf, wie sich die ausgebildete 1.000 Punkte Range auflösen könnte. Im deutschen Leitindex haben sich sehr spannende Chart-Formationen herauskristallisiert, die auf eine große Bewegung hindeuten. In dem Video sehen Sie aber nicht nur einen Dax-Ausblick, sondern auch noch weitere Einschätzungen zum Dow Jones, Bitcoin, Gold, Euro, Softbank und Deutsche Bank.

Die Setiwärtsrange im Dax von Juli bis Oktober

Im März startete die rasante Corona-Rally, die viele Anleger als die „meistgehasste Rally aller Zeiten“ betiteln, aber seit ein paar Monaten ist sie ins Stocken geraten. Zwischen März und Juli kannte der deutsche Leitindex im Grunde nur eine Richtung – nämlich gen Norden. Im Juli hat der Anstieg aber erstmals ein abruptes Ende gefunden, nachdem der Dax das Hoch bei 13.315 Punkten erzielt hatte. Seitdem konnte er diesen Bereich nur zweimal wieder erreichen. Zum einen am 03.09. mit dem Hoch bei 13.460 und schließlich noch einmal am 14.09. bei 13.339.

Demgegenüber stehen zusammen mit dem Tief vom letzten Donnerstag drei Marken, die die Unterkante der Range bilden. Die drei Punkte setzen sich aus dem August-Tief (03.08.) bei 12.365, dem September-Tief (25.09.) bei 12.341 und schließlich dem Oktober-Tief (22.10.) bei 12.345 zusammen. Aus diesen drei Marken hat sich ein starker Unterstützungsbereich gebildet. Als zusätzliche Unterstützung kann man noch das Tief von Anfang Juli bei 12.254 hinzuzählen. Ein Bruch der Range-Unterkante dürfte folglich einem kräftigen Impuls auf der Unterseite auslösen. Erfahrungsgemäß wird die gleiche Höhe der Range in die entsprechende Richtung abgearbeitet. Angenommen, dass der Ausbruch im Dax auf der Oberseite gelingt, dann ergibt sich daraus ein Ziel bei 14.340 Punkten. Dementgegen liegt das Ziel bei einem Ausbruch auf der Unterseite bei 11.340 Punkten.

Dax-Wochen-Ausblick KW44 - 1.000 Punkte Seitwärtsrange von Juli bis Oktober

Aktuelle Chart-Fomationen im Dax

Auf verschiedenen Zeitebenen haben sich im Dax interessante Chart-Formationen entwickelt. Zum einen hat sich im 10-Minuten-Chart ein Descending Broadening Wedge (DBW) ausgebildet, das eine bullische Formation darstellt. Im Stundenchart ist zudem ein großes DBW-Wedge aktiv, das bei einer Auflösung hohe Ziele auf der Oberseite ermöglicht. Auf der bärischen Seite sehen wir außerdem noch eine aktive Wolfe Wave (Keil), die den bärischen Trigger bei 12.341 auslösen könnte. Dadurch würden sich Kurse unter der 12.000 Punkte-Marke ergeben. Auf Tagesbasis hat sich zwischen Juli und Oktober zusätzlich eine SKS gebildet. Sowohl die genannten Formationen, als auch die wichtigen charttechnischen Marken für die kommende Woche werden ausführlich und für jeden verständlich im Video erläutert.

Fazit

Der Dax steht vor einer ausschlaggebenden Richtungsentscheidung, diese kann eine Bewegung von mehr als 1.000 Punkten einleiten. In dem Video-Ausblick wird ausführlich auf die möglichen Szenarien eingegangen. Insbesondere die von Marius Schweitz herausgearbeiteten Chart-Formationen sind sehr sehenswert und zeigen die Möglichkeiten auf, wie es im Dax in der nächsten Woche und darüber hinaus weitergehen kann. Zudem erscheint für alle Leser und Leserinnen von Finanzmarktwelt ab Montag wie gewohnt der DAX daily. Viel Spaß beim schauen des Videos.

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Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar

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