Folgen Sie uns
  • Brokervergleich
  • Giovannie Cicivelli Tradingchancen

Aktien

Ist das Humor? Die EZB als Brandstifter warnt vor dem Feuer, das sie selbst gelegt hat!

Eines muß man der EZB durchaus zugestehen: man hat offenkundig eine Art hintergründigen Humor! Denn die EZB warnt vor Phänomenen, die sie selbst maßgeblich mit ausgelöst hat! Biedermeier und die Brandstifter!

Veröffentlicht

am

Von Markus Fugmann

Eines muß man der EZB durchaus zugestehen: man hat offenkundig eine Art hintergründigen Humor! Denn die EZB warnt vor Phänomenen, die sie selbst maßgeblich mit ausgelöst hat! In ihrem heute veröffentlichten „Financial Stability Review“, eine halbjährlich erscheinende Analyse über die Bedingungen an den Finanzmärkten, heißt es klipp und klar:

„The risk of a rapid repricing in global markets nevertheless remains. Continued compression of risk premia, subdued volatility and signs of increased risk-taking behavior in global financial markets are all sources of concern, as they may sow the seeds for large asset price corrections in the future.“

Also gestiegene Risiken für „große Korrekturen“ an den Finanzmärkten, weil die Player am Markt zu große Risiken eingehen würden, Risikoprämien praktisch nicht mehr vorhanden wären und in der extrem geringen Volatilität an den Märkten eine Vertrauensseligkeit zum Ausdruck komme.


Foto: EZB

Selten so gelacht! Woher kommt denn diese Vertrauensseligkeit der Anleger, die etwa für eine Mini-Rendite von durchschnittlich knapp über 2% sich immens risikoreiche europäische Unternehmensanleihen mit schlechtem Rating (Junk Bonds) ins Depot legen?

Woher kommt es denn, dass etwa Italien mit seiner immensen Verschuldung (130% des BIP) und sich abzeichnender politischen Unsicherheit (zwei von drei politischen Blöcken lehnen den Euro ab) vor den Wahlen im Frühjahr 2018 kürzlich eine zweijährige Staatsanleihe emittieren konnte, die mit -0,337% eine Negativrendite aufwies (siehe dazu unseren Artikel „Der Finanzwahnsinn in Europa dargestellt in einem kurzen Datenblatt“).

Was ist los, wenn Investoren dafür, dass sie Staaten Geld leihen, sogar Geld bezahlen? Wie kaputt muß ein Finanzsystem sein, das so etwas zuläßt? Und die EZB warnt also vor den daraus entstehenden Gefahren! Das ist in etwa so, als würde ein Brandstifter vor den Gefahren des von ihm selbst gelegten Feuers warnen!

Weil die EZB den Zins zerstört hat, zwingt sie Investoren, die Renditen erzielen müssen etwa für Pensionen, geradezu in riskante Assets wie schlecht geratete Unternehmensanleihen. Nun sagt die EZB: wenn der Zug in die andere Richtung fahren und Risiken anders bepreist werden sollten, könnte es schwer krachen:

„Risks to euro area financial stability may also emerge from the investment fund sector. This sector has further increased its risk-taking in recent years. Asset allocations have been rebalanced towards lower-rated and higher-yielding assets. At the same time, the liquidity buffers held by bond funds have gradually been shrinking across all segments of the investment fund market. The continued increase in risk-taking, coupled with limited buffers, heightens the potential for fund redemptions to adversely affect market conditions if a repricing of global risk premia does take place.“

Mit der Abschaffung des Zinses wiederum hat die EZB die Margen der europäischen Banken zerstört und lamentiert nun über deren schwache Profitabilität:

„Profitability challenges remain for euro area banks. Market pressure on euro area banks has eased further since May, but for a large number of banks their valuations are still low compared with global peers.“

Und weil der Zins abgeschafft wurde, ist Geld kostenlos, was natürlich dazu führt, dass sich vor allem Unternehmen mit dem kostenlosem Geld vollsaugen, sprich stark verschuldet sind. Die EZB aber findet das bedenklich:

„Risks stemming from elevated debt levels are also present in the non-financial private sector, given the high levels of indebtedness of the euro area non-financial corporate sector, both by historical and by international standards.“

Und schließlich wanrt die EZB noch davor – sicher mit Blick auf Italien – dass ein Blutbad am Anleihemarkt bevor stehen könnte aufgrund politischer Unsicherheiten bei gleichzeitig nicht mehr tragfähigen Schulden:

„Renewed political uncertainty could lead to higher risk premia being demanded on sovereign bonds, potentially triggering debt sustainability concerns in some countries.“

Nennen wir doch Italien in Zukunft einfach nur noch „some countries“..

Seltsam übrigens, dass derartige Warnungen von Mario Draghi nicht zu hören sind – bei ihm heißt es immer nur, wie toll die EZB-Politik funkionieren würde! Für die Risiken und Nebenwirkungen gibt es dann den Beipackzettel mit dem Titel „“Financial Stability Review“. Aber wer liest schon den Beipackzettel..

17 Kommentare

17 Comments

  1. LiveTrader

    29. November 2017 11:49 at 11:49

    Guter Artikel der es auf den Punkt bringt 🙂

    • Gixxer

      29. November 2017 12:55 at 12:55

      Dem kann ich nur zustimmen.
      Aber wir sollten uns freuen, denn 2018 ist Fußball-WM und unser Angstgegner „some countries“ ist nicht dabei. 😉
      Also alles wird gut.

