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Videoausblick: Das Öl-Massaker

Nachdem es für den Ölpreis gestern um -5% nach unten ging, setzt sich das „Öl-Massaker“ weiter fort mit einem weiteren Minus im asiatischen Handel von knapp 3%. Gestern konnte man beobachten, dass die US-Aktienmärkte nervöser werden: trotz weitgehend unveränderter Schlusskurse gab es schnelle Bewegungen (rauf und runter). Sollte der Ölpreis (sowie die Rohstoffe insgesamt) die Talfahrt weiter fortsetzen, dürfte es auch für die Aktienmärkte zunehmend ungemütlich werden..

Markus Fugmann

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Markus Fugmann

Von Markus Fugmann

Nachdem es für den Ölpreis gestern um -5% nach unten ging, setzt sich das „Öl-Massaker“ weiter fort mit einem weiteren Minus im asiatischen Handel von knapp 3%. Gestern konnte man beobachten, dass die US-Aktienmärkte nervöser werden: trotz weitgehend unveränderter Schlusskurse gab es schnelle Bewegungen (rauf und runter) – sollte der Ölpreis (sowie die Rohstoffe insgesamt) die Talfahrt weiter fortsetzen, dürfte es auch für die Aktienmärkte zunehmend ungemütlich werden. Heute im Fokus die US-Arbeitsmarktdaten: die Konsenserwartung bei 185.000 neuen Stellen und die Arbeitslosenquote bei 4,6%. Am Mittwoch hatte sich die Fed sehr positiv zum US-Arbeitsmarkt geäußert – kennt die Notenbank die Zahlen schon? Der X-Dax dürfte nach negativen asiatischen Märkten zunächst etwas tiefer starten..

https://youtube.com/watch?v=x8crST_stXs%3Fecver%3D1

22 Kommentare

22 Comments

  1. Avatar

    PK

    5. Mai 2017 08:12 at 08:12

    möglicherweise interessanter Zeitpunkt für einen kleinen Short im Dax.
    Wahlsieg von Marcon ist wohl überantizipiert. Könnte daher nächste Woche leichte Gewinnmitnahmen bedeuten.

  2. Avatar

    Kenguru

    5. Mai 2017 08:56 at 08:56

    Chartkonstellation, Rohstoffabverkauf und evtl. Eva Braun als Oberfranzack, könnte nächste Woche ein Schlachtfest für die Bullen werden.

  3. Avatar

    madsoul

    5. Mai 2017 09:08 at 09:08

    Ach wenn das nur so wäre, würd das Bärenherz sich freuen. Aber es wird wahrscheinlich wieder der irrationalen Marktlogik folgen, sprich
    1. Irgendein Saudiprinz teilt die Fortsetzung der Produktionskürzung mit
    2. Das ganze war nur ein kleiner Squeeze für die ganzen Öl-Longs
    3. Macron gewinnt und das ist gut für den Euro mit mindestens 1.15
    4. Die Kopplung Euro/Aktien ist grad nicht so wichtig, und niedrige Rohstoffpreise sind auf einmal gut für die Margen, also Aktien rauf (Dax mind 13.000)
    5. Im Vorfeld von G20 sind ale ganz angetan von Donalds Realpolitik, und jetzt kommt doch bestimmt die Steuerreform
    6. Die Fed erhöht die Zinsen nicht, deshalb kann S&P doch mal noch die runde 2500 testen, ist aber auch egal, denn wenn die Fed die Zinsen anhebt, testen wie halt nur die 2495, denn dann sind zwar die Banken nicht gut, aber der Rest kriegt ja weiter günstige Zinsen.
    7. Tesla kauft mit Shares eine Kontrollmehrheit von GM oder Ford und steigt auf mind 500
    8. Weil Europa ja immer nachzieht sehen wir dann noch ATH in Italien und Spanien
    9. Weil der Euro so sicher ist, muss der MDAX dann noch auf 30.000

