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Japan: Eine Warnung an die Crash-Propheten

Wie ein fundamental absolut untragbarer Zustand durch eine Notenbank noch sehr lange aufrecht erhalten werden kann! Vorbild für EZB?

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Japan ist derzeit in aller Munde. Es wurde sogar schon der Begriff der Japanifizierung geprägt. Was ist damit gemeint? Eine alternde Bevölkerung, die in puncto Demographie vielen Nationen ein Beispiel sein wird, Niedrig- oder Nullzinsen – und dies schon seit zwei Jahrzehnten. Dazu die höchste Staatsverschuldung der Industriestaaten und ein Aktienmarkt, der immer noch unter seinen Höchstständen des Jahres 1989 notiert. Aber steht es um Japan wirklich so schlecht?

Japan und seine Wirtschaftsdaten

Das Land mit seinen 126 Millionen Einwohnern ist nach wie vor die drittstärkste Wirtschaftsnation der Welt, mit einem Bruttoinlandsprodukt von 4,972 Billionen Dollar (2018), damit deutlich hinter den USA (20,58 Billionen) und China (13,3 Billionen), aber weit vor Deutschland mit 3,344 Billionen Euro (2018).

Die Staatsverschuldung beträgt gigantische 238 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt, allerdings befinden sich davon 50 Prozent in den Büchern der Bank of Japan. Was das Ganze gewaltig relativiert, denn diese Papiere werden niemals mehr in den Kreislauf zurückkehren – und angesichts einer jahrelangen Inflation an der Nullermarke wird eine teilweise Eliminierung vermutlich auch keine Preisexplosion auslösen.

Bedenklich ist allerdings die Altersstruktur der Japaner, die mit einem Durchschnittsalter im Median von 48 Jahren (50 Prozent sind älter oder jünger) und bereits einem Anteil von 25 Prozent der Bevölkerung , die sich nach unseren Maßstäben im Rentenalter befinden. Erschwerend hinzu kommt noch die niedrige Geburtenrate pro Frau mit 1,4 Kindern, nötig wären 2,1 für eine stabile Bevölkerung ohne Migration.

Man ist mit 1,2 Billionen Dollar an Devisenreserven einer der Hauptgläubiger der USA, der Staat besitzt außerdem 765,2 Tonnen an Goldreserven. Die Zusammensetzung des Bruttoinlandsprodukts weicht gar nicht so sehr von dem der USA ab:

Landwirtschaft ca. 1,3 Prozent, Industrie gut 25 Prozent, ebenso wie der Dienstleistungssektor mit 73 Prozent

Wie hat sich die Wirtschaft angesichts der Nullzinsen entwickelt?

Betrachtet man das Wirtschaftswachstum im letzten Jahrzehnt (2010 – 2019) in den großen Industriestaaten, so fällt Japan schon etwas aus der Reihe:

  • Südkorea +2,9 Prozent ( im Durchschnitt)
  • Australien +2,6 %
  • USA +2,3 %
  • Deutschland +1,7 %
  • Japan +1,0 %

Vergleicht man aber die Wirtschaftsleistung pro Kopf, so sieht die Statistik für Japan etwas besser aus, welches als einziges Land eine etwas schrumpfende Bevölkerung in der Dekade aufweist. Die Zuwächse pro Kopf:

  • Südkorea 22000 – 26700 $, + 2,4%
  • USA 50000 – 58000 $, + 1,6%
  • Deutschland 37000 – 41200 $, + 1,3%
  • Japan 32000 – 35900 $, + 1,1% (Quelle statista)

Ein Hinweis, was in puncto Demografie auf Deutschland zukommen könnte, ist der Fakt, dass das gesetzliche Rentenalter in Japan zwar auch bei 65 Jahren liegt, aber über sieben Millionen Bürger jenseits dieser Schwelle noch berufstätig sind.

