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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Wirecard – und andere Katastrophen! Marktgeflüster (Video)

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Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. Da kommt viel zusammen: die Hoffnungen auf einen Deal zwischen den USA und China erleben einen Dämpfer durch Aussagen von Larry Kudlow, enttäuschenden Zahlen aus der US-Berichtssaison (schwachen Ausblicke und Druck auf Margen), dazu eine Flut von Prognosesenkungen für das Wachstum (Bank of England, EU-Kommission, Indien senkt überraschend Leitzins). Nun könnte das, was man zuvor gefeiert hat, plötzlich ins Gegenteil umschlagen: die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken, weil sich dadurch die Wachstumssorgen verstärken. In Deutschland wieder einmal Wirecard unter Druck..

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17 Kommentare

17 Comments

  1. Vasari Alfred

    7. Februar 2019 19:04 at 19:04

    Respekt Herr Fugmann, König Kaiser Hero. und das meine ich ERNST.
    Ich finde sie sehr sachlich technisch fundamental versiert. Und intelligent.
    Ohrfeige ist angekommen, Danke
    War das mit den Zinsen in Indien ein fake oder war das dann im Referat wieder sachlich ernst.
    Danke
    Alfred

    • Markus Fugmann

      7. Februar 2019 19:07 at 19:07

      @Vasari, merci! Die indische Zentralbank hat heute wirklich die Zinsen gesenkt..

  2. Michael

    7. Februar 2019 19:39 at 19:39

    @Markus Fugmann, folgenden Satz von dir muss ich mir ausdrucken und einrahmen. Ich meine das alles ohne jegliche Ironie oder Hintergedanken 😉 Das ist sensationell und bringt mich endlich in die richtige Spur auf meiner langen Suche nach der schlussendlichen Börsen- und Finanzlogik.
    Die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken.
    Es ist eine Rally entbrannt, wer zur besten Taube des Jahres gekürt wird. Welche Taube fliegt am höchsten, welche erreicht neue taubenhafte ATHs in der mittleren Stratosphäre? Ein Tauben-Monopoly (für die Jüngeren, die das nicht mehr kennen, ein Tauben-Strategiespiel): Wer die besten und leistungsfähigsten Druckmaschinen hat, hat schon mal gute Karten. Apropos Thema Druckmaschinen: Wer dem Druck seiner Lobbyisten, Staatschefs und Superreichen zuerst nachgibt, hat schon fast gewonnen. Wer es zudem schafft, seine Steuerzahler am effektivsten auszupressen, ohne dass diese den dafür nötigen Druck bewusst registrieren, kann kaum mehr verlieren. Ereigniskarten wären z. B. Gerüchte oder täglich veröffentlichte Statistiken im Wirtschaftskalender. Ins Gefängnis muss nur, wer nicht in den Bereichen Börse, Banken, Konzerne, organisierte Kriminalität und Politik beschäftigt ist.

    Lieber Markus, mit dem Tauben-Monopoly könnten wir reich werden. Aber irgendwie ist das Spiel auch ganz schön dove 🙂

  3. Beobachter

    7. Februar 2019 20:11 at 20:11

    @ Michael, ich habe doch kürzlich erwähnt, dass von einer alten Baustelle „WÄHRUNGSKRIEG „ nicht mehr gesprochen wird. WER ALSO DIE WÄHRUNG ALS ERSTER AUF NULL BRINGT , BEKOMMT ALS BELOHNUNG HOHE BÖRSENKURSE.
    GB hat seit Brexit – Pfundschwäche höhere Börsenkurse.Die Länder mit den stärksten Währungen, Japan u.
    CH hatten in den letzten Jahren viel schwächere Börsen als die Abwertungsweltmeister.

