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Marktgeflüster: Unglück in Zeitlupe

Von Markus Fugmann

Die Situation zwischen Gläubigern und Griechenland sieht es wie ein Frontal-Crash zweier ICE-Züge in Zeitlupe. Nach dem Scheitern der gestrigen Verhandlungen glaubt Tsipras, dass die Gläubiger schon bald vernünftig werden, während die Gläubiger nun glauben, dass die Tsipras-Regierung wohl niemals vernünftig wird. Nach wie vor bleibt das Problem gleich: Austerität ja oder nein. Die Gläubiger sind bereit zu einer Art „Austerität light“, Athen hält das für Etikettenschwindel. Es muß jetzt schon fast ein Wunder passieren – aber wo mächtige Interessen sind, geschehen Wunder häufiger.
Dennoch: der Dax und die US-Indizes wirken schwach, der Euro will nicht mehr fallen. Kommt da etwas Großes?



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2 Kommentare

  1. Zunächst ist der Empire-Index nur auf verarbeitendes Gewerbe bezogen, also grundsätzlich etwa um die 20% des GDP in USA. Also nicht so schlimm, um nicht die Zinsen zu erhöhen.

    Dazu zeigt sich eine deutliche Mehrzahl an Arbeitsstellen, was – wie schon mal gesagt – die Produktivität sinken läßt, jedoch überwiegend gut für Konsum und Inflation sein sollte.

    Industrieproduktion verzerrt sich in den Monatszahlen ganz gern, ist relativ stark beeinflusst von Großorders etwa bei Flugzeugen pp.

    EU-Handelsbilanz zeigt den Blick im Rückspiegel – tempi passati. Jedenfalls hat unsere Regierung mit EEG, Euro und Mindestlohn alles getan, um den gegenwärtigen Erfolg zügig zu beenden.

    Griechenland begibt zügig und regelmäßig kurzlaufende Staatsanleihen in Milliardenhöhe, die tatsächlich am Markt unterkommen – der Teufel weiß, wie das passieren kann.
    Also kann Griechenland sich alle Zeit der Welt nehmen – und deswegen womöglich auch noch die nächste Rate an den IWF zahlen. Solange EZB-Draghi weiter ELA-Kredite gibt, kann dieses Theater weiter laufen. Erst wenn damit Schluß ist, ist Schicht im Schacht.

    Ansonsten wird alles getan, um der Öffentlichkeit einerseits in Griechenland, andererseits in Resteuropa vorzumachen, wo denn der Schwarze Peter liegt.
    Es geht nur noch um persönlichen Machterhalt von Merkel bis Tsipras – und die sodann dem Scheitern folgenden Schuldzuweisungen. Sachlich ist (der Euro nicht nur in Griechenland) der verrückte Versuch der Gemeinschaftswährung gescheitert.

  2. Ich spekuliere mal:

    Herr Junkers & Collegen
    haben noch einige wenige Reserve-Kaninchen vorrätig
    die dann doch noch kurzfristig aus dem Hut gezaubert werden (können).

    Vielleicht gibt es morgen oder so
    nochmal so ein niedliches Tierchen für’s staunende Publikum
    und der DAX knallt wie eine aufgepannte Feder
    die man loslässt (vorerst) mal
    in einem Rutsch durch auf die 10200.

    Wundern würde es mich nicht.

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