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ETF – Warum passives Investment diverse Probleme bereitet!

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Die New Yorker Börse - immer mehr Anlegergeld fließt in ETF

Ein neuer von BlackRock gestarteter ETF (börsengehandelter Fonds), der sich auf Aktiengesellschaften spezialisiert, die Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsprobleme angeblich besonders gut managen, konnte schon nach zwei Tagen Einlagen von mehr als 800 Millionen US-Dollar verzeichnen. Der steile Start des neuen passiv gemanagten ETF (Buch: Anlegen mit ETF: Geld bequem investieren mit ETF und Indexfonds – Handbuch für Einsteiger und Fortgeschrittene von Stiftung Warentest) wirft ein Schlaglicht auf die Industrie des passiven Investments, die seit der Finanzkrise ihren Anteil am Gesamtfondsvolumen verdoppeln konnte. Gekauft wird alles, Hauptsache passiv gemanagt. Dabei können passive Investments wie ETF zahlreiche Probleme verursachen!

ETFs sind ein riesiger Marktteilehmer geworden, der den Markt selbst beeinflusst

Allein in den in den USA gelisteten ETFs stecken inzwischen mehr als 4 Billionen US-Dollar Anlagekapital. Von den vier größten ETF bilden drei den S&P 500 ab und vereinen fast 700 Milliarden US-Dollar Kapital auf sich. Allein der größte ETF (Kürzel SPY) setzt täglich durchschnittlich 20 Milliarden US-Dollar Tradingvolumen um. Während ein solches Volumen im S&P 500 noch relativ einfach auch in den zugrunde liegenden Basiswerten abgebildet und damit abgesichert werden kann, sieht das bei illiquideren Basiswerten schon ganz anders aus.

Je exotischer die Basiswerte sind oder je geringer das Handelsvolumen der Basiswerte ist, umso schlimmer wiegt die Liquiditäts-Suggestion der ETFs. Denn im Zweifelsfall, wenn eine große Menge ETF-Anteile im Krisenfall abgestoßen oder als Sicherheit gekauft werden sollen, können die Transaktionen nicht mehr in den Basiswerten abgesichert werden. Dann wackelt der Schwanz mit dem Hund, wenn die Absicherungsgeschäfte des ETF die Kurse der Basiswerte in den Keller prügeln oder den Himmel katapultieren. Und zu den illiquideren Basiswerten gehören inzwischen sogar Staatsanleihen, bei denen durch die Notenbankkäufe der Markt auszutrocknen beginnt.

ETF verwischen die in Aktien-Preisen steckenden Informationen

Mit dem starken Trend hin zum passiven Investment verlieren die Anlage-Preise zunehmend ihren Informations-Charakter. Das Denkmodell des Preises, in den alle vorhandenen Informationen einflossen und der daher stets zu jederzeit die Gesamtheit des Anlegerwissens reflektiert, war schon immer fehlerhaft. Doch früher trafen Investoren wenigstens eine eigene Entscheidung, wie umfangreich oder lückenhaft die Informationsbasis auch war. Heute hingegen treffen viele Investoren überhaupt keine Entscheidung mehr, sondern kaufen schlicht „den Markt“. Und die Aktien, die zufällig im gekauften Index enthalten sind, werden anteilig mit gekauft. Ganz gleich, ob das Unternehmen kurz vor der Pleite steht, schrumpft, sinkende Gewinne aufweist oder sonst welche Probleme hat, die früher Investoren vom Kauf abhielten.

So kommt es, dass in meinem Lieblingsbeispiel sich der Aktienkurs von Apple verdoppelte, nachdem (!) das Unternehmen eine Gewinnwarnung herausgab. In früheren Zeiten wäre es undenkbar gewesen, dass Anleger einem Unternehmen einen steigenden Wert beimessen, wenn selbiges Unternehmen ankündigt, künftig weniger Gewinne zu machen. Doch da Apple in diversen Indizes enthalten ist und dank der überdurchschnittlich hohen Marktkapitalisierung auch noch einen überdurchschnittlich großen Anteil an vielen Indizes hat, wurde die Aktie zusammen mit den Indizes gekauft und der Aktienkurs damit trotz Gewinnwarnung in neue Höhen gebracht. Die vorhandenen Informationen fließen somit heutzutage seltener in die Preisfindung der individuellen Aktie ein.

