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Märkte

Ölpreis steigt? Vorsicht! Deswegen ist die Lage gerade so unsicher

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild für eine Öl-Pumpe

Der Ölpreis „legt weiter zu“, wie man heute in einigen deutschen Medien lesen kann. Na ja, möchten wir dazu sagen. Denn schaut man sich den folgenden Chart mal an, wo der Verlauf im WTI-Ölpreis seit letztem Donnerstag dargestellt ist, dann kämpft der Markt seit Wochenanfang um die 50 Dollar-Marke. Nimmt man Kurse von gestern Abend bei glatt 50 Dollar, dann kann man jetzt mit aktuell 50,73 Dollar doch glatt ein Plus von 73 Cents erkennen. Aber im großen Bild, wo der Markt wochenlang dramatisch gefallen ist von 65 Dollar Anfang Januar bis unter 50 Dollar, da sind diese paar Cent doch eher eine kleine Pfütze aufwärts, ein kleines technisches Aufwärts-Zucken. Einige Medien ziehen als Begründung für diesen Mini-Anstieg aktuell heran, dass das Wachstum an Neuinfektionen beim Coronavirus nachlasse.

Ölpreis reagiert nur minimal auf API-Daten

Schauen wir mal auf die gestern Abend um 22:30 Uhr verkündeten API-Daten für die Lagerbestände an Rohöl in den USA. Die Lager nahmen um 6 Millionen Barrels zu. Der Ölpreis sank direkt danach um gerade mal 17 Cents auf 49,83 Dollar, nur um kurz danach wieder zu steigen. Über Nacht kommt bis jetzt ein Anstieg auf wie gesagt 50,73 Dollar zustande im WTI-Öl. Der Markt hat also die deutlich steigenden Lagerbestände ignoriert. Heute um 16:30 Uhr werden die offiziellen staatlichen Lagerdaten der „Energy Information Administration“ aus den USA vermeldet. Schon die letzten beiden Wochen gab es Anstiege von jeweils mehr als 3 Millionen Barrels. Geht es heute weiter? Tendenziell sprechen steigende Lagerbestände für einen fallenden Ölpreis (zu wenig Nachfrage, zu viel Angebot, oder beides). Und ohhh Wunder, woher könnten die steigenden Lagerbestände kommen? Wohl vom Coronavirus, welches die Nachfrage in China einbrechen lässt.

Prognose zu Nachfragerückgang

Und die selbe Behörde, die heute Nachmittag die offiziellen Lagerbestände für die USA vermeldet, hat aktuell Prognosedaten zum Ölmarkt veröffentlicht. Gegenüber einer vorherigen Prognose aus Januar senkt man die Prognose für die globale Nachfragemenge um 0,9 Millionen Barrels pro Tag für das aktuelle Quartal, aufgrund des Coronavirus und wärmeren Temperaturen als üblich im Januar in den nördlichen Verbrauchsländern. Für das Gesamtjahr 2020 senkt man die Wachstumsprognose bei der Nachfrage von 1,3 auf 1,0 Millionen Barrels pro Tag. Weniger Nachfrage spräche also für einen fallenden Ölpreis. Also muss das Angebot runtergefahren werden, stimmts?

Ölpreis in Wartestellung, wie Russland sich entscheiden wird

Wir hatten es am Montag schon besprochen. Und auch heute noch hält die Hängepartie an. Die OPEC ist sich relativ einig, dass man die Fördermenge für Öl weiter deutlich senken will, wohl um 600.000 Barrels pro Tag. Damit will man die Nachfrageschwäche aus China (aufgrund des Coronavirus) ausgleichen. Aber Russland will schon seit Tagen einfach nichts dazu sagen, ob man an einer weiteren Kürzung teilnimmt, oder nicht. Ein technisches Gremium der OPEC hatte offiziell empfohlen die bereits laufende Kürzung bis Jahresende zu verlängern, und dass oben drauf noch weitere zusätzliche „Anpassungen“ der Fördermenge bis Ende des 2. Quartals angebracht seien. Tja, Russland hat sich auch jetzt noch nicht entschieden, ob man mitmacht. Man wolle die Empfehlungen des OPEC-Gremium analysieren.

Angeblich will Russlands Energieminister Novak sich heute mit Vertretern russischer Öl-Unternehmen treffen. Gibt es dann heute oder morgen vielleicht Signale aus Russland? Springt man auf den Zug auf und gibt sein JA für eine weitere Kürzung, kann der Ölpreis dann steigen? Oder wäre eine Kürzung von 600.000 Barrels pro Tag in den Augen des Marktes einfach zu wenig – man wäre dann vielleicht sogar enttäuscht, und der WTI-Ölpreis rauscht unter die 50 Dollar-Marke? Genau vor dieser Frage steht der Markt derzeit.

Verlauf im WTI Ölpreis seit dem 6. Februar

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Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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