    Ich habe wie sicher viele Bären hier, reichlich geblutet seit Nov, gebe aber die Hoffnung nicht ganz auf, wobei ich gestehe, dass ich grade als gespaltene Person agiere: Bei einem Trader bin ich jetzt wieder mal meinem Herz und meiner inneren Bäreneinstellung gefolgt und baue die shorts auf. Bei einem zweiten mache ich seit 2 Wochen mit kleinem Einsatz immer genau das Gegenteil meiner eigentlichen Meinung mit ganz engen SL. Bis jetzt funktioniert letzteres „leider gut“, auch wenn das natürlich gesamt nur ein Tropfen auf die massiven Losses der letzten Monate sind.

    Das einzige kleine Hoffnungspfflänzchen das noch in mir keimt, ist dass endlich mal die Vola anzieht.

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    PK

    5. Mai 2017 09:54 at 09:54

    „Bei einem Trader bin ich jetzt wieder mal meinem Herz und meiner inneren Bäreneinstellung gefolgt“

    du weisst sicher selber, daß du da gerade eine Schwäche formuliert hast.
    Viele gehen Trades nicht deshalb ein, um eine optimale Chance auf einen Gewinn zu nutzen, sondern um dem Markt die eigene Meinung in Form eines Trades mitzuteilen. Je mehr der Markt dann der eigenen Meinung widerspricht (also in die Gegenrichtung läuft), umso dringender wird dieses Bedürfnis (Positionen werden aufgestockt).
    Ich schreibe das, weil ich über viele Jahre genau so gehandelt hab und lange gebraucht habe um zu verstehen wie man selber so tickt.

  5. Avatar

    Dickbär

    5. Mai 2017 10:18 at 10:18

    @ madsoul,ich fühle mit Ihnen,meine Überzeugung ist trotzdem,dass das Spiel wo immer alles Negative für die Börsen positiv ist, irgendwann zu Ende geht,je länger es dauert umso eher
    1. Jedes Jahr hat es (auch auf tieferem Niveau) hat es 2-3Korrekturen gegeben.
    2.Die Korrekturen kommen immer unverhofft.
    3.Schneeballsysteme HABEN NOCH NIE FUNKTIONIERT
    4.Wenn Italien nächstens Renzi wieder wählt gibt es vielleicht noch ein neues Hoffnungsrally u.die Hausse geht weiter ? ?

  6. Avatar

    madsoul

    5. Mai 2017 10:25 at 10:25

    @pk

    klar weiss ich das, da ich aber nach dem Fiasko der letzten Monate etwas frustriert bin(nicht verzweifelt, denn es war eine klare Regel für mich, hier nur geld zu riskieren das nicht den Kopf kostet, wobei mir nach längerer Krankheit das materielle Thema eh nicht so wichtig ist)
    Das Problem ist doch vielmehr, dass man am Ende des Tages als Normaltrader erkennen muss, dass es die Big Player sind, die den Markt machen, und ggf über Monate hinweg Positionen aussitzen können, und wir täglich feststellen, dass die nachbörslichen Erklärungen sich immer finden werden, auch wenn Sie keiner inneren Logik folgen.
    Deshalb wird in 5 Jahren Snap dreistellig oder nicht mehr existent sein, es bleibt schlussendlich eine Wette.
    Andernfalls bliebe doch nur die Einfache Version, Indexpapierr und Bluechips kaufen, in 30 Jahren sind sie durch Rückkäufe und Inflation garantiert gestiegen.
    Deshalb jetzt mein „Experiment“
    Mehr als das den Einsatz kann es nicht kosten, und wenn es funktioniert, wäre es in meinem Fall eh unwahrscheinlich, dass ich es ausgeben könnte.
    Aber Du hast recht, wenn es um die eigene Unzulänglichkeit geht, tickt man wirklich eigenartig.
    Aber ich kann irgendwie nicht anders, das ist irgendwie wie in Abwandlung von Brecht : Es muss den logischen Menschen geben, es muss es muss es muss
    Deshalb der Short Ansatz meinerseits, bzw die Wette auf die steigende Vola

