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Warum Trump seiner Kern-Anhängerschaft massiv schadet – aber ein übergeordnetes Ziel dabei hat

Die geplanten Importzölle bringen vor allem in jenen US-Bundeststaaten viele Jobs in Gefahr, die bei der Wahl für Trump votiert hatten. Dass die Zölle ökonomisch keinen Sinn machen, dürfte selbst Trump klar sein – aber der US-Präsident hat ein übergeordnetes Ziel!

Markus Fugmann

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Von Markus Fugmann

Doanld Trump will unbebingt die Jobs im Stahl- und Aluminiumsektor retten durch Importzölle – das sind derzeit ca. 139.000 Jobs. Aber er riskiert durch die Importzölle steigende Preise, die wiederum vor allem jene Branchen unter Druck bringen dürften, die mit verarbeiten Stahl- und Aluminium arbeiten. Und das sind sechs Millionen Jobs, also ungleich mehr Jobs aus dem Bereich Bau und Produktion (construction und manufacturing) als in der eigentlichen Produktion von Stahl und Aluminium. Auch relevant sind etwa lokale Behörden im Bereich Infrastuktur oder etwa Häfen wie der in New Orleans, bei dem 30% seiner Fracht Stahl ist.

Dazu kommt noch, dass aufgrund von Zweitrunden-Effekten auch andere Branchen aus dem Service-Sektor leiden dürften, von Restaurants bis zu Reinungungskräften, Zulieferer etc. Das alles kann eine Spirale in Gang setzen von steigenden Preisen, dadurch anziehender Inflation, dadurch einer restiktiveren Geldpolitik der Fed, steigenden Kreditzinsen für die verschuldeten Amerikaner und und und!

Sollte es zu Jobverlusten in der verarbeitenden Industrie kommen – was sehr wahrscheinlich ist – dann sind es jene US-Bundesstaaten, deren Wirtschaft auf Bauwesen, Metallverarbeitung, Transport, Maschinenbau und Elektronikkomponenten fokussiert ist. Und siehe da: die zehn am meisten betroffenen US-Bundesstaaten hatte allesamt Trump bei der US-Präsidentenwahl gewonnen! Das heißt: die Menschen in den „Trump-Staaten“ tragen faktisch das größte Risiko eines Jobverlusts – und das obwohl Trump die Zölle ja angeblich zum Schutz der Jobs erlassen will und im Wahlkampf „jobs, jobs, jobs“ versprochen hatte.

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Besonders stark betroffen wären dabei die US-Bundesstaaten Indiana und Michigan – also jene Bundesländer, in denen noch viel Industrie angesiedelt ist. Dazu auch die „Trump-Staaten“ Missouri, Louisiana, Connecticut, Maryland und Arkansas.

Da Trump nun ja nicht völlig auf den Kopf gefallen ist und die Zölle selbst für ihn erkennbar ökonomisch keinen Sinn machen dürften, stellt sich die Frage, was Trump eigentlich erreichen will. Und da liegt die Annahme nahe, dass Trump übergeordnet die militärische Überlegenheit der USA im Sinne hat mit dem Schutz der heimischen Stahl-Indsutrie:

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Faktisch weiß Trump: China wird uns überholen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Und das können wir nur verhindern, wenn unserer militärische Dominanz erhalten bleibt – rein militärisch-geostrategisch haben die USA durch ihre massive Präsenz im Südpazifik eben diese Dominanz und könnten etwa – in dem sie die Straße von Malakka (durch die 80% der externen Energieversorgung Chinas transportiert wird ) dicht machen würden für Chinas Schiffe – das Reich der Mitte am langen Arm verhungern lassen.

Wenn also irgendein rationaler Gedanke dem Vorgehen Trumps unterliegen sollte, dann ist es wohl das Streben nach Aufrechterhaltung der militärischen Dominanz, für die Trump als Schlüssel eine funktionierende heimische Stahlindustrie deklariert hat!

