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Wall Street- und Washington-Experte: Vor dem „Blutbad“ raus aus Aktien, raus aus Anleihen – Gold kaufen!

Aktuell tritt er an die Öffentlichkeit mit klaren Aussagen zur Börsenlage. Laut Stockman verkaufen auf den derzeitigen hohen Börsenniveaus die Coprorate Insiders (also Führungskräfte) von Konzernen in Massen ihre eigenen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Schon mal den Namen David Stockman gehört? Hierzulande ist eher eher weniger bekannt. Er hat aber in den USA einen sehr guten Ruf als Experte und eine gute Bekanntheit bei Kennern von Wall Street und dem „Sumpf“ in Washington DC. Stockman war unter Präsident Ronald Reagan in den 80ern jahrelang sein Leiter des Budgetbüros. Danach war er an der Wall Street tätig, unter anderem als Führungskraft bei Salomon Brothers (noch in den 90ern ein klanghafter Name in New York).


David Stockman. Foto: Gage Skidmore/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Aktuell tritt er an die Öffentlichkeit mit klaren Aussagen zur Börsenlage. Laut Stockman verkaufen auf den derzeitigen hohen Börsenniveaus die Coprorate Insiders (also Führungskräfte) von Konzernen in Massen ihre eigenen Aktien. Damit will er wohl andeuten, dass sie wüssten, dass etwas Schlimmes bevorsteht. Aber das ist nur ein kleiner Aspekt seiner Aussagen. Donald Trump habe in seinen Budgetwünschen mit dem Kongress vor allem fette Aufschläge für das Militär durchgeboxt, aber Kürzungen seien wohl nicht durch den Kongress gegangen. Jetzt stehe Trump aufgrund seiner Ausgabensteigerungen für das Militär mit Mehrkosten im Budget von 30 Milliarden Dollar vor einem Problem.

Und Stockman verweist eindringlich auf die US-Schuldenobergrenze, die derzeit bei 19,8 Billionen Dollar liegt. Die aktuelle Staatsverschuldung liegt momentan bereits an dieser Grenze. Die Bundesregierung in Washington lebt derzeit nur, weil sie durch Buchungstricks Ausgaben in die Zukunft verschiebt. Das ist keine neue Erfindung von Trump – auch Obama hatte so schon wild um sich herum „buchen“ lassen. Doch Stockman glaubt wohl daran, dass es dieses Mal unter Trump nicht mal eben zu einer mehrtägigen harmlosen und nur teilweisen Lähmung des Staatsapparats kommt, wie zuletzt unter Obama. Irgendwann im Herbst, so schätzen Beobachter, kann man das Desaster nicht mehr mit Buchungstricks hinauszögern, und es ist ganz real kein Geld mehr da um Gehälter zu bezahlen.

Stockman vermutet wohl unausgesprochen, dass dieses Desaster dank Trump früher kommen könnte. So verwendet er für das bevorstehende Szenario den Begriff „Fiscal Bloodbath“ (fiskalisches Blutbad). Es werde womöglich einen großen Shutdown geben, also ein Herunterfahren der Regierung. Dieses könne man eventuell aufhalten durch die Zurücknahme der angedachten Mehrausgaben für die Verteidigung von 54 Milliarden Dollar. Aber hört man Stockman zu, glaubt er nicht wirklich daran. So sagt er, dass dies kein spekulatives Szenario sei, sondern eben das, was nun bevorstehe.

Das Szenario sei vom Markt noch nicht berücksichtigt worden in den Preisen bestimmter Asset-Klassen. Die Bewertung der Aktienmärkte sei derzeit wahnwitzig, so Stockman. Ein S&P 500 auf einem Niveau von derzeit 2.400 Punkten bedeute ein KGV von 25 für das Jahr 2016. Die „Erholung“ der Märkte seit dem letzten Absturz dauere nun schon ganze 96 Monate, die längste Aufwärtsphase in der Geschichte. Laut Stockman wolle der Markt den Anlegern damit signalisieren, dass man in den USA jetzt für immer und ewig Vollbeschäftigung erreicht habe, und dass es nie wieder eine Rezession oder eine ökonomische Überraschung geben werde.