  2. Schmidt

    29. November 2017 13:39 at 13:39

    Sorry, aber niemad wird gezwungen Schrottanleihen oder sonstigen Sondermüll zu kaufen. Ebenfalls wird auch keiner gezwungen überteuerte Aktien zu kaufen. Jeder trägt das Risiko seiner Anlageentscheidungen selbst.
    Der Zins wurde abgeschafft weil es asozial ist. Warum sollte ein Staat oder besser gesagt der Steuerzahler einer Bank Zins bezahlen für Geld dass die Bank selbst erschaffen kann ? Nur der Staat oder besser die EZB sollte das Geld schöpfen können, keine Privatbank. Kann eine Privatbank kein Geld mehr schöpfen dann kann sie auch nicht unendlich Geld für Spekulationen schaffen somit auch keine Bankenkrise mehr ermöglichen. Banken wurden nicht geschaffen um Geld mit Spekulationen für sich zu vermehren sondern die Wirtschaftsakteure zu finanzieren und wegen diesem Risiko einen Zins zu kassieren.

    • barthez

      29. November 2017 14:15 at 14:15

      jo schmidt ,fast richtig,1. ich sehe aber nicht ein warum der staat ein anderer spieler sein soll ,als jemand anderes. das system war bis zur fk2008 garnicht so schlecht,nur dann muss man halt mal ein paar banken nach fehlspekulationen schliessen,nur das wurde verhindert.2. das system „primary dealers“ muss beendet werden ,die könnten nämlich durch wechselgeschäfte die anleihen shorten
      und so die zinsen bewegen.der zins muss IMMER marktgemacht sein,sonst wandert die geldschöpfung in einzelne hände .rothschilds sprüche sind ja bekannt dazu. gr. o.

      • asisi1

        29. November 2017 14:26 at 14:26

        vielleicht sollten sie sich einmal schlau machen, wer das bankensystem ins leben gerufen hat und es heute noch kontrolliert! dann wissen sie auch, dass es nur eine kleine gruppe von menschen ist. diese kontrollieren und manipulieren nicht nur alle banken sondern auch alle Staaten!

        • Markus Fugmann

          29. November 2017 14:28 at 14:28

          asis1, na wer denn? Die böse Weltverschwörung?

      • Schmidt

        29. November 2017 14:32 at 14:32

        Gerade 2008 zeigt es dass es schlecht war. Banken die jahrelang Zinsen für nichts bekommen haben und mit dem Geld anderer Leute griechische Anleihen bei 10% Zinsen kassiert haben die EZB und die Politiker erpresst denn wenn die EZB die Anleihen nicht abnehmen, das Geld anderer Leute weg ist und das Blut fliesst auf der Strasse . Das kann nicht gut sein denn es ist nur ein ständig gutes Wetter Bankensystem. Der Markt existiert für Banken nur solange sie abkassieren können. Müssen sie dafür haften dann ist der Markt plötzlich schlecht und der Staat ist dafür zuständig.

  3. Donald Duck

    29. November 2017 13:50 at 13:50

    Gemach gemach – some countries kann seine Währung doch auf Italo-bitcoins umstellen, die kann es selber herstellen und braucht die EZB dann garnicht mehr. So wird alles gut – oder nicht?

  4. baeuerin

    29. November 2017 14:45 at 14:45

    Liebe Leser,

    es ist nicht alles Gold was glänzt, heißt es im Volksmund. Dies trifft vor allem auf die Banken und die Staatsfinanzierungen zu.

    Ich habe Ihnen anhand von zwei Beispielen italienischer Banken und des spanischen Rentensystems drastisch vor Augen geführt, wie sehr das Vermögen der Bürger im Feuer steht. Vor allem tragen wir, die Deutschen, das größte Haftungsrisiko aller EU-Länder.

    Diese Risiken resultieren aus der Konstruktion der Gemeinschaftswährung des Euro, der katastrophalen Eurorettungspolitik sowie dem Anlageverhalten der großen Investoren (Versicherungen, Pensionsfonds etc).
    Kredite, Staatsanleihen, Target2-Salden

    Konkret: Im Zuge der Eurorettungspolitik hat die Bundesregierung Kredite, etwa an Griechenland ausgereicht, die man eigentlich schon längst als „uneinbringlich“ hätte abschreiben müssen. Hinzu kommen die Staatsanleihen der völlig überschuldeten südlichen EU-Krisenländer, die in den Büchern von Versicherungen, Pensionsfonds und anderen schlummern, die ebenfalls nichts wert sind!

    Aber das ist noch nicht alles: Die Bundesbank hat einen Kredit, die sogenannten Target2-Salden, an die anderen Euro-Zentralbanken gewährt. Dieser beläuft sich auf rund 900 Milliarden Euro! Doch diese Target2-Salden sind nicht nur zinslos, sondern auch unbesichert. Dieser Kredit wird nicht rückzahlbar sein!
    Das Ende des Euro und Ihres Vermögens

    Alles zusammen genommen ergibt es eine deutsche Haftung von rund 2.000 Milliarden (2 Billionen) Euro. Das entspricht 50 Prozent des Nettogeldvermögens der Deutschen.

    Ich sage gute Nacht, Freunde, wenn diese Haftung fällig werden, diese Beträge abgeschrieben werden müssen. Das ist nicht nur das Ende des Euro, sondern auch das Ende des Großteils Ihres Vermögens!

    Ach ja, jetzt werden Sie mit der Einlagen-Sicherung um die Ecke kommen. Aber auch dazu gibt es neue und vor allem schlechte Nachrichten!
    Von wegen Einlagen-Sicherung!

    Vor, während und nach der Bundestagswahl erklär(t)en Ihnen die Politiker, dass Ihr Geld auf der Bank sicher sei. Schließlich gebe es ja die Einlagensicherungssysteme. Und zwar EU-weit.

    Beispielsweise sind in Deutschland Einlagen bis maximal 100.000 Euro (bei Gemeinschaftskonten zweimal 100.000 Euro) gesetzlich durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz geschützt. Ebenso 90 % der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften bis zu einem Gegenwert von 20.000 Euro.