    • Michael

      7. Februar 2019 21:18 at 21:18

      @Beobachter, ich verstehe zwar teilweise, aber nicht so ganz: Ist nicht Japan seit Äonen der Abwertungsweltmeister per se? Und hat nicht das GBP trotz Brexit seit etwa 2 Jahren einen eher seltsamen Aufschwung erlebt? Der Leitzins in GB ist doch seit 10 Jahren konstant und seit 2018 sogar gestiegen.

    • Marko

      7. Februar 2019 21:58 at 21:58

      Hallo Beobachter,

      bei einem „harten Brexit“ wird GB „in Grund und Boden geschossen“.

      O.k. so kann ich „meine Währung“ auch „an die Wand fahren“, dies hätte massivste Konsequenzen zur Folge für GB ! Nicht für den EUR.

      GB wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, einen „harten Brexit“, so wie sie heute dastehen, nicht „überleben“ ! GB wird „zerbrechen“. (Schottland, Gibraltar, Nordirland)

      D.h., GB, und das GBP wären nach spätenstens nach ca. 2 Monaten „klinisch tot“ (eher sogar noch früher), und dann müsste GB bei EUR/Europa „betteln gehen“ – „Nehmt uns wieder auf, uns „Rosinenpicker“ ? 😉

      Deshalb verstehe ich die Briten nicht.. ? Wie kann man nur so überheblich sein, um „neue Handelsbeziehungen“ zu erschließen, aber gleichzeitig die „beste aller Welten“ aufzugeben, den EUR (!) / bzw EUROPA !!!

      Und GB ist ein äußerst verläßlicher Partner auf „Nato-Ebene“.. ?

  4. Rookie

    7. Februar 2019 20:46 at 20:46

    Vor kurzem habe ich mein Interesse und meine gleichzeitige Verwunderung und Verwirrung hinsichtlich der Anlageform Aktienindizes als Altersvorsorge auf dieser Plattform veröffentlicht.
    Die Verwirrung eines Anfängers steigt weiterhin exponentiell an. Mir stellen sich mehr und mehr sicherlich naive Fragen, als ich Antworten erhalte.
    Ich höre und lese von „dovishen“ Reaktionen darauf, weil „der Abschwung so groß ist.“ Warum hat man nicht zuvor „hawkish“ reagiert? Wenn ein Abschwung registriert wird, muss dem doch ein Aufschwung vorhergegangen sein? Oder befinden wir uns in einer unendlichen Abwärtsspirale und waren nur auf einem sozusagen horizontalen stabilen Zwischenniveau angelangt, das man als Stagnation mit leichter Aufwärtstendenz nach dem vorherigen Abschwung bezeichnen könnte? Würden dem jedoch die 10-jährigen Entwicklungen und Tendenzen an den Aktienmärkten nicht widersprechen, oder denke ich da zu einfach und eindimensional?
    Vielleicht sollte ich mich über die garantierten jährlichen 4,2% meiner privaten Rentenversicherung bei der Allianz freuen und die Finger von einer derart für mich undurchschaubaren Materie lassen.

  5. Lanzellott

    7. Februar 2019 20:48 at 20:48

    Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!

    • Michael

      7. Februar 2019 21:57 at 21:57

      Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
      Historisch ist erst einmal ein sehr relativer und in letzter Zeit sehr inflationär gebrauchter Begriff. Was ist historisch? Seit 2009, seit 1999, seit 1989 oder seit dem Jahr von Christi Geburt?
      Man hat es ja auch geschafft, einen irgendwie historisch hohen Leitzins von 11,5% Mitte der 1980er Jahre zu etablieren und diesen in historischen Auf- und Abwärtsbewegungen irgendwann zu pulverisieren.
      Im Griff hatten FED & Co. noch nie irgendwann etwas. Und schon gar nicht die Finanz- und Aktienmärkte. Das ist auch gar nicht deren Aufgabe, dafür wären eigentlich Politiker zuständig, was die uns allen ja auch in 2000 und 2008 glaubhaft und nachhaltig versichert hatten.
      Ich habe die Börsen- und Wirtschaftsturbulenzen 89, 99, 09 überstanden, ohne Schaden zu nehmen, weil ich sie antizipiert und entsprechende Maßnahmen getroffen hatte. Ich sehe auch keinerlei größere Dramen in einer Turbulenz 2019, gut vorbereitet und anlagemäßig umgeschichtet dürfte sie mir eher Vorteile bescheren.