Der Markt stufe sich preislich gesehen selbst ein auf einem Niveau der „Perfektion in Ewigkeit“. Das sei wahnsinnig, so Stockman – denn überall gebe es sichtbaren Gegenwind. So zum Beispiel bei der kriselnden Autoindustrie (volle Lager, dramatisch rückläufige Verkäufe etc). Auch beim „roten Schneeballsystem“ in China sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis es explodiere. Die Schulden der Haushalte in den USA lägen jetzt höher als zu Zeiten der Finanzkrise 2008. Der Aktienmarkt könne ganz locker 30% oder mehr crashen, so seine Meinung.

So wie er es sieht, kann oder wird wohl der Government Shutdown in den USA der oder ein Auslöser sein. Sein Ratschlag: Leute, geht raus aus Aktien. Auch der Anleihemarkt erlebe dank der Notenbanken eine gigantische Blase. Auch dort solle man aussteigen. Die Notenbanker seien am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Es sei nun langsam Schluss mit der Gelddruckerei. Es gäbe momentan einen 100 Billionen Dollar-Anleihemarkt (Unternehmen und Staaten), der die größte jemals da gewesene Blase darstelle. Also, raus aus Aktien und Anleihen. Gold kaufen – so lautet seine eindeutige Empfehlung. Und, so ergänzt Stockman: Der Goldmarkt sei im Gegensatz zu den Aktien- und Anleihemärkten relativ klein. Wenn die Panik kommt, werde der Goldpreis daher dramatisch steigen (viel Nachfrage, begrenztes Angebot).

Hier David Stockman im Video-Interview.

14 Kommentare

14 Comments

  1. Avatar

    columbo

    10. Mai 2017 14:26 at 14:26

    Ok, bestätigt meine pessimistische Einstellung, Bären hören das gerne.
    Aber, David Stockman hat, wie die meisten Crashpropheten ein Problem mit dem Timing. „Es wird bald ein Blutbad geben“ hatte er schon Anfang 2015 gesagt, zumindest laut meinen Google-Recherchen. Was heißt bald? Morgen oder in zwanzig Jahren?

    • Avatar

      PK

      10. Mai 2017 14:49 at 14:49

      yup, vor mehr als 2 Jahren sprach er weiter:
      „Es wird zu enormen Verlusten und kaskadenartigen Effekten kommen. Es wird zu enormen Verwerfungen kommen und sie werden in ihrer Größenordnung und Intensität verheerend sein. In den Finanzmärkten wird es zu einem flächendeckenden Weltenbrand kommen. Bei allen finanziellen Instrumenten – Aktien und Bonds – wird die große Neueinpreisung stattfinden.“

      das alles ist Wasser auf die Mühlen der geschundenen Bärenseelen. Aber findet man nicht zu allen Zeiten an der Börse solche Kassandrarufe ?
      Man kann also immer irgendeinen solchen zitieren und damit seine eigene Meinung bestätigen.

      Stockman liegt also seit Jahren mit den an sich logischen Argumenten praktisch komplett falsch. Wäre es nicht an der Zeit, daß man die Auswirkungen der Zentralbankenfinanzierungen (direktes Investment in Aktienfonds mit gedrucktem Geld) mal anders begreifen lernt ?
      Oder behauptet man einfach die nächsten Jahre weiter, daß der Markt halt einfach noch Zeit braucht die Bedrohung zu verstehen ?
      Ist „der Markt“ wirklich so blöd ?

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    PK

    10. Mai 2017 14:57 at 14:57

    hier noch was nettes von Stockmann, datierend auf Anfang 2012 (mehr als 5 Jahre her und 100% Kursgewinnen in den meisten Indizes):
    „Stockman suggests you’d be a fool to hold anything but cash now, and maybe a few bars of gold.“
    tut mir leid, aber ich kann solche Leute nicht ernst nehmen, die immer nur eine Meinung haben und diese über Jahre gegen den Markt durchhalten.
    Und wenn man solchen Leuten eine Plattform auf FMW gibt, sollte zu einem gut recherchierten Artikel eben auch gehören, daß man erwähnt, wie lächerlich sich Stockmann seit Jahren mit seinen Prognosen und seinem Fond macht.