Japan: Zinslandschaft und Quantitative Easing

Nach der gigantischen Überspekulation mit Immobilien und dem darauf folgenden Crash an den Märkten, versuchte die Bank of Japan mit Zinssenkungen gegenzuwirken. Der japanische Leitzins lag 1990 tatsächlich noch bei sechs Prozent und wurde bis zum Jahre 1999 bis auf 0 Prozent gesenkt.

Dann folgten sechs Jahre, in denen der Leitzins zwischen 0,15 und 0,25 Prozent schwankte, dann das Jahr 2007, als die Notenbank den Zins sogar auf 0,50 Prozent erhöhte. Dummerweise folgte darauf die Finanzkrise, die die Notenbanken weltweit in den Zinssenkungsmodus trieb, natürlich auch Japan. Man senkte den Zins auf 0,1 Prozent, wo er acht Jahre lang bis 2015 verharrte. Dann kam der Schritt auf minus 0,1 Prozent, dem Niveau, welches bis heute Gültigkeit hat.

Die japanische Notenbank hat anscheinend erkannt, dass weitere Minuszinsen keinen Effekt erzielen – eine Erkenntnis, die man in Europa gerade erst nachvollziehen muss. Aber wie hat man Wirtschaft und Börse stimuliert? Durch ein gigantisches Quantitative Easing der Notenbank, die in unglaublich manipulativer Art und Weise in die Marktstrukturen eingriff.

Die aktuell nach Premier Shinzo Abe bezeichneten Maßnahmen („Abenomics„) haben dazu geführt, dass sich bereits die Hälfte der Staatsanleihen in den Büchern der Notenbank befinden. Dazu das Aktienankaufprogramm: Bereits seit 2001 erwirbt die BoJ jährlich umgerechnet 54 Milliarden Dollar an Indexfonds auf den japanischen Leitindex Nikkei. Sicher auch ein Grund, warum der Index seit 2012 eine solche Performance hingelegt hat. Die Schweizer Notenbank kauft auch bereits Aktien. Und die EZB?

Unglaublich viel wurde mit Gelddrucken zu lösen versucht – und Japan spielt hier den Vorreiter. Sollte man die Schulden per Notenbankbeschluss teilweise löschen, wäre man auf einen Schlag ein Riesenproblem los, hätte dafür aber andere geschaffen: Verlust des Vertrauens in die Währung plus die Gefahr einer richtig ausufernden Inflation (Hyperinflation). Wobei dann, allein schon bei der Andeutung eines solchen Sündenfalles, die große Stunde des gelben Edelmetalls schlagen wird.

Der unselige Börsenvergleich – Nikkei im Jahr 1989

Kaum eine Zahl wird von Aktienskeptikern mehr heran gezogen als der Stand des Nikkei bei seinem Höchstkurs im Dezember 1989. Nach einer beispiellosen Immobilienspekulation war der Index von 1984 bis Dezember 1989 von 10000 bis auf 38915 Punkte gestiegen – in nur viereinhalb Jahren. Dann der Absturz im Jahr 1992 bis auf 14309 Punkte, Erholung bis 1996 auf fast 20000 Punkte und dem finalen Tiefpunkt nach der Dotcom-Blase bei 7679 Punkten.

Am Freitag schloss der Nikkei mit 23966 Punkten fast auf dem Höchststand seit 28 Jahren. Der Anleger, der nicht sein ganzes Kapital in den Jahren 1988 und 1989 investiert hätte, wäre in allen anderen Jahren seither im Plus. Das zeigt einmal mehr, dass die Gier bestraft wird und nicht ein langfristig und gesplittetes Engagement. Ein Sparplan auf den Nikkei hätte seit 30 Jahren eine gute Performance ergeben.