    Hierzulande kommen noch die Einlagensicherungsfonds der jeweiligen Bankenverbände hinzu, die jedoch den Sockelbetrag der gesetzlichen Einlagensicherung berücksichtigt.
    Supergau für Bankkunden und Sparer: Die Abschaffung der Einlagensicherung!

    Was die Damen und Herren Politiker Ihnen hinsichtlich dieser Thematik jedoch nicht sagen: Längst diskutiert die Europäische Zentralbank hinter verschlossenen Türen, diese Einlagensicherungssysteme abzuschaffen!

    Ja, Sie haben richtig gelesen!

    Verkauft wird Ihnen das freilich ganz anders. Die gültige Einlagensicherung könnte bei einer Krise abgeschafft und durch ein anderes System ersetzt werden, heißt es. Damit sollen Banken vor einem Bankrun geschützt werden.

    In Teil 5 verrate ich Ihnen, warum die herkömmlichen Einlagensicherungssysteme keinen Pfifferling mehr wert ist. Und wie die EU sich vor einem Bankrun tatsächlich schützen will!

    Denken Sie immer daran: Sie haben ein Recht auf die Wahrheit!

    Herzlichst Ihr

    Guido Grandt

    • Schmidt

      29. November 2017 15:03 at 15:03

      Niemand muss für die Targetsalden der Bundesbank haften genauso wenig für die deutsche Staatsschuld. Diese werden von der EZB monetisiert und abgeschrieben und niemand verliert ein Cent. Dafür gibt es in Zukunft auch keine Zinsen mehr.
      Wer in solchen Zeiten noch eine Lebensversicherung oder sonstige luftige „Altersvorsorgen“ hat der ist nicht mehr ganz dicht, aber da ist wieder jeder selber für seine Anlageentscheidung verantwortlich und nicht die EZB.

    • baeuerin

      29. November 2017 15:05 at 15:05

      Zitat:
      „Längst diskutiert die Europäische Zentralbank hinter verschlossenen Türen, diese Einlagensicherungssysteme abzuschaffen!“

      …und der( reiche)Mich“l,liegt vollgefressen auf der Couch und schaut sich „Bares fuer Rares“an und freut sich nebenbei,wie das „Tafelsilber“versilbert wird!!!

      Euch gehoerts nicht anders….Masochismus pur!
      Das „gib ihm das letzte Hemd“Syndrom ist ausgepraegter denn je…..

      Warum Finanz-Adolf?
      Weil Draghi den groessten Raub der Geschichte veranstaltet!!!

  5. baeuerin

    29. November 2017 15:14 at 15:14

    Ich frag mich nur,wo denn der Familiennachzug in DE wohnen soll,wenn jetzt schon ca.800000 Obdachlose zu verzeichnen sind?
    Kommen die Stockbetten wieder in Mode?
    Ich frag nur…weil bei einer z.Z.angebotenen 31pm grossen bzw.kleinen Wohnung/Zimmer in Muenchen,ca.100 Bewerber beim Makler auf der Matte stehen!

    Das nenn ich doch mal eine tolle NWO…..

    • Schmidt

      29. November 2017 15:42 at 15:42

      Na warum sind die Immobilienpreisen und Mieten so hoch. Je mehr Nachfrage umso teuerer wirds.

      • baeuerin

        29. November 2017 16:01 at 16:01

        Echt…ist ja ganz was Neues…an Erkenntniss.
        Aber um das geht es gar nicht!
        Sondern um das WO!

  6. Beobachter

    29. November 2017 22:03 at 22:03

    Erstaunlich, war doch der EZB- Kommentar vom 26.10
    Überraschend dorisch u.hat den DAX für ca. 1 Woche von 13100 auf über 13500 steigen lassen.
    Gleichzeitig hat auch die BOJ das gleiche Spiel getrieben
    u.ein Mehrhahreshoch des Nikkei erzwungen.Am 10.11.gabs dann einen Dämpfer bei den US – Junkbonds
    die auch die beiden Börsen korrigieren liessen ( DAX u.Nikkei) Seither reden plötzlich diese beiden Notenbänker von den Nebenwirkungen ihrer eigenen Geldpolitik,
    Ist es wirklich möglich dass diese Obergurus etwas erst merken was Tausende Normalos schon lange wissen????
    Darum glaube ich ,dass der DAX sein Hoch vorläufig gesehen hat.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Deutsche Bank mit Bad Bank? Eher eine Sinnestäuschung

Veröffentlicht

am

Von

Die Deutsche Bank plant eine Bad Bank. So schreibt es die Financial Times, und so übernehmen es auch aktuell zahlreiche Medien. Die Deutsche Bank selbst hat dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Bankchef Sewing soll angeblich im Juli dazu etwas sagen. Aber worum geht es hier wirklich?

Wäre dies wirklich eine Bad Bank? Hauptsächlich sollen lang laufende Derivate in diese Sondereinheit der Bank umgebucht werden. Warum gerade Derivate? Nun, die scheinen offenbar wenig ertragreich für die Deutsche Bank zu sein. Und noch wichtiger: Durch neue Regulierungen in den letzten Jahren sind die Kapitalanforderungen für Hochrisiko-Positionen gestiegen, und von daher verlangen sie nach mehr Kapitalunterlegung. Also will die Bank wenig profitable und einengende Assets los werden?

Wirklich eine „Bad Bank“ für die Deutsche Bank?

Tja, doch was macht eine Bad Bank? Sie ist eigentlich dafür da, dass eine kurz vor dem Kollaps stehende Bank Schrott auslagert, damit zukünftig eine gesunde Kernbank weiter arbeiten kann. Und damit das Konstrukt überhaupt arbeiten kann, muss der Staat in die Bad Bank einsteigen und mit Steuergeldern die kaputten Vermögenswerte aus der gesunden Bank heraus kaufen (hier ein gutes Beispiel von der HSH Nordbank). Aber es ist kaum vorstellbar, dass der deutsche Staat Geld bereit stellt, nur damit die Deutsche Bank ihre Profitabilität und Kapitalbasis ein klein wenig aufhübschen kann.

