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Gold/Silber

Goldpreis vor Ausbruch? Worauf wartet das Edelmetall noch?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis steigt nicht. Und das seit Tagen. Seit Mitte letzter Woche pendelt Gold fast komatös um die Marke von 1.730 US-Dollar. Dabei hätte man doch eigentlich jede Menge Anlass nun „endlich mal“ zu steigen? Die Notenbanken drucken immer mehr Geld. Heute legt die Bank of England noch nach, in dem sie ihr Anleihekaufprogramm um 100 Milliarden Pfund aufstockt. Und die Aktienkurse? Die sind seit Mitte letzter Woche deutlich gefallen. Nach einem kleinen Hoch sind sie seit gestern Mittag erneut am Fallen. Heute kommen ganz aktuell US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf den Tisch, die etwas höher ausfielen als erwartet. Dazu noch jede Menge Meldungen aus den USA, dass in einigen Bundesstaaten immer weiter steigende Corona-Zahlen vermeldet werden. Das schürt natürlich die Ängst vor einer zweiten Corona-Welle. Alleine in den letzten drei Stunden hat der Dow auf Terminbasis gut 400 Punkte verloren. Und der Goldpreis? Das Edelmetall bildet doch eigentlich den Gegenpol zu riskanten Geldanlagen wie Aktien.

Aber nein. Es passiert nichts. Der Goldpreis will einfach nicht steigen. Dabei wäre es gar nicht ein so riesiger Schritt, um richtig Leben in die Bude zu bringen. Dies sieht man im folgenden Chart, der den Verlauf im Goldpreis seit Sommer 2019 zeigt. Ginge der Kurs von aktuell 1.726 Dollar über die Marke von 1.750 Dollar, dann wäre richtig gut Luft nach oben für die Anleger, die stark auf Charttechnik achten. Fehlt eine kräftig negative Konjunkturnachricht oder ein neuer geopolitischer Schock, um Gold hoch zu pushen? Jüngst liefen Aktienkurse und der Goldpreis kurioserweise oft parallel. Dies lag wohl daran, dass einige Trader Gold verkauften, während die Aktienkurse schnell und kräftig fielen. Das Gespenst aus März kam zurück, dass große Investoren schnell Gold-Anlagen in Cash umwandeln, um Reserven zum Beispiel für Margin Calls im Aktienhandel zu haben.

Verlauf im Goldpreis seit Sommer 2019

10 Kommentare

10 Comments

  1. Avatar

    Parker Schnabel

    18. Juni 2020 19:15 at 19:15

    Gold wartet auf gar nichts. Es ist einfach da und wird niemals vollkommen wertlos sein. Egal, wie verzweifelt die Notenbanken versuchen den Wert (gemessen in bedrucktem Papier) in Schach zu halten.

    Anders als Gold ist bisher jede FIAT-Währung komplett wertlos geworden.

    „Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null“

    Voltaire (1694 – 1778)

    • Avatar

      Columbo

      18. Juni 2020 20:57 at 20:57

      @Parker Schnabel

      Das einzig Dumme daran ist, daß das die Notenbanken und Regierungen auch wissen.

  2. Avatar

    Segler

    18. Juni 2020 23:48 at 23:48

    Grüezi Herr Kummerfeld.
    Ich erlaube mir Charly Munger (96) zu zitieren
    „Jedes Jahr, in welchem man nicht mindestens eine seiner Lieblingsideen auf den Müll wirft, ist ein verlorenes Jahr“
    Mein Vorschlag für Sie: Werfen Sie die Preis-basierten Charts in den Müll.

    Charts auf Preisbasis sind nett anzusehen, man kann Linien malen, Mäc-Dee’s kreuzen lassen, Histogramme zaubern, „Wellen“ zählen. Tradingtechnisch haben diese Betrachtungen einen Wahrscheinlichkeitswert der eine Haaresbreite über 50 % liegt. Würfeln bringt ein gleiches Ergebnis.
    Immerhin: Eloquent verbrämt präsentieren Sie es einem staunend gläubigen Publikum.