  3. Avatar

    Rechendussel

    10. Mai 2017 15:17 at 15:17

    Something will somewhere at least at sometime point if not now!

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    Schleswig-Holsteiner

    10. Mai 2017 16:17 at 16:17

    Herr Stockman liegt voll auf FMW Linie. So viel zum „Wallstreet- und Washington Experten“. Aber irgendwann werden deren Prophezeiungen in Erfüllung gehen, dass weiß aber jeder Trottel.
    Wer seit Jahren die Lage anders beurteilt und entsprechend gehandelt hat darf sich über fette Beute freuen.

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    columbo

    10. Mai 2017 16:28 at 16:28

    Die Crashpropheten pauschal schlecht machen geht aber auch nicht. Das sind vielfach sehr intelligente Menschen mit langjähriger Markterfahrung. Diejenigen unter ihnen, die nicht nur Bücher verkaufen wollen oder von irgendwelchen Gold-seiten oder -händlern bezahlt werden, muß man schon ernst nehmen.
    Oft passiert „es“ genau dann, wenn man endlich long gegangen ist oder all sein Gold verkauft hat.

    • Avatar

      columbo

      10. Mai 2017 16:32 at 16:32

      Für mich einer der interessantesten Analysten in der Bären-und Goldwelt ist Ronald Stöferle.

      • Avatar

        PK

        10. Mai 2017 17:39 at 17:39

        Stöferle vor einem Jahr:
        „Wir befinden uns in einem Bullenmarkt und die Korrekturphase ist beendet“, sagt Ronald Stöferle von der Incrementum AG. Bis Mitte 2018 erwartet er einen Anstieg des Goldpreises auf ein neues Rekordhoch bei rund 2300 Dollar pro Unze…“

        OK, jetzt hat er noch 1 Jahr Zeit.
        Ich denke übrigens auch, daß Gold bei den aktuellen Kursen eine gute Anlage ist. Aber 2300 in jetzt einem Jahr, hmmm….

        • Avatar

          Columbo

          10. Mai 2017 18:04 at 18:04

          Ok, Stöferle lag mit seinen Goldpreisprognosen schon öfters daneben, aber er ist kein banaler Crashprophet mit Goldillusionen. Bevor man auch nur eine Goldmünze kauft, sollte man sich seine jährliche „In Gold we trust“ Analyse durchlesen. Die komplizierten Zusammenhänge zwischen Gold und Inflation beispielsweise sind für mich hervorragend dargestellt.

  6. Avatar

    Schleswig-Holsteiner

    10. Mai 2017 16:40 at 16:40

    Ich habe Kasse gemacht und bleibe bis auf weiters an der Seitenlinie. Die glänzende Berichtsaison ist fast vorbei und danach kommt es wahrscheinlich zu Gewinnmitnahmen (Korrektur). Bevor ich mich neu positioniere schaue ich mir die kommenden Fundamentaldaten und den Börsenverlauf an. Abwarten ist meine Devise.

  7. Avatar

    Immernochbär

    10. Mai 2017 18:21 at 18:21

    @ PK er kritisiert Leute die nach dem längsten künstlich getriebenen Rally eher eine Korrektur sehen als ein ewig weiterlaufendes Rally, zudem mehren sich die Anzeichen für eher schnellere Zinserhöhungen, er kommt mit seinen ETF ’s noch auf die Welt!

  8. Avatar

    Tino

    10. Mai 2017 19:39 at 19:39

    Kaffeesatzleserei

    • Avatar

      pool

      10. Mai 2017 21:18 at 21:18

      Ihr werdet Euch noch wundern, seit einem halben Jahr beobachte ich den Markt. Immer das gleiche, ein paar Tage vor Vollmond geht es hoch und danach geht es nach Süden

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Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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am

Von

Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Aktien

Aktuell: Grenke veröffentlicht ausführliche Stellungnahme

Claudio Kummerfeld

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am

Die Grenke AG (notiert im MDax) ist seit Tagen massiv unter Beschuss nach harten Manipulationsvorwürfen a la Wirecard (wir berichteten). Nachdem man die Vorwürfe bereits zurückwies, erfolgt ganz aktuell eine ausführliche Stellungnahme des Unternehmens. Hier zeigen wir die wichtigsten Passagen im Wortlaut. Vorab noch die Info, dass Grenke heute beschlossen hat, dass man ein Sondergutachten beim Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gibt, welches die massiven Vorwürfe entkräften soll. Nun geht es aber los, mit ausgewählten Passagen aus dem aktuellen Text von Grenke (hier in voller Länge).