    • Avatar

      PK

      5. Mai 2017 11:49 at 11:49

      „Das Problem ist doch vielmehr, dass man am Ende des Tages als Normaltrader erkennen muss, dass es die Big Player sind, die den Markt machen, und ggf über Monate hinweg Positionen aussitzen können, und wir täglich feststellen, dass die nachbörslichen Erklärungen sich immer finden werden, auch wenn Sie keiner inneren Logik folgen.“

      Es ist einfach die Mehrheit der Trader die den Markt machen und es ist völlig egal wer im einzelnen das ist. Es ist nunmal der Markt und definiert den Playground auf dem wir uns aufhalten. Wir können das akzeptieren oder uns fernhalten. Unlogische Kursbewegungen sind an der Börse zwingend erforderlich, denn wenn die Börse nur der Logik folgen würde, könnt ja jeder verdienen sofern er nur logisch vorgeht und die Effiktivität eines Marktes verbietet eben genau das. Geh einfach davon aus, daß die „Big Player“ oft genauso verwundert sind was da passiert.
      Es gibt inzwischen keinen Algo mehr, der aus diesem Kampf der Algos noch echte Vorteile ziehen kann und die gehen mit ganzen Stockwerken voll Computerpower in solche Auswertungen und Simulationen rein.

  7. Avatar

    madsoul

    5. Mai 2017 10:45 at 10:45

    @ dickbär,
    vielen Dank, wie gesagt, sicher kommt die Korrektur, aber mir ging es hier eher um die Problematik, der oft krampfhaften Erklärungsversuche ex poste.
    Ich denke es geht vielen so dass man zB irgendwann genervt ist, wenn wie am Beispiel von Italien Kurssteigerungen im hohen 2 Stelligen Bereich liegen, ohne das nur irgendeine Fundamentale Änderung dies begründen könnte (siehe u.A Steigerung Italien auf fast 21000) trotz Krise, Inflation Alitalia Pleite etc.)
    Oder die unterschiedlichen Einflüsse Nordkorea, erster Raketentest, Krisenstimmung, jetzt Ausreiseempfehlung der Chinesischen Botschaft, alles easy, ist doch nur Säbelrasseln

    • Avatar

      Walter Schmid

      5. Mai 2017 12:50 at 12:50

      Ja, die gigantischen Kurssteigerungen des italienischen Aktienindexes bleiben mir ein Rätsel und sie verderben mir immer wieder die Performance. Mein größter Verlust bei den Shortpositionen. Wer kauft italienische Aktien und warum? Da gibt es in Europa doch viel interessantere Märkte.

      • Avatar

        columbo

        5. Mai 2017 15:41 at 15:41

        Versuche eine(laienhafte,einfache) Erklärung, warum italienische Aktien gekauft werden: Alle denken, Italien ist pleite und die Wirtschaft ist am Boden(was auch stimmt), daher sind die Aktien billig und möglicherweise am Tiefpunkt. Kaum Risiko, da die EU den Fortbestand Italiens garantiert.
        Ähnlich wie beim griechischen Aktienmarkt. „Smart money“.

        • Avatar

          Walter Schmid

          5. Mai 2017 16:27 at 16:27

          Ja, möglicherweise ist das die Erklärung. Aber, dass Italien wie Griechenland gerettet werden würde, war doch auch schon klar, als die Kurse in Italien nach unten gingen. Und wenn es dazu käme, was würde es an der schlechten Ertragssituation der italienischen Wirtschaft und deren Wettbewerbsfähigkeit ändern?

