Folgen Sie uns

Allgemein

KfW-Kredite als Mega-Desaster für Selbständige – Sparkassen warnen!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Cafe-Betreiber bräuchten KfW-Kredite wohl dringend

Ja super, toll, es gibt jetzt KfW-Kredite für alle Selbständigen, die sie benötigen in dieser Coronakrise. Also kommen wir alle zusammen durch diese Krise, und danach geht es weiter? Falsch! Was wir gestern schon ausführlich thematisiert hatten, wird nun auch von einem führenden Banken-Vertreter kritisiert. Selbständige können nun KfW-Kredite beantragen. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) befindet sich im Staatsbesitz. Sie gibt unbegrenzt Kredite an Unternehmen und kleine Selbständige, die mit Krediten durch die Coronakrise kommen sollen.

KfW-Kredite für die Selbständigen mit den größten Problemen unerreichbar?

Aber das Hauptproblem ist, dass für diese KfW-Kredite nur zu 90 Prozent eine Ausfallhaftung durch die KfW (also den Staat) getragen wird. Die restlichen 10 Prozent des Kreditausfallrisikos trägt die Hausbank des Selbständigen, denn über die Hausbank müssen die KfW-Kredite beantragt werden. Und was hatten wir unlängst kritisiert? Die Hausbank prüft bei diesen Krediten wie vorher auch die Bonität des Antragstellers. Hat zum Beispiel ein kleiner Cafe-Betreiber zwar ein funktionierendes Geschäftsmodell, hat aber keine Sicherheiten vorzuweisen, und es droht nach der Krise durch die KfW-Kredite eine Überschuldung… dann wird die Hausbank den Kreditantrag ablehnen, weil sie selbst das 10 Prozent-Risiko nicht tragen kann.

So drohen gerade die kleinen Selbständigen wie Betreiber von Cafes, Restaurants, Bars uvm pleite zu gehen, obwohl es unbegrenzt KfW-Kredite zur Rettung von Selbständigen gibt. Warum versteht die Politik dieses 10 Prozent-Problem nicht, so hatten wir gestern schon flehentlich gefragt. Sie muss die Staatshaftung auf 100 Prozent erhöhen, sonst erhalten gerade diejenigen jetzt keine KfW-Kredite, die sie am Dringendsten benötigen!

Und genau das kritisiert auch der Chef des bundesweiten Sparkassenverbands DSGV Helmut Schleweis! Im Interview mit dem Handelsblatt sagt er, dass viele Unternehmen, die jetzt am Dringendsten Hilfe benötigten würden, auf die Hilfen nicht zugreifen könnten. Es würden nämlich nur Unternehmen ein Darlehen erhalten, bei denen davon auszugehen sei, dass sie die Kredite innerhalb von fünf Jahren auch zurückzahlen könnten. Bei vielen Unternehmen aus Branchen, die unter der Coronakrise besonders stark leiden, sei dies aktuell nicht der Fall. Betroffen seien vor allem Unternehmen, die sehr stark von laufenden Umsätzen lebten und geringe Rücklagen hätten. Sie bekämen häufig keine Förderkredite, obwohl sie über ein funktionierendes Geschäftsmodell verfügen, wenn die Wirtschaft nach der Coronakrise wieder anläuft, so Schleweis.

Ja, so möchten wir dazu anmerken: Die Banken sind macht- und hilflos. Sie können kein 10 Prozent-Kreditrisiko tragen bei extrem hohen Ausfall-Wahrscheinlichkeiten. Die Banken und Sparkassen sind durch das jahrelange Nullzinsumfeld eh strukturell geschwächt, und stehen nun wohl vor einer Pleitewelle der Kundschaft durch die Coronakrise. Da sollen sie jetzt quasi allen Selbständigen noch KfW-Kredite geben, und dafür auch noch Ausfallrisiken übernehmen? Dass hier zahlreiche Antragsteller abgelehnt werden, ist nur folgerichtig. Die Politik muss die Haftung auf 100 Prozent erhöhen, wenn sie der breiten Masse der kleinen Selbständigen über die KfW-Kredite helfen will!