Dazu kommt noch: wenn wieder mehr Produktion in den USA stattfinden würde, würde sich damit auch das US-Handelsbilanzdefizit verringern. Die USA sind derart krass auf Dienstleistung fokussiert und de-industrialisiert, dass hier ein Umsteuern durchaus rational ist. Aber die ökonomischen Kollateralschäden der Politik Trumps durch Zölle sind so groß, dass sie die geplanten Maßnahmen Trumps schlicht nicht rechtfertigen können!


Foto: whitehouse.gov

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    Olaf

    7. März 2018 12:49 at 12:49

    Er ist eben auch nur ein kleiner Ammi der sein Macht behalten will ,da ist er so wie die anderen vor ihm und die nach ihm. Aber der Zahn der Zeit nagt an der Vormachtstellungen der Ammis.

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    hubi stendahl

    7. März 2018 13:27 at 13:27

    „Aber die ökonomischen Kollateralschäden der Politik Trumps durch Zölle sind so groß, dass sie die geplanten Maßnahmen Trumps schlicht nicht rechtfertigen können!“

    Diese MEINUNG teile ich nicht.

    Die Aufgabe der Trump Administration ist es, in der Zeit die noch verbleibt, bis es einen Reset geben muss, das Land in eine brauchbare Startposition zu bringen. Das beste ist also, die Handelsbilanz erheblich zu verbessern und damit am Tisch in der ersten Reihe zu sitzen. Und es sieht so aus, als könnte er das schaffen.

    Unter den Maßnahmen der Trump Administration wird China, die EU insbesondere die BRD mit Maschinenbau und Automobilen viel mehr zu leiden haben, als die USA, die ohnehin einen inneren Markt von 70% besitzen. Den abzubauen, ist eben einfacher, als ein überbordendes Exportland wie Deutschland auf einen ausgewogenen Weg mit dem Mühlstein EU zu bringen. Hinzu kommen Mexiko und Südkorea, um der Handelsbilanz neuen Schliff zu geben.

    Wir werden uns mit dem Eurodollar noch wundern, wie schlau diese Leute vorgehen.

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    Manfred

    7. März 2018 13:54 at 13:54

    Das glaube ich nicht, dass Trump der militärische Sektor in Zukunft wichtiger ist, als die Binnenwirtschaft. Was hat Afghanistan Irak usw. gebracht? Mit diesen Billionen hätte man in den USA alles auf Strom umstellen können. Wer weis wie lange S. Arabien noch Öl hat. Dem Iran wird man es nicht so leicht weg nehmen können. Gehe mal davon aus das dann Russland und China sich auch einmischen würden. Ich glaube eher das es zu einer Aufteilung kommt wo jede Großmacht ihr Revier hat.

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. März 2018 14:19 at 14:19

      @Manfred, es geht nicht um Irak oder Afghanistan, sondern um China, dessen Aufstieg Trump verhindern will, damit die USA der unangefochtene Platzhirsch bleiben!

  4. Avatar

    Donald Duck

    7. März 2018 14:07 at 14:07

    Dummerweise scheinen geostrategische Ziele bei Trump zu fehlen. Divide (wirtschaftliche Vorteile) ed impera (US Dominanz) kapiert er wohl nicht. China und Russland freut das und bei uns dürften der Wehretat bald durch die Decke gehen.

  5. Avatar

    leo

    7. März 2018 14:22 at 14:22

    Im Grunde hat Trump doch Recht. Deutschland erwirtschaftet trotz seines
    Sozialstaates Überschüsse. Wir Deutsche lassen uns von Amis ,Briten verteidigen
    und geben nichts zurück. Langfristig funktioniert ein solches Geldsystem nicht.
    TTIP hätte das alte bestehende System manifestiert aber nicht das Grundproblem
    gelöst. Es gehört viel Phantasie und Sachverstand dazu ein System zu entwickeln
    das Chancengleichheit beinhaltet ohne das einer den andern ausnimmt.