Bald verdienen und verlieren alle das gleiche

Das führt automatisch auch zu einer Gleichförmigkeit der Ergebnisverteilung. Je mehr Kapital passiv gemanagt wird, umso stärker gleicht sich das Ergebnis der einzelnen Anleger aneinander an. Wenn die Ergebnisse ähnlich sind, ist auch eine vergleichbare Verhaltensweise der Anleger zu erwarten. Wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen, weil alle gleichzeitig hohe Verluste erzielen, kann das Crash-verstärkend wirken. Umgekehrt kann der wachsende Einfluss passiv gemanagten Vermögens natürlich auch steigende Kurse beschleunigen, wenn bei günstigem und gleichem Ergebnisverlauf die Masse der Anleger gleichzeitig ihre ETF-Anteile aufstockt.

Die Gleichförmigkeit der Ergebnisse übt wiederum Druck auf aktive Portfoliomanager aus, in allen Marktphasen besser zu sein als der Vergleichsindex. Schon heute ist zu beobachten, dass aktiv gemanagte Portfolien große Ähnlichkeit zu Aktienindizes und damit passiv gemanagten ETFs aufweisen. Der Vorteil des aktiven Managements geht jedoch verloren, wenn Anleger von ihrem Portfoliomanager zu jeder Zeit Outperformance erwarten. Das erlebt auch gerade Warren Buffett, der sich weigert, bei aktuellen Unternehmensbewertungen größere Investitionen zu tätigen. Mit enormen Cashbeständen sitzt Buffett eine der stärksten Aktien-Haussen seit langer Zeit aus und erzielt damit derzeit eine Underperformance. Seine Stunde als aktiver Manager wird in der Korrektur schlagen, wenn er seine gehorteten Cashbestände günstig genau dann einsetzen kann, wenn alle anderen verkaufen wollen.

Anteil der ETF am Aktienvermögen hat sich in zehn Jahren verdoppelt

Bis jetzt machen ETF trotz rapiden Wachstums lediglich rund 20% allen in Fonds investierten Vermögens aus. Damit hat sich der Anteil seit dem Beginn der Finanzkrise verdoppelt. Vor allem institutionelle Anleger wie Versicherungen vertrauen nach wie vor auf aktives Management. Doch der Trend ist klar. Aktiv gemanagte Fonds wiesen im vergangenen Jahrzehnt trotz steigender Aktienkurse einen konstanten Abfluss von Anlegerkapital auf, während passiv gemanagte Fonds Zuflüsse erfuhren.

Die Statistiken geben den Befürwortern der passiven ETFs recht: Sie sind günstiger und haben in den meisten Fällen eine bessere Rendite als aktive Portfolio-Manager. Die Frage lautet jedoch, welche Nachteile sich aus dem Trend zum passiven Management ergibt, wenn immer größere Anteile des Vermögens ohne Nachzudenken nur noch „den Index“ kaufen.

Übrigens: Der von BlackRock gestartete Fonds ist das beste Beispiel dafür, dass Anleger passiv alles kaufen, ohne zu schauen, was sie da im ETF eigentlich erwerben. Laut Börsenprospekt soll der Index in Unternehmen aus Schwellenländern investieren, die eine hohe Performance in Umwelt-, Sozial und Corporate Governance verglichen mit vergleichbaren Aktien im gleichen Sektor aufweisen. Kippen also alle Unternehmen ihren Giftmüll in den nächsten Fluss, wäre das eine Unternehmen, das ihn vergräbt, bereits Outperformer. Von einigen Medien wird dieser Fonds zu den „grünen“ und klimafreundlichen Finanzanlagen gezählt wird und vermutlich unter diesem Eindruck auch von Anlegern gekauft. Doch grün ist der Fonds überhaupt nicht, auch nicht sozial.