DIHK-Statement

Was uns erst jetzt auffällt: Schon vor einer Woche hatte auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag genau auf diese Problematik der KfW-Kredite hingewiesen. Besser als der DIHK kann man das Gesamtproblem in wenigen Sätzen nicht ausdrücken. Daher hier im Wortlaut:

Eine große Baustelle muss laut Schweitzer noch bearbeitet werden: „Bei den Corona-Hilfskrediten sehen die Programme weiterhin eine Haftung der Kreditinstitute und Hausbanken vor Ort von 10 bis 20 Prozent vor.“ Angesichts der völligen Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Krise könne aber kein gewerbliches Unternehmen verlässliche Planungen vorlegen – dann aber dürften die Banken keinen Kredit geben. „Aus dieser Falle kommen wir nur durch eine temporäre 100-Prozent-Haftung des Staates heraus.“ Andernfalls, befürchtet der DIHK-Präsident, würden am Ende zwar glücklicherweise Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen über Zuschüsse Hilfen erhalten und wenige große Unternehmen könnten durch eine staatliche Beteiligung gerettet werden. „Zentrale Bereiche der deutschen Wirtschaft – vom normalen kleinen und mittleren Betrieb bis hin zum großen Familienunternehmen würde aber eine Pleitewelle drohen.“

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Daxrabbit

    31. März 2020 14:22 at 14:22

    Wenn der Staat 100% Ausfallrisiko übernimmt trete ich auch als Kreditvergeber auf!
    Ist doch an den Gebühren und mikrigen Zinsen verdienen aber Null Risiko zu tragen :-). Das ist ja mal ein ordentliches Geschäftsmodel.
    bye

    • Avatar

      Feedback

      31. März 2020 14:49 at 14:49

      DAXRABBIT. Dann tun Sie das bitte. Wieder jemand der keine Ahnung vom Bankenwesen hat. Dass es aber Regeln zu Eigenkapitalunterlegungen gibt oder Risikokennziffern eingehalten werden müssen, ist egal. Soll sich die Aufsicht nicht so haben oder?
      Es geht hier nicht im echtes Neugeschäft, sondern um die Überbrückungsfinanzierungen. Aber in Zeiten von Kommentarfunktionen muss man wohl nicht mehr weiter denken, einfach rausblubbern ist die Devise und Hintergrundinformationen werden ja eh überschätzt.

      • Avatar

        Daxrabbit

        31. März 2020 15:55 at 15:55

        @Feedback: Das heißt implizit das sie mit Ihrer Aussage die These kippen „es gibt keine Risikofreien Gewinne“? Dann gibt’s die doch, echt Cooool! Ich lerne jeden Tag gerne hinzu.
        Und dank Kommentarfunktion ist jetzt wieder aufgerufen mich zu denunzieren sofern es ihm/ihr nach solch konstruktiver Aktion besser geht.

  2. Avatar

    Biön Pistus

    31. März 2020 15:08 at 15:08

    Einerseits sprechen Sie von einem tragfähigen Geschäftsmodell. Zwei Sätze später jedoch von einem enorm hohen Ausfallrisiko bei diesen Betrieben. Was denn jetzt? Oder verstehe ich Sie falsch….

  3. Avatar

    Marcus

    31. März 2020 15:18 at 15:18

    10% Ausfallrisiko ist selbst für viele Privatbanken zuviel, die wollen keine Kredite auf eigene Rechnung vergeben! Das ist genau wie ich schon mal geschrieben hatte: In einer Rezession verleiht keine Bank Geld und an solche die weder groß Rücklagen noch Sicherheiten haben schon mal gleich gar nicht, weil man sich niemals unnötiges Risiko ins Haus holen will, selbst die KFW nicht. Darum garantiert ja der Staat für die Kredite, sonst käme da von der KFW auch nichts.

  4. Avatar

    Obelix

    31. März 2020 15:38 at 15:38

    Zitat „Warum versteht die Politik dieses 10 Prozent-Problem nicht, so hatten wir gestern schon flehentlich gefragt.“

    Vielleicht weil die EU 100% Garantien untersagt hat?
    https://de.reuters.com/article/deutschland-virus-banken-idDEKBN21H1WV?il=0

  5. Avatar

    Martin1

    31. März 2020 15:42 at 15:42

    Wenn es nur um diese 10 % geht, dann würde ich als betroffener Unternehmer von meinem Restgeld die 10 % nehmen und auf ein Sparbuch bei der Bank packen und ihr dieses sicherungsübereignen.

    Dann ist das Risiko bei der Bank 0 %, und es spräche nichts gegen eine Kreditgewährung, oder?

