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Pfund vs US-Dollar: Wird sich der Trend weiter fortsetzen?

Nachdem Großbritannien Ende Januar offiziell die Europäische Union verlassen hatte, musste das britische Pfund gegen fast alle Majors herbe Verluste hinnehmen. GBP/USD verlor in den letzten 12 Tagen über 300 Pips. Das ist sogar für den liquiden Major eine echte Größenordnung.

An den Märkten herrscht immer noch eine gewisse Nervosität und Unsicherheit, da es keine Klarheit zum Thema Handelsabkommen mit der EU gibt. So wirklich weiß noch niemand, wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern künftig aussehen sollte und welche Auswirkungen der Brexit für die europäische, vor allem für die britische Wirtschaft haben wird. Immer mehr Experten und Ökonomen bezweifeln, dass es zu  einer „friedlichen“ Lösung kommt. Boris Johnson wird von vielen als wenig kompromissfreudig angesehen, aber auch Brüssel ist offenkundig nicht mehr bereit, Großbritannien noch weiter entgegenzukommen. Die Fronten verhärten sich derzeit – die Verhandlungen können noch sehr lange dauern. Und je länger sie dauern werden, desto wahrscheinlicher wird es, dass doch kein Kompromiss gefunden wird – ein harter Brexit wäre die Folge. Das wollen zwar beide Seiten vermeiden, aber ob es tatsächlich gelingt, bleibt abzuwarten. Es ist ganz klar, dass sich das britische Pfund unter diesen Umständen schwertut, an Stärke zu gewinnen.

Die Wirtschaftsdaten unterstützen das Pfund

Am gestrigen Vormittag wurden zahlreiche Wirtschaftsdaten aus Großbritannien veröffentlicht. Obwohl sie eher gemischt ausgefallen sind (BIP +1,1%, Industrieproduktion -1,8 oder Bauproduktion +0,4 %), konnte das Pfund seine Talfahrt gegen die meisten Majors stoppen. Das hat zu einer leichten Erholung im gesamten GBP-Block geführt.
Die asiatischen Märkte haben sich ebenfalls heute Nacht von der freundlichen Seite gezeigt. Obwohl die Ängste vor dem Coronavirus nicht nachlassen und die Anzahl der Toten und Infizierten weiter hoch ist, konnten die fernöstlichen Aktienmärkte positiv performen.
Pfund vs US-Dollar konnte ebenfalls leicht zulegen und notierte im Hoch bei 1,2967

 

Die aktuelle Situation bei GBP/USD

Momentan befindet sich GBP/USD knapp unter seinem Widerstand bei 1,2970. Es wird interessant werden, ob das Pfund vs USD seinen Rebound am heutigen Handelstag weiter ausbauen kann. Die Indikatoren im kurzfristigen Zeitfenster sind schon im Extrembereich, was daraufhin deutet, dass die Luft für das Cable immer dünner wird. Es werden neue Impulse im Markt benötigt, um das Level bei und über 1,2970 zu halten.

Sollten diese ausbleiben, werden die Bären ihre Short-Positionen weiter ausbauen und der langfristige Abwärtstrend kann sich fortsetzen. Als erstes Kursziel kann man die Unterstützung bei 1,2949 (23er Fibonacci- Retracement) nehmen. Tiefer, bei 1,2911 befindet sich der Daily Pivot Point, der den Kurs vorerst auffangen kann. Sollte auch diese Unterstützung gebrochen werden, wird das Pfund weiter an Stärke verlieren, Preise um 1,2900 werden immer wahrscheinlicher. Hier könne man anfangen darüber nachzudenken,  Short-Positionen zu schließen und Gewinne mitzunehmen.

Sollte dagegen der Widerstand bei 1,2970 durchbrochen werden, wird sich der Rebound bei GBP/USD weiter fortsetzen und die Marke von 1,3000 in den Fokus rücken. Dieser Bereich ist schwer zu brechen, da hier das Pfund auf einen doppelten Widerstand trifft: Es ist das 38er Fibonacci- Retracement und die „big figure“ (1,30).
Allgemein tendiert das Pfund weiter zu Schwäche und jede Gegenreaktion auf der Oberseite wird wohl von Short-Tradern zum Verkauf genutzt. Wer sich also gegen den langfristigen Abwärtstrend stellen möchte, muss damit rechnen, dass er die „gefährliche“ Seite wählt.

Das Pfund knapp unter der wichtigen 1,30er-Marke

Das britische Pfund ist seit dem offiziellen Austritt Großbritanniens aus der EU im Sinkflug

 



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