Mit dabei sind solche Sterne wie Tencent, die alle von Nutzern geteilten Daten dem chinesischen Staat weiterleiten (Social Performance?) oder Lukoil, die von Cambridge Analytica wissen wollten, wie sie US-amerikanische Wähler in den sozialen Netzwerken targetierten (Corporate Governance?). Der Fonds investiert in diverse Öl-, Gas- und Zementhersteller, Flughafenbetreiber und Energieversorger. Klimaschutz unterstützen Anleger damit wohl kaum!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Martin

    12. Februar 2020 20:15 at 20:15

    Leider strotzt der Artikel gerade am Anfang von Behauptungen die nicht belegt sind. Es wird ein Szenario kreiert, das so aktuell wohl kaum vorliegt. Ich verweise bezüglich der Marktmacht von ETFs mal auf die Quellen von Gerd Kommer und seinen Quellen.

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    Radar

    13. Februar 2020 10:00 at 10:00

    Am Anfang des Artikels wirft der Autor mit einem absoluten Wert um sich (4 Billionen US Dollar) um diesen dann erst später in Relation zu stellen („Bis jetzt machen ETF trotz rapiden Wachstums lediglich rund 20% allen in Fonds investierten Vermögens aus.“) und verpasst es dann, den Fonds-Anteil vom gesamten investierten Vermögen im Aktienmarkt in Relation zu setzen. Vor 2 Jahren lagen Fonds insgesamt bei 7,6 Prozent in den USA (4,4 Prozent in Europa) des Gesamtaktienmarkts, selbst wenn es heute 10 Prozent wären, hätten ETFs also einen Gesamtmartkanteil von gerade mal 2 Prozent.

    Des weiteren beschreibt der Autor, dass ETFs einen signifikanten Einfluss auf den Wert von Einzelaktien haben und bringt als Beispiel Kursgewinne trotz Gewinnwarnung von Apple an ohne eine Quelle zu liefern, dass diese Gewinnwarnung einen verstärkten Run auf Fonds mit Apple-Anteilen ausgelöst haben soll. Preiseinfluss hat bei Börsen Angebot und Nachfrage. Der allergrößte Teil der ETF-Anleger betreibt aber keinen aktiven Handel und wird sich auch nicht mit Wirtschaftsnachrichten auseinander setzen. Der Sparplan wird einmal im Monat automatisch ausgeführt und das Depot wird sporadisch geprüft.

    Sollten ETFs so einen großen Einfluss auf den Markt nehmen, müsste man das ja am Kurs ablesen können. Wenn am Monatsanfang die Sparpläne vieler Anleger ausgeführt werden sollte es ja am jeweils ersten Börsenarbeitstag zu deutlichen Kurssteigerungen führen. Kursgewinne kann man an diesen Tagen allerdings genauso beobachten wie Kursverluste. Zum Beispielt ist am Montag 03.04.2017 der iShares MSCI World um 1,18 % gefallen (Hoch und Eröffnung waren gleich) und zwischen November 2017 und Mai 2018 ist der Kurs jeweils am ersten Börsentag des Monats gefallen, mit Hochs zwischen 0,00 und 0,28 Prozent plus von der Eröffnung. 6 Monate in Folge konnte man also keine positiven Auswirkungen der ETF-Käufe (es ist davon auszugehen, dass am ersten Arbeitstag des Monats die Sparpläne zu einem erhöhten Kauf-Volumen führen) auf die im Index abgebildeten Aktien feststellen.

  3. Pingback: Lesenswerte Links – Kalenderwoche 8 in 2020 |

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Das Coronavirus trifft Tesla an allen Fronten!

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Innenansicht eines E-Autos von Tesla - das Coronavirus wird zum Problem

Ich war immer davon überzeugt, dass Tesla in der nächsten großen Krise pleite gehen wird, sofern das Unternehmen nicht bis dahin gelernt haben sollte, dauerhaft profitabel zu arbeiten. Nun ist die nächste große Krise in Form des Coronavirus da und Tesla hat in den drei Jahren zuvor 862, 976 und 1.962 Millionen US-Dollar Verlust gemacht. 2020 brach der perfekte Sturm los, den Tesla in der aktuellen Form nicht überleben kann.

