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Gold/Silber

Warum der Goldpreis erneut abheben wird

Hannes Zipfel

Veröffentlicht

am

Mehrere Barren Gold

Eine V-förmige Erholung der Weltwirtschaft bis zum Jahresultimo ist unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist ein erneuter Einbruch im Herbst und Winter. Dies gilt auch für die USA. Die aktuelle US-Dollarstärke ist daher von temporärer Natur. Die Geld- und Fiskalpolitiker werden zu weiteren desperaten Maßnahmen gezwungen. Der Goldpreis wird dadurch neue Impulse erhalten.

Steht der Goldpreis vor einer Wiederholung des März-Musters?

Aktuell steht der Goldpreis wegen einer Mischung aus Gewinnmitnahmen, US-Dollarstärke und dem Glauben an eine weitere Erholung der Wirtschaft, v. a. in den USA, unter Druck. Rein charttechnisch wäre selbst eine Korrektur bis in den Bereich von 1.860 US-Dollar für den Goldpreis unproblematisch. Natürlich könnte der Goldpreis nochmals stärker einbrechen, so wie im März dieses Jahres. Aufgrund der bereits vollzogenen Maßnahmen der Notenbanken ist eine Liquiditätsklemme in einem Ausmaß wie im Frühjahr 2020 aber eher unwahrscheinlich. Die Marktteilnehmer wissen nun, dass die Geldpolitiker rund um den Globus bereit sind, All-in zu gehen, um den globalen Konjunktur-Super-GAU abzuwenden. Aktuell ist lediglich ungewiss, ab wann die Finanzpolitik und die Geldpolitik erneut der Wirtschaft unter die Arme greifen muss.

Chart zeigt Kursverlauf des Goldpreis in US-Dollar

Fakt ist, dass die Erholung in Deutschland und Europa seit August bereits wieder an Schwung verliert. Die Bundesbank warnte erst am Montag in ihrem Monatsbericht vor einer deutlichen Verlangsamung der Erholungsdynamik der deutschen Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf. So hätte zuletzt der Zufluss an Neuaufträgen spürbar nachgelassen – sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor. Das Vorkrisenniveau des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) dürfte im Herbst „noch erheblich unterschritten werden“, so die Bundesbanker. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet für Deutschland mit einem BIP-Rückgang in 2020 in Höhe von 5,4 Prozent und für die gesamte Eurozone sogar in Höhe von -7,9 Prozent. Die OECD schließt ein nochmaliges Abnicken der weltweiten Konjunktur im vierten Quartal 2020 in Folge einer zweiten Pandemie-Welle ebenfalls nicht aus (OECD-Grafik: Double-hit Scenario).

Auch der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB) Fabio Panetta stellt am Dienstag in seiner Rede „Asymmetric risks, asymmetric reaction: monetary policy in the pandemic„ in Frankfurt klar: „Die Risiken einer geldpolitischen Überreaktion sind viel geringer als die Risiken, dass die Geldpolitik zu langsam oder zu zögerlich reagiert und das schlimmste Szenario Wirklichkeit wird“.

Pandemie 2.0

Mit dem „Schlimmsten Szenario“ meint Panetta, dass der Herbst und damit die Erkältungssaison gerade erst begonnen haben, dennoch steigen die Infektionszahlen mit Covid-19 in Europa bereits jetzt in Richtung neuer Rekordstände an. Die Sorgen vor einer zweiten Pandemiewelle in den nächsten Wochen und Monaten sind also nicht unbegründet.

Aktuell werden weltweit neue Rekordniveaus bei den Neuansteckungen mit dem SARS-CoV-2 Virus gemeldet. Der Staat Israel befindet sich bereits im zweiten Komplett-Lockdown für zunächst drei Wochen. Frankreich, Spanien, Tschechien, Großbritannien, Russland und Österreich vermelden einen sprunghaften Anstieg der Corona-Fälle auf zum Teil neue Rekordstände. Auch in Deutschland beginnen die Fallzahlen wieder zu steigen, trotz noch warmer und trockener Witterungsverhältnisse.