Dazu noch ein anderes Extrembeispiel: Wer im Jahr 2012 bei einem Nikkei-Tiefstand von 8295 investiert hätte, würde sein Kapital bis heute (23966 Punkte) fast verdreifacht haben. Ein Ergebnis mit dem nicht einmal S&P 500 oder Nasdaq mithalten können. Insgesamt ein Credo für beständiges Investieren und gegen die Gier: Dazu noch der Spruch des Maestro Warren Buffett: „Be fearful when others are greedy and greedy when others are fearful!“

Fazit: Japan als Blaupause für die Weltwirtschaft

Japan ist zweifellos in vielen Punkten eine Blaupause für viele Volkswirtschaften: Schuldenproblematik, Zinspolitik, Demographie und Aktienengagement. Bei Letzterem zeigt sich, welche Langfristfolgen es geben kann. Vielleicht auch ein kleiner Hinweis darauf, dass es nicht allzu geschickt sein dürfte, jetzt sein ganzes Kapital in den S&P 500 zu investieren.

Aber es ist in gewisser Weise auch eine Warnung an die Crashpropheten und deren Anhänger, vor allen Dingen denjenigen, die ihre Anlagestrategie danach ausrichten. Ein fundamental absolut untragbarer Zustand kann durch die Notenbanken noch sehr lange aufrecht erhalten werden!

Um gleich den Einspruch der Kritiker entgegen zu argumentieren: nur dann, wenn die Schulden nicht in Fremdwährung gehalten werden (Simbabwe, Venezuela, Argentinien und andere). Es geht lange gut, aber nicht ewig.

Japan als Wegweiser für die westlichen Industriestaaten?

By 663highland – Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8349591

13 Kommentare

13 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    16. Dezember 2019 11:31 at 11:31

    Irgendwie beruhigend. Wenn es noch zwanzig Jahre so weitergeht, bin ich neunzig.
    Danke Euro und EZB! Noch zwanzig schöne Jahre😉.

    • Avatar

      Kritisch on fire

      16. Dezember 2019 17:46 at 17:46

      @Columbo!
      Ja, genau! Immer schön im hier und jetzt. Was kratzt uns denn schon was in 20 oder 30 Jahren sein wird. Sollen das doch unsere Nachkommen ausbaden. Egal ob Crash, Atomenergie, Verdreckung der Ozeane, Brandrodungen, etc, etc. Also ich pers. mache mir Sorgen über diese weltweit grassierende, monetär getriebene Gedankenlosigkeit.

    • Avatar

      Lausi

      16. Dezember 2019 18:30 at 18:30

      90 Jahre würden dann ja gut zur totalen Sklerose der Wirtschaft passen 🙂

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    Vasari

    16. Dezember 2019 11:42 at 11:42

    Sehr geehrter Herr Fugmann!
    können sie vielleicht etwas über den S&P500 VIX sagen. der spielt doch verrückt, schwankungsbreite 25% im sekungentakt. oder ist beim Computer kaputt!
    danke doris

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    Prognosti

    16. Dezember 2019 12:27 at 12:27

    Auffallend , Wolfgang M. der alle Probleme kennt will anscheinend den Bullen eine Weihnachtsfreude machen.Ein willkürlicher Vergleich des Nikkei Tief 2012 mit dem Nasdaq bis heute ist fast tendenziös.
    Wenn sie das Nasdaq Tief von 2009 nehmen dann hat er nämlich bis heute fast 700% zugelegt u.nicht 300% wie der Nikkei.
    Auch beim kürzlich guten Bericht über die ETFˋs hat der gute Wolfgang M. die anstehenden Risiken eher ausgeblendet. Warren Buffet bei Ehren, aber ich würde Markus Krall u.Daniel Stelter u.s.w. im Moment mehr Beachtung schenken. Und wieder einmal, die verhöhnten Crashpropheten u.Warner sind für die Gesellschaft nützlicher als die ewigen Schönredner , die Krisen wie in 2008 verursachen u.die Schadensbekämpfung den Notenbanken mit bekannten Folgen überlassen.

    • Avatar

      BrettonWood

      16. Dezember 2019 12:51 at 12:51

      Nein man darf auch auf Warren schauen nicht ihne Grund sitzt er auf 125 Mrd die er JETZT nicht imvestiert, auch nicht tranchenweise.