  6. Marko

    7. Februar 2019 21:29 at 21:29

    „Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. “

    Die US-Indizies „waren“ nicht überkauft, sie sind es noch immer ! Jetzt in der Sekunde , in dem Ihr mein „Geschreibsel“ lest ! Der „Fed-Anleihemüll“ da drüben ebenso…

    Stichwort : Die Angleichung zwischen Anleihe- Aktienmärkten … alles klar ? Diese „Angleichung“ kann nur dann erfolgen, wenn … – Langweilig, ich weiß… 😀

  7. Marko

    7. Februar 2019 21:41 at 21:41

    Hallo, Herr Lanzelot.

    Das da ist nicht die Realität, sorry… Seien Sie mir bitte nicht böse…

    „Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!“

    Na seltsamerweise hat die EZB die EZB die Zinsen unter NULL gesenkt, und dann : ?

    Die „Märkte“ „glauben“ – der „FED“ ?
    Hat die FED nicht die Zinsen erhöhen „müssen“ ? Wer sitzt da jetzt „am längeren Hebel“ ? 😀

    Also „Häuptling Schmalzlocke und Co“ (FED)? Na dann – gehen sie mal „volle Kanne rein in einen Short ?

    Habt Ihr Bären das immer noch nicht kapiert, dass die Amis auf dem „sinkenden Schiff“ sitzen ?

    VG

    Marko

  8. Marko

    7. Februar 2019 22:12 at 22:12

    Und die Katastrophe wäre schon der „harte Brexit“, aber danach wäre das GBP ein Fall für die Geschichtsbücher.

    Jedenfalls wäre GB nach dem 1.04.2019 nicht mehr das GB von heute und „das neue GB“ müsste sich danach trotzdem an die „europäischen Regeln anpassen“, wenn nicht…

    Tja dann… 😀

    Soviel zum Thema „neue Handelsbeziehungen“… 😉

  9. Marko

    7. Februar 2019 23:05 at 23:05

    https://www.onvista.de/news/brexit-ausser-spesen-nichts-gewesen-may-verlaesst-bruessel-mit-leeren-haenden-185783661

    Das wird „GB“ mit 99,9 % Sicherheit verlieren, „Schadensbegrenzung“, das muss sein ! Immerhin hat sich Frau May „getraut“, in der „Höhle des Löwen“ zu erscheinen… ;D

    Also ehrlich, liebe Briten.

  10. Marko

    7. Februar 2019 23:34 at 23:34

    Und , was man sagen könnte, Frau May hat in GB „nix zu lachen“, bzw bzgl. des Brexits, und der „Countdown läuft“, bzw „die Geier kreisen schon über GB“.

    Jene Personen, die „eigentlich“ für diesen bescheuerten (!) Brexit verantwortlich sind, sind nirgendwo zu sehen ! Frau May kriegt es hier „ab“. Mein Respekt , Frau May.

    Bei einem „harten Brexit“ dürften sich „gewisse Hedge-Fonds“ „auf die Lauer legen“, siehe die Geier kreisen schon, usw…

  11. Hinterfrager

    8. Februar 2019 00:23 at 00:23

    Strategisch überaus smarte Argumentation! Wahnsinn, davon könnten sich so manche (der wenigen) „Wettbewerber“ ’ne große Scheibe abschneiden – auch und gerade wenn sie sich etwa Mr. DAX nennen und darin gerne auch über längere Zeit darin schwelgen…