  6. Avatar

    Marko

    7. März 2018 15:12 at 15:12

    „Faktisch weiß Trump: China wird uns überholen, wenn wir so weiter machen wie bisher. Und das können wir nur verhindern, wenn unserer militärische Dominanz erhalten bleibt – rein militärisch-geostrategisch haben die USA durch ihre massive Präsenz im Südpazifik eben diese Dominanz und könnten etwa – in dem sie die Straße von Malakka (durch die 80% der externen Energieversorgung Chinas transportiert wird ) dicht machen würden für Chinas Schiffe – das Reich der Mitte am langen Arm verhungern lassen.

    Wenn also irgendein rationaler Gedanke dem Vorgehen Trumps unterliegen sollte, dann ist es wohl das Streben nach Aufrechterhaltung der militärischen Dominanz, für die Trump als Schlüssel eine funktionierende heimische Stahlindustrie deklariert hat!“

    Markus, beim Donald gibt es keinen Hintergedanken, der ist und bleibt ein (unberechenbarer) Chaot !
    :D
    Er verschreckt ja sogar seine eigenen Berater (!!) und dies nicht seit gestern !
    Er ist sauer , dass sein Schwiegersohn aus dem Top-Secret-Kreis herausgeflogen ist usw ?? Der Herr Twitter-Präsident… Twitter ist natürlich für ihn ein Medium , um beim gemeinen Volk zu sagen, seht her, ich bin kein „normaler“ Poltiker, bin ein „Mann des Volkes“…

    Was ich ihm abnehme, ist , dass er versucht, seine Wahlversprechen einzuhalten, aber ein Diplomat/Politiker ist er nicht.Er schadet sich selbst und vor allen Dingen seinem America-first Land durch seine chaotische Vorgehensweise. E

    Also ehrlich, der Herr mag ja ja guter Geschäftsmann sein, was aber hat er – und seine Clique – auf dem Präsidentschaftsamt verloren ?

    • Avatar

      Hinterfrager

      7. März 2018 16:39 at 16:39

      „Guter Geschäftsmann?“ Mit sechs Großpleiten seines Bauimperiums, durch die zehntausende mittelständische Arbeitsplätze in den USA zerstört wurden und einem bis heute nicht beglichenen Schuldenfiasko?! Die zahlreich betroffenen „kleinen Leute“ hatten da nix zu lachen, und zwar bis heute. Nee, dieser kurzsichtige Egomane ist schlicht rücksichtslos und eine gefährliche, dummdreiste politische Null, wie sie der Westen noch nie gesehen hat! Und ein widerwärtiges Großmaul, das seine Wählerklientel ganz schlicht für seine eigenen, rein egoistischen Zwecke missbraucht, ohne Rücksicht auf Fakten!

  7. Avatar

    Marko

    7. März 2018 15:40 at 15:40

    Bei Trumps Wahlkampf hatte ich den Eindruck – er, der Donald möchte anders sein.

    D.h. er möchte im Gegensatz zu seinen Konkurrenten die Wahlversprechen einhalten, weil er eben kein „normaler“ Politiker/Diplomat ist ! War und ist ja auch sein Markenzeichen.

    Dagegen ist eigentlich nix zu sagen, was aber verwunderlich ist, dass er sich immer und immer wieder aus dem Bauch heraus“geschossene Schnellschüsse leistet ???
    Gut, er ist der Präsident. Wer muss die Scherben aufkehren, die Diplomaten ?

    Den Rostgürtel kann er doch sowieso nicht reparieren, wie denn ? – Stichwort Mauerbau zu Mexiko ?

  8. Avatar

    Marko

    7. März 2018 15:59 at 15:59

    Und was heißt dies, sollte es wirklich zu einem Handelskrieg kommen, zwischen den USA und China /Europa ggf Japan ?