    • Avatar

      ollifred

      31. März 2020 16:51 at 16:51

      @Martin1 -ich glaube hier geht es um die Unternehmen die keinen Heller mehr in der Tasche haben. Auch keine 10%. Ansonsten richtig. Wer einen guten Bankberater hat beantragt erst den Kredit und überschreibt danach die 10% Sicherung. Wer mit dem Rücken zur Wand steht wird erfinderisch. ???? Kredit kassieren, Geld verschwinden lassen, Insolvenz anmelden, Nach Corona mit frischem Kapital Schuldenfrei eröffnen.????
      Jetzt schreibt nicht ABER DAS DARF MAN NICHT!

      • Avatar

        Christian Wolff

        30. April 2020 10:59 at 10:59

        Auch bei den KFW-Krediten sind bankübliche Sicherheiten zu stellen. Als Kreditnehmer kann man dann nicht einfach das Geld „verschwinden lassen“, dann wird einem alles an Eigentum weggepfändet. Unsere Sparkasse hat unser Antrag schlichtweg abgelehnt. Trotz gestellter Sicherheiten und konstant schwarzen Zahlen. Da aber ein Ende der Krise für unser Geschäftszweig nicht in Sicht, ist der Risikofaktor, auch bei 90-prozentiger Bürgschaft der KFW, zu hoch.

        Perfides System!!!

  6. Avatar

    Daxrabbit

    31. März 2020 16:05 at 16:05

    Wie auch immer, wenn 10% zuviel sind sollte das Restrisiko in einem gesunden Verhältnis zu den Gewinnen/Einnahmne stehen. Null Prozent geht jedenfalls gar nicht! Es sei denn, man rollt das ganze so aus, dass die Bank als sogenannter „Zahlungabwickler“ für das 100%ige KFW-Geld auftritt. Dann sollte die Bank dafür auch entsprechend „geringe“ Gebühren erhalten.

  7. Avatar

    Inge Itzenthaler

    31. März 2020 19:36 at 19:36

    Von euch war wohl noch keiner bei seiner bank. Ich schon. Bekomme den Kredit aber nur wenn ich vollumfänglich für die gesamte Summe persönlich bürge.
    Das war’s dann, nach 23 Jahren. Danke Söder

  8. Avatar

    Michael

    2. April 2020 14:22 at 14:22

    Wenn ich die das Getue der Banken wegen der 10% höre, dann stellt sich mir die Frage.
    „Wie kurz ist eigentlich das Gedächtnis der Banker?“ Hätten die Steuerzahler 2008 erst mal darauf bestanden, dass Banken nur dann das rettende Geld bekommen, wenn Bonität O.K. und Stresstest bestanden. Es gäbe heute wahrscheinlich nur noch Staatsbanken im Eigentum der Steuerzahler. Wie schnell wurde doch die Hilfe der Steuerzahler vergessen, als die Banken mit Ihren Immobiliengeschäften den Karren in den Dreck gefahren haben und das war anders als jetzt bei Conrona durch die Gier der Banker verschuldet.
    Liebe Banker lasst Euch gesagt sein, die nächste Bankenkrise kommt bestimmt. Aber dann gibt es Hilfe vom Staat nur noch, wenn Ihr persönlich mit Eurem Vermögen haftet und jede Bank einen geprüften Wirtschaftsplan für die dann folgenden 5 Jahre vorlegen kann. Wenn das nicht geht, werdet Ihr nicht unter einen Schutzschirm schlüpfen können.
    Es macht nur traurig, vor allem wenn man bedenkt, dass die Banken auch an dieser Krise verdienen. Nein! Doch… Bearbeitungsgebühren. Bei den Summen die da gerade rausgegeben werden, wird das manche Bankenbilanz „positiv“ beeinflussen. Kleinvieh macht auch Mist.

    Liebe Politiker sorgt doch einfach dafür, dass die KFW direkt auszahlt. Die Banken müssen nicht daran verdienen. Und ihr die Firmen, Selbstständige es kommen bessere Zeiten, aber vergesst und verdrängt nicht gleich wieder, wie Euch Eure Bank in dieser Zeit begleitet hat. Es kann ein wunderbares Ziel sein, dann mit selber Münze zurückzuzahlen. Liebe Banker man sieht sich immer zwei Mal.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Allgemein

Richard David Precht: Künstliche Intelligenz und unsere Zukunft!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

„Wir gehen in die zweite ganz große industrielle Revolution hinein!“, sagt der Philosoph Richard David Precht. Damit stehen wir vor einscheidenden Veränderungen nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Gesellschaft. Die erste industrielle Revolution beendete die Herrschaft des Adels und der Kirche – die derzeit ablaufende zweite Revolution durch künstliche Intelligenz verändert vor allem die Arbeitswelt und damit die Produktionsverhältnisse grundlegend. Nun versuchen uns Ökonomen stets zu versichern: kein Problem, es fallen zwar viele Jobs weg, aber es würden eben auch viele neuartige Jobs geschaffen werden. Das ist eine schöne Perspektive, sie hat aber leider einen kleinen Makel: sie stimmt nicht, sagt Richard David Precht zur sogenannten „Kompensations-Theorie“.

