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Hier die wichtigsten Details aus dem vollständigen Sitzungstext der EZB vom 10. März

FMW-Redaktion

Die EZB hat um 13:30 Uhr ihren vollständigen Bericht zur geldpolitischen Sitzung vom 10. März veröffentlicht. Dort ist im Detail nachzulesen, was intern besprochen wurde, und mit welchen Zukunftsaussichten aktuelle Entscheidungen getroffen wurden. Hier eine kurze Übersicht.

EZB Rat 1
Blick in die EZB-Ratssitzung vom Dezember 2015. Foto: EZB

Der EZB-Rat hat sich am 10. März, so zeigen es die Originaltexte der Diskussionen, für eine „kleine“ Absenkung des Bankeinlagensatzes um nur 10 Basispunkte entschieden. Der Grund: Man habe dann noch mehr Spielraum für weitere Zinssenkungen in Zukunft. Hätte man stärker abgesenkt, wollte man gleichzeitig eine Erklärung abgeben, dass die Zinsen nun de facto den Boden erreicht hätten, so das Protokoll. Komisch, den so ähnlich hörten sich am 10. März die Aussagen von Mario Draghi ja sowieso schon an. Es ist also immer noch Luft nach unten, wie aus dem heutigen Protokoll hervorgeht. Dort heißt es nämlich auch, dass anhand der derzeitigen Lockerungsmaßnahmen erstmal keine weiteren Zinssenkungen zu erwarten seien – sie blieben aber weiter Teil möglicher Maßnahmen. Das hatte der Markt dann wohl durch Mario Draghi´s Worte so interpretiert, dass die Luft raus ist nach unten.

Die Senkung um 10 Punkte war „die am meisten favorisierte Variante“, also wurden es 10. Die Luft nach unten ist also weiterhin vorhanden. Offiziell nennt die EZB da so: „Zinssenkungen gehören auch weiterhin zum Werkzeugkasten.“ Puhhhh, der nach immer mehr Lockerung gierende Markt kann aufatmen? Auf ein System von abgestuften Negativzinsen auf Bankeinlagen habe man verzichtet, weil man es zu diesem Zeitpunkt (10. März) als unnötig ansah. Mario Draghi hatte damals in seiner PK behauptet man könne nicht so weit gehen, wie man vielleicht wolle. Davon findet sich im Protokoll aber nichts.

Auch hat die EZB ja am 10. März verkündet ab Juni Unternehmensanleihen in der Eurozone zu kaufen. Wie wir vor Kurzem bemerkten, haben seit einigen Tagen komischerweise (!) die Emissionsvolumen in diesem Sektor deutlich zugenommen! Der EZB-Rat sagte hierzu laut Protokoll es müsse bei diesen Käufen (ab Juni) auch auf die Belange von kleinen Emittenten geachtet werden, und auch auf eine mögliche Fragmentierung des Marktes. Es müsse klare Kriterien für die Aufkäufe von Unternehmensanleihen geben, so der EZB-Rat. Ja, meinen wir dazu – aber der EZB-Rat entscheidet doch selbst über die Kriterien, da er ja eh alles in Eigenregie entscheidet. Also braucht er ja eigentlich nicht darauf hinweisen, dass klare Kriterien notwendig seien – er muss sie einfach nur einführen und umsetzen.

Hier der komplette Text der EZB-Veröffentlichung.



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