  12. Beobachter

    8. Februar 2019 07:05 at 07:05

    @ Michael, Meine Sichtweise, Ja Japan hat stark abgewertet, aber dass war hauptsächlich vor 1990 ,darum ist auch der Nikkei bis auf 39000 gestiegen. Seither pendelt der Yen zum Dollar zwischen 1,05 u.1,25 u.ist eine Save-Haven Währung geworden. Dank dieser Yenstärke hat sich der Nikkei zu andern Börsen schwach entwickelt u. hat die alten Hochs von 1990 nie annähernd erreicht. ( ca.24000 )
    Zum Britisch-Pfund.Das Pfund wertete bei der Brexit Abstimmung von ca. 1,48 zum Dollar bis auf ca.1,25 ab.
    Nach der überraschenden Abstimmung waren die Meisten aber erstaunt ,dass sich die GB -Börse relativ gut gehalten hat.Das heisst schwache Währung = gute Börse. Das könnte man letztes Jahr auch z.B. in Brasilien sehen, das m.W. fast die einzige Börse mit positiver Jahresbilanz hatte.
    Anderes Beispiel: Der SMI ( CH Börse ) hat dank der Frankenstärke 2018 nur knapp die 2008 er Hochs errreicht, während sich andere Börsen viel besser entwickelten.
    Fazit: Die Währung ist sehr wichtig für die Wirtschaft u.die Börsen, darum glaube ich ,dass der Währungskrieg ( von dem niemand mehr gesprochen hat) wieder aufflammt.
    Ein schönes Nebenprodukt der Abwertung ist noch ,dass die Schulden entwertet werden.
    Also, wer seine Währung auf Null bringt hat keine Schulden mehr u.hohe Börsenkurse ? ? ( Neue Börsenregel) Eine andere neue Börsenregel hat sich in der letzten Woche gebildet. ( Täglich schlechte Wirtschaftsaussichten u.fast täglich neue Börsenhochs )? ?
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich dir einmal zu deinen interessanten Posts gratulieren.
    Gruss

  13. Koch

    8. Februar 2019 07:30 at 07:30

    Hatten Sie mal eine lebensbedrohende Fish and Chipsvergiftung,Herr Marko oder woher sonst kommt dieses paranoide GB-Bashing? Die demokratische Mehrheit eines Volkes hat den Brexit gewählt und wird dafür belohnt oder bestraft werden.Viele andere Völker haben in der Vergangenheit schon katastrophalere Entscheidungen getroffen,sie überlebt bzw.sind daraus sogar (demokratisch)gestärkt hervorgegangen!Die EU sollte den Briten dafür sogar dankbar sein,dass sie den selbstherrlichen €urokraten mal so richtig auf die Füsse tritt.

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Negativzinsen: So locker und entspannt sieht die EZB das Thema

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EZB-Direktor Benoît Cœuré sieht die ganze Sache mit den Negativzinsen in der Eurozone doch recht entspannt. Aus einem aktuellen Interview mit ihm (hier kompletter Text) kann man entnehmen, wie locker die EZB das ganze Thema sieht. Die negativen Einlagenzinsen von -0,4%, welche die Banken und Sparkassen für überschüssige Einlagen beim Hinterlegen auf EZB-Konten zur Strafe zahlen müssen (wirken sich letztlich auch auf die Sparer bei den Banken aus), sind in den Augen der EZB kein wirklich wichtiges Problem. Trotz 7,5 Milliarden Euro Kosten seien die Negativzinsen (welche die Banken an die EZB zahlen müssen) Zitat „aber wirklich nicht das größte Problem. Ihr Beitrag zu niedrigen Bankgewinnen ist begrenzt. Die Banken sollten mehr über ihre Kosten nachdenken.“

Er finde die Intensität der Diskussion überraschend, weil sie sich auf einen engen Aspekt der Geldpolitik der EZB fokussiere. Es sollte eine breitere Debatte über die lange anhaltenden Niedrigzinsen geben. Man verstehe die Sorgen jener, die von schädlichen Nebenwirkungen von sehr niedrigen Zinsen betroffen seien. Diese würden mit der Zeit zunehmen. Mögliche Sorgen gebe es um die Finanzstabilität, die Vermögenspreise würden steigen.