Tja, den Namen Bad Bank hat die FT ins Spiel gebracht, und nicht die Deutsche Bank selbst. Man sollte es wohl eher so bezeichnen. Die Deutsche Bank wird wohl (wenn der Bericht stimmt) Derivate in eine gesonderte Geschäftseinheit umbuchen, wo sie im Laufe der Jahre abgewickelt werden. Man kann sie noch so oft in externe Gesellschaften umbuchen. Solange keine externen Gelder fließen, bleibt es ein hausinternes Problem für die Deutsche Bank.

Oder sollen externe Profi-Investoren für Werte unter dem offiziellen Marktwert die Derivate aus der DB herauskaufen? Dann hätte die DB ja Verluste hinzunehmen. Also, egal wie man es dreht und wendet. Solange die Bank nicht gerade vor dem totalen Kollaps steht, ist das bevorstehende Konstrukt wohl eher eine Ausgliederung in eine hausinterne gesonderte Geschäftseinheit, damit ungeliebte Assets optisch klarer vom zukünftigen Kerngeschäft getrennt und abgewickelt werden können. Aber eine „Bad Bank“ im klassischen Sinne wird dies wohl kaum sein.

Ob das der Bank wirklich weiter hilft? Es wäre wohl für die hausinternen Abläufe eine gewisse optische Hilfe, weil klar ersichtlich ist, welches Geschäft nur noch verwaltet und abgewickelt wird, und welches weiter aktiv betrieben wird.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Aktien

Lufthansa mit Gewinnwarnung – Aktie -7%

Veröffentlicht

am

Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell vorbörslich mit -7%. Das liegt an der gestern veröffentlichten Gewinnwarnung. Der operative Gewinn für 2019 solle statt bisher 2,4-3,0 jetzt bei 2,0-2,4 Milliarden Euro liegen. Gravierend: Offenbar ist der Preisdruck bei den Billigfliegern so stark, dass die Lufthansa-Billigtochter Eurowings kräftig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Hier die Lufthansa im Wortlaut:

Der Preisverfall im Europaverkehr, der durch marktweite Überkapazitäten und aggressiv wachsende Billigkonkurrenten ausgelöst wurde, übt Druck auf die Durchschnittserlöse auf der Kurzstrecke aus. Der Konzern passt deshalb seinen Finanzausblick für das Jahr 2019 an. Die Netzwerk Airlines werden im Jahr 2019 voraussichtlich eine Adjusted EBIT1 Marge zwischen 7 und 9 Prozent erreichen. Bei Eurowings geht der Konzern von einer Adjusted EBIT Marge zwischen -4 und -6 Prozent aus. Unter der Annahme eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich wird die Adjusted EBIT Marge des Konzerns damit zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen. Dies entspricht voraussichtlich einem Adjusted EBIT für den Konzern zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro. Der Konzern wird außerdem wegen einer Änderung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs im Zwischenbericht zum 30. Juni 2019 eine Rückstellung für ein steuerrechtliches Risiko in Höhe von 340 Millionen Euro bilden.

Lufthansa
Foto: Lufthansa AG

weiterlesen

Aktien

Giovanni Cicivelli: Vorschau auf Euro, Pfund, Lufthansa uvm

Veröffentlicht

am

An dieser Stelle biete ich nur eine kurze Vorschau auf Trades im Euro, Pfund, Lufthansa uvm. Habt ihr meinen täglichen Service noch nicht abonniert? Es ist völlig kostenfrei! Bitte einfach beim Klick an dieser Stelle anmelden.

weiterlesen

Deutsche Bank mit Bad Bank? Eher eine Sinnestäuschung

Die Deutsche Bank plant eine Bad Bank. So schreibt es die Financial Times, und so übernehmen es auch aktuell zahlreiche Medien. Die Deutsche Bank selbst hat dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Bankchef Sewing soll angeblich im Juli dazu etwas sagen. Aber worum geht es hier wirklich?

Wäre dies wirklich eine Bad Bank? Hauptsächlich sollen lang laufende Derivate in diese Sondereinheit der Bank umgebucht werden. Warum gerade Derivate? Nun, die scheinen offenbar wenig ertragreich für die Deutsche Bank zu sein. Und noch wichtiger: Durch neue Regulierungen in den letzten Jahren sind die Kapitalanforderungen für Hochrisiko-Positionen gestiegen, und von daher verlangen sie nach mehr Kapitalunterlegung. Also will die Bank wenig profitable und einengende Assets los werden?

Wirklich eine „Bad Bank“ für die Deutsche Bank?

Tja, doch was macht eine Bad Bank? Sie ist eigentlich dafür da, dass eine kurz vor dem Kollaps stehende Bank Schrott auslagert, damit zukünftig eine gesunde Kernbank weiter arbeiten kann. Und damit das Konstrukt überhaupt arbeiten kann, muss der Staat in die Bad Bank einsteigen und mit Steuergeldern die kaputten Vermögenswerte aus der gesunden Bank heraus kaufen (hier ein gutes Beispiel von der HSH Nordbank). Aber es ist kaum vorstellbar, dass der deutsche Staat Geld bereit stellt, nur damit die Deutsche Bank ihre Profitabilität und Kapitalbasis ein klein wenig aufhübschen kann.

Tja, den Namen Bad Bank hat die FT ins Spiel gebracht, und nicht die Deutsche Bank selbst. Man sollte es wohl eher so bezeichnen. Die Deutsche Bank wird wohl (wenn der Bericht stimmt) Derivate in eine gesonderte Geschäftseinheit umbuchen, wo sie im Laufe der Jahre abgewickelt werden. Man kann sie noch so oft in externe Gesellschaften umbuchen. Solange keine externen Gelder fließen, bleibt es ein hausinternes Problem für die Deutsche Bank.

