Gold/Silber

Goldpreis fällt deutlich – Fed-Aussagen bewegen Kurse – die aktuelle Lage

Ein Barren Gold

Der Goldpreis tendierte gestern vor der großen Fed-Entscheidung noch recht optimistisch, vor allem weil der US-Dollar wieder schwächelte. Dann übernahm ab 20 Uhr Fed-Chef Jerome Powell das Ruder, und US-Dollar wie auch Gold standen ab dann unter seiner Fuchtel. Schauen wir uns an was er sagte, und wie sich dies auf den Goldpreis ausgewirkt hat.

Fed-Chef bewegt den Goldpreis

Der Goldpreis notierte gestern Abend kurz vor 20 Uhr noch bei 1.961 Dollar, vorher im Hoch noch bei 1.970 Dollar. Nach und nach ging es dann ab 20  Uhr über Nacht bis heute früh runter auf 1.944. Dollar. Dies liegt an der Dollar-Stärke. Denn seit 20 Uhr gestern Abend stieg der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Währungen) von 93,05 auf 93,60 Indexpunkte ich Hoch (aktuell 93,37). Die Kommentare von Jerome Powell könnten bei großen Institutionellen für Enttäuschung gesorgt haben, weil Powell keine weiteren Ansagen in Richtung neuer Anleihekäufe machte. Dies gab womöglich dem US-Dollar Auftrieb. Dazu kamen noch eher optimistische Aussagen zur US-Konjunktur, die auch eher den US-Dollar stärken, und den „Sicheren Hafen“ Gold schwächen.

So habe sich laut Jerome Powell die Wirtschaftslage verbessert, und der Konsum habe drei Viertel des Verlustes nach der Coronakrise wieder aufgeholt. Die Zinsen in den USA werden sich die nächsten drei Jahre wohl nicht ändern. Diese Aussicht hat den US-Dollar aber nicht beeindruckt. Was sagt uns der folgende Chart, der den Goldpreis-Verlauf der letzten zehn Tage zeigt? Dank der Fed wurde der Anlauf Richtung 2.000 Dollar-Marke mal wieder abgewürgt. Aber das muss auf Sicht von Tagen und Wochen nichts heißen. Der grundsätzliche Drang hin zu Gold bleibt bestehen. Es  hängt weiter auch am US-Dollar, und ob er nicht doch wieder zur Schwäche neigt. Dann hätte der Goldpreis auch relativ schnell wieder die Chance nach oben umzuschwenken.

Kommentare

Naeem Aslam von Avatrade kommentiert zur Fed aktuell, dass es sich nicht leugnen lasse, dass die Erklärung der Fed wenig bis gar keine Überraschung enthielt. Aber der Grund dafür, dass wir eine Stärke des Dollar-Index sehen (FMW: Das drückt den Goldpreis runter), liegt darin, dass er ein Safe-Hafen-Angebot erhält, und zwei Mitglieder des Fed-Ausschusses seien nicht für die aktuelle Geldpolitik gewesen. Dies sei wirklich bedeutsam, weil man das normalerweise nicht sehe, wenn es um den Fed-Ausschuss geht. Das wahrscheinliche Szenario sei, dass sich der Markt bei künftigen Fed-Sitzungen auf dieses Szenario konzentrieren werde. Es werde ein Tauben- und ein Falkenlager geben.

Den aktuellen Video-Kommentar von Markus Fugmann finden Sie beim Klick an dieser Stelle. Er sagt dazu unter anderem (was auch den Goldpreis beeinflusst): Die Aktienmärkte sind im Gefolge der gestrigen Fed-Sitzung und der Pressekonferenz von Jerome Powell unter Druck geraten – und das, obwohl die US-Notenbank extrem dovish war und bis 2023 Nullzinsen garantierte. Warum also die Enttäschung der Märkte – und die plötzliche Dollar-Stärke? Offenkundig hatten die Märkte gehofft, dass die Fed ihr QE noch stärker ausweiten würde, zumal der staatliche Stimulus in den USA bisher ausbleibt.

Auch die folgenden Worte von Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, geben Aufschluss darüber, warum der Goldpreis seit gestern Abend zur Schwäche neigt. Zitat: Die Zinsen bleiben mindestens bis 2023 bei null und der wirtschaftliche Einbruch in diesem Jahr dürfte laut Einschätzung der US-Notenbanker mit einem Minus von 3,7 Prozent nicht so stark ausfallen wie noch im Juli prognostiziert. Klingt eigentlich positiv, aber die Börse hatte mehr erwartet. Keine Aufstockung der derzeit laufenden Anleiheläufe und auch keine weiteren kurzfristigen Maßnahmen zur Bereitstellung von Liquidität, um die konjunkturelle Erholung zu unterstützen – entsprechend enttäuscht reagierten die geldpolitisch verwöhnten Anleger an der Wall Street.

Chart zeigt Goldpreis-Kursverlauf der letzten zehn Tage



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