Headline-Aussage:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, weist auch nach genauer Prüfung des 64-seitigen Berichts von “Viceroy Research” die darin erhobenen Vorwürfe mit aller Entschiedenheit zurück. Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet. Antje Leminsky, Vorstandsvorsitzende der GRENKE AG: „Die Behauptungen in dieser sogenannten Analyse entbehren jeder Grundlage. Wir verwehren uns gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard. Die Anschuldigungen eines Leerverkäufers, der mit dem von ihm ausgelösten Kursverfall Geld verdient, sind ein Schlag ins Gesicht unserer über 1.700 Mitarbeiter, unserer 40.000 Händler und unserer langfristig orientierten Aktionäre.“

Entscheidend – Vorwurf zu fehlenden Geldern:

Viceroy behauptet ferner, dass ein substanzieller Anteil von den im Halbjahresfinanzbericht 2020 ausgewiesenen 1.078 Mio. Euro liquiden Mitteln nicht existiere. Diese Behauptung – einer der zentralen Vorwürfe von Viceroy – ist frei erfunden. 849 Mio. Euro, also fast 80 Prozent der liquiden Mittel, befanden sich zum 30.06.2020 auf Konten der Deutschen Bundesbank – wie im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. Am 15.9.2020 betrug das Guthaben bei der Bundesbank, wie bereits mitgeteilt, 761 Mio. Euro. Die Differenz von rund 20 Prozent befindet sich überwiegend auf Konten bei deutschen Großbanken.

Zum Franchise:

Viceroy unterstellt, dass die Franchise-Akquisitionen von GRENKE in der vergangenen Dekade mit nicht offengelegten verbundenen Parteien stattgefunden hätten und diese Beziehungen hätten offengelegt werden müssen. Das ist falsch.

Die GRENKE AG betont zudem, dass unter den Geschäftsführern der Franchise-Unternehmen durchaus ehemalige GRENKE-Mitarbeiter sind, diese aber alle spätestens mit Aufnahme ihrer Tätigkeit als Gesellschafter und Geschäftsführer der Franchise-Unternehmen keine Rolle im GRENKE Konzern mehr innehatten.

Viceroy behauptet zudem, die von Grenke akquirierten Franchise-Unternehmen hätten keinen reellen und tangiblen Wert und seien „underperforming“. Dennoch tauchten sie in den Büchern des Konzerns mit Goodwill auf.

Dazu erläutert GRENKE: Die Franchise-Unternehmen werden gerade deshalb nach vier, fünf oder sechs Jahren akquiriert, weil sie dann schon ein gutes Händlernetz aufgebaut und gleichzeitig viel Potenzial haben. Es ist völlig normal, dass die Franchise-Unternehmen zum Zeitpunkt des Verkaufs als wachsende Start-ups noch Verluste machen.

Geldwäsche:

Viceroy stellt außerdem die Wirksamkeit der Geldwäsche-Prävention bei GRENKE in Frage. Als vermeintlicher Beleg dafür wird angeführt, dass drei GRENKE-Bank-Kunden Geldwäsche über ihre Konten bei der GRENKE Bank hätten betreiben können, obwohl die BaFin bereits rechtlich gegen sie vorging. Auch dieser Vorwurf ist falsch: Die regulatorisch vorgeschriebenen Prozesse für „Know your customer“ (KYC) und Anti-Money-Laundering (AML) werden bei GRENKE vollumfänglich umgesetzt und regelmäßig überprüft. Als KYC-Tool nutzt GRENKE ein leistungsfähiges System, das dem Branchenstandard entspricht und unter anderem von einer dreistelligen Zahl von Volks- und Raiffeisenbanken ebenfalls einsetzt wird.

