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Lufthansa, United, Ryanair: Das große Corona-Desaster

Lufthansa A380

Die Airlines erleben das große Corona-Desaster. Die zweite Corona-Welle mit weltweit immer mehr Infizierten und immer neuen Restriktionen tötet die Lust am Fliegen. Noch im Juni hatte die Lufthansa Staatshilfen in Höhe von 9 Milliarden Euro erhalten. Der Steuerzahler ist seitdem Mit-Eigentümer der Kranich-Linie (hier die Details). Wie schlimm es die letzten Monate liefen, erfahren wir alle erst am 5. November, wenn die Lufthansa ihre Ergebnisse für das 3. Quartal veröffentlicht.

United und Ryanair mit schlechten Nachrichten

Auch die US-Airlines hatten von der amerikanischen Regierung eine Geldflut erhalten, aber bereits im April. Egal wo auf der Welt, unter den weltweiten Restriktionen leiden alle Airlines. Einer der ganz großen Anbieter in den USA, United Airlines, hat heute Nacht seine Quartalszahlen veröffentlicht. Die Zahlen sind erschütternd. Der Umsatz fällt im Jahresvergleich um 78 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar, und aus einem Vorjahresgewinn von 1 Milliarde Dollar wird jetzt ein Verlust von 1,8 Milliarden Dollar. Auch wenn United sich zum Beispiel mit der Ausgabe von Anleihen und Aktien mit Liquidität vollgesogen hat. Der aktuelle neue globale Lockdown (auch wenn er kleinteiliger daher kommt) dürfte die Euphorie bremsen.

Und dann wäre da noch Ryanair. Der Gigant unter den europäischen Billig-Airlines gab heute bekannt, dass man seinen Winterflugplan deutlich reduziert. Hatte Ryanair bislang noch geplant für den Zeitraum November bis März 60 Prozent der Kapazitäten des Vorjahres anzubieten, so senkt man sie heute auf nur noch 40 Prozent. Als Grund nennt man die verschärften Reisebeschränkungen wegen der Coronakrise.

Erst vor vier Wochen titelten wir „Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung“. Und jetzt ist es wohl soweit. Die Rettungsgelder reichen nicht ewig. Und wenn die Fluggäste zu lange ausbleiben, gibt es nur zwei Alternativen. Entweder Jobs abbauen und letztlich pleite gehen – oder neues Geld in die Kasse bekommen über neue Schulden, Kapitalerhöhungen oder frische Staatsgelder.

Aktienkurse von Lufthansa und Co laufen alles andere als gut

Die Lufthansa-Aktie konnte im Sommer nach der Staatsrettung ein wenig ansteigen auf über 12 Euro. Aber nur kurz. Mit aktuell 7,47 Euro notiert die Aktie fast wieder im Tief bei 6,88 Euro, welches es vor wenigen Tagen gesehen wurde. Die Tendenz geht abwärts, je schlimmer die aktuelle Corona-Welle wird, und je länger sie dauert. Wird der Staat erneut Geld pumpen, oder wird sich die Airline mit dem Staat als Mit-Eigentümer im Rücken am Anleihemarkt Geld holen? Die EZB stünde sicherlich gerne bereits als Käufer der Papiere (natürlich erst am Sekundärmarkt, wie es sich gehört). Im folgenden Chart haben wir in blau den Dax dargestellt im Verlauf der letzten zwölf Monate. Darunter sehen wir die deutlich schlechtere Performance der drei besprochenen Airlines. Die Lufthansa ist die am schlechtesten laufende Aktie in diesem Chart.

Chart zeigt Dax gegen Verlauf von Lufthansa und anderen Aktien



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