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Kommt der große Konjunkturcrash noch? Achtung aufgepasst!

Claudio Kummerfeld

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So richtig pleite? Kommt ab Oktober die Welle der Insolvenzen?

Es könnte alles noch viel schlimmer sein in dieser Coronakrise. Aber der deutsche Staat stützt auch im Vergleich mit anderen Industriestaaten mit gigantischen Geldsummen Unternehmen und Selbständige. Aber darüber hinaus läuft etwas im Hintergrund, das zwar bei Tagesschau und Co mal kurz erwähnt wurde, aber wohl wieder gleich ausgeblendet wurde bei den meisten Menschen, die nicht unmittelbar betroffen sind. Viele Menschen, sehr viele Menschen sind wohl betroffen, werden es aber erst in den nächsten Monaten merken.

Insolvenzen werden aufgespart bis Oktober

Die Rede ist von der staatlich geförderten Verschiebung der tatsächlichen Coronakrise. Damit wir uns nicht falsch verstehen. Die Intention des Staates ist wohl gut. Aber was aufgespart wird, stapelt sich immer höher an. So auch in diesem Fall? Da wäre zum Beispiel das Thema Unternehmensinsolvenzen. In dieser Coronakrise, wo Unternehmen und Kleinstbetriebe quasi pleite sind, keine Umsätze mehr haben… da müssten sie eigentlich Insolvenz anmelden. Die Geschäftsführer wären eigentlich dazu gezwungen, um sich nicht der Insolvenzverschleppung schuldig zu machen! Kurzfristig ist es eine tolle Hilfe, dass die Bundesregierung hier Abhilfe geschaffen hat. Denn (hier die offizielle Verlautbarung) rückwirkend zum 1. März 2020 bis zum 30. September 2020 wird die Pflicht ausgesetzt eine Insolvenz anmelden zu müssen.

Dies gilt nur für Fälle, in denen die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den Folgen der COVID-19-Pandemie beruht. Zudem soll erforderlich sein, dass Aussichten auf eine Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit bestehen. Antragspflichtige Unternehmen sollen die Gelegenheit erhalten, ein Insolvenzverfahren durch Inanspruchnahme staatlicher Hilfen, gegebenenfalls aber auch im Zuge von Sanierungs- oder Finanzierungsvereinbarungen, abzuwenden. Geschäftsleiter haften laut Bundesjustizministerium während der Aussetzung der Insolvenzantragspflichten nur eingeschränkt für Zahlungen, die sie nach Eintritt der Insolvenzreife des Unternehmens vornehmen. Während der Aussetzung der Insolvenzantragspflicht an von der COVID19-Pandemie betroffene Unternehmen gewährte neue Kredite sind nicht als sittenwidriger Beitrag zur Insolvenzverschleppung anzusehen.

Tja, und was bedeutet das? Was aktuell ein Segen ist, wird wohl ab Oktober zum blanken Horror werden, wenn der Bund diese Frist nicht verlängert. Denn jede Menge überschuldete und kaputte Unternehmen summieren sich wohl gerade in diesen Wochen auf, die dann ab Oktober gezwungen sind sich für insolvent zu erklären. Kann oder will der Staat das zulassen? Gibt es eine Fristverlängerung, oder eine Art Folge-Regelung, die anders formuliert wird? Wie gesagt… falls nicht, kann es ab Oktober richtig zur Sache gehen in Sachen Unternehmensinsolvenzen, Arbeitslosigkeit, Kreditausfälle usw! Derzeit sinken sogar die Insolvenzen, was das Statistische Bundesamt erst Anfang dieser Woche auf eben dieses Gesetz zurückführt – nämlich dass die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst einmal entfällt. Also, das Problem wird nur verlagert, und der Problemberg wird immer höher gestapelt bis Oktober!