Zwar entwickelt sich die Sterberate weniger dynamisch als im Frühjahr, dennoch sind verschärfte Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis hin zu weitgehenden Lockdowns in Europa und mit zeitlicher Verzögerung eben auch wieder in den USA, Kanada und Lateinamerika wahrscheinlich.

Kommt es dazu, wäre eine Pleitewelle im Herbst und Winter in den am stärksten betroffenen Branchen kaum abzuwenden. Panetta und seine Kollegen in den großen Notenbanken dieser Welt wissen um dieses Risiko, das sich auch im nach wie vor hohen Goldpreis widerspiegelt.

Auch auf Ebene der Regierungen ist man sich dieses Risikos bewusst. Auch wenn dieses Bewusstsein regelmäßig durch Jubelmeldungen einzelner Politiker und „adjustierter“ Statistiken kontrastiert wird. Fakt ist, dass die in Rekordhöhe verschuldete Weltwirtschaft bereits stark angeschlagen ist und nur mit extrem unkonventionellen Maßnahmen der Notenbanken und einer weiteren starken Schuldenexplosion die Pandemie überleben wird. Die finanziellen Restriktionen durch die Abschaffung des Zinses sowie realer Negativzinsen bleiben damit auf unbestimmte Zeit erhalten. Ebenso wie die unlimitierte Finanzierung dieser Schulden via Geldschöpfung aus dem Nichts durch die digitalen Notenpressen mit in der Folge explodierender Geldmengenaggregate.

Die momentane Zurückhaltung der Geldpolitiker bezüglich weiterer unkonventioneller Maßnahmen, die auch ein Grund für die Konsolidierung beim Goldpreis ist, erklärt sich vor allem durch die hohe Bewertung der Aktienmärkte, die sich nach wie vor in einer liquiditäts- und zinsgbedingten Blase befindet. In den USA ist diese Zurückhaltung zusätzlich durch die geldpolitische Stillhalteperiode kurz vor der Wahl am 3. November bedingt.

Dennoch fordern auch hochrangige US-Notenbanker wie der Fed-Chef Jerome Powell zusätzliche finanzpolitische Stimuli, denn auch in den USA steigen die Neuinfektionen wieder an: So wurde am 7. September ein zyklischer Tiefstwert von 25.435 neuen Covid-19-Fällen verzeichnet – am vergangenen Freitag waren es mit 51.398 bereits mehr als doppelt so viele.

Die jüngste US-Dollarstärke, die mitverantwortlich für den Rückgang beim Goldpreis ist, beruht jedoch auf der Annahme, dass primär Europa von einer zweiten Pandemie-Welle erfasst wird. Die ökonomischen Schäden dürften jedoch in den USA im Herbst und Winter deutlich stärker zutage treten. Dies liegt vor allem an der Selbstblockade des US-Kongresses bezüglich eines weiteren dringend benötigten Konjunkturpakets. Aufgrund der auch ideologisch verhärteten Fronten wird diese gegenseitige Blockade sehr wahrscheinlich über den Wahltermin hinaus fortbestehen. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls nicht absehbar, dass die Demokraten oder die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses erhalten (Senat und Repräsentantenhaus).
Darüber hinaus verfügen die USA über ein weniger engmaschiges sozialen Netz, dass Betroffene durch Transferleistungen nicht so gut auffängt wie z. B. in West- und Nordeuropa. Gleichzeitig basiert die US-Wirtschaft zu 67,2 Prozent auf Konsum, der wiederum stark abhängig vom Masseneinkommen ist.

Propaganda versus Realität

Auffällig ist, dass sich die Prognosen zum weiteren wirtschaftlichen Verlauf immer stärker spreizen. So trafen in dieser Woche neue Berichte aus Deutschland über Massenentlassungen und Standortschließungen von Airlines, Banken, Touristik-, Automobil- und Chemiekonzernen auf Jubelmeldungen von Wirtschaftsforschungsinstituten und Politikern.