      Die Frage ist, die ich mir eher stelle, wird eine Japanifizierung auch Weltweit parallel ohne Vertrauensverlust durchführbar sein? Ein Japaner konnte ohne weiteres nun viele Jahre in ganz andere Währungen und Indizes investiert gewesen sein, diese Fluchtmöglichkeit wird fehlen, wenn die Welt auf die Japanifizierung zusteuert….

      Es benötigt den Vertrauensverlust, aber ich denke eins wird zum anderen führen eine unaufhaltsame Kaskade, die Zinsen können nicht erhöht werden, weil die Schuldenlast zu hoch ist was unsere Rentensysteme und anderes was auf Rendite angewiesen ist in schieflage bring was balsen erzeugt die irgendwann platzen werden….

      Die Frage ist wenn die Flucht in andere Währungen usw fehlt ob die Panik nicht viel schneller kommt oder ob es den Volksaufstand braucht wenn die Mieten dank Kapitalexzessen für den der noch für Wertloses Geld arbeiten muss sich keine Wohnungmehr zahlen kann, ich glaube die kritische Masse ist unmittelbar bevor, ich glaube kaum das irgendeine Bevölernungsgruppe (ausser die 1% Supperreichen es tolelieren wird nochmals 20 Jahre Weiterso….

      Aber ich hätte auch nicht gedacht das die Chinesen Donalds Wahlkampf unterstützen und sich sls Unterhund präsentieren….

  4. Avatar

    Hesterberg

    16. Dezember 2019 12:39 at 12:39

    Stimmt alles! Es darf eben nur keine weltweite Rezession geben und kein allgemeines Platzen der Immobilienblasen und kein Ansteigen der Zinsen und kein Sterben der Zombieunternehmen und keinen Bankenkollaps und keine sich ausweitenden Handelskriege – dann funktionierts. Es lebe das Schlaraffenland!

  5. Avatar

    Prognosti

    16. Dezember 2019 13:18 at 13:18

    @ Bretton Wood, unsere unterbullischen Meinungen wie auch die von H. Hesterberg sind deckungsgleich.Das Argument,dass Buffett schon länger auf viel Bargeld sitzt entkräftet auch das Argument,dass anfangs Jahr viel Geld zur Anlage fällig wird. Auch andere Portofoliomanager werden eher auf günstigere Einstiegskurse warten.In einigen Tagen beginnt der Zähler auf Null und die Käufer auf Jahrhunderthoch hätten nächstes Jahr ein Riesenproblem um Rendite zu machen.

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    Quintus

    16. Dezember 2019 13:26 at 13:26

    @Wolfgang Müller
    „Ein fundamental absolut untragbarer Zustand kann durch die Notenbanken noch sehr lange aufrecht erhalten werden!“
    Meine Meinung:
    Für ein derartig inhomogenes künstliches Konstrukt wie die EU ist das Ende vielleicht schneller da, als es uns lieb ist. Wieso sonst würde die FED aktuell einspringen um den europäischen Banken das Überleben zu sichern?
    Was geschieht, wenn weltweit tätige Banken US-Dollar benötigen, aber die Primary Dealer keine mehr rausrücken, da ihnen die Risiken der europäischen Banken als nicht mehr tragbar erscheinen?

    Was ist der Auslöser für das einschreiten der FED? Es handelt sich hier mit höchster Wahrscheinlichkeit um eine Knappheit an US-Dollar. Die Primary Dealer verleihen ihre Assets nicht mehr untereinander, da niemand weiß, wer wie viele hoch risikoreichen Euro-Assets in seiner Bilanz hält. Desweiteren hat die EU Bail-in-Regularien erlassen.

    Sollte sich die Lage bei den Euro-Banken zuspitzen, droht ein Totalverlust durch Bail-in (Anleger bezahlen mit ihrem Geld für die Schulden der Bank).