Mietschulden

Aber auch bei anderen Baustellen hat die Bundesregierung in dieser Coronakrise Abhilfe geschaffen. Auch hier gilt wieder:  Die Idee ist ehrenhaft, und sie hilft kurzfristig den Betroffenen. Aber wie bei den Insolvenzen gilt auch hier: Das Problem wird nur verschoben und vergrößert! Aktuell gilt die gesetzliche Regelung (hier alle Details), dass wegen Mietschulden aus dem Zeitraum zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen dürfen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Die Verpflichtung der Mieter zur fristgerechten Zahlung der Miete bleibt hier jedoch bestehen. Dies gilt für Pachtverhältnisse entsprechend.

Die Regelungen gelten zunächst bis zum 30. Juni 2020 und können unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden. Tja, derzeit sieht es so aus, dass ab Juli hier eine Katastrophe eintreten könnte. Zahlreiche Vermieter könnten „endlich“ die Gelegenheit nutzen um unliebsamen Mietern zu kündigen, die dank Coronakrise ihre Mieten nicht zahlen konnten, und sie auch nicht zeitlich verzögert nachzahlen können. Natürlich würde sich für viele Vermieter wohl auch die Frage stellen: Hey, finde ich überhaupt neue Mieter, bei der Masse von Menschen, die krisenbedingt Geldprobleme haben? Aber die Möglichkeit besteht, dass ab Juli viele gewerbliche und private Mieter Kündigungen erhalten. Aber auch hier gilt: Denkbar ist, dass der Bund die Fristen verlängert. Beim Klicken an dieser Stelle finden Sie einen Infotext vom Mieterbund.

Gerichtliche Vollstreckungen und Pfändungen

Und auch ist es verständlich, dass der Staat in dieser Krisensituation bei seinem allerletzten Mittel Milde walten lässt. Der Zwangsvollstreckung, wenn jemand zum Beispiel aus seiner Wohnung geschmissen werden soll. Beispiele zeigen, dass Justizverwaltungen ihre Amtsgerichte anweisen zum Beispiel Wohnngsräumungen und andere Vollstreckungsmaßnahmen auszusetzen. Was den Gerichtsvollziehern kurzfristig Arbeit wegnimmt, beschert ihnen wohl in ein paar Monaten eine umso größere Lawine an vollstreckbaren Titeln. Auch hier gilt: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. In diesem Fall gibt es offenkundig keine klaren Fristen, bis wann die Amtsgerichte ein Auge zudrücken sollen.

Intelligente Lösung bei Krediten

Bei Krediten hat sich der Staat offenbar eine intelligente Lösung ausgedacht, als das Problem einfach nur zu verschieben und damit anwachsen zu lassen. Zitat Bundesjustizministerium:

Zahlungspflichten aus Verbraucherdarlehensverträgen, die bis zum 30. Juni 2020 fällig werden, sollen gesetzlich um drei Monate gestundet werden, wenn der Schuldner infolge der Pandemie nicht zahlen kann Soweit für die Zeit nach dem 30. Juni 2020 keine einvernehmliche Lösung zwischen Darlehensgeber und Verbraucher gefunden werden kann, sind die Zahlungen wiederaufzunehmen. Damit aber in einer Übergangszeit die laufenden und die gestundeten Raten nicht doppelt bezahlt werden müssen, wird der Vertrag insgesamt um drei Monate verlängert. Der Darlehensnehmer soll also auch nach Ablauf der Stundung monatlich nur eine reguläre Rate weiterabzahlen müssen. Eine Kündigung des Darlehens wird insoweit ausgeschlossen. Auch diese Regelungen gelten zunächst bis zum 30. Juni 2020 und können unter bestimmten Voraussetzungen verlängert werden.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Besserwisser

    14. Mai 2020 17:52 at 17:52

    „Was aktuell ein Segen ist, wird wohl ab Oktober zum blanken Horror werden, wenn der Bund diese Frist nicht verlängert.“
    Und genau das wird der Staat tun. Er wird die Maßnahmen verlängern und verlängern und verlängern. Wer aktuell nicht erkennt, was hier vor sich geht, dem ist echt nicht mehr zu helfen.
    Wir führen den SOZIALISMUS ein. Man sehe sich die Berichterstattung an. Zensur ohne Ende.
    Alles wird tot reguliert. Man führt Gesetze ein, die die Grundgesetze der Marktwirtschaft aushebeln. Obergrenzen für die Teilnehmer an Demos…
    Jetzt lockert man wieder, damit es nochmal eskalieren kann, damit man zu guter Letzt die jetzt schon eingeführten Maßnahmen dauerhaft durchsetzten kann.

