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Europa

Signal für EZB? Preise rauschen in Keller – jetzt auch Erzeugerpreise mit Deflation

Claudio Kummerfeld

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am

Soeben hat das Statistische Bundesamt die Erzeugerpreise für den Monat Oktober veröffentlicht. Sie sinken im Vergleich zu Oktober 2018 um 0,6%. Schon im September gab es ein kleines Minus von 0,1%. Vorher waren es immer weiter schrumpfende Zuwächse von +0,3%, +1,1% usw. Auch im Monatsvergleich von September 2019 auf Oktober 2019 ist es ein Minus von 0,2%. Damit sind beide Daten schlechter ausgefallen als erwartet. Einmal mehr zeigt sich: Die Politik der EZB ist quasi sinnlos. Die Energiepreise, und vor allem Gas und Öl drücken die Verbraucherpreise (Inflation) rauf und runter! So sagen die Statistiker aktuell Zitat:

Energie insgesamt war im Oktober 2019 um 3,1 % billiger als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vormonat September 2019 sanken die Energiepreise geringfügig um 0,1 %. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 0,3 % höher als im Oktober 2018. Gegenüber September 2019 sanken sie um 0,2 %.

Ist das einmal mehr ein Signal für die EZB? Zinsen noch weiter senken, noch mehr Anleihen kaufen? Gerade erst hat sie ja wieder begonnen 20 Milliarden Euro pro Monat in den Anleihemarkt zu pumpen. Sind bald noch mehr Maßnahmen notwendig (aus Sicht der EZB), um etwas gegen Verbraucherpreise zu tun, die immer mehr Richtung Null-Linie tendieren? Die deutschen Großhandelspreise sind nun bereits den vierten Monat in Folge in der Deflation, die Importpreise sogar den fünften Monat in Folge. Und nun also auch die Erzeugerpreise als einer von drei wichtigen Vorlaufindikatoren. Wie sollen die Verbraucherpreise da bitte Richtung 2% steigen, liebe EZB?

Erzeugerpreise Oktober Statistik

Hier weitere Details der Erzeugerpreise im Wortlaut der Statistiker:

Vorleistungsgüter waren im Oktober 2019 um 1,7 % billiger als im Oktober 2018. Dies war der stärkste Preisrückgang im Vorjahresvergleich seit Juli 2016 (-2,1 %). Gegenüber dem Vormonat September 2019 sanken die Preise für Vorleistungsgüter um 0,7 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem metallische Sekundärrohstoffe (-23,0 %), deren Preise allein gegenüber dem Vormonat um 11,5 % fielen, sowie elektronische integrierte Schaltungen (-13,1 %). Metalle kosteten 3,5 % weniger, hier waren insbesondere Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen billiger als im Vorjahresmonat (-7,2 %), darunter Betonstahl um 12,9 %. Dagegen waren Edelmetalle und Halbzeug daraus 25,0 % teurer als im Oktober 2018. Erzeugnisse aus Beton, Zement und Gips kosteten 4,2 % mehr als ein Jahr zuvor.

Gebrauchsgüter waren 1,4 % teurer als ein Jahr zuvor, die Preise für Investitionsgüter lagen im Oktober 2019 um 1,5 % höher (jeweils +0,1 % gegenüber September 2019).

Verbrauchsgüter waren im Oktober 2019 um 2,3 % teurer als im Oktober 2018. Gegenüber dem Vormonat September 2019 stiegen diese Preise um 0,2 %. Nahrungsmittel waren 3,0 % teurer als im Vorjahresmonat. Den höchsten Preisanstieg im Vorjahresvergleich wiesen auch im Oktober 2019 Schweinefleisch (+25,0 %) und verarbeitete Kartoffeln (+11,6 %) auf. Zucker kostete 5,5 % mehr als vor einem Jahr. Seit ihrem bisherigen Tiefststand im August 2019 stiegen die Zuckerpreise um 12,9 %. Billiger als im Oktober 2018 war insbesondere Butter (-26,3 %). Jedoch stiegen hier die Preise gegenüber dem Vormonat um 5,4 %.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Pingback: Nachrichten und Meldungen vom 20.11.2019 | das-bewegt-die-welt.de

  2. Avatar

    BrettonWood

    20. November 2019 08:36 at 08:36

    Solange das Geld nicht beim Harzt 4 Empäfnger ankommt der es danna uch wieklich ausgeben würde wird sich doch nichts bei der Inflation tun….vorallem nicht da die wesentlichen Treiber wie Mieten & Immobilien ja gar keine Beachtung finden, gehört ja aich nicht zum Grundbedarf das wohnen….völlig löcherlich und einmal mehr eine Statistik die gefälscht ist oder ein Buchungstrick

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Europa

Kurzarbeit sinkt langsamer – Industrie mit 19 Prozent immer noch stark betroffen

Claudio Kummerfeld

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Arbeit in einem Metallbetrieb

Die Kurzarbeit in Deutschland geht zwar weiter zurück, aber nur noch sehr langsam. Das ifo-Institut liegt mit seinen Schätzungen die letzten Monate ziemlich gut, von daher kann man auch die heutigen Zahlen ernst nehmen. Laut ifo sinkt die Kurzarbeit im Oktober um 450.000 auf 3,3 Millionen betroffene Beschäftigte. Zuvor betrug der Rückgang rund eine Million Beschäftigte pro Monat. Damit seien nun noch 10 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kurzarbeit, nach 11 Prozent im September. Aber in der Industrie halte sich die Kurzarbeit laut ifo besonders hartnäckig mit einem Anteil von immer noch 19 Prozent oder 1,3 Millionen Menschen. Hier weitere interessante Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

„Vor allem bei Metall, Elektro und Maschinenbau hat es praktisch keinen Rückgang gegeben. Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern sehen wir eine leichte Verbesserung auf schlechtem Niveau“, fügt Link hinzu. Die Metallbranche liegt mit 29 Prozent der Beschäftigten (330.000) ganz vorn, zusammen mit dem Maschinenbau mit ebenfalls 29 Prozent (320.000). Die Elektrobranche folgt mit 23 Prozent (185.000) vor dem Fahrzeugbau mit 21 Prozent (240.000).

