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Tesla: Aktie im Höhenflug – Allzeithoch oder Absturz?

Tesla: Aktie im Höhenflug – Allzeithoch oder Absturz?

Der Aktienkurs von Tesla hat in den letzten sieben Tagen eine beeindruckende Rally zurückgelegt – folgt nun der Absturz nach dem Höhenflug? Tesla hat es geschafft als Pionier in Sachen Elektroautos sich ein besonderes Standing und Image im umkämpften Markt aufzubauen. Wenn es um den Megatrend geht, führt kein Weg an Tesla vorbei. Nachdem viele deutsche Automobilhersteller den Trend fast verschlafen hätten, kommt die Konkurrenz für Tesla auch hierzulande langsam in Gang. Hier muss man in erster Linie Mercedes hervorheben, die zuletzt stark in den Sektor E-Mobilität investiert haben. Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft.

Aus Sicht des US-Herstellers erscheint der Schritt logisch, in Deutschland eine Produktionsstätte zu errichten. Sie deinen Freunden nah, doch deinen Feinden noch näher heißt es doch so schön. Im Gegensatz zum chinesischen oder US-Markt hängt man in Europa was die Verkaufszahlen von Elektroautos betrifft noch ein gutes Stück hinterher. Tesla erhofft sich indessen durch den neuen Standort in Deutschland größere Marktanteile in Europa.

Nach zwei Jahren Bauzeit wurde in dieser Woche das Tesla-Werk in Brandenburg eröffnet. Damit ist die größte Elektroauto-Fabrik in Deutschland entstanden und die erste des Elektrofahrzeug-Herstellers in Europa überhaupt. Zu dem Anlass hat Tesla-Chef Elon Musk am Dienstag persönlich die Schlüsselkarte an den ersten Käufer eines in Deutschland produzierten Teslas übergeben.

Belastungsfaktoren für den Elektroauto-Hersteller

Angesichts des Ukraine-Krieges und seinen Auswirkungen sieht sich Tesla Problemen ausgesetzt. Wie auch andere produzierenden Unternehmen leidet der Hersteller von Elektroautos unter den drastisch gestiegenen Rohstoffpreisen sowie den verschärften Lieferkettenproblemen. Unter anderem haben die Rohstoffpreise für Aluminium, Palladium, Nickel und Lithium zuletzt deutlich zugelegt. Auch Halbleiter sind wegen des Chipmangels teurer geworden. Dies trifft vor allem die Hersteller von Elektrofahrzeugen.

Infolge der erhöhten Produktionskosten hat Tesla die Preise für E-Autos erhöht. Bis Preissteigerungen liegen zwischen fünf und zehn Prozent für alle Modelle. Teslas Kunden sind wahrscheinlich not amused, aber dem Aktienkurs des Unternehmens hat es bisher nicht geschadet. Im Gegenteil, die Aktie konnte nach dem zwischenzeitlichen Rücksetzer wieder deutlich zulegen. Als Anleger kann man damit argumentieren, dass Tesla mit der Preiserhöhung die Gewinnmarge schützt.

Anleger dürften daher gespannt auf die kommenden Quartalszahlen schauen. Kommt es angesichts der Preiserhöhungen zu einem Rückgang der Nachfrage? Tesla geht im Vergleich zu der Konkurrenz geschickt vor, da man große Preissprünge vermeidet und stattdessen seine Preise schrittweise anhebt. Die Preissprünge sind dadurch leichter zu verdauen.

Tesla: Das Chartbild hat sich aufgehellt

Die Tesla-Aktie konnte zuletzt sieben Tage in Folge steigen. Von dem Zwischentief bei 757 USD kletterte der Kurs über die runde Marke von 1.000 USD und markierte am Mittwoch ein Hoch bei 1.041 USD. Im Tageschart kam es demnach zu einer Bodenbildung und einer Trendumkehr. Zudem wurde die 50-Tage-Linie bei circa 900 USD überwunden. Die Erholungsrally hat damit auch das 161,8% Extensionslevel aus der Bodenbildung bei 1.006 USD erreicht.

Seitdem konsolidiert der Aktienkurs genau an einem horizontalen Widerstand bei 1.000/1.1025 USD. Der Bereich ist durchaus spannend, da es hier zu Gewinnmitnahmen kommen kann. Sehen wir an dieser Stelle tatsächlich einen Rücklauf, dann ergeben sich zwei mögliche Szenarien für die kurzfristige Entwicklung des Aktienkurses.

Szenario: Bullisch oder bärisch?

Im beigefügten Tageschart hat sich am Mittwoch bereits ein umgedrehter Hammer (shooting-star) ausgebildet. Gestern folgte daraufhin eine Doji-Kerze, die Unentschlossenheit signalisiert. Die aktuelle Kerzen-Konstellation spricht also für einen möglichen Rücksetzer. Wie weit der Rücksetzer läuft, ist aus technischer Sicht entscheidend dafür, wie es kurzfristig für die Tesla-Aktien weitergehen kann. In dem bullischen Szenario (5er-Impuls) verläuft der Pullback bis an die horizontale Unterstützungszone im Bereich von 950 bis 930 USD. Sogar ein Rücksetzer bis an die 50-Tage-Linie bei knapp 900 USD wäre noch im grünen Bereich. Tiefer sollte es allerdings nicht mehr gehen, weil es ansonsten zu einer Überschneidung kommt, was als Schwächesignal gewertet werden kann. Ausgehend von der Unterstützung könnte der Aktienkurs in Richtung des Widerstands bei 1.119 USD ansteigen. Darüber könnte es sogar wieder in Richtung des Allzeithochs gehen.

Im bärischen Szenario (ABC-Korrektur) wäre mit dem Erreichen des 161,8% Extensionsziel bei 1.006 USD die Aufwärtskorrektur beendet. In diesem Szenario würde der Aktienkurs unter die Hochpunkte aus der Bodenbildung bei 888 USD fallen. Unterhalb der lokalen Hochs könnte sich die Korrektur zunächst bis in den Bereich bei 800 und 760 USD ausweiten. Bei einem Bruch des letzten lokalen Tiefs bei 760 USD droht sogar weiteres Abwärts-Momentum.

Tesla-Aktienkurs: Richtungsentscheidung am Widerstand

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