          • Avatar

            columbo

            5. Mai 2017 16:57 at 16:57

            Es ist vielleicht einfach diese komische Logik: Nach der Frankreichwahl haben die italienischen Populisten keine Chancen mehr. Renzi ist wieder zurück und wird möglicherweise die Wahlen gewinnen. Es gibt weder Frexit noch Italexit, Wirtschaftslage ist schlecht, aber alles wird gut.
            (Warum bin ich da nicht draufgekommen, aber hinterher…..)

  8. Avatar

    fourwinds

    5. Mai 2017 11:42 at 11:42

    @madsoul
    Ich bin auch jemand, der eher short als long denkt (denn „runter kommen sie immer“). vielleicht liegt das aber an unserer einstellung: wir sehen immer nur das halbleere anstelle des halbvollen glases. gerade gestern wurde ich dafür wieder einmal heftig vom dax abgestraft.

    ich habe gelernt, dass ich bei klaren signalen zu trendwechseln (z. B. wenn der kurs alle drei gleitenden durchschnitte wie EMA, SMA, DEMA durchschreitet) meine positionen konsequent glattstellen und an der gegenbewegung partizipieren muss. doch immer wieder muss ich dabei gegen meine verlustängste angehen, die im hinterkopf flüstern („das ganze ist nur von kurzer dauer, der kurs kommt gleich wieder zurück“) und mich gelegentlich immer noch veranlassen, einen eigentlich sinnvollen stop loss zu entfernen.

    dagegen anzukämpfen erfordert eine wahnsinnige disziplin. aber es rechnet sich. ich habe erst im februar mit dem cfd handel gestartet und komme nach drei monaten und 60 trades auf eine rendite von 20 prozent, zwei drittel meiner trades sind inzwischen positiv.

    mein tipp: ein trading tagebuch führen, die darin dokumentierten fehler konseqeunt angehen und ach mal pause machen: man muss nicht jeden tag handeln. es gibt wichtigeres, wie zeit mit der familie, hobbies und die gesundheit.

  9. Avatar

    PK

    5. Mai 2017 11:52 at 11:52

    es hilft neben einem Tradingtagebuch auch, wenn man symmetsich tradet, sich also zwingt sowohl long als auch short zu traden.
    Das interessante ist, daß man mit den Positionen, die gegen die innere Richtung gehen, meist die Profite einfährt…

    • Avatar

      fourwinds

      5. Mai 2017 13:37 at 13:37

      …gute idee, PK. so hab‘ ich’s auch gestern mit dem dax gemacht (hedging). allerdings habe ich den schlechten trade viel zu spät glatt gestellt und konnte dadurch im laufe des tages den damit verursachten verlust nicht mehr ausgleichen.

      wie heisst es noch? „entweder du gewinnst oder du lernst dazu“…;o)

  10. Avatar

    madsoul

    5. Mai 2017 18:48 at 18:48

    So kleine nachlese
    es ist doch zum k…,
    ich bin grade mit den longs auf den dax/eur/cac40 wieder raus, bei Einstieg heute morgen 10.15
    damit sind die Verluste der Shorts abgesichert und noch reichlich Puffer. Im grossen Bild seit Nov natürlich noch weit vom Return weg.
    Aber irgendwie bleibt das mulmige Gefühl, dass das doch alles meschugge ist.

    Jetzt mach ich mir noch den Spass und schau mal ob die Jellen noch den TdT von gestern auslöst und die S&P die 2400 reisst.
    Wenn das auch noch kommt, werd ich zum „Revers Bauch Algo“ und mach nur noch genau das Gegenteil meiner Überzeugung.

  11. Avatar

    Flachwitz

    5. Mai 2017 18:55 at 18:55

    @columbo: Das heißt nicht Italexit sondern Italoexit! Das wird nämlich noch ein show-down wie im Italo-Western… :-)

  12. Avatar

    Robert14021984

    5. Mai 2017 19:08 at 19:08

    Weiß jemand eigentlich wann die Italiengeschichte wieder aktuell wird ? Man hört garnix mehr.. haben die mal wieder Wahlen ??