Selbst ohne Konkurrenz aber mit vielen Subventionen verdiente Tesla kein Geld

Tesla konnte eine komplette Autogeneration lang Fahrzeuge der elektrischen Oberklasse ohne Konkurrenz verkaufen. Tesla konnte zweieinhalb Jahre lang Fahrzeuge der gehobenen elektrischen Mittelklasse ohne ernsthafte Konkurrenz verkaufen. Die meiste Zeit über gab es dabei in den USA üppige Steuergutschriften für jeden Tesla-Käufer und ebenso üppige Emissionsgutschriften, die Tesla verkaufen konnte. Dennoch gelang es Tesla in keinem einzigen Jahr, einen Gewinn zu erwirtschaften. Was Tesla jedoch hatte, war praktisch unbegrenzter Zugang zum Kapitalmarkt. Bei steigenden Kursen hatte das Unternehmen kein Problem, die eigenen Aktien in rauen Mengen unter’s Volk zu bringen. Zwischen 2010 und 2019 stieg die Zahl der ausgegebenen Aktien von 50 auf 177 Millionen – eine grandiose Verwässerung für langfristige Aktionäre.

Auch Kredit stand Tesla problemlos zur Verfügung, wenngleich der dafür aufzubringende Zinssatz schon immer deutlich höher war als bei anderen Autoherstellern. Am Ende hatte der Anleihemarkt stets deutlich stärker im Blick, welche Risiken Tesla für Anleger darstellt. All das hat sich 2020 geändert. Die Steuergutschrift in den USA lief für Tesla aus, während bis auf General Motors alle anderen Konkurrenten ihren Kunden weiterhin diesen vom Staat finanzierten Preisnachlass bieten können. Die Nachfrage nach Emissionsgutschriften sinkt in den USA, weil nun fast alle anderen Autohersteller eigene Elektroautos anbieten, um die staatlichen Vorgaben auch ohne den Einkauf von Emissionsrechten zu erfüllen.

Die Konkurrenz bietet immer mehr eigene Elektroautos an

Was dafür dazu kam, war eine große Modelloffensive der Konkurrenz, die Tesla die Kundschaft abgräbt. Wer heute ein Elektroauto mit großer Reichweite fahren will, kann unter vielen Angeboten wählen und landet nicht mehr zwangsläufig bei Tesla. Gerade in Europa zwingen die CO2-Vorgaben die Hersteller dazu, Elektroautos in hoher sechs- oder gar siebenstelliger Stückzahl zu verkaufen. Die drohenden Strafzahlungen im Falle eines Verfehlens der CO2-Vorgaben sind dabei so hoch, dass die Hersteller ihre Elektroautos notfalls auch mit bis zu 18.000 Euro Verlust verkaufen können und es wäre immer noch billiger, als die Strafen an die EU zu zahlen. In Norwegen, dem Elektroauto-Musterland, sehen wir bereits heute, wie Teslas Marktanteil kollabiert. Nicht nur der Marktanteil, auch die Stückzahlen sacken in sich zusammen. Audi konnte vom e-tron im 1. Quartal 2020 mehr Exemplare absetzen, als Tesla Motors von allen eigenen Fahrzeugmodellen zusammen seit dem 1. Oktober 2019. In drei Monaten schaffte Audi mit einem relativ teuren Modell, was Tesla mit drei Modellen, von denen eines deutlich günstiger ist als der Audi, in sechs Monaten nicht schaffte. Und noch ist die große Auslieferwelle der klassischen Fahrzeughersteller noch gar nicht angerollt.