Wir meinen: Die Worte „man versteht die Sorgen“ heißt im Klartext, dass man halt gezwungenermaßen zuhört bei dem Gejammer, sich aber nicht wirklich dafür interessiert. Und ob man bei der EZB gestaffelte Negativzinsen für Geschäftsbanken einführen werde, um ihnen eine Erleichterung zu verschaffen? Dazu sagt Benoît Cœuré, dass dies zwar eine nützliche und relevante Diskussion sei, die es ja schon mal gegeben habe, und auf die man regelmäßig zurückkommen solle. In Japan und der Schweiz gebe es gestaffelte Systeme. Aber die Negativzinsen seien Zitat „nicht der wichtigste Faktor dafür, dass die Zinsen so niedrig sind.“

Wenn die EZB etwas ändere, müsse es einen geldpolitischen Grund dafür geben. Im Augenblick sehe er das geldpolitische Argument für eine Staffelung aber nicht. Allerdings müsse man sich die Entwicklung genau ansehen. Von der Staffelung würden vor allem die Banken mit hoher Überschussliquidität profitieren, von denen viele in Frankreich und Deutschland sitzen, wo die Kreditvergabe ohnehin schon hoch ist. Es gebe also bisher keinen Beweis, dass die Negativzinsen schlecht für die Kreditvergabe seien, so Cœuré. Es sei eher umgekehrt.

Im Klartext: Liebe Banker, lieber Sparer, schminkt euch den Gedanken mal kräftig ab, dass es von der EZB in geraumer Zeit eine Zinswende gibt, die man mit der Lupe wird erkennen können. Weiter sagt er zum Thema Zinsen Zitat:

Ich weiß nicht, was das langfristige Ziel der Zinsen in Europa sein soll. Aber „Normalisierung“ heißt für mich, dass die Leitzinsen wieder das Hauptinstrument der Geldpolitik sind – so wie vor der Krise. Da sind wir noch nicht. Das Anleihekaufprogramm – die „Quantitative Lockerung“ – ist noch nicht vorbei, weil wir auslaufende Anleihen nachkaufen. Wir reinvestieren jeden Monat eine erhebliche Summe. Und zweitens ist die „Forward Guidance“ heute das Hauptinstrument, die Lenkung der Markterwartungen durch Worte – nicht durch Leitzinsänderungen. Wir geben die Aussicht auf die Normalisierung nicht auf, doch der Konjunkturabschwung verzögert sie.

Im Februar wurde eine perfide Denkschrift des IWF bekannt, wonach man Bargeld abwerten könne, wodurch letztlich noch tiefere Negativzinsen durchgesetzt werden könnten. Auch dazu wurde Cœuré aktuell befragt, und hat dazu nur die ausweichende Antwort parat, dass dies keine neue Idee sei. Die habe schon Silvio Gesell vor 100 Jahren gehabt. Aber das sei keine praktische Diskussion für die EZB. Das klingt irgendwie nicht so, als stehe man dieser Idee bei der EZB völlig ablehnend gegenüber. Denn ein klares NEIN klingt anders.

Benoît Cœuré über Negativzinsen
EZB-Dirktor Benoît Cœuré. Foto: Aron Urb (EU2017EE) – Flickr CC BY 2.0

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Staatsschulden in Euroland sinken immer weiter? Nein, eine Täuschung!