    • Avatar

      Wesserpisser

      14. Mai 2020 21:51 at 21:51

      @Besserwisser, was bitte sind Grundgesetze der Marktwirtschaft? Gelten deutsche Grundgesetze für die Marktwirtschaft oder für die Bürger in einer Demokratie? Ist es nicht vielmehr seit ewigen Zeiten die Marktwirtschaft, die ständig versucht, Grundgesetze auszuhebeln?

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    thinkSelf

    14. Mai 2020 18:36 at 18:36

    Der Blick auf die Insolvenzanmeldung verstellt die eigentliche Problematik. Denn es gibt in dem Zusammenhang noch ganz andere Fallstricke. Insolvenz bedeutet ja, dass sie absehbar ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

    Bestellen sie aber nun als Geschäftsführer Waren obwohl sie wissen, dass sie die absehbar nicht bezahlen können, ist das ein Betrugsdelikt. Dieser Tatbestand wurde nicht aufgehoben, sondern lediglich die enge Antragsfrist! Wenn sie Glück haben wandern sie dafür nicht in den Knast. Allerdings wird man sie als Geschäftsführer/Vorstand persönlich dafür haftbar machen und auf ihr Privatvermögen zugreifen. Und da hilft auch keine Versicherung, da hier Vorsatz vorliegt.

    Auch das mit den Krediten ist völlig an der Realität vorbei. Wenn ich als Unternehmen mit dem Rücken zur Wand stehe, dann setze ich die Zahlungen einfach aus. Und sollte die andere Seite hinterher mit der „Nachforderung“ kommen drohe ich ihm einfach mit Insolvenz. Dann sieht er keinen Cent. C&A hat das ja schon so in seine Mitteilung an die Mieter geschrieben. Also: In der Realität sind das keine Stundungen, sondern Ausfälle.

    Was aber noch viel schlimmer ist: Sobald da eine gewisse Anzahl von Fällen auftritt, wird niemand mehr Geschäfte gegen Rechnung, sondern nur noch gegen Vorkasse machen. Das ist dann das Ende jedes Wirtschaftslebens.

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    Mike Lohmann

    14. Mai 2020 18:57 at 18:57

    Tolle Aussichte wenn un auch der Staat die Logik der EZB sich zu eigen macht. Probleme verschieben auf später wird ähnliche Grundlagen der Gesellschaft zerstören wie es im Finanzsystem bereits irreversibel umgesetzt wurde.
    Gut im Finanzsystm haben bereits viele begonnen Verbindlichkeiten nicht mehr fiskalisch sondern mit realen Werten abzusichern. Während dies bei Gesetzen und Moral praktisch keine Ausweichmöglichkeiten durch Ersatzmassnahmen umsetzbar sind.

    • Avatar

      Tino Gruchmann

      14. Mai 2020 21:02 at 21:02

      Ein guter Artikel, der mal anschneided was da auf uns zukommt. Ich glaube diese Insolvenzverschleppung wird dazu genutzt um die Menschen ruhig zu halten bis die Agenda soweit vorangeschritten ist bis die Folgen unumkehrbar sind. Anders kann ich die jetzigen Entscheidungen nicht mehr nachvollziehen. Vor allem wird die Wirtschaft separiert in Sektoren betrachtet und nicht als Ganzes. Wenn die Bars und Restaurants Pleite geben und keine Fahrzeuge gekauft werden, dann geht auch der Absatz im Handel zurück sowie im Maschinenbau.