Erst heute widersprachen sich auch in den USA anlässlich einer turnusmäßigen Anhörung im US-Repräsentantenhaus der Finanzminister Steven Mnuchin und US-Notenbankchef Jerome Powell diametral. Mnuchin schwärmte gegenüber den Abgeordneten von einem bevorstehenden Boom der US-Konjunktur im vierten Quartal. Powell hält hingegen weitere staatliche Stimuli für notwendig und wird auf Jahre hinaus nicht von der im Frühjahr implementierten Krisenzinspolitik abrücken.

Hierzulande spricht das ifo-Institut von einer deutlich besseren Stimmung sowie einer V-förmigen Erholung der Wirtschaft, währen die Bundesbank gleichzeitig von rückläufigen Aufträgen in der Industrie und im Dienstleistungssektor spricht. Was ist nun Realität?

Viel wird von dem weiteren Verlauf der Pandemie abhängen. Doch es gibt auch harte Fakten, die an der V-förmigen Erholung mehr als zweifeln lassen. So verzeichneten die Löhne in der Bundesrepublik Deutschland im zweiten Quartal dieses Jahres den stärksten Rückgang seit Beginn der Datenerhebung durch das Statistische Bundesamt in Wiesbaden im Jahr 2007 und damit noch stärker als während der Weltfinanzkrise.

Es stellt sich daher die Frage, welche Branchen in Deutschland den angerichteten ökonomischen Schaden in anderen Branchen überkompensieren können, sodass eine V-förmige Erholung möglich ist. Zumal 46,9 Prozent der deutschen Güter und Dienstleistungen exportiert werden. Die Pandemie ist bekanntlich ein weltweites Phänomen und die Weltwirtschaft insgesamt deutlich im Rückwärtsgang.

Ein Blick zurück zur Weltfinanzkrise ist bei der Beantwortung dieser Frage hilfreich. Damals wurde ebenfalls von der Krise als Chance schwadroniert. Schaut man sich an, wo die Weltwirtschaft heute steht, dann sind die politischen Parolen aus der Finanzkrise und der Jahre danach nichts weiter als hohle Phrasen. Die Notfallpolitik der Notenbanken hat seitdem nie geendet. In den USA war das Experiment der „Zinsnormalisierung“ von kurzer Dauer und endete ebenfalls bereits vor Jahresfrist und noch ohne Covid-19. Die Staatsverschuldung und die Gesamtverschuldung haben weltweit neue Dimensionen erreicht, wohlgemerkt im Jahr 2019. Seitdem sind die privaten und öffentlichen Schuldenstände förmlich explodiert.

Wie angesichts des noch gar nicht bezifferbaren Schadens die Politik erneut zu der Prognose kommt, dass nach dieser Krise alles besser und gestärkter sei, ist anhand der Erfahrung aus der Finanzkrise nicht nachvollziehbar. Wozu braucht es permanente Notfallmaßnahmen, wenn das Finanzsystem angeblich so stabil ist? Wozu weitere Konjunkturprogramme, wenn die Wirtschaft angeblich wieder boomt? Wozu eine Verlängerung und Aufstockung des Kurzarbeitergeldes, wenn der deutschen Wirtschaft angeblich eine V-förmige Erholung gelingt?

Um es mit den Worten des großen deutschen Dichters und Denkers Johann Wolfgang von Goethe zu sagen: „Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“.

Das Spiel mit stimmungsaufhellenden Versprechungen können für die politischen Protagonisten gefährlich werden und neben ökonomischen Verwerfungen auch zu gesellschaftlichen Verwerfungen führen. Die verantwortlichen Politiker brauchen sich dann nicht zu wundern, warum ihnen und allzu unkritischen Medien der laxe Umgang mit der Wahrheit noch vehementer vorgeworfen wird. Auch deshalb ist mittelfristig von einem weiter ansteigenden Goldpreis als Pendant zu den Fiat-Währungen auszugehen, die politischer Willkür ausgesetzt sind.

Fazit

Der Goldpreis wird auch zukünftig von dem Dilemma der Politik angetrieben werden, entweder die Defizite auf staatlicher Ebene zu reduzieren und damit, wie von den Notenbankern zurecht befürchtet, eine tiefe Rezession auszulösen oder aber den Weg der dynamischen Neuverschuldung auf globaler Ebene mithilfe der Notenbanken weiterzugehen.