Die Menscheit jedenfalls ist durch diesen Wandel überfordert, der Boden, auf dem wir stehen, wackelt erheblich – und so entsteht zunächst einmal die Sehnsucht danach, die gute alte Welt mit ihren Werten wiederzubeleben. Ausdruck dieses Versuchs sind etwa Trumpin den USA oder die AfD in Deutschland. Aber einer der einschneidenden Änderungen im politischen Bereich wird sein, dass die Parteien, die mit der ersten industriellen Revolution entstanden und aufgestiegen waren, unter gehen werden.

Richard David Precht über schwache KI und starke KI

Richard David Precht unterscheidet zwischen schwacher und starker künstlicher Intelligenz – und führt Beispiele an, worin sich diese beiden unterscheiden. Was bedeutet das aber für uns praktisch? Wird vor allem durch „starke“ KI, also einer KI, die tiefgehende Lernprozesse leisten kann, etwa der Niedriglohn-Sektor wegfallen? Eher nicht – denn je mehr Menschen in bestimmten Bereichen verdienen, umso interessanter wird der Einsatz einer starken KI zur Kosten-Ersparnis, während sich der Einsatz im Niedriglohnsektor gar nicht lohnen würde.

Was bleibt, was wird untergehen – und welche Bereiche werden sich durchsetzen? Es werde derjenige technische Fortschritt kommen, der gesellschaftlich akzeptiert wird, dazu ein Bedürfnis befriedigt und sich gleichzeitig zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell machen läßt, sagt Richard David Precht. Folgender Vortrag des Philosophen ist ein „must see“!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

Der Philosoph Richard David Precht über Künstliche Intelligenz

Richard David Precht

Von Foto: © JCS‘, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=62733272

weiterlesen

Allgemein

Arbeitsmarkt positiv gestimmt? Mehr neue Jobs bei IT als Entlassungen in der Gastronomie?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Laptop mit Aufklebern

Kann das wirklich sein? Ist es das vorgezogene Weihnachtswunder am deutschen Arbeitsmarkt, mitten im zweiten Lockdown? Wenn man ein Wirtschaftsforschungsinstitut für verlässlich und seriös hält, dann doch in erster Linie das ifo-Institut! Und man möchte den Forschern bei ifo wirklich nichts Böses unterstellen. Aber ist es wirklich realistisch, dass die Stimmung am deutschen Arbeitsmarkt derzeit sogar besser wird, weil die IT-Dienstleister mehr neue Stellen schaffen wollen, als gleichzeitig in Restaurants, Bars, Hotels, Reisebüros etc verloren gehen?

Kann man sich das vorstellen? Gibt es überhaupt zehntausende oder hunderttausende neue IT-Experten in Deutschland, die auch so viele neue Stellen besetzen können? Ist die Nachfrage nach solchen Dienstleistungen wirklich so stark gestiegen in den letzten Wochen? Klar, dank Corona verlagert sich sehr viel des Geschäftslebens ins Internet. Aber wirklich, nochmal mit gesundem Menschenverstand nachgedacht: Können diese neuen Jobs hunderttausende Jobs ersetzen, die bei Gastro und Co verloren gehen? Es fällt wirklich schwer das zu glauben.

Aber das ifo-Institut hat sich das nicht ausgedacht. Nein, man macht für sein Beschäftigungsbarometer Umfragen bei ca 9.500 Unternehmen. Sie werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Also, kann das wirklich sein? Die IT fängt den Arbeitsmarkt auf in dieser Krise? Hier die Aussagen vom ifo-Institut im Wortlaut:

Etwas mehr deutsche Unternehmen als im Oktober denken über Neueinstellungen nach. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 96,7 Punkte gestiegen, von 96,4 Punkten im Oktober. Die zweite Welle hat vorerst keine größeren negativen Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Entwicklung ist jedoch über die Branchen hinweg sehr heterogen.