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Neofiskalismus – die Zeit für größere Regierungsaktivitäten ist gekommen

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Eine neue Ära vermehrter Regierungsaktivitäten hat begonnen und wird sich wahrscheinlich noch über Jahrzehnte fortsetzen, so die Analyse des Global Macro Research Teams von Insight Investment. Das Insight’s Global Macro Research Team hat für dieses Phänomen einen neuen Begriff eingeführt: „Neofiskalismus“. Damit soll eine sich abzeichnende Ära beschrieben werden, in der Regierungen durch ihre Finanzpolitik eine noch direktere und offensivere Rolle in der Wirtschaftspolitik und -steuerung ausüben. Dies steht in starkem Kontrast zu dem gegenwärtigen Modell, unter dem Zentralbanken weitestgehend in der Lage waren, geldpolitische Entscheidungen ohne politische Intervention zu treffen.

Das neoliberale Paradigma reduzierter Regierungsinterventionen in der Wirtschaft ist in Gefahr. Längerfristige Trends gingen bereits in diese Richtung, aber die Notfallpolitik, die zur Bewältigung der COVID-19-Krise angewandt wurde, hat einen möglichen Wendepunkt geschaffen. Das Global Macro Research Team hat fünf Folgen für die Märkte identifiziert:

1)
Die Anleihenmärkte könnten für einen langen Zeitraum ähnlich wie in Japan werden. Eine im historischen Vergleich relativ geringe Volatilität könnte dazu führen, dass die Suche nach Renditen die Spreads verringert und die Zinskurven abflacht.

2)
Ein Anstieg der Inflation könnte Anleiherenditen kurzfristig nach oben treiben, wenn sie eine Abschwächung der quantitativen Lockerung bewirkt. Solche Gelegenheiten dürften attraktive Einstiegspunkte sein, solange längerfristig erwartet wird, dass die Inflation nach den Finanzierungsengpässen in der Wirtschaft wieder auf den Zielwert zurückkehrt.

3)
Für Staaten ohne vollständige Kontrolle über die Währung, in der sie ihre Emissionen tätigen, sollte die Wirksamkeit der Regierung von entscheidender Bedeutung sein. Effektiv handelnde Regierungen, die in der Lage sind, die Produktivität und das Trendwachstum zu steigern, könnten das Verhältnis Schulden/BIP rascher reduzieren.

4)
Das Identifizieren von Regierungen, die in der Lage sind, das Trendwachstum zu maximieren, dürfte für die Aktienmärkte wichtig werden, da dies zu einem wichtigen Ertragsmotor wird.

5)
Unternehmen mit staatlicher Unterstützung dürften in Perioden mit Finanzierungsengpässen einen Vorteil haben.

Experte erklärt neues Phänomen des Neofiskalismus
Gareth Colesmith, Head of Global Rates and Macro Research bei Insight Investment

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Glas halb voll oder halb leer? 21 statt 33 Prozent der Betriebe stark von Corona betroffen

Claudio Kummerfeld

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Zahl von Corona stark beeinträchtigter Betriebe sinkt

Der eine sagt das Glas ist halb voll, der andere sagt es ist halb leer. Ansichtssache! So wohl auch in diesem Fall. Denn ab wann kann man sagen, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage so weit gebessert hat, dass die Coronakrise im großen Bild überstanden ist? Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute aktuelle Umfrageergebnisse veröffentlicht. Regelmäßig befragt man 1.500 Betriebe.

Demnach berichteten für den Monat Mai 33 Prozent der Betriebe von starken negativen Corona-Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Heute meldet das IAB, dass noch 21 Prozent der Betriebe von starken negativen Auswirkungen sprechen. Also ein Fünftel der Unternehmen ist immer noch ernsthaft von Corona beeinträchtigt, und das laut Bundesregierung vier Monate nach dem wirtschaftlichen Tiefpunkt der Krise. Der eine erachtet dies als großen Schritt in die richtige Richtung, der andere sieht darin ein Desaster, dass immer noch so viele Betriebe ernsthafte Probleme haben. Dazu hier einige Aussagen des IAB im Wortlaut:

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die wirtschaftliche Situation der Betriebe sehr deutlich gegenüber dem Höhepunkt der Krise im Frühjahr verbessert hat“, erklärt IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Von den im Mai stark negativ durch die Corona-Krise betroffenen Betrieben sind 49 Prozent weiterhin stark betroffen. 25 Prozent der im Mai stark negativ betroffenen Betriebe geben aktuell geringe negative Auswirkungen an, 23 Prozent keine oder gleichermaßen positive wie negative Auswirkungen und 3 Prozent überwiegend positive Auswirkungen.