    Das wäre dann der Sargnagel für Donald Trumps politische Ambitionen.
    Na gut, das wäre nicht so schlimm (sogar für den Donald, er möchte ja lieber in Flordia wohnen) aber : bei den Amis drüben, dürfte dann so einiges los sein… :D

  9. Avatar

    Marko

    7. März 2018 17:21 at 17:21

    Herr Hinterfrager, das war eine Anspielung. Das Wort Ironie sagt Ihnen was ? :D
    Der Donald hat von seinem Vater gelebt, bzw. sein Erbe vermehrt.
    Prinzipiell nix schlimmes, aber : was der Donald hier macht ist folgendes : Ich bin hier der Boss ( Präsident) – Ihr Amis wolltet das so, die anderen habt zu spuren.

    Das und genau das, macht er in seinem Präsidentschaftsamt, er kapiert einfach nicht, dass er im Team arbeiten muss !! Mit seinen Beratern/Dipolmaten zusammen.

    Die Präsidentschaft eines Donald Trumps, tja was soll man dazu sagen. Protestwahl ? – Ein ziemliches armseliges Bild für Amerika…

    • Avatar

      Hinterfrager

      7. März 2018 17:39 at 17:39

      @ Marko Sorry, wie soll eine Ironie überhaupt erkennbar sein, wenn weder gängige Icons noch einschlägige Satzzeichen, die die deutsche Sprache kennt, zum Einsatz kommen?! Immer schön andere verantwortlich machen, wenn man nicht richtig verstanden wird…;-)
      In der Tat scheint der Donald von Teamwork nichts zu halten, falls ihm dieser Begriff überhaupt etwas sagt. Nun, der egomanische, zutiefst menschenverachtende und letztlich außenpolitisch hochgradig gefährliche Abschaum wurde ja nicht zum ersten Mal in der Geschichte in allerhöchste Ämter gewählt, wie etwa das Beispiel Deutschland zeigt…

      • Avatar

        Hinterfrager

        7. März 2018 17:50 at 17:50

        Um Missverständnissen vorzubeugen: Gemeint ist natürlich das Deutschland 1933 ff..

      • Avatar

        Marko

        7. März 2018 18:16 at 18:16

        Wieso sorry ? Ja so weit sind wir schon, wegen ;) :D usw..

        Die Digitalisierung schreitet voran, ich war 1994 zum 1. Mal im Internet.
        Der Donald hat das Erbe seines Vaters insgesamt gesehen ganz gut verwaltet, er hat es vermehrt, natürlich gab es Pleiten.

        Er macht aber den Fehler, dass er seinen Befehlston als Präsident auf den Ami-Staat übertragen will, bzw. er sagt : Ich führe Amiland wie ein Unternehmen.
        Und das bringt ihm (als Twitter-Präsident) und den Amis auf lange Sicht gar nix.

        Angst vor einem Handelskrieg, wegen Trump ?

        Da wären die Amis garantiert die Deppen !!

        Dies könnte den Donald sogar sein Amt kosten !

        VG
        Marko

        • Avatar

          Wolfgang M.

          7. März 2018 19:11 at 19:11

          @Marko. Ich weiß nicht, wie Trump glauben kann, die Globalisierung ohne Riesenschäden teil-rückgängig machen zu können. Beispiel Apple: Das teuerste Unternehmen der Welt lässt sein I-Phone X in Taiwan durch Billiglöhner von Foxconn zusammenschrauben, Konkurrent Samsung aus Korea liefert OLED-Displays, Speicherchips, Akkus und Prozessoren (und verdient daran angeblich mehr, als am Galaxy S8) und selbst aus Deutschland (Dialog Semiconductor) kommen Bestandteile – u.s.w. Die USA haben „noch“ einen Anteil von 24% am Welt-BIP. Wie kann er glauben, ein Handelskrieg könne leicht gewonnen werden? Gruß

