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Ölpreis: Warum bei den US-Frackern eine Pleitewelle droht

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Ölpumpe Beispielbild

Die auf einen relativ hohen Ölpreis angewiesenen US-Fracking-Unternehmen leiden aktuell unter zu hohen Schulden und seit Jahren negativen Cashflows. Präsident Donald J. Trump wünscht sich zwar einen niedrigen Ölpreis für die Konsumenten, aber Notierungen unter 50 Dollar bergen hohe Risiken für die US-Wirtschaft und die US-Finanzmärkte.

Der niedrige Ölpreis treibt reihenweise US-Fracker in den Bankrott

Die Zahl der Insolvenzen von Unternehmen, die sich auf die Öl- und Gasgewinnung via Fracking konzentrieren, stiegen bereits im vergangenen Jahr stark an: 42 Insolvenzanträge stellten Firmen aus den Bereichen Öl- und Gas-Exploration sowie Produktion im Jahr 2019. Forderungen in Höhe von fast 26 Milliarden US-Dollar fielen somit aus – doppelt so viel wie im Jahr 2018 (13,2 Mrd. US-Dollar). Im Jahr 2017 belief sich der Forderungsausfall aus diesem Sektor noch auf lediglich 8,5 Mrd. US-Dollar. Der Grund dafür sind die im Vergleich zu konventionellen Fördermethoden hohen Kosten bei der Gewinnung von Öl und Gas aus Schiefergestein und die deutlich gefallenen Preise.

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Diese spezielle Förderart ist deutlich aufwendiger und teurer als das konventionelle Bohren und Abpumpen der fossilen Energieträger. Beim Fracking wird zunächst vertikal und dann horizontal in die Erde gebohrt, bevor ein Gemisch aus Wasser, Sand und hochaggressiven Chemikalien in das Gestein gepresst wird, um es aufzusprengen. Dadurch werden Gas und Öl freigesetzt und anschließend abgepumpt. Im Schnitt benötigt die Branche einen Ölpreis jenseits der 60 US-Dollar-Marke, um positive Cashflows zu generieren.

In anderen Förderländern sind die laufenden Produktionskosten (OPEX) ohne Kapitalkosten, Royalties und die Ausgaben für die Exploration deutlich niedriger: Für die großen Ölfelder, auf die rund zwei Drittel der weltweiten Förderung entfallen, liegen diese durchschnittlichen Kosten bei ca. 8,30 US-Dollar pro Barrel (1 Barrel = 159 l). Die Bandbreite dieser Kosten geht von rund 3 US-Dollar pro Barrel in den arabischen Golfstaaten bis zu etwa 60 US-Dollar für Rohöl aus kanadischen Ölsanden und US-Schiefergestein.

Seitdem der Ölpreis im Jahr 2014 von über 100 US-Dollar pro Fass auf im Schnitt 57 US-Dollar im Jahr 2019 gefallen ist, generieren die größten 29 US-Fracking-Unternehmen jedes Jahr negative Cashflows bei permanent steigenden Schulden. Auch der Gaspreis hat sich seit dem Zwischenhoch von Anfang 2014 wieder gedrittelt. Zwar konnte sich der Preis für Erdgas Ende 2018 kurzfristig erholen, aktuell notiert er aber erneut in der Nähe der historischen Tiefststände (grüne Linie).

Ölpreis vs Gaspreis im Chartverlauf

Pumpen ums nackte Überleben

Die Halbierung der Preise bei beiden fossilen Energieträgern hat für die US-Fracking-Industrie fatale Folgen: Der Produktionsboom setzt sich zwar fort, aber viele Unternehmen aus dem Sektor pumpen nur noch, um ihre Schulden bedienen zu können – mit negativem Cashflow (in Summe mehr Ausgaben als Einnahmen).

Die amerikanische Energiebehörde EIA hat ihre Prognose für den US-Öl-Output im Jahr 2020 auf 13,29 Millionen Barrel pro Tag angehoben, von durchschnittlich 12,45 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2019. Dies entspricht einer nochmaligen Angebotssteigerung von fast sieben Prozent – trotz finanziell defizitärer Produktion und sinkender Nachfrage.
Damit sind die USA mit einem Weltmarktanteil von 17 Prozent zwar zum größten Ölproduzenten der Welt aufgestiegen, vor Saudi-Arabien, Russland und Kanada – aber zu welchem Preis?

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2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Pessi- Mist

    27. Februar 2020 11:00 at 11:00

    Öl auf Pump, Aktien auf Pump, gedrucktes Geld, Wirtschaft auf Pump , das sind die besten Voraussetzungen
    um eine Pandemie durchzustehen. Dazu ein teures Gesundheitssystem, wo sehr viele Kosten nicht gedeckt sind u.ein Grossteil der Bevölkerung bei schon kleineren Krankheiten in den Ruin treibt.
    Sieht nicht gut aus für Trumpenland. Seit gestern noch die Vermutung, dass die Notenbank doch NICHT ALLES kann.

  2. Avatar

    BrettonWood

    27. Februar 2020 11:23 at 11:23

    Das wär so Geil…und schwupps weg war Donalds Traum vom ölunabhängigen USA…wäre auch für die Unwelt gut….was die da für Dreck in den Untergrund pumpen….damit möcht ich nicht mal meine Kloschüssel spühlen….

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Jetzt knallt´s! Trump gegen Twitter&Co – Folgen für die Aktienmärkte?

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Der Kampf zwischen Donald Trump und Twitter erreicht eine neue Dimension – wie reagiert der US-Präsident auf die neuerliche Markierung seines Tweets? Und welche Folgen hat das für die Aktienmärkte?

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Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – “Warten auf Trump”

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ja, wie zutreffend ist die Headline zu seinem aktuellen Video! Der ganze Markt wartet aktuell auf die Trump-PK zu den erwarteten Reaktionen auf Chinas Sicherheitsgesetz.

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