Wenn man bedenkt, dass das Motto „Kick the can down the road“ das politische Handeln bisher bestimmte, ist im Herbst und Winter eine neue Runde fiskal- und geldpolitischer Lockerungen mit allen Nebenwirkungen inkl. einem wieder steigenden Goldpreis überaus wahrscheinlich. Bleiben die zusätzlichen Stabilisierungsmaßnahmen jedoch aus, steht die Weltwirtschaft im Zuge einer zweiten Pandemie-Welle vor einem katastrophalen Rückschlag, was ebenfalls den sicheren Hafen Gold an Attraktivität für Anleger gewinnen lassen würde.

Aus diesem Grund gibt es keinen Anlass, das monetäre Edelmetall als alternative Weltleitwährung vorzeitig abzuschreiben oder ein Szenario beim Goldpreis wie nach dem Abflauen der Finanzkrise ab 2011 mit jahrelangen Rückgängen zu erwarten.

Der ökonomische Schaden ist bereits angerichtet. Ein Zurück gibt es für die Geldpolitik schuldenbedingt schon lange nicht mehr und die zweite Pandemie-Welle ist keine Prognose, sondern bittere Realität.

Zusätzlich erwartet die Märkte und die gesamte Welt ein weiterer Unsicherheitsfaktor: die US-Präsidentschaftswahlen. Von einem klaren Ergebnis über einen langen Streit der Parteien vor Gericht bis hin zu einer Verfassungskrise ist alles möglich. Dies spricht tendenziell eher gegen den US-Dollar und für Gold.

Disclaimer

Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    franco33

    23. September 2020 18:24 at 18:24

    Kann man sich ja definitiv den „Verschwörungstheoretikern“ anschließen.
    Wenn über 10 Billionen Geld digital „gedruckt“ werden sollten, ist dies mit bestimmt
    über 90% Wahrscheinlichkeit das Ende unseres Geldsystems.Wenn in Spanien und
    Großbritannien schon öffentlich erklärt wird die Armee zur Durchsetzung der Coronamaßnahmen
    einzusetzen,kommt hier leider,gerade im Bezug auf Spanien von einigen Bürgern dort der
    Kommentar: Zur Zeiten der Franco-Diktatur hatten wir mehr Freiheiten ! (Ich bin kein
    Franco Anhänger – eher das Gegenteil)
    Da fragen sich natürlich viele Menschen: Bleib zu Hause – social distancing.
    Wenn nicht wegen dieses Virusses – warum ? Sollen die Menschen sich nicht verbinden ?
    Sollen die Menschen zu Hause bleiben und nicht randallieren,wenn ihre Giro-und Festgeldkonto + Lebensversicherungen auf Null gestellt werden ?
    Es geht mit ziemlicher Sicherheit in den CBDC.Trostpflaster Übergangsregelung Bargeld ?
    Cash ist Trash (Ray Dalio) Wahrscheinlich brechen „goldene Zeiten“ an mit dem Wehrmutstropfen Goldverbot.Essen kaufen wird man damit in physischer Form wohl kaum,
    es ist aber allemal besser als Wertaufbewahrungsmittel im Vergleich zu „Europapier“.
    In Venezuela macht man sehr hübsche Handtaschen aus den dortigen Banknoten.
    Man könnte den „Verschwörungstheoretiker“ Markus Krall zitieren:Wir werden alle
    Multimilliadäre – nur das man sich von dem Geld nichts kaufen kann.

  2. Pingback: Warum der Goldpreis erneut abheben wird – finanzmarktwelt.de – Money Office

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Gold/Silber

Goldpreis klebt an 1.900 Dollar-Marke – großer Move noch heute möglich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis klebt aktuell um die Marke von 1.900 Dollar. Gestern war es das selbe wie in den Tagen zuvor auch. Gold steigt schnell und deutlich über 1.900 Dollar, und verliert dann genau so schnell wieder den Mut. Und zack, der Goldpreis sackt wieder unter diese runde Marke. Ein Horror-Markt für die Bullen, die sich deutlich höhere Kurse erhoffen in diesem Umfeld von Nullzinsen und Gelddruck-Orgien.