    • Avatar

      columbo

      5. Mai 2017 19:45 at 19:45

      2018, vermutlich Frühjahr. Spätestens danach feiern wir das Auferstehungsfest der Bären. Außer es kommt anders.

      • Avatar

        Robert14021984

        5. Mai 2017 20:03 at 20:03

        Wir wollen doch mal hoffen, dass es früher kommt….
        bis dahin wird schon noch was passieren…. ich kann die blauen Kerzen nicht mehr sehen.. und ständig dieses schön reden und steigen bei jeder noch so beschissenen Nachricht.. dieses Permabullen schön reden der tollen Wirtschaft.. unglaublich nervig..

  13. Avatar

    vogel

    6. Mai 2017 11:27 at 11:27

    Wenn man das macht, was alle machen, bekommt man auch nur das, was alle bekommen – und das ist bekanntlich nicht viel.
    Ist im Leben genau so wie an der Börse.
    Aus diesem Grund wird dort wie hier bekanntlich von einigen massiv manipuliert und getrickst: Bei den großen Indizes ist angesichts der Vielzahl teils gegensätzlich agierender Akteure ein Muster kaum vorhersehbar, die ganzen Termin/Short/Long- und Sonstwelche-Wetten entwickeln eine Eigendynamik, die mit „Logik“ nichts zu tun hat und sich an den Märkten in „unverständlichen“ Bewegungen äußert.

    Von meiner Seite deshalb ein kleiner Hinweis für jene, die das Warten auf den „Big Crash“ leid sind und es in der Zwischenzeit auch ein paar Nummern kleiner machen können:
    Es gibt einzelne Aktien, mit denen Hedgefonds im Zeitraffer (im Schnitt alle 3 Wochen) Crash und Hausse „spielen“.
    Bei meiner Lieblingsaktie Kali+Salz AG (15-20% der K+S-Aktien sind dauergeshortet: http://www.aktiencheck.de/exklusiv/Artikel-K_S_Aktie_Leerverkaeufer_AQR_Capital_Management_zieht_sich_etwas_zurueck_Aktiennews-7856581)

    ist das Manipulationsmuster etwas schlichter und der Kreis der Manipulateure überschaubarer. Die Short-Attacken erfolgen häufig mit Ad-Hoc-Vorankündigung und je nach agierendem Hedgefonds mit unterschiedlicher Heftigkeit (5-15% -Schwankung) innerhalb weniger Tage.
    Anschließender Ausstieg läßt den Aktienkurs entsprechend zurückschnellen.
    Von interessierter Seite regelmäßig gestreute „Übernahmegerüchte“ gewürzt mit einem schönen Shortsqueeze sind dann der krönende Nachtisch für den geneigten Aktienfeinschmecker.
    Natürlich muß jeder selbst ein Gespür für das Eigenleben von K+S etwickeln, insbesondere für das Agieren der unterschiedlich starken Hedgefonds: Der K+S-Aktiekurs wird derzeit in einer Spanne von ca. 21-25 Euro regelmäßig runtergeprügelt und anschließend hochgewürgt.
    Infos über bevorstehende Short-Attacken oder Rückzug aus Short-Postionen gibt es oft zeitnah hier: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2017-05/40614697-k-s-aktie-shortseller-worldquant-hat-den-rueckzug-angetreten-aktiennews-358.htm.

    Die restlichen K+S-„Analysen“ kann man sich auch hier getrost schenken, manipulierter Aktienkurs hat nix mit „Wirtschaft“ zu tun, sondern nur mit Geldverdienen: Also quasi wie bei den Weltbörsen auch, nur eben kleiner, schneller und etwas übersichtlicher.
    Sobald man hier den Bogen raus hat,
    macht es richtig Spaß ;-)

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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Aktien

JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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