Was sich für Tesla seit einigen Wochen auch schlagartig änderte, ist der leichte Zugang zum Kapitalmarkt. Der schaltete von rosa Wunderland um auf Panikmodus. Was jetzt gefragt ist, ist Sicherheit und kein Hochrisiko-Investment. Sicherlich wird Tesla noch eine Kapitalerhöhung durchführen können. Die Frage ist nur, zu welchen Bedingungen. Der Erfahrung nach sind Anleger in Börsencrashs wenig geneigt, Kapitalerhöhungen zu Phantasiebewertungen mitzumachen. 2008 sammelte Lehman Brothers 10 Milliarden US-Dollar frisches Kapital ein, während der Aktienkurs sich seit dem Hoch fünftelte. Kapital ist also auch im Crash bei Pleitekandidaten verfügbar, führt aber bei nachgebenden Kursen zu einer immer stärkeren Verwässerung. Immer mehr Aktien müssen ausgegeben werden, um die gleiche Summe zu erlösen. Damit schrumpft der Anteil von Altaktionären am Unternehmen, sofern sie nicht Geld nachschießen.

In einem halben Jahr dürfte das Geld bei Tesla knapp werden

Welche finanziellen Auswirkungen die Krise aktuell auf Tesla hat, ist noch nicht klar. Das volle Ausmaß dürfte erst im Juli feststehen, wenn die Zahlen für das zweite Quartal veröffentlicht werden. Eine erste Abschätzung erlaubt uns die Aussage des CEO von VW. VW verbrenne derzeit 2 Milliarden Euro pro Woche und der Konzern verkaufe außerhalb Chinas nichs mehr. Auch Tesla verkauft außerhalb Chinas kaum noch etwas. 2019 hatte VW Kosten pro Monat von 203,5 Milliarden Euro oder 3,9 Milliarden pro Woche. Die Kosten konnten also halbiert werden, während der Umsatz gleichzeitig praktisch verschwand.

Kann Tesla die Kosten auch halbieren, landen wir bei 200 Millionen US-Dollar pro Woche. Sofern die Wirtschaft nicht wieder hochgefahren wird, dürfte damit in knapp einem halben Jahr die Cashreserven erschöpft sein. Noch nicht berücksichtigt sind dabei die Ausgaben für den Bau einer Fabrik in Deutschland, für die Tesla sich noch keinerlei Finanzierung sicherte und für deren Produktionsoutput auch keine Nachfrage besteht.

Viel gravierender als der aktuelle Nachfrageeinbruch durch die Geschäftsschließungen, die nicht mehr mögliche Anmeldung von Fahrzeugen und die Unmöglichkeit der Auslieferung sind jedoch die mittelfristigen Folgen. In einer Wirtschaftskrise sinkt der Bedarf an teuren Luxusartikeln, wie sie selbst der günstigste Tesla noch immer darstellt. Der ist gut 30% teurer als der durchschnittliche Neuwagen in Deutschland. Bei sinkender Nachfrage wird sich Tesla wachsender Konkurrenz ausgesetzt sehen, wenige Monate, nachdem man die eigenen Produktionskapazitäten um ein Drittel erhöhte und den Bau einer Fabrik zur weiteren Steigerung um 25% startete.

Wenn diese Krise endet, wird es Tesla wahrscheinlich immer noch geben. Doch die Aktien, die werden womöglich nichts mehr wert sein. Denn in der Restrukturierung ist das Eigenkapital, die Aktien, das erste, was dran glauben muss.

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Bei Infineon gibt’s jetzt die nächste Abwärtsbewegung: Verkaufen! – Werbung

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Lieber Börsianer,

heute endete die Glückssträhne der Perma-Bullen am Aktienmarkt. Nach etlichen ausgesprochen positiven Tagen an der Börse gab es heute, wie von mir vor drei Tagen prognostiziert, den ersten ungewöhnlich negativen Tag. In den USA ist der Handel schon wieder auf dem besten Wege, nach der Limit-down Regel unterbrochen zu werden. Zeit also, nach ein paar Short-Kandidaten Ausschau zu halten, in die Sie einsteigen und die Position eng oberhalb wichtiger Widerstände absichern können. Zum Beispiel Infineon.