Gestern im Hoch bei 1.918 Dollar, sehen wir aktuell 1.902 Dollar im Goldpreis. Der US-Dollar als derzeit perfekte Negativ-Korrelation für Gold fiel gestern spürbar (sichtbar im Dollar-Index), um sich dann gestern Abend wieder etwas zu stabilisieren. Das hat auch den Goldpreis wieder zurückgebracht, runter Richtung 1.900 Dollar.

Einigung in Washington DC Auslöser für deutlichen Move im Goldpreis?

Heute Abend kann es interessant werden, oder sonst morgen früh deutscher Zeit. Die in diesem Fall extrem wichtige Demokratin im US-Kongress Nancy Pelosi betont derzeit, wie wichtig die Deadline heute Abend ist für die Einigung mit der US-Regierung über ein neues billionenschweres Konjunkturpaket. Je nachdem ob das Paket kommt und wie groß es wird, kann dies die Aktienmärkte, den US-Dollar und auch den Goldpreis kräftig in Bewegung bringen, und damit diese elendige Herumschwirren um die 1.900 Dollar-Marke beenden. Wann die Einigung oder Absage in Washington kommt? Womöglich heute noch, oder morgen früh deutscher Zeit? Man wird sehen.

Die Analysten der Commerzbank kommentieren ganz aktuell die aktuelle Lage in Washington DC so: Pelosi und Mnuchin haben „ihre Differenzen weiter verringert“. Mitarbeiter werden bis Dienstagabend „rund um die Uhr“ gemeinsamen Nenner suchen. Schumer bezeichnet Vorschlag der Republikaner als voll von „Giftpillen“. Regierungssprecherin ist „verhalten optimistisch“.

Naeem Aslam von Avatrade kommentiert die ganz aktuelle Lage bei Gold folgendermaßen: Was den Goldpreis betrifft, so kämpfe das Edelmetall mit der 1900 Dollar-Marke. Der Goldpreis versuche sein Bestes, um im täglichen Zeitrahmen über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt zu bleiben, und nur die Zeit werde zeigen, ob er diesen Krieg gewinnen wird. Eine Sache sei ziemlich sicher, dass die Bullen nicht so leicht nachgeben würden. Das liege daran, dass es einfach zu viel Unsicherheit bezüglich der US-Wahlen und des Coronavirus gebe, die das Interesse der Händler am Goldpreis aufrecht erhalten, so seine Worte.

Also, Augen auf heute und morgen, ob man sich in Washington DC auf ein neues Billionen-Paket einigt. Durchbricht diese Info endlich die Lethargie im Goldpreis?

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen
Goldpreis im Verlauf der letzten 30 Tage.

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Devisen

Aktuell: Pfund sieht kein Brexit-Problem, US-Dollar und Goldpreis in Bewegung

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die aktuelle Lage bei Goldpreis, US-Dollar sowie im britischen Pfund sind Thema in diesem Artikel. Der Devisenmarkt reagiert tief entspannt auf die Ereignisse rund um den Brexit. Die Verhandlungen zwischen EU und UK sollen diese Woche weitergehen, aber die letzte Brexit-Deadline zur Klärung von Problem rückt unaufhaltsam näher. Und dann hört man heute, dass die britische Regierung an 200.000 Unternehmen Briefe verschickt, wonach diese Vorbereitungen für einen harten Brexit treffen sollten. Und zack, das britische Pfund rauscht ab in den Keller?

Nein, das Pfund steigt sogar leicht! Gibt es nicht? Doch, heute geschieht es genau so. Am Freitag hatten wir noch vor der großen Ungewissheit und dem Risiko gewarnt, übers Wochenende im Pfund engagiert zu sein. Die Trader sagen mit dem Kursverlauf heute: Leute, ganz entspannt, es wird noch einen Deal geben. Was für ein Optimismus! Pfund gegen US-Dollar hat seit Freitag Abend gut 80 Pips zugelegt auf aktuell 1,3018. Euro gegen Pfund hat verloren von 0,9066 auf aktuell 0,9048.