    Glauben Sie mir: Ein Preischart allein ist Kindergartenkram. Er bewirkt Autosuggestion, aber mehr nicht.
    Als Grundlage für eine direktionale Handelsentscheidung taugt er so viel wie Nasenpopeln.

    Ich will nicht nur kritisieren sondern auch Konstruktives bringen.
    Um einen Dortmunder Kollegen zu zitieren:
    „Tumma Butta bei die Fische !“

    Der Segler empfiehlt zum Thema Goldpreis:

    A) Volume Profiles. Einfach, preiswert, aussagekräftig.
    Der Goldpreis befindet sich im oberen Segment eines „Covering“.
    Konkret: Es kaufen stetig „kleine“ – es verkaufen stetig die grossen. Sie absorbieren den Markt auf dem aktuellen Niveau – solange bis die Absorption „durch“ ist.
    Anschliessend fällt für gewöhnlich der Preis deutlich bis in die nächstuntere Volumenzone. Diese liegt bei 1650. Im Anschluss wartet der Bereich bei 1510.
    Alternativ kann der Preis heftig nach oben ausbrechen – Ziel wäre dann die 2000.
    Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch gering. Gründe dazu in den folgenden Punkten

    B) CoT Daten
    Die Commitments der Commercials zeigten von Oktober 2018 und noch deutlicher und vor allem seit Mai 2019 eine stete Zunahme der Shortpositionen. Diese ging einher mit steigenden Goldpreisen.
    Seite kurzem jedoch bauen die Grossen Marktteilnehmer ihre extremen Positionen wieder ab.
    Das Open Interest fällt, die Short Positionen werden geringer.
    Das Verhalten der „Ganz Grossen“ spricht für einen weiteren Rückgang des Preises.
    Der heutige Freitag wird bezüglich CoT Daten weiteres zutage bringen.

    C) Volatilität, Implizite Volatilität, IV-Ranking
    Die Volatilität (hier: PREISVOLATILITÄT) ist innerhalb der vergangenen 12 Wochen von 50 (Fünfzig) auf mittlerweile gemütlichen 18 gefallen. Nach Unsicherheit oder gar Angst im Markt sieht das nicht aus. Woher soll der angstbegründete Preisanstieg kommen ?

    D) Optionen
    In einer Woche ist Verfall, bzw. Roll Over der Futures.
    Auf dem Strike 1700 liegen insgesamt Zehntausend (!) offene Kontrakte.
    Die Grossen Teilnehmer verschenken niemals freiwillig Milliarden von Dollars.
    Sie werden alles daran setzen, dass in den kommenden Handelstagen die Optionen wertlos verfallen, indem sie mit dem Future die passende Richtung angeben.

    E) Terminstrukturkurven im Gold
    Nach einem starken Contango konvergieren die bisherigen (und kaum noch liquiden) Frontfutures zum mittlerweile dominierenden Augustkontrakt dergestalt, dass die zwei Frontmonate im Preis konstant bleiben (Konstante Käufe der Angsthasen und der – emotional getriebenen und medienbeeinflussten – Goldbullen)
    Folge: der Augustkontrakt sinkt im Preis und damit der Preis im Chart des Continuous Kontraktes, auf den alle gucken und den sie als DEN Goldpreis sehen.

    Spricht etwas aus meiner Sicht für steigenden Goldpreis ?
    Ja.
    Der Index der Commercials mit Lookback-period 6 Monate sowie die Lookback period 12 Monate sprechen dafür und lieferten in unserem System Ende vergangener Woche ein primäres Kaufsignal für Gold.
    (Alle darübergelegten Filterkriterien relativieren jedoch dieses Long-Signal)

    Fazit mit Datum heute am Donnerstag den 18. 6.2020:
    – Keine Long Trades im Gold
    – Keine Optionen im Gold verkaufen
    – Warten