    Die amerikanischen Großbanken geben den Euro-Banken schlicht keinen Kredit mehr. Hier wird augenscheinlich eine allseits bekannte deutsche Großbank nur noch mit der Kneifzange angefasst.

    Die FED muß USD-Liquidität zur Verfügung stellen, damit die Euro-Banken flüssig bleiben. (da keiner mehr ihre Assets als Sicherheit akzeptiert). Würde die FED hier nicht einspringen, würde der kurzfristige Zins für USD im Wort wörtlichen Sinne explodieren( was er ja auch an besagtem 16.Dez. tat)

  7. Avatar

    Shorti

    16. Dezember 2019 15:35 at 15:35

    Italien hat doch gerade wieder eine Bank mit einer Milliarde ( nicht Lira ) retten müssen.
    Wir rasen mit hundert km/ h auf die Mauer zu u.Alle freuen sich am luftigen Fahrwind. ( Börsenwind)
    Diejenigen ,die früher Krisen voraussahen waren sehr wenige, u.wurden schon früher kritisiert.
    ( Hinweis Bericht von @Columbo heute)

  8. Avatar

    Columbo

    16. Dezember 2019 18:51 at 18:51

    @Kritisch on fire

    Ich weiß nicht, wie alt Sie sind. Ich kann Ihnen aber versichern, daß sich ab ca. siebzig Ihre Einstellung zu Leben und Zukunft etwas ändern wird. Da rücken, selbst wenn Sie Nachkommen haben, unweigerlich andere Dinge und andere Sorgen in den Vordergrund. Sie werden dann zwingend lernen müssen, im Hier und Jetzt zu leben. Sie glauben mir nicht? Warten Sie‘s ab.

    • Avatar

      Kritisch on fire

      16. Dezember 2019 20:20 at 20:20

      Ja, sehr geehrter Columbo. Ich darf ihnen versichern, dass sie mit rd. Siebzig von mir noch zum Holen einer Jause geschickt werden könnten. Alter ist keine Ausrede dafür sich für die Zukunft keine Sorgen zu machnen. P.S.: Entschuldigen sie meine orthographischen Fehler in der Großschreibung!

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Ich mache mir Sorgen

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Lieber Börsianer,

seit Jahresbeginn hat der DAX schon wieder rund 2 % zugelegt. Der kleine Bruder MDAX hat in der vergangenen Woche auch schon ein frisches Allzeithoch markiert. Die großen US-Indizes schaffen solche Rekordwerte derzeit ohnehin praktisch täglich. Alphabet rückte zuletzt in den exklusiven Klub der Billionäre auf, also in die Gruppe der Aktien, die über 1 Billion US-Dollar auf die Börsenwaage bringen. Mit von der Gesellschaft sind dort derzeit Apple und Microsoft. Absehbar wird nächstens noch Amazon dazustoßen. Knüpfen wir also nahtlos an das historisch starke Börsenjahr 2019 an? Sind wir jetzt endlich in die Phase eingetreten, in der Aktienkurse nur noch steigen können?

Viele Privatanleger würden solche Fragen derzeit wohl eher mit Ja als mit Nein beantworten. Mit einem Wort: Die Stimmung ist aktuell an den Aktienmärkten ziemlich gut. Selbst der ansonsten in Geldfragen vorsichtige deutsche Michel schreit plötzlich nach Aktien, vor allem wenn er jüngeren Jahrgangs ist. In den Foren von Facebook regiert der Optimismus. Natürlich weiß man, das Aktien auch manchmal fallen können. Aber man ist überzeugt, die holen das binnen weniger Wochen immer wieder auf. Deshalb kauft man heute permanent per Aktien-Sparplan. Aktien sind immer ein Kauf, so das verbreitete Credo. Dabei setzt der Börsennachwuchs gerne…..