Zentrale von Grenke
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Aktien

Aktienmärkte: Großer Verfall – Optionen und mögliche Turbulenzen!

Heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden. Der große Verfall und die US-Tech-Aktien

Markus Fugmann

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am

Für die Aktienmärkte ist heute der große Verfall der wahrscheinlich entscheidende Faktor – es verfallen Optionen und Futures mit Laufzeit September (siehe hierzu den heutigen Videoausblick „Großer Verfall – es steht viel auf dem Spiel“). Zuletzt war in den Finanzmedien vor allem das in den USA von Privatinvestoren gehandelte Volumen an Optionen (vor allem Calls auf die großen US-Tech-Aktien) ein großes Thema – und das zurecht!

Folgende besipielhafte Grafik zeigt, wie dieses hohe Volumen an Calls bei den Borkern/Verkäufern dieser Call-Optionen Käufe des jeweiligen underlyings ausgelöst hat – in der Grafik konkret illustriert anhand der Amazon-Aktie:

Großer Verfall: Der stark gestiegene Effekt der Optionen auf die Aktienmärkte

Grafik: Benn Eifert, https://twitter.com/bennpeifert

Man sieht: der Kauf von Call-Optionen auf die Amazon-Aktie hat letzlich den Verkäufer der Call-Optionen gezwungen, sein Risiko durch den Kauf der Amazon-Aktie abzusichern, nachdem die Amazon-Aktie angestiegen war (was ja bis Anfang September der Fall war). Aus 1500 Dollar, die ein Privakunde in Amazon-Calls investiert hatte, entstanden Käufe im Volumen von 230.000 Dollar der Amazon-Aktie durch den Broker/Verkäufer der Amazon Calls.

Es war offenkundig dieser Mechanismus, der die Aktienmärkte zuletzt stark beeinflußt hatte – und die extreme Rally der US-Tech-Werte vor Anfang September mit erklären kann.

Aktienmärkte und Call-Optionen bei US-Techaktien

Der Bestand von Call-Optionen auf Amazon war vor Anfang September regelrecht explodiert und betrug 48% der Marktkapitalisierung von Amazon:

Aktienmärkte und Amazon Call-Optionen

Noch krasser die Call-Bestände bei Tesla (380% der Marktkapitalisierung) – was den unter Bewertungsgesichtspunkten absurden Anstieg der Tesla-Aktie erklären hilft:

Tesla Call-OptionenCharts: @MacroCharts

Folgende Grafik zeigt, wie extrem die Call-Bestände auf die großen US-Tech-Aktien zuletzt angestiegen waren:

Aktienmärkte: Call-Optionen auf US-Tech-Aktien und großer Verfall

So weit so extrem. Aber was passiert, um das oben aufgeführte Beispiel der Amazon-Aktie zurück zu kommen, wenn die Optionen auf die einzelnen Aktien verfallen? (zu den Uhrzeiten des Verfalls auf einzelne Aktien siehe hier – Optionen auf die US-Indizes dagegen verfallen heute um 15.30Uhr deutscher Zeit)

Dann nämlich werden die Absicherungen des Brokers, der die Amazon-Aktie gekauft hatte um sein Risiko zu hedgen, im Grunde überflüssig (siehe die Grafik oben). Es könnte also eine große Verkaufswelle für die Aktienmärkte drohen – aber wir wissen eben nicht wirklich, wieviel der nun heute auslaufenden Call-Optionen bereits vor dem Verfall verkauft wurden! Möglich ist also, dass die Schwäche der großen US-Techaktien wie Amazon in den letzten Tagen bereits ein Zeichen dafür ist, dass die Broker die underlyings verkauft hatten!

So oder so: heute, vielleicht aber noch mehr Anfang nächster Woche könnte es für die Aktienmärkte richtig turbulent werden! Oder eben auch nicht – vielleicht nämlich ist der größte Teil schon abgewickelt, Schieflagen inzwischen weitgehend bereinigt. Daher zitieren wir hier den Kaiser Beckenbauer: „Schaun mer mal, dann sehn mer scho“!

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