  10. Avatar

    Maitdjai

    7. März 2018 18:49 at 18:49

    Mit „Prinzipien“ kann die „Welt der Maerkte“ nur sehr schlecht umgehen. Eine gewisse „Ehrlichkeit“ muss ich Trump schon unterstellen, im Gegensatz zu den europäischen „Fähnchen im Wind“. Er sieht das ganz prinzipiell. Sehr gut! Wenn es schief geht, so what? Die Maerkte werden sich auch wieder erholen. „America First“ war ein Wahlverspechen. Entschuldigung, aber versprochen ist versprochen! In Dummland sieht man das natürlich ganz anders! Mir ist „Twitter“ lieber, als „Hinterzimmerpolitik“ ala Mutti! Und SIE wird auch wieder kriechen und einknicken, weil das ist „Deutsches Schicksal“. Zu Recht!.

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Aktien

Aktien: Die Rally und die Cocktail-Theorie von Peter Lynch

Ibrahim Sonay

Veröffentlicht

am

Klar, Corona ist das Gesprächsthema Nummer-Eins, doch dicht auf den Fersen folgt derzeit schon das Thema Aktien!

Aktien: Woher stammt die Cocktail-Theorie?

Der berühmte Magellan-Fonds Manager Peter Lynch, ein Maestro der Investment-Welt aus den 80er-Jahren, stellte damals die Interessante Cocktail-Theorie auf, um die unterschiedlichen Marktprognosen darzulegen, die er über Jahre entwickelt hatte, während er auf Partys herumstand.

Phase Eins

Gar nicht über Aktien sprechen die Leute in der ersten Phase, eines leichten Marktanstiegs, nachdem sie längere Zeit am Boden lagen, ohne Bewegung und Beachtung. Fragte man Lynch auf der Party, was er denn so beruflich treibe, antwortete er, dass er einen Aktienfonds manage. Daraufhin nickten die Leute freundlich und gingen weiter, um sich mit dem Nächsten auf der Party über Belangloses zu unterhalten. War dies der Fall, so wusste Lynch, dass der Markt vor einer Erholung stand.

Phase Zwei

Nachdem Lynch seinen Beruf nannte, blieben die Partygäste meist etwas länger – aber auch nur so lange, um ihn klar zu machen, wie gefährlich doch Aktien seien. Danach sprachen die Partygäste wieder übere andere Themen. Auch dies beobachtete er und stellte somit fest, dass die Börse in der zweiten Phase steckt, denn die Aktien stiegen bereits, doch es interessierte (noch) niemanden.

Phase Drei

Der Markt war bereits um 30 % gestiegen und Lynch wusste, dass ihn auf der Party eine neugierige Schar von Menschen umringen würde. Viele euphorische Zeitgenossen nahmen ihn beiseite, um herauszufinden, in was sie denn nun investieren sollten und fast jeder sprach von Aktien. Damit war klar, Phase Drei ist erreicht.

Phase Vier

In der vierten Phase umzingelten ihn die Leute erneut, aber diesmal nicht um zu erfragen, worin sie investieren sollten, sondern um ihn Tipps und Ratschläge zu geben, welche Aktien er kaufen solle. Erfuhr er Tage später, dass die Empfehlungen der Partygäste aufgingen, so erkannte Lynch, dass der Markt in Phase Vier steckt: Das Hoch war erreicht – ein Rückschlag der Märkte stand kurz bevor.

Das aktive Zuhören kann sehr wertvoll sein. Halten Sie also ihre Augen und Ohren auf. Auf lange Sicht sollte jeder für sich selber entscheiden, worin er sein Geld investieren möchte – ob er dabei Prinzipien, Ethik oder Trends berücksichtigt. Eines zeigt uns die Vergangenheit der Aktienmärkte jedoch: wenn man Aktien von Qualitäts-Unternehmen findet und das zu einem guten Preis, erzielt man über Jahre Rendite.

Aktien und die Cocktail-Theorie

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Aktien

Aktien: Die 2020-er, wieder das Jahrzehnt der Aktie?

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Wolfgang Müller

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am

Die Jahre 2010 bis 2020 war ein Jahrzehnt für die Aktien – den Notenbanken sei Dank! Aber wie sieht es für die 2020er-Jahre aus?

Derzeit wird viel spekuliert über die Zukunft nach Corona. Ein Jahrzehnt hat begonnen, in dem die Schulden weltweit auf noch nie gesehene Höhen gestiegen sind. Für einen Dollar Wachstum mussten in den USA bisher bereits sieben Dollar neue Schulden aufgenommen werden, um dieses zu generieren – die Demographiefalle schlägt in vielen Industriestaaten unbarmherzig zu. Deshalb sollte es schwierig werden, das Potenzialwachstum der letzten Jahrzehnte überhaupt zu halten. Man kann sich vieles vorstellen und darüber diskutieren, es gibt aber ein paar fundamentale Gesetzmäßigkeiten in neuzeitlichen Gesellschaften. Auch wenn das durch Geldhäuser ausgerufene Jahrzehnt der Aktien recht interpretationsbedürftig ist.

Aktien: Die Wirtschaft ist der Ast, auf dem wir alle sitzen

Bei allen Dikussionen über das FIAT-Geld, über Schulden und einem Auseinanderdriften der Gesellschaften in der Einkommensverteilung, darf man eines nicht übersehen: Ohne eine funktionierende Wirtschaft, ohne Steuereinnahmen funktioniert kein Gemeinwesen. Die Aufwendungen für einen Staat mit seiner Regierung, seiner Verwaltung, seiner Justiz, seiner Polizei, seinem Militär, seinem Gesundheits- und Bildungssystem, können nicht durch die Druckerpresse der Notenbanken produziert werden, zumindest nicht für lange. Die Kosten müssen durch Steuereinnahmen der Unternehmen und bei den Bürgern erwirtschaftet werden.

Was passiert denn in einem Staat, in dem durch Krieg oder Aufstände Polizei und Militär ausgeschaltet werden? Eine erste Reaktion in einem solchen Land (beispielsweise nach den Umstürzen im Irak oder Lybien) sind stets sofort Plünderungen, aber auch Vergewaltigungen und andere Abscheulichkeiten.

Anleihen können auf null gesetzt und entwertet werden, Schulden durch Währungsreformen vernichtet, aber ein Teil der Wirtschaft bleibt immer erhalten und damit auch der Aktienmarkt und die Aktien.

Denn was stellt der Aktienmarkt dar? Die Beteiligung an Unternehmen, an der Volkswirtschaft, bei allen stets immer wieder zu korrigierenden Entgleisungen. Damit wird auch im Jahrzehnt nach Corona höchstwahrscheinlich der Spruch von Warren Buffett, aus den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts weiter gelten:

“Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11.497.”

Sondersituation Deutschland

Deutschland wird im Anleihebereich als ein sicherer Hafen angesehen – mit fatalen Folgen für Sparer und Vorsorgesysteme. Denn wie sollen selbst bei leicht steigenden Zinsen Vorsorgeleistungen, Versicherungs- und Pensionsleistungen erwirtschaftet werden? Deutschland sitzt inmitten von Ländern, die sich keine höheren Zinsen leisten können. Der Zinseszinseffekt schafft erst ab einem Zinssatz von drei Prozent in überschau- und erlebbaren Zeiträumen einen Vermögensaufbaueffekt. Aber wie würden die Belastungen für die Staatshaushalte ausfallen, wenn die Renditen für Staatsanleihen in diese Regionen zurückkehren sollten. Die europäische Staatengemeinschaft mit ihrer Zentralbank wird also versuchen über die Zeit aus diesem Dilemma herauszukommen. Die Anleihelaufzeiten auf 30/50 Jahre plus verlängern, wie in Griechenland im Ansatz geschehen.

Die erzielbaren Renditen reichen nicht für das bisherige Vorsorgesystem. Wird man etwa den norwegischen Weg gehen und die Quote an Aktien erhöhen? Das Börsen-Urgestein Gottfried Heller (Partner von André Kostolany) hat auf einem Börsentag schon vor zwei Jahren die Prognose gewagt, dass Versicherer ihre Statuten ändern werden (müssen), um eine auskömmliche Rendite zu erwirtschaften und ihren ständigen Auszahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die langlaufenden Anleihen im Bereich von 10 Jahren und mit ertragreichen Kupons, sind am Auslaufen. Allzu viele 30-jährige hat man sicher nicht in den Portfolios. Also wohin mit den Kundengeldern in Zukunft? In grüne Projekte, Private Equity u.ä.?

Was macht eine Allianz, eine der großen Dividendenzahler (4,8 Prozent aktuell), wenn es nicht einmal mehr am (nicht nutzbaren) Markt für Junk Bonds solche Renditen gibt? Der Zyklus der sinkenden Zinsen seit dem Jahr 1980 ist mit den großen Zinsschritten in den USA im März am Ende angelangt. Bis zuletzt konnte man wegen der Durationseffekte stets Gewinne mit den Anleihen erwirtschaften, so auch noch einmal im Jahr 2020. Aber wenn die Zinsen nicht unter null fallen, gibt es künftig kaum noch etwas – keine Kupons und keine Kursgewinne bei fallenden Zinsen.

Was machen Großfirmen mit ihren Betriebsrenten, Stiftungen mit ihren Anlagegeldern in den nächsten Jahren? Es spricht sehr viel für die Dividendentitel in diesem Jahrzehnt. Mit all ihren Schwankungen und vermutlich sind die jahrelangen Renditen von acht Prozent plus per annum auch bei Weitem nicht mehr realistisch. Aber wo sind die Alternativen?

Fazit

Obwohl ich absolut nichts davon halte, größere Zukunftsprognosen zu stellen – daran verbrennen sich schon ständig ganze Organisationen und Thinktanks die Finger, mit einer Heerschar von Professoren – so bin ich schon davon überzeugt, dass das jetzige Jahrzehnt wieder das Jahrzehnt der Aktien sein wird. Mit großen Schwankungen, Crashs, die Exzesse bereinigen werden, aber auch begründet in der Tatsache, dass man zwar Geldsysteme verändern und vernichten kann, aber nicht die Produktionsanlagen oder die Betriebe in einer Volkswirtschaft, ohne die es kein Überleben gibt, apokalyptische Szenarien einmal ausgenommen.

Es ist aber auch wahrscheinlich, dass es ein wesentlich langsameres Wachstum an den Börsen geben wird, nach Preisexzessen und deren Bereinigung, wie man es in Japan seit 31 Jahren nun schon beobachten kann. Aber selbst wenn Euro oder Kryptowährungen scheitern, wofür hat man nach 250 Staatsbankrotten seit 1800 (sowie 68 internen Pleiten) noch keinen Ersatz gefunden? Für Aktien..

Werden die 2020er-Jahre ein Jahrzehnt für Aktien?

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JP Morgan-Quartalszahlen: Deutlich besser als erwartet – Milliarden-Rücklagen für faule Kredite aufgelöst

Claudio Kummerfeld

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Soeben wurden JP Morgan-Quartalszahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen. Der Umsatz liegt bei 30,16 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 29,2/Erwartungen 28,7). Der Gewinn liegt bei 3,79 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,57/Erwartungen 2,62).

In der Grafik unten sieht man es in der dritten Spalte. JP Morgan hat im letzten Quartal die Risikofürsorge für faule Kredite um 1,9 Milliarden Dollar reduziert, wodurch natürlich der Gewinn erhöht wird. JPM ist der Meinung, dass sich das wirtschaftliche Umfeld (im Sinne der Zahlungsmoral der Kunden) bessert, und vor allem dass Firmenkunden nach wie vor frisches Geld am Kapitalmarkt aufnehmen können. Insgesamt spricht die Bank davon, dass sogar 2,9 Milliarden Dollar an Kreditreserven umgewandelt und in den Gewinn von 12,1 Milliarden Dollar verschoben wurden. Ohne diese Buchung wären es nicht 3,79, sondern nur 3,09 Dollar Gewinn pro Aktie, so die Headline-Aussage der Bank.

Zitat aus dem aktuellen Bericht von JPM:

The provision for credit losses was a net benefit of $1.9 billion, compared to an expense of $1.4 billion in the prior year driven by reserve releases in the current quarter. The Wholesale reserve release was $2.0 billion, reflecting an improvement in the macro-economic scenarios and the continued ability of clients to access liquidity and capital markets. The Consumer reserve release was $0.9 billion, in Home Lending, primarily due to improvements in HPI expectations and portfolio run-off. The prior year included a net reserve release in the Consumer portfolio and a net reserve build in the Wholesale portfolio. Net charge-offs of $1.1 billion were down $444 million from the prior year, driven by Card.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +0,7 Prozent.

Hier das Headline-Statement von JPM-CEO Jamie Dimon:

Jamie Dimon, Chairman and CEO, commented on the financial results: “JPMorgan Chase reported strong results in the fourth quarter of 2020, concluding a challenging year where we generated record revenue, benefiting from our diversified business model and dedicated employees. While we reported record profits of $12.1 billion, we do not consider the reserve takedown of $2.9 billion to represent core or recurring profits – essentially reserve calculations, while done extremely diligently and carefully, now involve multiple, multi-year hypothetical probability-adjusted scenarios, which may or may not occur and which can be expected to introduce quarterly volatility in our reserves. While positive vaccine and stimulus developments contributed to these reserve releases this quarter, our credit reserves of over $30 billion continue to reflect significant near-term economic uncertainty and will allow us to withstand an economic environment far worse than the current base forecasts by most economists.”

Dimon added: “In Consumer & Community Banking, deposits grew 30% or over $200 billion driven primarily by growth in the Federal Reserve’s balance sheet and the continuation of modest market share gains. Within our consumer lending franchise, auto and retail mortgage originations were both up more than 20%. Consumer spending continued to recover, as reflected in combined debit and credit card spend being up for the full quarter. The Corporate & Investment Bank delivered another impressive quarter with growth in Global Investment Banking fees of 34% and Markets revenue of 20%. With a record quarter, Commercial Banking earned $3.3 billion of investment banking revenue in 2020, surpassing its previous $3 billion long-term target. In Asset & Wealth Management, AUM grew 17% due to higher asset values and net inflows of over $190 billion into long-term and liquidity products over the last twelve months.”

Dimon concluded: “We ended the year with a CET1 ratio of 13.1% (vs. 12.4% at the beginning of the year) and capital above $200 billion, providing us with meaningful capacity to further invest in our business and communities, while returning capital to
our shareholders. This increase in capital was after raising over $2 trillion of credit and capital for our consumer and institutional clients around the world, which includes nonprofits and U.S. government entities, including states, municipalities, hospitals and universities and adding net $12 billion to credit reserves. We also hold $1.4 trillion of cash and marketable securities, which is currently over $450 billion in excess of what is required. We opened branches in new markets, improved our digital capabilities, and made acquisitions that will enhance our product offerings and deepen our engagement with our customers. We also continued to invest in our communities – for example, through our initial commitments to support those most impacted by the pandemic and our longer-term commitment to advance racial equality and promote economic growth. Our earnings power and healthy capital position also provide us the flexibility to pay dividends and return excess capital to shareholders through share repurchases. I want to end by thanking our frontline colleagues and those working from home who quickly adapted to the pandemic and safely helped our clients, customers, communities and governments.”

Grafik zeigt aktuelle JP Morgan-Quartalszahlen

JP Morgan-Quartalszahlen - Jamie Dimon
Jamie Dimon. Foto: Steve Jurvetson Creative Commons Attribution 2.0

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