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Dow Jones und S&P 500: Hohe Anfälligkeit für Korrektur

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In meiner letzten Analyse hatte ich für den Dow Jones ein maximales Ziel bei 29.638 Punkten (1.62 Retracement) im Chart dargestellt, und auch als Option beschrieben. Die zwischenzeitliche Entwicklung hat dieses Niveau nun in greifbare Nähe rücken lassen. Ob die Kraft der Aufwärtsbewegung ausreichen wird, dieses Ziel anzulaufen, bleibt zunächst noch abzuwarten. Die ersten Anzeichen lassen Zweifel daran aufkommen, ohne das aktuell schon eine Trendwende zu konstatieren wäre. Die damals äußerst optimistische Langzeitprognose, aus dem Jahr 2016, wurde inzwischen eines besseren belehrt. Hoffentlich auch die Kritiker seinerzeit.

Ausblick für den Dow Jones:

Im Zuge der Ausbildung von Welle (5) wird der Dow Jones auch an den folgenden Tagen weiter steigen. Die Schritte werden sich verkleinern, und dennoch erwarte ich den Anlauf an das eingangs beschriebene 1.62 Retracement bei 29.638 Punkten. Zwingend ist dieser Anstieg natürlich nicht mehr, denn Welle (5) wurde längst im regeltechnischen Sinne bestätigt. Wesentlich höher als beschrieben erwarte ich den Dow Jones nicht. Meiner Ansicht nach ist auf diesem Niveau der Trend erschöpft. Vom 1.62 Retracement aus wird sich die Chance auf eine etwas ausgedehntere Korrektur eröffnen.

 

Der Dow Jones dürfte vor einer Korrektur stehen

Diese Bewegung nimmt mit Unterschreiten des 0.24 Retracements bei simulierten 29.224 Punkten, ihren Lauf. Dabei kann sich die Dynamik der ersten Phase sehr hoch ausnehmen. Gefahren würden sich mit Bruch des größeren 0.62 Retracements (28.941 Punkte) einstellen. Sollte sich der Dow Jones dazu entscheiden, ist dem Aufwärtsstreben sofort ein Ende beschieden. In meiner demnächst erscheinenden Langzeitbetrachtung werde ich speziell auf die sich dann anschließende Phase eingehen.

Fazit:

Der Dow Jones bildet aktuell noch einen Aufwärtstrend aus. Für ein Engagement ist es meiner Ansicht nach zu spät, ist die Korrekturanfälligkeit als sehr hoch einzustufen. Daher rate ich von einer Positionierung in den Index ab. Sichern Sie Ihre Positionen spätestens auf dem 0.62 Retracement bei 28.941 Punkte ab.

 

Die Perspektiven für den S&P 500

Der S&P 500 strebt unbeirrt gen Norden und vermittelt dabei noch nicht einmal den Eindruck, als wolle er diese Phase zumindest einmal durch eine Korrektur unterbrechen. Mit dieser Entwicklung trägt der Index meiner jüngsten Analyse weitestgehend Rechnung. In der letzten Ausgabe hatte ich einen Anstieg bis 3.319 Punkte (1.00 Retracement) in Aussicht gestellt. Aktuell notiert der S&P 500 mit einem Punktestand von 3.330 Punkten nur sehr leicht über diesem Widerstand. Das im oberen Chart dargestellte fernere Ziel von ca. 3.900 Punkte rückt in immer greifbarere Nähe und somit raus aus dem Reich der Märchen.

Ausblick:

Im Zuge der Ausbildung von Welle (5) konnte der Trend nun bis zur 1.00-Linie (3.319 Punkte) steigen und auch einen leichten Schlußkurs oberhalb ausbilden. Wie der Chart es zeigt, kann sich diese positive Entwicklung auch an den kommenden Tagen weiter fortsetzen. Dabei steht mit dem kleinen 1.00 Retracement (3.339 Punkte) das idealtypische Ziel der sehr kleinen Welle (v) in greifbarer Entfernung. Wesentlich höhe sehe ich den Index zunächst nicht steigen. Sollte sich ein nachhaltiger Sprung über diese Linie einstellen, eröffnet sich der S&P 500 damit den Weg bis zur 1.62-Linie bei 3.419 Zählern.

Spätestens von diesem Niveau aus wird sich der Index einer Korrektur beugen müssen. Diese Phase nimmt mit Unterschreiten des 0.24 Retracements bei aktuell 3.266 Punkten die Arbeit auf und wird, in mehreren Etappen, im weiteren Verlauf für einen Punktverlust bis 3.167 Punkten (0.62 Retracement) verantwortlich sein. Aus mittelfristiger Sicht liegt das Ziel der Korrektur im Bereich des 0.50 Retracements (aktuell 3.083 Punkte), wie es für eine Welle „2“ nicht unüblich ist. In temporärer Hinsicht steht dem Index eine schon größere Korrektur ins Haus.

Der S&P 500 steht wie der Dow Jones in den letzten Zügen einer Aufwärtsbewegung

Fazit:

Der aktuell noch laufende Aufwärtstrend wird sich noch einige Tage fortsetzen und den Trend bis 3.339 Punkte steigen lassen. Dennoch rate ich von einer erneuten Positionierung ab. Zur Absicherung Ihrer Positionen sollten Sie auf das 0.24 Retracement (aktuell 3.266 Punkte) zurückgreifen.

 

 

 

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Dax: die Korrektur im Aufwärtstrend hat begonnen

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Die letzten Handelstage haben dem Dax eine kleine, kaum wahrnehmbare Korrektur beschert. Mit dieser Performance konnte der deutsche Leitindex meine jüngste Prognose teilweise nachvollziehen. Denn die von mir prognostizierte Korrektur sollte etwas größer ausfallen. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, noch kann sich die Korrektur weiter fortsetzen. Grundlegend unterstreicht der Aktienindex mit der jüngsten Performance, seinen Willen weiter steigen zu wollen. Der Langzeitchart zeigt meine diesbezügliche Sichtweise auf:

 

Der Dax und die längerfristige Prognose für den weiteren Verlauf

 

Ausblick für den Dax:

Die kleine Korrektur, welche sich an den letzten Tagen eingestellt hat, konnte der Dax die erste Unterwelle von Welle (ii) ausbilden. An den folgenden Tage sollte daher ein erneuter Punktverlust nicht vollends ausgeschlossen werden. Wie der Chart es zeigt, kann der Dax durchaus bis zur 0.50 Unterstützung bei aktuell 13.184 Punkten fallen. Die ersten Indizien deuten auf dieses Szenario hin. Lediglich der Bruch dieser Supportline sollte sich nicht einstellen. Gesetzt den Fall, schließt sich ein Punktverlust bis zur größeren 0.24-Unterstützung bei 12.950 Punkten an.

Doch erst der Bruch dieser schon fast existenziellen Linie würde die bislang noch positiven Avancen mit in die Tiefe reißen. Diesem Szenario räume ich keine größeren Chancen ein. Nach Abschluß von (ii) wird der Dax den Aufwärtstrend wieder aufnehmen und zunächst bis zum 0.62-Widerstand (13.805 Punkte) steigen. Das im Chart dargestellte 1.62 Retracement (14.043 Punkte) zeigt das etwas fernere Ziel auf. Dessen Erreichen sollte nicht als gegeben angesehen werden, da die zuvor liegenden Widerstände relativ mächtig sind.

 

Fazit:

Innerhalb einer völlig intakten Aufwärtsbewegung bildet der Dax eine kleine Korrektur aus. Das aktuelle Kursniveau kann unterdessen als Kaufniveau, mit Fantasie bis 13.805 Punkte (0.62 Retracement) angesehen werden. Ein zusätzliches Kaufsignal ist momentan nicht zu benennen. Die Absicherung Ihrer Positionen sollte auf dem 0.50; spätestens 0.24 Retracement (13.184/12.950 Punkte) stattfinden.

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