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Dollarschwäche hilft Goldpreis: Kurssprung über 1.800 Dollar – Dritter Versuch läuft

Goldpreis: Kurssprung über 1.800 Dollar - Dritter Versuch läuft

Der Goldpreis kletterte im gestrigen Handel erneut über die Marke von 1.800 US-Dollar – aktuell notiert er bei 1.812 USD. Die Gold-Bullen nehmen damit den dritten Anlauf, das August-Hoch bei 1.807 USD zu überwinden. Sollte dies nachhaltig gelingen, dann steigt die Chance auf eine Fortsetzung der Erholung. Auftrieb erhält Gold vor allem von der jüngsten Dollarschwäche. Zudem profitiert das Edelmetall von der Stärke des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar, nachdem die Bank of Japan am Dienstagmorgen die Obergrenze für Renditen zehnjähriger Staatsanleihen überraschenderweise auf 0,5 % angehoben hat.

Aktuell befindet sich der Goldpreis wieder über der für den Trend wichtigen 200-Tage-Linie und sorgt dadurch für zusätzliche Entspannung. Sollte der gleitende Durchschnitt im Bereich von 1.785 Dollar nachhaltig überwunden werden, käme dies einem starken Kaufsignal gleich.

Geldpolitik bleibt der bestimmende Faktor

Trotz der anhaltenden Zinssorgen konnte sich der Goldpreis zuletzt ordentlich entwickeln. Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB haben die Zinsen jüngst um weitere 50 Basispunkte erhöht. Die Zinserhöhungen erwiesen sich dabei als weniger problematisch, denn der Markt hatte diese bereits eingepreist. Allerdings könnten sich die Aussagen von Powell und Lagarde, die weitere Zinsschritte im neuen Jahr in Aussicht gestellt haben, noch negativ auf die Stimmung der Gold-Anleger auswirken. Die Analysten der Commerzbank gehen inzwischen davon aus, dass die terminale Zinsrate in den USA auf über 5 Prozent ansteigen dürfte. Die Faktoren, die den Goldpreis in diesem Jahr belastet haben, besonders die restriktive Geldpolitik der Notenbanken, könnten also im kommenden Jahr zunächst fortbestehen.

Die jüngste Entspannung am Terminmarkt und bei den Gold-ETFs stützt hingegen den Goldpreis. Der am Freitag veröffentlichte Commitments of Traders-Report zeigte zum zweiten Mal in Folge einen gestiegenen Optimismus auf. Die spekulativen Anleger setzen wieder vermehrt auf steigende Notierungen. Vom weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares kamen ebenfalls positive Signale. Die Goldmenge stieg zuletzt wieder an, nachdem es in den Monaten zuvor zu deutlichen Abflüssen gekommen war.

Goldpreis: Umkämpfte 1.800-Dollar-Marke

Angesichts der kommenden Feiertage und der damit verbunden Urlaubszeit sind große Kurssprünge in den nächsten Tagen eher unwahrscheinlich. Die 1.800-Dollar-Marke dürfte dabei umkämpft bleiben. Die Rückeroberung der runden Marke ist zunächst ein positives technisches Signal und könnte für höhere Notierungen sprechen. Dafür sollt sich der Goldpreis jedoch über dem August-Hoch von 1.807 Dollar halten. In diesem Fall könnte Gold bis an die Marke von 1.832 USD ansteigen. Angesichts des immer noch schwierigen Umfelds könnte die Erholung an dieser Stelle eine Pause einlegen.

Immerhin stehen die Chancen gut, dass es kurzfristig zu keinem größeren Einbruch kommt. Zur Vorsicht mahnt der Relative-Stärke-Index (RSI), dieser wies beim jüngsten Anstieg Divergenzen auf. Im negativen Fall könnte sich in den kommenden Tagen und Wochen eine Seitwärtsbewegung zwischen 1.832 und 1.785 Dollar (200-Tage-Linie) etablieren. Die 200-Tage-Linie, an dem sich zudem eine wichtige horizontale Unterstützungszone befindet, sollte jedoch nicht mehr nachhaltig unterschritten werden.

Ein Rutsch unter das letzte lokale Tief bei 1.773 USD könnte hingegen den Verkaufsdruck erhöhen. Dann dürfte die Unterstützungszone zwischen 1.735 und 1.724 Dollar in den Fokus rücken.

Gold profitiert von Dollarschwäche - 1.800-Dollar-Marke im Fokus

Gold – Chart von TradingView

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2 Kommentare

  1. Ich dachte, steigende Zinsen sind schlecht für Gold.
    Oder ist das Misstrauen gegen die verzinsten Papiere zu hoch?

  2. Bei aktuell in Euro etwa 7 % steuerfreien Kapitalertrag seit Jahresanfang, und seit Anfang 2019 über 50 %, geht ja auch schon.
    Man sollte von Gold auch nicht zu viel erwarten.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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