Oder sollen externe Profi-Investoren für Werte unter dem offiziellen Marktwert die Derivate aus der DB herauskaufen? Dann hätte die DB ja Verluste hinzunehmen. Also, egal wie man es dreht und wendet. Solange die Bank nicht gerade vor dem totalen Kollaps steht, ist das bevorstehende Konstrukt wohl eher eine Ausgliederung in eine hausinterne gesonderte Geschäftseinheit, damit ungeliebte Assets optisch klarer vom zukünftigen Kerngeschäft getrennt und abgewickelt werden können. Aber eine „Bad Bank“ im klassischen Sinne wird dies wohl kaum sein.

Ob das der Bank wirklich weiter hilft? Es wäre wohl für die hausinternen Abläufe eine gewisse optische Hilfe, weil klar ersichtlich ist, welches Geschäft nur noch verwaltet und abgewickelt wird, und welches weiter aktiv betrieben wird.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

Eine interessante Woche steht bevor – Notenbanken und Einkaufsmanagerindizes im Fokus

Da sich die Weltwirtschaft erkennbar in einer Phase der Abkühlung befindet, nicht zuletzt initiiert durch den endlosen Zollkrieg der beiden Führungsmächte, ist man an zwei Entwicklungen besonders interessiert. Was machen die großen Notenbanken angesichts der Bedrohungslage und gibt es weitere Aufschlüsse durch die Einkaufsmanagerindizes in wichtigen Ländern? Diese gelten als Frühindikatoren, die Hinweise liefern können. Über beide wird in dieser Woche diskutiert werden.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

 

In punkto Notenbanken:

Am Montag beginnt in Sintra/Portugal die Notenbankenkonferenz der EZB mit der Einführungsrede von Chef Mario Draghi.
Am Mittwoch endet die Sitzung der US-Notenbank mit möglichen Hinweisen auf die weitere Zinspolitik.
Am Donnerstag findet nicht nur die Notenbanksitzung der Bank of England statt, es kommt auch in Japan zum Treffen der Notenbank. Die BoJ fasst Entschlüsse über die künftige Geldpolitik nach einem Rückgang der japanischen Exporte nach China, den fünften Monat in Folge.

 

Und die Konjunkturdaten?

Am Dienstag gibt es den ZEW-Index mit den Konjunkturerwartungen und eine Konjunkturvorschau des Ifo-Instituts für die Jahre 2019 und 2020.
Am Freitag kommen die sehr beachteten Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor für die Länder Deutschland und Frankreich.

Nicht zu vergessen den dreifachen Hexensabbat, den Verfall von Futures und Optionen auf Aktien und Indizes am dritten Freitag im Monat Juni.

Also reichlich Stoff für die Märkte zur Spekulation vor dem großen Event, eine Woche später, dem G20-Gipfel in Osaka/Japan.

 

Ökonomen-Barometer an der Wachstumsschwelle von 50 Punkten – aber die Institute rechnen mit keiner Rezession für Deutschland

Man könnte fast vermuten, dass das Wort Rezession bei den Wirtschaftsinstituten auf einem Index steht. Obwohl sich die Wachstumsindikatoren für die deutsche Wirtschaft nach wie vor weiter eintrüben, rechnet keiner mit einer Schrumpfung.

 

Die Indikationen im Sinkflug

Ob IWF, Ifo-Institut, Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IW) oder die Bundesregierung, seit fast einem Jahr befinden sich alle Prognosestellen in einem Abwertungswettlauf für das deutsche Wirtschaftswachstum – von anfänglichen zwei Prozent auf derzeit etwa 0,5 Prozent. Aber von Rezession will keiner etwas wissen. Eine aktuelle Umfrage eines Ökonomen-Barometers für den Monat Juni erbrachte gerade noch einen Wert von 50 Punkten, also praktisch dem Nullwachstum, ein Rückgang von vier Punkten zum Vormonat. Besonders bedenklich ist der Rückgang der Erwartungen für die nächsten 12 Monate um neun Punkte auf rezessive 42,6 Punkte.

 

Bau und Dienstleistungen sollen es richten

Bei einer Fahrt durch die Lande wird es vielerorts ersichtlich.

2018 erzielte das Baugewerbe einen Auftragseingang von 79,5 Milliarden Euro – der höchste Wert seit 24 Jahren. Viele Unternehmen sind derzeit sogar stärker ausgelastet als während des großen Baubooms nach der Wiedervereinigung in den 90er-Jahren.

Deshalb rechnen auch die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute für die kommenden zwei Jahre mit Wachstumsraten, die das BIP-Wachstum deutlich übersteigen. So sollen die Bauinvestitionen 2019 zwischen 2,9 und 3,1 Prozent steigen.

Dazu kommt noch der starke Dienstleistungssektor in Deutschland (seit Monaten steht der Einkaufsmanagerindex auf starken 55 Punkten), eine niedrige Arbeitslosenquote und eine starke Verbraucherstimmung (GfK) mit nach wie vor über 10 Punkten.

Aber es gibt eine Entwicklung, die Deutschlands Ökonomie insgesamt in die Schrumpfung zwingen könnte.

 

Automobilindustrie vor „Super-Rezession“?

Ausgerechnet in Deutschlands Schlüsselindustrie, der Automobilbranche, stehen die Zeichen auf Sturm. Die Gefahr geht von China aus, wo der Neuwagenverkauf im Mai den zwölften Monat in Folge zurückgegangen ist. In früheren Jahren hatte die Nachfrage der chinesischen Konsumenten noch ein Viertel der weltweiten Autoproduktion vom Markt aufgesaugt. Allein VW verkaufte 4 seiner 10 Millionen Fahrzeuge in China.

Nach Berechnungen des Forschungsinstituts CAR der Universität Duisburg weisen 12 der 15 größten Automärkte der Welt sinkende Verkaufszahlen auf.