US-Dollar und Goldpreis spielen ihr Spiel

Der US-Dollar verliert schon seit heute früh. Die steigende Hoffnung auf eine Einigung für einen neuen Billionen-Stimulus in den USA schürt natürlich Hoffnung für eine bessere globale Konjunktur. Damit ist der „große sichere Hafen“ namens US-Dollar als Fluchtwährung weniger gefragt. So verliert der Dollar-Index (Währungskorb) seit heute früh von 93,75 auf aktuell 93,23 Indexpunkte.

Tja, und der Goldpreis? Die ständigen seit Tagen anhaltenden Versuche, deutlich über 1.900 Dollar zu laufen, scheiterten immer wieder. Erst heute Vormittag berichteten wir. Ein schwacher US-Dollar bedeutet in der Regel einen stärkeren Goldpreis. Und so kletterte er heute auch von 1.900 auf 1.918 Dollar in der Spitze um 14 Uhr. Aber bis jetzt kommt der Goldpreis wieder zurück auf 1.909 Dollar. Mal wieder scheint der Anlauf nach oben zu scheitern. Im Chart sehen wir seit Freitag früh den US-Dollar-Index in blau gegen den Goldpreis in rot-grün.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf gegen US-Dollar

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Gold/Silber

Goldpreis aktuell: Blick auf US-Dollar, Trump, Notenbanker, Spekulanten

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis treibt seit Tagen die Bullen in den Wahnsinn. Ständig neue Anläufe über die Marke von 1.900 Dollar, und dann immer wieder Rückfälle unter diese Marke. Derzeit steht der nächste Versuch an nach oben zu laufen. Über das Wochenende noch glatt bei 1.900 Dollar, so läuft der Goldpreis in diesem Moment auf 1.911 Dollar. Hier die aktuelle Lage und einige Einflussfaktoren für das Edelmetall.

Goldpreis unter dem Eindruck von US-Dollar und Spekulanten

Der US-Dollar-Index (Währungskorb) ist heute Vormittag von 93,76 auf 93,53 Indexpunkte gefallen. Nicht viel, aber immerhin etwas. Dies unterstützt die letzten Stunden den Anstieg im Goldpreis. Der folgende Gold-Chart zeigt den Kursverlauf seit zehn Tagen. Ein klarer, kräftiger Aufwärtstrend ist das noch lange nicht! Wie die Commerzbank in einer ganz frischen Analyse betont, war der scharfe Rückgang im Goldpreis unter die Marke von 1.900 Dollar in der letzten Woche begründet in einem Rückzug der spekulativen Finanzinvestoren. Laut CFTC-Statistik haben diese in der Woche zum 13. Oktober ihre Netto-Long-Positionen um 14 Prozent auf 81.800 Kontrakte reduziert. Damit wurde der Positionsaufbau der vorangegangenen zwei Wochen laut Commerzbank rückgängig gemacht.

Trump und Notenbanker

Der Goldpreis steht auch stark unter dem Eindruck der aktuellen Diskussionen um ein neues Billionen-Hilfspaket für die US-Volkswirtschaft. Nun wird es eine ganz heiße Kiste! Laut der demokratischen Mehrheitsführerin im US-Repräsentantenhaus Nancy Pelosi muss sich bis morgen Abend ein Kompromiss im Streit über ein neues Hilfspaket abzeichnen. Es hänge von der Regierung ab, ob es bis zur Wahl am 3. November weitere Hilfen gebe, so ihre Worte. Und von Donald Trump gibt es aktuell dazu optimistische Worte (hier dazu der aktuelle Kommentar von Markus Fugmann).

Heute gibt es im Tagesverlauf Reden von einigen Notenbankern diesseits und jenseits des Atlantiks. Darunter auch die beiden Chefs. Jerome Powell spricht heute um 14 Uhr, und Christine Lagarde um 14:45. Ob ihre Aussagen Aktienkurse, US-Dollar und Goldpreis bewegen werden, kann bezweifelt werden. Das Billionen-Hilfspaket in den USA dürfte wohl der wichtigste Faktor für Gold sein heute und morgen!

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf der letzten zehn Tage

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