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Ölpreis: Kommt jetzt endlich die V-förmige Erholung?

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Was war das für eine Entwicklung beim Ölpreis in den vergangenen Wochen! Ein Ölpreis, der am 20. April beim Auslaufen des Mai-Futures sogar tief ins Negative gerutscht war. Auf FMW wurde ausführlich darüber berichtet. Aber seit Tagen geht es kräftig nach oben, desaströse Wirtschaftsdaten zum Trotze. Aber auch an den Rohstoffmärkten blickt man in die Zukunft, zumal es beim Ölpreis ganz zentrale Faktoren gibt, die grundsätzliche Bedeutung haben, abseits der täglichen Wasserstandsmeldungen.

Der Ölpreis und der weltweite Ölverbrauch

100 Millionen Barrel Öl pro Tag, diese magische Schwelle hatte man im Jahr 2019 erreicht. Obwohl sich Chinas Wirtschaftswachstum bereits deutlich abgeschwächt hatte, war man für 2020 seitens der Internationalen Energieagentur (IEA) optimistisch – bis Covid-19 kam. Der weltweite Verkehr kam zum Erliegen, die Wirtschaft erlebte durch den globalen Lockdown einen Einbruch nie gesehenen Ausmaßes.

Zeitweilig waren zwei Drittel der arbeitsfähigen Menschen weltweit in häuslicher Quarantäne (bis zu 4 Milliarden Menschen), mit unglaublichen Folgen für die Mobilität und damit den Ölverbrauch. Dazu braucht man sich nur den Verbrauch des schwarzen Goldes in seiner Aufteilung anzusehen.

Ölverbrauch insgesamt (Quelle Statista):

57 Prozent Transportsektor
27 Prozent Industrie
11 Prozent Wohnen und Landwirtschaft
5 Prozent Elektrizitätsgewinnung

Eine unglaubliche Dominanz des Verkehrssektors. Dazu noch ein paar Zahlen zur Darstellung des weltweiten Verkehrs. Es gibt derzeit (stark gerundet) circa 1,3 Milliarden Kfz, 90.000 Schiffe auf den Meeren, davon 500 Kreuzfahrtschiffe und geschätzt um die 24.000 Verkehrsflugzeuge (davon sind bei der Lufthansa derzeit 700 von 763 Maschinen am Boden).

Damit wird im im Nachhinein klar, welcher Einbruch in der Ölnachfrage in wenigen Tagen und Wochen entstanden sein muss. Erschwerend hinzu kam, dass sich die OPEC-Länder nicht einig wurden bei den notwendigen Förderkürzungen. Ganz im Gegenteil, der Kampf zwischen den Hauptförderstaaten Russland und Saudi-Arabien hat dazu geführt, dass die Scheichs die Ölfördermenge auf neue Rekordquoten getrieben hatten, mit fatalen Folgen für den Ölpreis. Die Lager quollen über, ankernde Tanker wurde zu schwimmenden Öltanks umfungiert.

Die Wende bei Förderung und Nachfrage

Die Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Extrem sinkende Margen und riesige Löcher in den Haushalten, speziell in Saudi-Arabien, deren Steuersystem extrem auf Öleinnahmen aufgebaut ist. Einen gewaltigen Einbruch erleidet auch die kostenaufwändige Frackingindustrie in den USA, die über 50 Dollar benötigt, um überhaupt kostendeckend fördern zu können. Inzwischen hat sich die Zahl der Bohrstellen mehr als halbiert, die Firmen werden durch die US-Regierung mit Staatsgeld über Wasser gehalten.

Folge: Man einigte sich gezwungenermaßen auf Kürzungen.

Und was passiert in Sachen Lockdown? Fast rund um die Welt wird gelockert, die Ausgangsbeschränkungen zurückgenommen, die Produktion wieder gestartet und vor allem nimmt der Verkehr fast überall zu.

Damit fällt fällt der weltweite Ölverbrauch infolge der Coronakrise nach Einschätzung der IEA weniger stark als zunächst befürchtet. Nach neuester Schätzung der IEA ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage in diesem Jahr um durchschnittlich 8,6 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen wird. Zuvor hatte man einen Rückgang um 9,3 Millionen Barrel pro Tag erwartet. Ob das noch lange Bestand haben wird?

In Deutschland wird Mitte Juni die weltweite Reisewarnung durch das Auswärtige Amt aufgehoben. Die Lufthansa plant mit ersten Flügen im Juni nach Mallorca und in weitere Urlaubsgebiete. Der Tourismus kommt in vielen Ländern wieder in Gang.

Damit vollzieht sich bereits seit vier Wochen ein deutlicher Anstieg beim Ölpreis, auf über 31 Dollar bei WTI, eine Entwicklung, die Claudio Kummerfeld täglich kommentiert.

Fazit

Es könnte sein, dass man das Todesglöckchen für den Ölpreis schon zu früh geläutet hat. Die radikalen, erzwungenen Kürzungen werden das Angebot rasch schrumpfen lassen. Auf der anderen Seite bringt man in Fernost und in Europas rascher als erwartet große Teile der Wirtschaft wieder in Gang und damit den Verbrauch nach oben. Bestimmt zwei Milliarden Menschen durften jüngst wieder nach draußen und zur Mobilität zurückkehren, hinzu kommen rasche Aufhebungen des Lockdowns bei Industrie und Tourismus.

Sicherlich wird man nicht so rasch an die 100 Millionen Barrel Ölverbrauch pro Tag wieder herankommen, wie vor Corona und auch die übervollen Lagerstätten einschließlich der parkenden Öltanker werden für genügend Nachschub sorgen. Aber zugleich wurden nicht vorstellbare Kürzungen bei der Ölförderung angegangen und zahlreiche Ölvorhaben gestoppt. Die Basis für eine künftige Ölknappheit. Auch wenn es volatil bleiben dürfte, könnte der Ölverbrauch sein Tief erst einmal gesehen haben, ebenso wie der Ölpreis.

Hat der Ölpreis seinen Tiefpunkt nun schon hinter sich?

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Rüdiger Born: Positionieren kurz vor dem Wochenende? Und wohin mit Gold?

Rüdiger Born

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Soll man so kurz vor dem Wochenende noch neue Positionen aufbauen? Dazu will ich mich im folgenden Video äußern in Sachen Indizes, Gold und Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

„Kaffeesatzleserei“, „Hokuspokus“, „alles Zufall“… viele Akteure an den Finanzmärkten haben eine völlig falsche Vorstellung von der Charttechnik und verzweifeln, sollte es gute technische Argumente für beide Richtungen geben. Das Problem: es wird nicht unterschieden zwischen Analysten, die eine Meinung vertreten und Händlern, die den Markt handeln. Wie ein Händler zu sinnvollen Entscheidungen kommt, zeigt der folgende Beitrag am Beispiel des Gold-Charts.

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