Die Aktie des Chipherstellers hat sich seit dem Hoch im Jahr 2018 schon fast halbiert. Am Tief lagen wir sogar schon beinahe bei einer Drittelung. Binnen weniger Tage erholte sich das Papier um mehr als 40%, scheiterte jedoch in der vergangenen Woche am Widerstand bei 14 Euro. Mit der heute gestarteten neuen Abverkaufsbewegung ist das eine hervorragende Chance, um unterhalb dieses Widerstands eine Short-Position aufzubauen.

Absichern so eng wie möglich, so weit entfernt wie nötig!

Absichern können Sie diese Position oberhalb des Widerstands, der derzeit keine 3% vom aktuellen Kurs entfernt ist. Ich empfehle Ihnen jedoch, den Stopp nicht zu eng zu setzen. Die durchschnittliche Tagesschwankung in den vergangenen zwei Handelswochen betrug bei Infineon volle 1,52 Euro oder mehr als 10% des aktuellen Kurses! Wenn Sie nicht Gefahr laufen wollen, bei einer durchschnittlichen Schwankung ausgestoppt zu werden, sollte der Stopp weiter als diese 1,52 Euro entfernt liegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie jetzt noch einmal so weit über den Widerstand steigen könnte, ohne dass es sich um eine längerfristigere Aufwärtsbewegung handelt, ist meiner Ansicht nach…..

Täglich gratis! Lesen Sie diesen Artikel in ganzer Länge, und erhalten Sie auch alle meine folgenden Analysen regelmäßig und in voller Länge automatisch per e-mail. Sie müssen nur beim Klick an dieser Stelle ihre e-Mail Adresse angeben.

Mit Börsianer-Grüßen,
Thomas Kallwaß
Chefanalyst Profit Alarm

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Warum Uber und Lyft ihre Fahrer und Geschäftsgrundlagen verlieren könnten!

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Symbolbild für Uber und Lyft

Anfang März berichtete ich bereits über Uber, Lyft und andere Ride Sharing Dienste. Ich war damals der Ansicht, deren Lage würde sich verschlechtern, wenngleich es auch Stimmen gab, im Angesicht eines Ansteckungsrisikos in öffentlichen Verkehrsmitteln könnten diese Dienste profitieren. Nun zeigen erste Daten, dass sich die Lage für die Ridesharing-Dienste nicht aufhellte, sondern in der Tat verschlechterte. Für die chronisch defizitären Dienste kommt das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Uber und Lyft sind zwar bereits an die Börse gegangen und haben damit rechtzeitig vor dem Ausbruch der Krise den Absprung geschafft. Anderen gehypten Unternehmen wie WeWork oder AirBNB geht es da schlechter. Sie haben es nicht mehr als öffentlich gehandelte Aktiengesellschaft an den Markt geschafft. Damit steht ihnen weniger Kapital sofort zur Verfügung und die Neuaufnahme von Kapital als Kredit oder Eigenkapital ist als nicht börsengehandeltes Unternehmen auch schwieriger.

Gewinne rücken bei Uber und Lyft in weite Ferne

Für Aktionäre waren Uber und Lyft jedoch keine Erfolgsgeschichten. Beide Aktien verloren seit dem Börsengang drastisch an Wert. Das mindert naturgemäß die Neigung der Aktionäre, noch einmal Kapital nachzuschießen. Gleichwohl sind Aktionäre in der Regel bereit, bei einem vernünftigen Sanierungsplan noch einmal Kapital ins Unternehmen zu stecken. Ob Uber und Lyft, die eigentlich für 2020 und 2021 zumindest einen non-GAAP-Gewinn ankündigten, so einen Plan jetzt vorlegen könnten, ist jedoch zweifelhaft. Denn beide Unternehmen sind schon vor der Krise massiv unprofitabel gewesen. Und die angekündigten Gewinne sollten nicht nach dem vorgeschriebenen Buchführungsstandard GAAP ermittelt werden. Beim non-GAAP-Gewinn können die Unternehmen beliebig Kosten heraus- und Umsätze hereinrechnen, Abschreibungen modifizieren… sprich alles tun, um einen Gewinn auszuweisen. Es gibt schließlich keine Regeln, nach denen ein nicht regelkonformer Gewinn zu berechnen sei.