Der weltweite Absatz neuer Autos werde dieses Jahr um gut fünf Prozent auf 79,5 Millionen Stück sinken, ein Rückgang der größer werden könnte, als in der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009, so der Leiter des Instituts.

Zum Vergleich: Nach der Lehman-Pleite 2008 waren die Verkäufe nur um 3,6 Prozent zurückgegangen. Bisher konnten die deutschen Autobauer die Krise durch Verkäufe in den Rest der Welt noch ausgleichen, aber eine Schrumpfung des Automarktes in China um 10 Prozent in diesem Jahr ist schon ein Pfund, zumal man die Kapazitäten im Reich der Mitte erst stark ausgebaut hat.

Dazu kommen noch die starken Investitionen in die neue Antriebstechnik, die höheren Abgasvorschriften, und vieles mehr.

Bald kommen die Absatzzahlen für das Quartal Q2, mit den entsprechenden „Outlooks“.

 

Fazit

Verzweifelter Optimismus an der Ökonomenfront, könnte man meinen. Nach wie vor sinken die Aussichten für die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und immer noch bilden eine boomende Baukultur, der starke Dienstleistungssektor und eine niedrige Arbeitslosigkeit ein Bollwerk für den abstürzenden Industriesektor.

Deutschland kann ja noch die Kurve kriegen mit einer Stabilisierung des Wachstums, aber es darf halt das nicht passieren, worüber wir schon x-fach berichtet haben. Eine weitere Abschwächung des Welthandels infolge der Eskalation im Handelsstreit, ein ungeordneter Brexit und nicht zuletzt doch noch die Einführung von weiteren US-Zöllen gegenüber der EU. Dann wird das eintreten, was in den letzten Jahrzehnten Usus war: Die führenden Wirtschaftsinstitute konnten eine Rezession noch nie richtig vorhersagen.

Lufthansa mit Gewinnwarnung – Aktie -7%

Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell vorbörslich mit -7%. Das liegt an der gestern veröffentlichten Gewinnwarnung. Der operative Gewinn für 2019 solle statt bisher 2,4-3,0 jetzt bei 2,0-2,4 Milliarden Euro liegen. Gravierend: Offenbar ist der Preisdruck bei den Billigfliegern so stark, dass die Lufthansa-Billigtochter Eurowings kräftig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Hier die Lufthansa im Wortlaut:

Der Preisverfall im Europaverkehr, der durch marktweite Überkapazitäten und aggressiv wachsende Billigkonkurrenten ausgelöst wurde, übt Druck auf die Durchschnittserlöse auf der Kurzstrecke aus. Der Konzern passt deshalb seinen Finanzausblick für das Jahr 2019 an. Die Netzwerk Airlines werden im Jahr 2019 voraussichtlich eine Adjusted EBIT1 Marge zwischen 7 und 9 Prozent erreichen. Bei Eurowings geht der Konzern von einer Adjusted EBIT Marge zwischen -4 und -6 Prozent aus. Unter der Annahme eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich wird die Adjusted EBIT Marge des Konzerns damit zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen. Dies entspricht voraussichtlich einem Adjusted EBIT für den Konzern zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro. Der Konzern wird außerdem wegen einer Änderung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs im Zwischenbericht zum 30. Juni 2019 eine Rückstellung für ein steuerrechtliches Risiko in Höhe von 340 Millionen Euro bilden.

Lufthansa
Foto: Lufthansa AG

Giovanni Cicivelli: Vorschau auf Euro, Pfund, Lufthansa uvm

An dieser Stelle biete ich nur eine kurze Vorschau auf Trades im Euro, Pfund, Lufthansa uvm. Habt ihr meinen täglichen Service noch nicht abonniert? Es ist völlig kostenfrei! Bitte einfach beim Klick an dieser Stelle anmelden.

Dax-Signal machte am Freitag 140 Punkte Gewinn (Wochenergebnis: +239 Punkte)

Gesponserter Artikel

Ebenso wie Donnerstag konnte das Dax-Signal (hier gratis einsehbar) auch zum Wochenausklang knapp 100 Punkte Gewinn im ersten Trade realisieren. Der bereits am kurz nach Börsenstart einsetzende Abwärtstrend hielt bis um 14:00 Uhr Serverzeit an. Die darauffolgende Aufwärtsbewegung führte zu weiteren 42 Punkten. In der Summe ein sehr guter Handelstag.

Achtung: Das Dax-Signal wir heute durch die neue Version ersetzt – auch wechseln wir nun zur Handelsplattform von Markets.com.

Die Signale lassen sich übrigens am einfachsten mit CFD´s umsetzen – sichern Sie sich noch heute Sonderkonditionen (DAX-Handel ohne An- und Verkaufsgebühren) bei einem der größten CFD-Broker auf https://www.trading-house.de/markets/?ref=Finanzmarktwelt&ref2=finmktwlt

Sollten Sie weitere Informationen zu den Einstiegsregeln oder dem CFD Handel benötigen, schreiben Sie uns bitte untern Nennung Ihre Rufnummer an: bluestar@trading-house.net. Gerne werden wir Sie dann telefonisch kontaktieren um alle Fragen zu klären.

Kurze Zeiteinheiten ermöglichen das schnelle Erkennen von Trendwechseln.

Gesponserter Artikel

Dax-Signal

Die trading-house Börsenakademie ist ist Sponsor und Herausgeber des Dax-Signals.