Am heftigsten wurde das Gastgewerbe von der Corona-Krise getroffen: Im Mai lag der Anteil der Betriebe mit starken negativen Auswirkungen bei 78 Prozent und der Anteil mit geringen negativen Auswirkungen bei 17 Prozent. Aktuell sind 45 Prozent stark negativ betroffen und 17 Prozent gering negativ betroffen.

Im Bereich Information und Kommunikation waren im Mai dagegen nur 3 Prozent der Betriebe stark negativ betroffen. Gering negativ betroffen waren 25 Prozent. Aktuell sind 5 Prozent stark negativ und 29 Prozent gering negativ betroffen.

Das Verarbeitende Gewerbe liegt dazwischen: Für den Mai berichteten 37 Prozent der Betriebe von starken negativen und 28 Prozent von geringen negativen Auswirkungen. Aktuell sind 29 Prozent mit starken negativen Auswirkungen und 24 Prozent mit geringen negativen Auswirkungen konfrontiert.

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Geldpolitik: US-Notenbank macht Nullzins langfristig fest – Werbung

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Lieber Börsianer,

gestern haben sich im Rahmen ihres turnusmäßigen Treffens die US-Notenbanker nochmals zur Geldpolitik eingelassen. Dabei verzichtete man erstmals auf jede Geheimniskrämerei und garantierte dem Kapitalmarkt, den gegenwärtigen Leitzins von Null langjährig beizubehalten. Die Fed wird dabei auch zumindest vorübergehend Inflationsraten oberhalb der bisher starren Inflationsgrenze von 2 % akzeptieren.

Das war nicht der ganz große Wurf der Fed. Am Aktienmarkt hatte man doch auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik gehofft. So hofften die Börsianer, dass die Notenbanker nächstens ihre Anleihenkäufe nochmals ausweiten und künftig auch im Junk-Bereich (Anleihen mittlerer und schlechter Qualität) einkaufen werden. Diese Phantasie ist nach der gestrigen Notenbank-Sitzung erst einmal vom Tisch.

Trotzdem hatten die Währungshüter rund um Jerome Powell auch positive Nachrichten für uns. Mittlerweile wissen wir, die Pandemie hat sich nicht so zerstörerisch auf die US-Volkswirtschaft ausgewirkt wie zuvor befürchtet. So rechnen die Analysten der Fed nun damit, dass die Arbeitslosenrate in den USA Ende des Jahres zwischen 7 und 8 % liegen wird, aktuell übrigens 8,4 %. Zuvor war man noch von einer Rate in der Spanne zwischen 9 bis 10 % ausgegangen.

Vor diesem Hintergrund sah der Offenmarktausschuss – das oberste Gremium der Fed – keine Notwendigkeit, kurzfristig weitere Mittel in den Markt zu pumpen. Folglich schwächelten die Aktienmärkte rund um den Globus zum Wochenausklang.

Eine Frage: Warum ist eigentlich die Geldpolitik der Fed, aber auch der EZB so immens wichtig für uns als Anleger? Warum reagieren die Märkte jedes Mal nahezu prompt auf die Einlassungen der Geldpolitiker?

Hierzu einige Hintergrund-Informationen: Die Geldpolitik bestimmt vereinfacht gesprochen, wieviel Geld die Wirtschaftssubjekte wie Unternehmen, Verbraucher und auch Investoren in der Tasche haben. Und je lockerer oder expansiver eine Geldpolitik, desto mehr Kapital befindet sich im Wirtschaftskreislauf. Und viel Geld bedeutet letztlich immer steigende Aktienkurse.

Damit ist die Geldpolitik neben der fundamentalen Entwicklung in den Unternehmen der große und entscheidende Faktor für die Aktienmärkte. Ich behaupte, dass die Börsenhausse der vergangenen Jahre ganz wesentlich auf der lockeren…..

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