    Danke für Ihre Beiträge
    Herzlich grüsst Sie der Wahlschweizer
    Segler

  3. Avatar

    Goldmännchen

    20. Juni 2020 14:22 at 14:22

    @ Segler, ich möcht sie nicht beleidigen, aber letztes Mal als sie so einen wissenschaftlichen Bericht über den Ölmarkt schrieben, wo wir Normalsterblichen mit nur 40jähriger Erfahrung nur noch leer schluckten, ist es voll in die Hosen gegangen. Ohne ein Goldspezialist zu sein, denke ich ,dass beim Gold ein Ausbruch nach oben jederzeit möglich ist.Wenn Alle an Tina u.die Notenbanken glauben u.es neben keinen Zinsen auch fast keine Divedenden mehr gibt, werden die Aktienbesitzer auf einer Zeitbombe sitzen.
    Wer Aktien in der heutigen Zeit vorbehaltlos als Sachwerte bezeichnet, sollte vielleicht bedenken,dass es noch viele kleine Wirekärtchen u.Teslas gibt , die nur Buchwerte sind u.keinen Sachwert haben.

    • Avatar

      Segler

      21. Juni 2020 09:06 at 09:06

      Guten Morgen Goldmännchen. Beleidigen ? – Nein, ganz und gar nicht. Ich freue mich, wenn meine Statements kritisch gelesen und hinterfragt werden. Gegenüber Ihren vierzig Jahren Börsenerfahrung bin ich mit meinen fünfundzwanzig ja ein „Youngster“ :-)
      Meine Domäne ist der Rohstoffhandel, und in obiger Analyse habe ich mich einzig auf Gold bezogen. (Wobei ich Gold nicht unter Rohstoff einordnen möchte, eher noch unter Währungen)
      Ich habe mit keinem Wort Aktien erwähnt, und verstehe auch nicht, was Sie mit „vorbehaltlos als Sachwert“ meinen.
      Nochmal:
      Meine Zeilen mit den Kriterien bezüglich CoT-Daten etc. sind eine Ergänzung zur reinen Charttechnischen Beurteilung, wie sie von Herrn Kummerfeld gegeben wurden. Und auf SEINEN Artikel bezieht sich mein Posting.
      Mir geht es um Wahrscheinlichkeiten, und auf diesen basieren meine Handelsentscheidungen.
      Sie hingegen sprechen von „Könnte“, „denke“ und „möglich“, und „vielleicht“
      In meinem Beitrag habe ich keinen Zeithorizont genannt. diesen sollte ich noch ergänzen:
      Meine Handelsentscheidungen haben allgemein ein Tradingziel vier bis sechs Wochen.
      Im Gold halte ich derzeit keine Position.
      Für jene, die interesiert:
      – Meine synthetischen LongPosionen im Öl wurden vergangene Woche aufgelöst
      – Ich habe (direktional) Futures in Mais gekauft
      – Ich habe Volatilität im Kakao verkauft
      – Ich halte eine sythetische LongPosition im Natural Gas und nutze den Rückgang der dort übersteigert gewesenen Vola (sprich: Ich nutze den Rückgang der Optionspreise im Frontmonat)

      Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen sonnigen Sommeranfang
      Der Segler

  4. Avatar

    Lausi

    21. Juni 2020 05:31 at 05:31

    Was den Goldpreis betrifft kann man es auch ganz simpel sehen: Seit über zwei Monaten befindet sich der Preis in einer Seitwärtsbewegung, wobei die obere Begrenzung bei ca. 1744 $ liegt (CFD-Preis) und die untere bei ca. 1670 $. Bei einem nachhaltigen Ausbruch aus dieser Schiebezone sollte eigentlich klar sein, wohin die Reise mittelfristig gehen wird. Im Moment sind wir wieder an der oberen Begrenzung angekommen – mal sehen, ob es wieder ein Abpraller wird, oder (endlich) ein (nachhaltiger) Ausbruch. Schaumermal :-)

    • Avatar

      Hesterbär

      21. Juni 2020 16:53 at 16:53

      @Lausi
      Gold wird nach oben ausbrechen. Alles andere würde mich sehr wundern. Die Triebwerke sind schon gestartet.

      • Avatar

        Lausi

        21. Juni 2020 20:20 at 20:20

        @Hesterbär: Kommende Woche werden wir schlauer sein. Interessant wird auch sein, ob sich Gold und Aktien dabei gleich- oder gegenläufig entwickeln werden. Wie man inzwischen weiß, ist ja diesbezüglich alles möglich. Gegen Gold & Silber rauf und Aktien runter hätte ich jedenfalls nichts einzuwenden. ;-)

  5. Avatar

    Goldmännchen

    21. Juni 2020 16:17 at 16:17

    @ Segler, sie haben Recht,das mit den Aktien war nicht auf sie bezogen, ich wollte damit nur ausdrücken,
    wenn der Mythos mit der V-Erholung u.TinA entzaubert wird u.der Risk-On Modus wieder läuft, wird Gold eher nach oben ausbrechen, was bei ihrem Kommentar eher bezweifelt wurde.

  6. Avatar

    Goldmännchen

    8. Juli 2020 18:53 at 18:53

    @ Segler, wieder einmal sehr wissenschaftlich den Mund sehr voll genommen.Kummerfeld u. viele Andere haben es ganz einfach u.realistisch bis jetzt richtig gesehen.

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Allgemein

Was den schwachen Goldpreis aktuell bewegt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis ist die letzten Tage ohne Stärke unterwegs. Eigentlich ist das merkwürdig, denn der US-Dollar schwächelt seit Tagen, und müsste Gold (das in Dollar gehandelt wird) daher doch eigentlich Auftrieb geben. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) hat binnen einer Woche von 92,80 auf 92,18 Indexpunkte verloren.

Corona-Impfstoffe dämpfen Aufwärtstrieb im Goldpreis

Mit aktuell 1.865 Dollar sieht man, dass die seit Donnerstag letzter Woche kurz aufgeflackerte Erholung mit Anlauf Richtung 1.900 Dollar wieder verpufft ist. Eindeutig ist zu sehen, dass die Anleger, die über das Vehikel der ETF (Exchange Traded Funds, hier die Begriffserklärung) in Gold investieren, letzte Woche auf der Verkäuferseite waren mit gut 30 Tonnen. Der folgende aktuelle Chart der Commerzbank zeigt seit Jahresanfang in gelb den Goldpreis-Verlauf, und in schwarz die Gold-ETF-Bestände. Die Nachfrage schlafft derzeit ab.

Chart zeigt ETF-Bestände in Gold im Vergleich zum Goldpreis

Die letzte wie auch die vorletzte Woche waren die Kapitalmärkte gefangen im Fieber der Corona-Impfstoff-Hoffnung. Nach Biontech und Pfizer kam letzte Woche Moderna mit einem fertigen Impfstoff, und heute früh dann auch noch AstraZeneca. Daher laufen die Aktienmärkte auch heute zum Wochenstart erfreulich nach oben. Alles was die Märkte positiv stimmt für eine Erholung der Weltwirtschaft, schwächt tendenziell den „Sicheren Hafen“ namens Gold. Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage. Der große Absturz in der Mitte des Charts rührt her von der ersten Impfstoff-Meldung gegen das Coronavirus vom 9. November von Biontech und Pfizer.

Laut heutiger Aussage des Commerzbank-Analysten Carsten Fritsch dürfte der aktuelle Optimismus hinsichtlich der Impfstoffe dagegen sprechen, dass es schon in Kürze zu einem neuerlichen Run auf die Gold-ETFs kommt. Entsprechend gedämpft sei der kurzfristige Ausblick für den Goldpreis. Die spekulativen Finanzanleger seien seiner Meinung nach durch den Preisrutsch Mitte letzter Woche offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Denn sie weiteten ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 17. November auf gut 90.000 Kontrakte aus, nachdem sie diese in der Woche zuvor reduziert hatten. Entsprechend dürfte der Preisrückgang auf rund 1.850 Dollar letzten Mittwoch seiner Meinung nach auch durch spekulative Verkäufe begünstigt worden sein.