Bei den Dienstleistern ist die Kurzarbeit nur von 12 auf 11 Prozent der Beschäftigten gesunken. Spitzenreiter ist hier weiterhin das Gastgewerbe mit 26 Prozent der Beschäftigten oder 290.000 Menschen. Aber auch bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, wie Zeitarbeit, Reisebüros und Reiseveranstalter sowie Messeveranstalter, sind es 17 Prozent oder 390.000 Menschen.

ifo Detaildaten zur Kurzarbeit im Oktober

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Europa

ifo Index schwächer, erster Rückgang seit sechs Monaten

„Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten“

Markus Fugmann

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Soeben hat das ifo Institut den ifo Index für Oktober veröffentlicht:

– ifo Geschäftsklimaindex 92,7 (Prognose war 93,0; Vormonat August war 93,4) – der erste Rückgang nach fünf Monaten Anstieg in Folge

– aktuelle Lage 90,3 (Prognose war 89,9 ; Vormonat war 89,2)

– Erwartungen: 95,0 (Prognose war 96,5; Vormonat war 97,7)

Dazu ifo in einer Pressemitteilung:

„Die Stimmung unter den Unternehmenslenkern hat sich eingetrübt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf 92,7 Punkte gesunken, nach 93,2 Punkten[1] im September. Dies ist der erste Rückgang nach fünf Anstiegen in Folge. Die Unternehmen blicken deutlich skeptischer auf die Entwicklung in den kommenden Monaten. Ihre aktuelle Situation beurteilten sie hingegen etwas besser als im Vormonat. Angesichts steigender Infektionszahlen nehmen die Sorgen der deutschen Wirtschaft zu.

Im Verarbeitenden Gewerbe liegt der Geschäftsklimaindikator erstmals seit Juni 2019 wieder im positiven Bereich. Deutlich mehr Firmen waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. Die Unternehmen konnten ihre Kapazitätsauslastung im letzten Quartal deutlich von 75,3 auf 79,8 Prozent steigern. Der zuletzt aufgekommene Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate hat aber einen merklichen Rückschlag erhalten.

Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima hingegen merklich verschlechtert. Die Dienstleister waren weniger zufrieden mit ihrer aktuellen Lage. Zudem ist der Optimismus der Vormonate zur weiteren Geschäftsentwicklung wieder verschwunden.

Im Handel ist Geschäftsklimaindikator leicht gesunken. Während die Händler pessimistischer auf die kommenden Monate schauen, waren sie mit den laufenden Geschäften zufriedener.

Auch im Bauhauptgewerbe ist die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas gestoppt. Die Unternehmen korrigierten ihre sehr guten Einschätzungen zur aktuellen Lage deutlich nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen etwas pessimistischer aus.“

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Europa

Deutsche Wirtschaft: Schwache Dienstleister, starkes Gewerbe

„Dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

Markus Fugmann

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Soeben wurde der Einkaufsmanagerindex für deutsche Wirtschaft (Markit PMI; erste Veröffentlichung für Oktober) veröffentlicht – einer der zentralen Indikatoren für die deutsche Wirtschaft:

Gesamtindex: 54,5 (Prognose war 53,2; Vormonat war 54,7)

Verarbeitendes Gewerbe: 58,0 (Prognose war 55,1; Vormonat war 56,4)

Dienstleistung: 48,9 (Prognose war 49,2; Vormonat war 50,6)

Damit bestätigt sich der Trend der letzten Zeit: Dienstleistung leidet, Gewerbe bleibt robust (noch?)

Kurz zuvor war der Einkaufsmanagerindex aus Frankreich mit 47,3 schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose war 48,0)

(Hinweis: das ifo Institut hat soeben mitgeteilt, dass die ifo Umfrage erst am Montag veröffentlicht wird, im Videoausblick hatte ich gesagt, dass die Zahlen heute um 10Uhr veröffentlicht werden).

Dazu kommentiert Phil Smith von Markit, das die Daten erhebt: „dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger“

„Die deutsche Wirtschaft hält sich angesichts der zweiten Corona-Infektionswelle erfreulicherweise ziemlich wacker, wie der Oktober-Flash zeigt.
Obwohl einige Dienstleistungsunternehmen unter den neuen Restriktionen und der zunehmenden Unsicherheit im Zusammenhang mit der ‘zweiten Welle’ leiden, hielten sich die Geschäftseinbußen hier insgesamt noch in Grenzen. Gleichzeitig hat die boomende Industrie der Konjunktur ordentlich Auftrieb verliehen. Folglich sieht es zunehmend nach einer Wirtschaft der zwei Geschwindigkeiten aus. Das verarbeitende Gewerbe ist bisher weniger stark von den neuen Restriktionen betroffen als der Servicesektor und hat zudem enorm vom wieder
florierenden Welthandel profitiert. Da sich immer mehr Industrieunternehmen dem Wachstumsniveau von vor der CoronavirusPandemie nähern oder es sogar schon erreicht haben, wird ein dauerhafter Aufschwung ab jetzt zunehmend schwieriger. So sind die Erwartungen der Hersteller im Oktober auch erstmals seit siebenMonaten wieder leicht gesunken. Dennoch, Sorgenkind Nummer eins bleibt der Dienstleistungssektor.”

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