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

Wichtigste Wochen des Jahres! Videoausblick

Viele Analysten sprechen von den zwei wichtigsten Wochen des Jahres für die Märkte, die nun anstehen: erstens vor allem wegen der Fed (Entscheidung am Mittwoch), und zweitens wegen des G-20-Gipfels (Ende des Monats in Japan). Die alles entscheidende Frage dürfte sein, ob die Fed wieder auf das Quengeln der Märkte reagiert – wie zuletzt mit der Absage weiterer Zinsanhebungen und dem Ende der Bilanzreduzierung. Dabei sollte man nicht vergessen, dass vor allem die Aktienmärkte glaubten, in einem „goldilock-Szenario“ zu sein und die schwächer werdenden US-Konjunkturdaten völlig ignorierten, nun aber offenkundig den Untergang der US-Wirtschaft erwarten, weswegen die Fed nun in rascher Folge die Zinsen senken müsse. Die Fed aber sieht die US-Konjunktur wohl weniger pessimistisch..

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Marktüberblick zum Wochenende: Glaubt die Börse dem US-Militär nicht?

Das aktuell beherrschende Thema an der Börse ist der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Wer war es, was ist da passiert? Die USA haben ziemlich schnell ein Video hervorgezaubert, auf dem angeblich zu sehen sei, wie iranische Soldaten auf einem Schnellboot eine Haftmine von einem Öltanker entfernen, weil sie nicht explodiert war. Aber den späteren erfolgreichen Angriff auf den Öltanker zeigt das Video nicht. Ob es der Iran war? Vielleicht ja, vielleicht nein. Oder vielleicht auch iranische Kommandeure, die auf eigene Faust handeln?

Wie auch immer. Wenn man sich heute die Marktreaktionen anschaut, dann darf die Frage erlaubt sein: Glaub die Börse dem US-Militär nicht? Glaubt man an ein Fake-Video? Oder ist den meisten einfach klar, dass dieses Video ja nun mal keinerlei Angriff auf den Öltanker zeigt, und dass es von daher keinen Beweis für einen Angriff durch den Iran gibt? Wir halten uns bei einer konkreten Bewertung raus, und können nur Fragen stellen. Das Problem für die USA ist wohl, dass ihre Seriosität in Sachen Beweislieferung seit den Fake-Beweisen für den Irak-Krieg im Jahr 2003 im Eimer ist.

Der Aktienmarkt jedenfalls reagierte von gestern bis heute überhaupt nicht ängstlich auf diese mögliche Krise. Der Dow ist seit gestern früh bis jetzt um 70 Punkte gestiegen, der Dax notiert exakt +-0 seit Bekanntwerden der „Tanker-Krise“. Im folgenden Chart haben wir Dax und Dow übereinander gelegt und das Bekanntwerden der Angriffe eingekreist.

Dax und Dow

Und der Devisenmarkt? Im folgenden Chart schauen wir mal auf Euro vs USD. Links eingekreist haben wir eine winzige, ganz kurze Reaktion zum Tanker-Angriff. Sie ist aber eigentlich nicht mal erwähnenswert. Denn danach lief EURUSD mehr als 24 Stunden fast seitwärts. Erst heute (Pfeile) kam durch die Konjunkturdaten in den USA ein klein wenig Bewegung in den Markt, und der Dollar wertete gegen den Euro ein wenig auf.

Euro vs USD

Und sonst? Die Zeichen für eine Konjunktureintrübung mehren sich. Russland hat heute seinen Leitzins gesenkt, und will wohl bald weiter senken. Der Grund: Die Wirtschaft laufe schwächer als bislang gedacht. Die Internationale Energie-Agentur spricht heute von nachlassender Öl-Nachfrage. Dass die Institutionellen Anleger auch eine weitere Verschlechterung der Konjunktur erwarten, sehen wir am Ehesten im Anleihemarkt. Die extrem wichtige und auch international stark beachtete deutsche Bundesanleihe (10 Jahre Laufzeit) weist heute eine weiter fallende Rendite auf. Sie fiel heute im Tief auf -0,269%. Einfach unglaublich. Zum Jahresanfang 2019 lag die Rendite noch mit 0,25% im Plus.

Rendite 10 Jahre Bund

Gold

Wohl die Kombination aus dem Konjunkturabschwung, Handelskrieg und den Tanker-Angriffen lässt Gold spürbar steigen. Viele Analysten sind der Meinung, dass mehr Potenzial auf der Aufwärtsseite vorhanden ist. Wie wir es heute früh schon sagten. Nach dem Überschreiten des Hochpunkts bei 1.346 Dollar aus Februar ist der Weg charttechnisch nach oben erstmal frei. Heute stieg Gold bis auf 1.358 Dollar. Bis jetzt kam es wieder zurück auf 1.348 Dollar. Also: Die Flucht in die Sicherheit ist im Gold erkennbar, aber aktuell hat die Angst auch wieder abgenommen. Aber Handelskrieg, Tanker und Co bieten wohl auch nächste Woche die Möglichkeit für einen steigenden Goldpreis.


Werbung: Trade.com bietet einen der geringsten Spredas aller CFD-Broker beim Germany 30 CFD. Vollständiger Kunden-Support in deutscher Sprache! Und wir bieten Ihnen ein umfangreiches und kostenloses Ausbildungspaket für Ihr zukünftiges Trading. Mehr dazu erfahren Sie beim Klick an dieser Stelle.

Gold

Öl

Und das liebe Öl? Wenigstens hier hat man den USA geglaubt, und jagt den Ölpreis gnadenlos nach oben, weil ein Krieg zwischen Saudis und USA gegen den Iran bevor steht? Offensichtlich glauben auch die Termintrader am Ölmarkt nicht so richtig an die große Kriegsangst für die Region. Zwar reagierte der Ölpreis gestern mit gut 2 Dollar nach oben. Im Chart haben wir den Anstieg eingezeichnet. Aber danach folgte bis jetzt erstmal eine Seitwärtsphase. Wie es weiter geht? Ganz schwer zu sagen. Natürlich kann die Lage weiter eskalieren, und Öl schießt weiter nach oben. Aber die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt eine kurze Halbwertzeit für solche Zwischenfälle. Möglich ist, dass sich der Ölmarkt in den nächsten Tagen wieder der globalen Konjunkturschwäche und der damit einhergehenden Nachfrageschwäche widmet. Das würde natürlich auf einen fallenden Ölpreis deuten.