Doch nun kommt das Coronavirus den ohnehin nicht sonderlich ambitionierten Plänen in den Weg. In den ersten drei Wochen im März sanken die durchschnittlichen Preise bei Uber und Lyft bereits um 21%. Nun können Preise auf zwei Wegen fallen. Das Angebot kann stärker steigen als die Nachfrage oder die Nachfrage stärker fallen als das Angebot. Wie auch immer: Keine der beiden Wege ist für die Ridesharing-Dienste positiv. Denn auf jeden Fall ist das Angebot jetzt geringer als die Nachfrage.

Die Ausgangsbeschränkungen gingen in den USA jedoch in der vergangenen Woche erst so richtig los. Wie Daten und Bilder zum Beispiel aus New York nahelegen, ist der Verkehr in vielen Metropolen inzwischen praktisch zum Erliegen gekommen. Es würde mich nicht wundern, wenn der Umsatzrückgang in der vierten Märzwoche nicht 21% beträgt wie der Preisrückgang, sondern eher auf 80% und mehr stiege. Davon geht auch die Investmentbank Morgan Stanley aus. Sie kalkuliert mit 60% bis 65% geringeren Umsätzen für die Ridesharing-Dienste im 2. Quartal. Und Morgan Stanley rechnet nicht mit einer V-förmigen, schnellen Erholung. Für 2020 sollen die Buchungen um 35% zurückgehen.

Irgendwann im kommenden Jahr ist bei Uber und Lyft das Geld womöglich alle

Mit Sicherheit werden die Unternehmen durch Massenentlassungen die Kosten massiv herunterfahren. Wie stark die Kosten gesenkt werden können, ist noch offen. Uber dürfte die Krise dabei deutlich besser durchstehen können als Lyft, denn Uber hatte Ende 2019 10,9 Milliarden US-Dollar Cash in der Bilanz. Gelingt es, die Verwaltungs- und Marketingkosten sowie die Kosten für die Fahrer um die gleichen 35% zu reduzieren, wie die Umsätze sinken, könnte Uber die enormen Entwicklungskosten von 4,8 Milliarden US-Dollar pro Jahr beibehalten und hätte am Jahresende immer noch genügend Geld, um ein weiteres halbes Jahr mit unveränderter Kostenstruktur weiterzuarbeiten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten sollte Uber nicht allzu stark zurückfahren, um nicht die Story des schnell wachsenden Tech-Konzerns, der auf dem Weg zu selbstfahrenden Autos ist, zu zerstören.

Das deutlich kleinere Lyft hatte Ende 2019 2,85 Milliarden US-Dollar Cash. Bei gleichen Annahmen wie bei Uber würde das Unternehmen 2020 knapp 2,2 Milliarden US-Dollar davon verlieren und irgendwann kommenden März würde das Licht ausgehen.

Schlimmer noch als der Umsatzrückgang ist jedoch die drohende Pleite zahlloser Uber-Fahrer. Wer jetzt zahlungsunfähig wird und sein Auto verliert, steht nach der Krise nicht mehr als Fahrer zur Verfügung. Uber und Lyft haben weder angestellte Fahrer noch eigene Autos und sind darauf angewiesen, dass ein Heer Scheinselbständiger als Subunternehmer bereitsteht. Doch eine Armee nicht kreditwürdiger Fahrer ohne Auto kann nach der Krise nicht mehr für die Dienste arbeiten. Ein Angebotsschock mit nach oben schießenden Preisen wäre die Folge. Sind Uber und Lyfts Preise nicht mehr wettbewerbsfähig, wäre die Wachstumsstory dahin – und die hohen Unternehmensbewertungen, die die bis heute verlustträchtigen Geschäfte überhaupt erst ermöglichen, auch.

Uber lobbyiert daher bereits in den USA, damit der Staat die Pleite der ausgebeuteten Fahrer abwendet.

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