Mittel- und langfristig bergauf?

Bleibt es bei dem Szenario, welches wir letzte Woche schon erwähnten? Kurzfristig bleibt der Goldpreis trotz schwachem US-Dollar und dank der Corona-Impfstoff-Hoffnungen schwach? Aber mittel- und langfristig sieht man wieder Kurse über 1.900 Dollar und auch Richtung 2.000 Dollar? Das ist die Frage. Denn im großen Bild, da ist die Meinung der Notenbanker ja relativ eindeutig, wie man die letzten Tage und Wochen auch bei der EZB heraushören konnte. Die Geldpolitik (Anleihekäufe und Zinsen) wird noch sehr lange Zeit extrem locker bleiben, um die wirtschaftliche Erholung der Volkswirtschaften zu unterstützen. Also weiterhin Optimismus im größeren Bild für einen steigenden Goldpreis? Dieses Szenario bleibt vorhanden.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Bitcoin

Bitcoin: ein gigantisches Ponzi-Schema? Und was ist mit Gold?

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Ist Bitcoin – im Gegensatz zu Gold – eine Art Ponzi-Schema? Das hatte der ehemalige Hedgefonds-Manager Jesse Felder in einem Artikel postuliert: Bitcoin sei ein reines Spekulationsobjekt, eine Blase, von der vor allem jene profitierten, die früh eingestiegen seien. Es habe – anders als Gold – keinen inneren Wert und sei auch kein wirkliches Zahlungsmittel:

„Ponzi schemes can work out great for early adopters. But that doesn’t make bitcoin, in any shape or form, a good investment or even a store of value, especially for those late to the game.“

Weil es als Zahlungsmittel praktisch komplett unbedeutend sei, habe Bitcoin eben im Gegensatz zum Fiat-Geld keinerlei Funktion als Währung:

„Because bitcoin provides neither “safety of principal” nor “an adequate return” it therefore can only be considered speculative. Furthermore, because bitcoin is not used as a medium of exchange nor provides any store of value, I can’t view it as a currency alternative either.“

Bitcoin – alle Fragen bleiben offen

Die durch den Kursanstieg immer euphorischeren Fans der Kryptowährung reagierte naturgemäß erbost – „Bitcoiners are crying foul“, wie es in einem Erwiderungs-Artikel hieß. So stimme der Vorwurf von Felder nicht, wonach Bitcoins durch forks wie Bitcoin Cash oder Bitcoin Gold doch vermehrbar sei:

„Bitcoin believers rely entirely on the idea that bitcoin is limited in supply making it far more attractive than fiat currencies that are being printed like mad by central bankers around the world. However, bitcoin has already hard forked several times, multiplying the number and type of bitcoins in circulation“.

Fakt ist: Das stimmt natürlich, allerdings sind diese Forks eben doch eine Art von Inflation durch die Schaffung stets neuer Kryptowährungen. Bitcoins gibt es nur in begrenzter Menge, aber es gibt potentiell unendlich viele Kryptowährungen.

Fakt ist jedoch ist auch, dass Bitcoin als Zahlungsmittel derzeit praktisch (noch?) keine Rolle spielt. Mithin steht die Frage, ob es sich hier wirklich um eine Währung handeln kann, noch aus. Das sagt Robert Vitye in einem Interview mit Florian Homm – bei Gold sei das dagegen seit vielen Tausend Jahren der Fall, es habe sich als Wertspeicher durchgesetzt. Gleichwohl seien dezentrale Geld-Systeme grundsätzlich gut, aber die „Feuertaufe“ bei Bitcoin stehe eben noch aus, sagt – aus unserer Sicht zurecht – Robert Vitye:

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Ist Bitcoin - im Gegensatz zu Gold - ein Ponzi-Schema?

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