Öl

Russland senkt Leitzins, stellt weitere Schritte in Aussicht

Die Russische Zentralbank hat heute den Leitzins von 7,75% auf 7,50% gesenkt. Der russische Rubel ist seit der Entscheidung sogar minimal gestiegen. USD vs Rubel sank nämlich von Von 64,41 auf 64,31. Also was ist hier los? Die Zentralbank sagt als Begleittext, dass der Rückgang der Inflation voran schreite. Und das Wirtschaftswachstum in Russland im 1. Halbjahr sei geringer als vorher erwartet. Auch sagt man heute klipp und klar, dass weitere Zinssenkungen in den nächsten Sitzungen möglich seien (hier der gesamte Text im Wortlaut).

Der IWF hatte Russland vor einigen Tagen dazu geraten die Zinsen zu senken. Es sei nun Zeit für diesen Schritt, so der IWF in seinen Aussagen. Von daher war die Senkung heute offenkundig keine Überraschung für die Märkte. Aber dass der Rubel trotz Ankündigung weiterer Zinssenkungen eher leicht steigt, als zu fallen – das ist schon bemerkenswert. Im Chart sieht man USD vs Rubel seit September 2018. In den letzten Monaten gab es eine nicht zu übersehende Range in einem Seitwärtstrend für das Währungspaar. In dieser Range ist man derzeit mitten drin.

Russland - USD vs Rubel

Zentralbank Russland
Russische Zentralbank in Moskau. Foto: Ludvig14 CC BY-SA 4.0

Internationale Energie-Agentur: Öl-Nachfrage rückt in den Fokus

Die Internationale Energie-Agentur hat heute ihren aktuellsten Ölmarktbericht veröffentlicht. Ausgerechnet heute, einen Tag nach den Vorfällen mit den Öltankern zwischen dem Oman und Iran. Bis vor Kurzem sei es nur um die Angebotsseite am Ölmarkt gegangen, als da wären Libyen, Iran, Venezuela, und die Fördermengenkürzung der OPEC. Diese Sichtweise habe Brent im April über 70 Dollar geschoben, so die IEA.

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

Die aktuelle Tanker-Story hat die IEA in ihrem Bericht aber schon mit erwähnt. Aufgrund einer Angst vor Verknappung des Angebots (so unsere Klar-Formulierung der IEA-Aussagen) sei Öl gestern um 4% gestiegen. Die Themen auf der Angebotsseite seien aktuell nicht verschwunden. Aber jetzt liege der Fokus auf der Nachfrageseite, da die ökonomischen Indikatoren schwächeln würden (also tendenziell sinkende Öl-Nachfrage).

Im Mai habe die OECD (Mutterorganisation der IEA) eine Prognose für das globale BIP-Wachstum herausgegeben. 2019 sollen es +3,2% werden, weniger als in der vorigen Prognose. Das weltweite Wirtschaftswachstum sei auf die niedrigste Rate zurückgefallen sei der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Folgen für die Nachfrage nach Öl seien offenkundig, so die IEA. Das Wachstum in der globalen Öl-Nachfrage könne aber von vermutlich +1,2 Millionen Barrels pro Tag in 2019 auf +1,4 Millionen Barrels pro Tag in 2020 steigen. Hier einige Detailaussagen der IEA im Wortlaut zur Nachfrageseite:

The consequences for oil demand are becoming apparent. In 1Q19, growth was only 0.3 mb/d versus a very strong 1Q18, the lowest for any quarter since 4Q11. The main weakness was in OECD countries where demand fell by a significant 0.6 mb/d, spread across all regions. There were various factors: a warm winter in Japan, a slowdown in the petrochemicals industry in Europe, and tepid gasoline and diesel demand in the United States, with the worsening trade outlook a common theme across all regions. In contrast, the non-OECD world saw demand rise by 0.9 mb/d, although recent data for China suggest that growth in April was a lacklustre 0.2 mb/d. In 2Q19, we see global demand growth 0.1 mb/d lower than in last month’s Report. For now though, there is optimism that the latter part of this year and next year will see an improved economic picture. The OECD sees global GDP growth rebounding to 3.4% in 2020, assuming that trade disputes are resolved and confidence rebuilds.

Auch sagt die Internationale Energie-Agentur, dass es für die Angebotsseite schwierig sein werde die Nachfrage zielgenau zu treffen. Massenhaft zusätzliche Ölproduktion komme aus Nicht OPEC-Staaten auf den Markt. Alleine die USA würden im laufenden Jahr 90% des Zuwachses von 1,9 Millionen Barrels pro Tag ausmachen. Und wir wissen ja (unsere Anmerkung), dass die Fracker in den USA völlig unberechenbar sind. Es handelt sich um jede Menge kleine, mittelgroße und große Privatunternehmen, die anders als staatliche Ölkonzerne in anderen Ländern nicht von oben herab zu regulieren sind.

Heute hat die Internationale Energie-Agentur zum ersten Mal einen Öl-Ausblick für 2020 gegeben. Eine klare Botschaft für das Jahr 2020 sei, dass es viele Angebotssteigerungen außerhalb der OPEC geben werde, um ein wahrscheinliches Niveau der Nachfrage zu decken. Dies könne eine willkommene Nachricht für die Verbraucher und die allgemeine Gesundheit der derzeit anfälligen Weltwirtschaft sein, da sie den erheblichen Aufwärtsdruck auf die Ölpreise begrenzen werde.

Kurz-Fazit unsererseits: Die IEA sieht die Nachfrage-Seite schwächeln. Auf der Angebotsseite könnte es zu nicht kontrollierbaren zusätzlichen Mengen kommen. Also: Abwärts mit dem Ölpreis auf mittlere Sicht gesehen?

Bitte abonnieren Sie unseren Newsletter.


Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen