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Japan in der Abwärtsspirale – in Zahlen und im Video

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Japan befindet sich seit Jahrzehnten in einer Abwärtsspirale aus Rückgang der Wirtschaftsleistung, Deflation, Bevölkerungsrückgang und ständig steigender Staatsverschuldung, die weltweit ihres Gleichen sucht. Heute präsentierte Zahlen zu Im- und Exporten zeigen erneut schockierende Einbrüche.

Im April sind die japanischen Exporte im Vergleich zum April 2015 um 10,1% geringer ausgefallen – die Importe fielen sogar um 23,3%. Monatsschwankungen können immer ungewöhnlich sein, aber dies ist wie gesagt der Vergleich zum Vorjahresmonat – ein dramatischer Rückgang! Die Tatsache, dass die Importe noch viel schneller schrumpfen als die Exporte, mag optisch schön sein für die Handelsbilanz, aber dennoch sind die Rückgänge ein dramatisches Zeichen für die weiterhin schrumpfende japanische Wirtschaft. Und all das geschieht trotz ständig gedruckter Notenbankgelder und einer immer weiter ansteigenden massiven Staatsverschuldung.

Wir hatten schon mehrmals über die Grundproblematik für Japan berichtet. Durch den Demographiewandel schrumpft und überaltert die Bevölkerung. Und noch vor 15 Jahren galt in Japan für eigentlich jeden Berufseinsteiger „Deinen gut bezahlten Vollzeitjob hast Du sicher bis zur Rente“. Durch die schrumpfende Konjunktur und praktisch jahrelang anhaltende Rezession gingen aber viele hochwertige Jobs verloren, und zwangsläufig wurden viele Billigjobs geschaffen.

Eine für die Volkswirtschaft tödliche Spirale ist in Gang gesetzt worden. Gerade junge Leute, die sich mit Bildung beschäftigen sollten, werden z.B. neben der Uni in Billigjobs mit unzähligen Überstunden gezwungen – aber in einem ganz anderen Ausmaß als es in Deutschland vorstellbar wäre. In Japan gibt es dafür das Phänomen namens „Tod durch Überarbeitung“. Natürlich sterben die meisten jüngeren Menschen nicht millionenfach an Arbeit, aber das Phänomen ist dennoch in Japan real vorhanden – die schulischen bzw. studentischen Leistungen bei diesen überarbeiteten jungen Menschen sinken dramatisch, wodurch eine ganze Generation später schlecht qualifiziert dasteht – was sich langfristig noch negativer auf die Volkswirtschaft auswirkt.

Denkt man diese Spirale ganz zu Ende, resultiert das für diese Menschen in ihrem späteren Leben in schlecht bezahlten Vollzeitjobs, wodurch sie tendenziell weniger Familien gründen und noch weniger Kinder kriegen. Dadurch schrumpft die Bevölkerung noch mehr, und die Deflationsspirale dreht sich noch schneller nach unten. Dieses Phänomen wird, so meinen wir, sehr gut im aktuellen Bericht des Weltspiegels aus Japan dargestellt, ab Minute 8:10.


Für das Video bitte hier klicken.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Steven

    23. Mai 2016 15:55 at 15:55

    Seltsam seltsam

    Viel Arbeit , schwindende Arbeiter …eigentlich müsste das Verhältnis anders rum sein

  2. Avatar

    Japan-Kenner

    24. Mai 2016 01:55 at 01:55

    Ich habe selten einen solch schlecht recherchierten und inhaltliche falschen Artikel gelesen. Ihnen, lieber Autor, ist der Begriff Deflation (und damit seien nicht die Verbraucherpreise sondern die Erzeugerpreise) wohl auch kein Begriff? Von diesem Standpunkt aus gesehen ist das reale BIP Japans über die letzten Jahre stetig gewachsen. Genauso wie das BIP pro Kopf der Erwerbsbevölkerung (15-64 Jahre), hier hat Japan weit besser performt als die EU und sogar als die USA.
    Langsam nerven einen diese „Japan steht am Abgrund, der Zusammenbruch muss doch bald kommen“-Artikel einfach…

    • Avatar

      admin

      24. Mai 2016 08:37 at 08:37

      Hallo Japan-Kenner.

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Möchten Sie Ihre Argumente in einem ausführlichen Artikel darlegen? Wir würden diesen sehr gerne bei uns als eigenen Artikel auf finanzmarktwelt.de präsentieren, da wir immer auch Raum geben für gegenteilige Meinungen!

      Melden Sie sich gerne bei uns!

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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am

Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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