In der Industrie ist das ifo-Barometer leicht gestiegen. Jedoch ist die Zahl der Unternehmen mit Entlassungsplänen weiterhin größer als die jener, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Die Dienstleister planen eher Mitarbeiter einzustellen. Getragen wird die Entwicklung vor allem von den IT-Dienstleistern. In der Reisebranche und dem Gastgewerbe dagegen sind Entlassungen nicht zu vermeiden. Im Handel hat das Barometer leicht nachgegeben. Dort planen die Firmen derzeit mit konstanten Mitarbeiterzahlen. Die Bauindustrie sucht weiter neue Mitarbeiter, um ihre aktuellen Aufträge abarbeiten zu können.

Hier die vier Einzelsektoren mit einzelnem Chart:

Grafiken zeigen Beschäftigungsbarometer für den deutschen Arbeitsmarkt

weiterlesen

Allgemein

Markus Krall und Marc Friedrich: Crash 2021, Gelddrucken ersetzt Denken

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Krall spricht über die Hyperinflation, in der Geld entwertet wird

Markus Krall und Marc Friedrich unterhalten sich im folgenden Gespräch über die aktuelle Krise, den möglicherweise anstehenden großen Crash, und die Zeit danach. Einig sind sich die beiden, dass es 2021 los gehen wird mit dem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Markus Krall formuliert es recht klar, dass die Wirtschaftskrise längst da sei. Sie sei nur noch nicht bilanziert worden. Durch Maßnahmen wie die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht sei die Krise bei Unternehmen und in Bankbilanzen nur noch nicht richtig transparent sichtbar.

Markus Krall und Marc Friedrich sehen die Hyperinflation

Markus Krall kann man aufgrund seiner zahlreichen Tweets über die Corona-Maßnahmen der Politik kritisch betrachten. Das sollte Kommentatoren und geneigte Beobachter aber nicht davon abhalten, seinen höchst interessanten Aussagen zur wirtschaftlichen Gesamtsituation zuzuhören, die er seit Monaten öffentlich präsentiert. Denn er ist absoluter Bankeninsider, und hat die letzten Jahre eine große Bankenkrise vorhergesagt. Zusammen mit Marc Friedrich bespricht er im folgenden Video Punkt für Punkt wichtiger Themen rund um die aktuelle Krise und zukünftige Entwicklungen.

Wichtig ist, was die nächsten Quartale passieren wird. Einig sind sich Marc Friedrich und Markus Krall, dass wir derzeit in einer deflationären Phase sind, auf die zwingend eine kräftige Inflation folgen soll. Nur wie schnell die Preise in eine Hyperinflation umschlagen, das könne man nicht genau vorhersehen. Entscheidend hierbei ist unter anderem, wann die Geldumlaufgeschwindigkeit anspringen müsste. Sehen Sie beim Klick an dieser Stelle genau zu diesem Punkt interessante Ausführungen von Hans-Werner Sinn.

Die EZB als großes Problem

Ein wichtiger Punkt im Gespräch zwischen Markus Krall und Marc Friedrich ist auch die zentral wichtige Rolle der EZB. Sie arbeite derzeit am digitalen Euro. Die EZB wisse, dass eine Hyperinflation (hier die Begriffserklärung) drohe. Sie wisse auch, dass die Leute aus dem Geld fliehen würden, wenn sie das Vertrauen darin verlieren. Mit einem digitalen Euro hätte die EZB Kontrolle über das gesamte Konsumverhalten der Menschen, und könnte zum Beispiel bestimmen, wie viel Geld die Bürger maximal in einem bestimmten Zeitraum ausgeben dürfen. Die Rolle der EZB insgesamt sehen die beiden grundsätzlich mehr als kritisch.

Der große Knall

Markus Krall macht wenig bis gar keine Hoffnung auf eine Rettung unseres jetzigen bestehenden Geldsystems. Der große Crash werde kommen. Je länger EZB und Politik die Probleme hinauszögern würden, desto schlimmer werde der unausweichliche große Knall sein. Immer mehr gesunde Firmen würden sich derzeit anstecken, weil sie als Lieferant zum Beispiel unwissentlich Forderungen gegenüber Zombieunternehmen aufbauen würden, die Forderungen nicht begleichen können. Auch wenn man die Aussicht der beiden auf eine Hyperinflation und einen großen Systemkollaps nicht zwingend teilen muss, so sind ihre Ausführungen und die Zustandsbeschreibungen der aktuellen Lage doch hochinteressant!

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage