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Anleihen

Was die Lage gefährlich macht: Massive Abflüsse aus Anleihen-ETFs – wenn die Kreditmärkte in Panik geraten..

Wenn die Unruhen an den Kreditmärkten anhalten, war das gestrige Blutbad an der Wall Street nur ein laues Lüftchen!

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Ein Abverkauf an den Aktienmärkten ist gemeinhin nicht wirklich gefährlich – es sei denn bei dem ungleich größeren Anleihemarkt kracht es ebenfalls! Und genau das ist derzeit der Fall – und das macht das gestrige Blutbad an der Wall Street erst richtig gefährlich!

Denn die Anleihemärkte sind faktisch Kreditmärkte, und wenn an den Kreditmärkten Panik ausbricht, bedeutet das zweierlei: erstens wird es immer teurer für Unternehmen, sich zu verschulden und benötigtes Kapital aufzunehmen. Und zweitens wird es für die stark verschuldeten Unternehmen immer schwieriger, die Schulden zu stemmen – und die Verschuldung etwa der US-Unternehmen war noch nie so hoch wie heute, weil man sich in der Zeit des billigen Geldes mit gepumpten Kapital vollgesogen hatte.

Und an den Anleihemärkten wird es jetzt brenzlig: derzeit fließen so massiv Gelder ab aus Anleihen-ETFs ab wie noch nie!

Betroffen sind besonders der iShares Core U.S. Aggregate Bond ETF (AGG, ein ETF für amerikanische Investment Grade-Anleihen):


(Grafik durch anklicken vergrößern)

 

Schwer getroffen sind auch die Junk Bonds (riskante weil bonitätsschwache Unternehemensanleihen), sichtbar in den massiven Abflüssen aus dem HYG-ETF, das diese Junk Bonds abbildet – und gestern kam der Kurs dieses ETFs immens unter Druck:


(High-Yield ETF HYG; Chart durch anklickenn vergrößern)

Meist sind es kleinere US-Firmen die häufig im amerikanischen Nebenwerte-Index Russell 2000 gelistet sind, die solche Junk Bonds ausgeben. Und der Schuldenhebel wurde immer größer, nun scheinen langsam die Risikoprämien für diese Unternehmensanleihen sich in Richtung der Realität zu bewegen:

 


(Grafik: zerohedge.com; durch anklicken vergrößern)

 

Die innere Struktur („breadth“), die aussagt, wieviele der Anleihen neue 52-Wochen-Tiefs erreichen im Vergleich zu den Anleihen, die ein 52-Wochen-Hoch erreichen, war noch nie so schlecht wie aktuell (derzeit schlechter als auf dem Hochpunkt der Finanzkrise!):

 

(Grafik: zerohedge.com;  durch anklicken vergrößern)

 

Auslöser der historisch bisher einmaligen Mittel-Abflüsse dürfte die Aussagen  von Jerome Powell letzten Dienstag gewesen sein – den Investoren wurde klar, dass die Fed es wirklich ernst meint mit den Zinsanhebungen! Geld wird teurer – und damit müssen die Renditen auch für Unternehmensanleihen steigen, ergo die Kurse dieser Anleihen fallen. Daher wird es entscheidend sein auch für die Aktienmärkte, ob sich die Kreditmärkte wieder beruhigen – oder die Turbulenzen dort weiter gehen! Sollte das dann der Fall sein, habe wir gestern mehr als den Beginn einer Korrektur an der Wal Street gesehen!

 

Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

8 Kommentare

8 Comments

  1. GN

    11. Oktober 2018 12:46 at 12:46

    ….aber die Unternehmen sind doch lt. Flassbeck zu Sparern mutiert, ……ach ja, in den USA ist das logisch anders, hier in Europa sind die Unternehmen überliquidiert, auch ganz logisch…weshalb sie sparen…..

  2. Marcus

    11. Oktober 2018 14:28 at 14:28

    Ich persönlich denke nicht, das dies gestern nur eine Eintagsfliege war. Letztendlich haben wir drei Faktoren von denen man ausgehen kann das es auch in Zukunft weiter steigende Renditen geben wird: 1.) Hawkisher Ton der Fed (Zinserhöhungen) 2.) Bilanzabbau der Fed 3.) Steigendes oder gleichbleibendes Angebot an Treasuries bei gleichzeitig weniger Käufern, da insbesondere die Fed aufgrund ihrer „Caps“ in Zukunft zum Teil gar keine Reinvestitionen mehr vornimmt.

    Dazu kommt sicher auch noch die massive Überbewertung bei Aktien und auch Anleihen generell. Das mit der Unternehmensverschuldung, da hatte im Mai schon mal Greg Lippmann darauf hingewiesen das es hier bei steigenden Zinskosten zu massiven Problemen kommen dürfte.

  3. Andreas

    11. Oktober 2018 14:43 at 14:43

    Ich muss in einem Punkt „tm“ recht geben, das kgv vom dow jones ist alles andere als hoch im Vergleich zu anderen Blasen in der Börsengeschichte.1993 z.b. lag es bei 79. 2009 bei knapp 150! Jetzt liegen wir im guten Bereich von 24.
    https://www.boerse.de/dow-jones-kgv/
    Die Party kann also noch etwas länger gehen.

    Ps: Das Kgv vom DAX liegt bei lächerlichen 13 Punkten! Selbst schuld wenn hauptsächlich Old Economy Firmen im Index vertreten sind.

  4. Andreas

    11. Oktober 2018 14:48 at 14:48

    Inzwischen berichtet weltonline, BILD und GMX über einen bevorstehenden Aktiencrash. Werden sie diesmal recht behalten oder sind das lediglich kontraindikatoren, wie in der Vergangenheit auch immer schon gewesen?

    • Emm wie Meikel

      11. Oktober 2018 21:08 at 21:08

      Kontraindikatoren. Wahrscheinlich geht es bald wieder rauf.

      Wegen der prekären Lage (längster Bullenmarkt, extreme Überschuldung, Zinswende) halte ich mich dennoch dezent zurück. Ich vermute, die Vola fällt in absehbarer Zeit wieder ins Koma.

  5. Beobachtet

    11. Oktober 2018 15:23 at 15:23

    Es hat schon mehrere Berichte in der Finanzpresse gegeben ,die genau dieses Problem angesprochen haben, nämlich stark steigende Volumen von Anleihen mit noch knappem Invstment grade, mit dem Risiko,
    bei einer Verschlechterung in die Schrottanleihen-klasse zu fallen.Anscheinend haben es jetzt die Märkte auch wahrgenommen.Was ich nicht verstehe, wenn Aktien, Rohstoffe u.Risikoanleihen fallen, müssten eigentlich die sicheren Staatsanleihen steigen.Wo geht denn das Geld all dieser Verkäufe hin?
    Ich glaube dass nächstens am ehesten wider US-Bonds gekauft werden.
    Übrigens an alle die an TINA geglaubt haben, ausser den US- Indices sind weltweit fast alle Indices seit Januar im Minus.

  6. Gixxer

    11. Oktober 2018 15:24 at 15:24

    Ich bin mal gespannt, was dieses Mal der Game Changer sein wird.

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Anleihen

Aktuell: Kommt ein Deal zwischen der EZB und Italien?

In den letzten Tagen war die italienische Regierung ja erstaunlich handzahm – jetzt zeichnet sich ab, warum..

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In den letzten Tagen war die italienische Regierung ja erstaunlich handzahm – man sei bereit, das Defizitziel zu senken – das bekräftigte heute aktuell auch Armando Siri, der ökonomische Berater des eigentlich starken Mannes Italiens, Matteo Salvini. Man könne von 2,4%, auf 2,2% oder 2,3% gehen (von derzeit noch 2,4%), so Siri.

Woher kommt diese plötzliche Kompromißbereitschaft? Nun, dafür – darauf verdichten sich aktuell die Hinweise – gibt es wohl ein sehr konkretes „Zuckerl“ für Italien! So gibt es sich verdichtende Gerüchte, dass die EZB für Italien das sogenannte „OMT“ (Outright Monetary Transactions) wieder aufleben lassen könnte. Zur Erinnerung: das OMT-Programm wurde im Jahr 2012 in Kraft gesetzt, kurz nach den vielleicht wichtigsten Worten der Finanzgeschichte von Mario Draghi im Juli 2012, als er sagte, die EZB „..is ready to do whatever it takes to preserve the Euro. And believe me, it will be enough.“

Formal muß ein Land dieses OMT durch die EZB beantragen, sich dabei aber an die Vorgaben der Notenbank halten. Die EZB kauft dann Anleihen des Landes am Sekundärmarkt – also von den Banken, nicht von dem jeweiligen Staat selbst! Das wäre natürlich für die italienischen Banken, die vollgesogen sind mit italienischen Staatsanleihen (sie besitzen derzeit kanpp mehr als ein Viertel aller italienischen Anleihen und haben ihren Anteil in den letzten Monaten noch einmal deutlich aufgestockt, während „Ausländer“ ihre Bestände um 3% reduziert hatten, laut Angaben der italienischen Notenbank) ein Segen!

Bislang ist das OMT noch nie umgesetzt worden – es diente mit Einführung auf dem Hochpunkt der Eurokrise 2012 vor allem zur Beruhigung der Märkte, als letzter Anker, wenn alles wegdriftet. Dass die EZB nun offenkudnig überlegt, erstmals das OMT in die Praxis zu überführen mit Italien, zeigt, wie schwer die Lage des Landes wirklich ist..


By World Economic Forum – Cropped from File:Mario Draghi World Economic Forum 2013.jpg, original source Flickr: Special Address: Mario Draghi, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24229287

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Anleihen

Die Alles-Blase: Warum die Verschuldung der US-Unternehmen implodieren und das Vermögen der Amerikaner schrumpfen wird!

„Man muß notwendige Grausamkeiten möglichst früh begehen“ – und warum es verhängnisvoll ist, wenn Notenbanken genau das verhindern wollen..

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Die Wohlstandsillusion

Die Notenbanken haben mit ihrer Geldpolitik, die auf das Platzen der US-Immobilienblase reagierte, zunächst einmal den „Karren aus dem Dreck“ gezogen. Federführend war dabei der damalige Fed-Chef Ben Bernanke, der als der große Kenner der Großen Depression aus den 1930er-Jahren galt (und gilt). Seine Schlußfolgerung war: wir müssen die Märkte mit Liquidität fluten, um einen Zusammenbruch wie in den 1930er-Jahren zu verhindern (genau das taten damals die Notenbanken nicht).

Diese Reaktion ist verständlich – aber langfristig wohl verhängnisvoll. Denn sie läßt eine Lebensweisheit außer acht, die da lautet: „Man muß notwendige Grausamkeiten möglichst früh begehen“! Wer immer nur darauf erpicht ist, Schmerzen zu vermeiden (etwa durch den Konsum von Medikamenten), der arbeitet nur am Symptom, nicht aber an der Ursache. Die Ursache aber ist, dass der Westen über seine Verhältnisse lebt – und sich das aber nicht eingestehen will und mithilfe der Notenbanken eine Wohlstandsillusion aufrecht erhält, die dauerhaft nicht aufrecht zu erhalten ist.

Ja: ein Zusammenbruch wie damals ab dem Jahr 1929 ist bitter – aber eben auch eine notwendige Bereinigung des Systems, die dann zu einer Gesundung eben dieses Systems führen kann. Zwar blühte damals der politische Extremismus im Gefolge der Wirtschaftskrise (mit der extremsten Form im deutschen Nationalsozialismus) – aber die extremistischen Tendenzen nehmen derzeit auch klar erkennbar zu. Und das trotz des verzweifelten Versuchs, die Wohlstandsillusion aufrecht zu erhalten, trotz der Tatsache, dass es sehr vielen Menschen im Westen materiell so gut geht wie noch nie.

 

Das Platzen einer Illusion – ein Unfall in Zeitlupe

Aber das wird wohl nicht so bleiben – und genau das spüren viele Menschen. Denn das Platzen der Wohlstandsillusion ist eigentlich kaum zu verhindern, sondern nur künstlich noch etwas aufschiebbar. Dass auch die Finanzmärkte derzeit so verunsichert sind, liegt daran, dass die Notenbanken nun ihre aktive Mitarbeit an der „Alles-Blase“ aufgekündigt haben – und damit völlig unklar ist, wie es weiter gehen soll.

Im Folgenden möchten wir Ihnen zwei (englischsprachige) Videos an Herz legen, beide von Jesse Colombo. Im ersten Video zeigt er, dass das Vermögen der Amerikaner im Vergleich zum BIP der USA so hoch ist wie noch nie – aufgrund der „Alles-Blase“. Die Amerikaner sind die großen Profiteure dieser Alles-Blase, weil sie vor allen an den explodierenden Finanzmärkten aktiv waren und sind (hier mehr dazu). Seit der Finanzkrise ist das Vernögen der Amerikaner um 46 Billionen Dollar gestiegen, hat sich also seitdem mit 83% fast verdoppelt. Und das kann auf Dauer nicht so bleiben:

Das gilt auch für die Verschuldung der US-Unternehmen – das ist vermutlich die Blase, deren Platzen dann die nächste Finanzkrise auslösen wird, wie Jesse Colombo zeigt:


Von Frank Liebig – Archiv Frank Liebig, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61315444

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Aktien

Aktuell: Pulverfass Italien, Problemkind Apple, Trump feiert globale Steuersenkung

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Die EU-Kommission hatte heute Vormittag Italien die erwartete Ohrfeige verpasst. Den Haushaltsplan Italiens lehnte man ab, und will nun ein Defizitverfahren gegen Rom einleiten. So weit, so gut. Der Anleihemarkt hatte das schon erwartet, und so war die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen gestern bis auf 3,69% gestiegen.

Heute nun sank die Rendite auf aktuell 3,53%. Das ist eigentlich erstaunlich – aber vermutlich geht es hier um den Marktmechanismus „kauf das Gerücht, verkauf die Fakten“. Nur dass es hier umgekehrt ging. Die Anleger hatten erst Anleihen verkauft (Rendite rauf), und sind nun wieder ein wenig optimistischer (Anleihen kaufen, Rendite fällt). Dabei ist die Situation weiterhin ein echtes Pulverfass.

Laut „La Stampa“ habe Italiens Innenminister Matteo Salvini seine Kompromissbereitschaft gegenüber Brüssel signalisiert. Man könne bei den Ausgaben für das Bürgereinkommen und die Rente einiges überdenken. Das hilft erstmal der Rendite. Aber halt. Inzwischen hat Salvini diesem Medienbericht widersprochen. Über das Defizitziel von 2,4% werde man nicht diskutieren. Er sei lediglich offen für eine mögliche Diskussion über die geplanten Investitionen im neuen Haushalt.

Also: Warum bleibt die Rendite auch aktuell noch bei 3,53%? Sieht der Markt (noch) nicht, dass der Streit zwischen Rom und Brüssel jederzeit in die nächste Eskalationsstufe springen kann? Für Spekulanten wäre das eine Chance. Aber wie gesagt, es ist ein Pulverfass. Hier kann man als Trader unmöglich etwas planen, und muss halt eine pure Spekulation eingehen.

Apple

Der Gigant unter den Auftragsfertigern für Elektronik „Foxconn“ will laut Medienberichten im nächsten Jahr ca 2,5 Milliarden Euro einsparen. Nur der für die iPhone-Herstellung zuständige Geschäftsbereich solle ca 760 Millionen Euro einsparen. In den letzten Tagen hatten bereits mehrere Apple-Zulieferer ihre Erwartungen spürbar zurückgeschraubt. Das lässt mehr als jemals zuvor darauf schließen, dass Apple ein Absatzproblem bekommen dürfte. Sind die iPhones doch langsam zu teuer geworden? Die Apple-Aktie ist in den letzten Wochen sehr stark gefallen, von 233 Dollar Anfang Oktober auf gestern 177 Dollar. Heute geht es in der New Yorker Vorbörse mal 1% nach oben. Aber das muss noch keine Trendwende bedeuten.

Globale Steuersenkung

Donald Trump ist aktuell mehr als begeistert über eine „globale Steuersenkung“. So bezeichnet er die massiv gefallenen Ölpreise. Sie bescheren seinen Wählern natürlich sinkende Benzinpreise. Genau das hatte er ja mehrfach in den letzten Monaten von der OPEC gefordert. Die ist aber der falsche Adressat für Dankesbriefe, da die OPEC gerade verzweifelt versucht den Ölpreis hochzubekommen. Nein, Donald Trump sollte sich eher bei den heimischen Frackern bedanken, die pumpen wie wild. Trump dankt in seinem Tweet ausdrücklich Saudi-Arabien. Eine Hommage an seinen Buddy Kronprinz bin Salman? Auch tweetet Trump zum Schluss noch, dass der Ölpreis noch weiter fallen solle. Momentan verliert er gut 40 Cent. Nun wartet man gespannt auf die Öl-Lagerdaten, die um 16:30 Uhr veröffentlicht werden (wir berichten gleich darüber).

Donald Trump
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