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Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat heute für das Jahr 2018 Daten bekanntgegeben für Staatsschulden, Schuldenquoten und die Haushaltsdefizite der Staaten in Eurozone wie auch Gesamt-EU. An dieser Stelle wollen wir uns nur die Daten der Eurozone anschauen, und nicht die der Gesamt-EU. Nach dem Ausscheiden der Briten aus der Union werden sich die Zahlen der Gesamt-EU ohnehin stark denen der Eurozone angleichen. Schaut man auf die Headline-Aussage der Statistiker, dann läuft alles wie am Schnürchen. Zitat Eurostat:

„Im Jahr 2018 verringerten sich das öffentliche Defizit und der öffentliche Schuldenstand relativ gesehen sowohl im Euroraum (ER19) als auch in der EU28 im Vergleich zu 2017. Gemessen am BIP verringerte sich der öffentliche Schuldenstand im Euroraum von 87,1% (Ende 2017) auf 85,1% (Ende
2018).“

Und in der Tat, die Erfolge können sich sehen lassen. Zusammengefasst hatten alle Staaten der Eurozone im Jahr 2015 noch ein Haushaltsdefizit von 215 Milliarden Euro. Es Sank über 168 auf 110, und in 2018 auf nur noch 60 Milliarden Euro. Das ist gut! Auch die Schuldenquote der Staaten sank im Lauf der Jahre immer weiter, von 90,1% (in Relation zum BIP), auf 89,2%, auf 87,1% bis auf 85,1% im Jahr 2018. Da gibt es nur einen „Schönheitsfehler“.

Denn anders als es suggeriert wird, sinken die Staatsschulden nicht. Denn wer genau nachliest, der merkt: Es ist nicht die Rede von sinkenden Staatsschulden, sondern nur von sinkenden Staatsschulden in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP). Und der tatsächliche Schuldenstand? Der wird in der Headline-Aussage von Eurostat nicht erwähnt, sondern nur in der Statistik als Zahl erwähnt. Und siehe da, von 2015 bei 9,49 Billionen Euro stieg er weiter an auf 9,67, 9,76 bis auf 9,86 Billionen Euro in 2018.

Von einem Schuldenabbau in Euroland kann also keine Rede sein. Die tatsächlichen Staatsschulden (in Euro) steigen weiter an! Die Schuldenquote sinkt nur deswegen kontinuierlich, weil das BIP europaweit stärker steigt als die Verschuldung der Staaten. Welch prozentuales Glück für die Statistiker! Das Staatsschuldenproblem ist damit aber nicht gelöst. Bei der nächsten Rezession oder auch nur Konjunkturdelle steigen die realen Schulden dann wieder schneller an, während das BIP wohl schrumpft. Dann schnellen die Quoten wieder in die Höhe.

Staatsschulden Schuldenquoten Defizite

Hier weitere Details von Eurostat im Wortlaut:

Im Jahr 2018 verzeichneten Luxemburg (+2,4%), Bulgarien und Malta (je +2,0%), Deutschland (+1,7%), die Niederlande (+1,5%), Griechenland (+1,1%), Tschechien und Schweden (je +0,9%), Litauen und Slowenien (je +0,7%) sowie Dänemark (+0,5%), Kroatien (+0,2%) und Österreich (+0,1%) einen öffentlichen Überschuss, während Irland einen ausgeglichenen Finanzierungssaldo meldete. Zwei Mitgliedstaaten wiesen ein Defizit von 3% oder mehr des BIP auf: Rumänien (-3,0%) und Zypern (-4,8%).

Am Ende des Jahres 2018 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (8,4%), Luxemburg (21,4%), Bulgarien (22,6%), Tschechien (32,7%), Dänemark (34,1%) und Litauen (34,2%) verzeichnet. Vierzehn Mitgliedstaaten wiesen eine Verschuldungsquote von mehr als 60% des BIP auf. Die höchsten Verschuldungsquoten wurden in Griechenland (181,1%), Italien (132,2%), Portugal (121,5%), Zypern (102,5%), Belgien (102,0%), Frankreich (98,4%) und Spanien (97,1%) registriert.

Im Jahr 2018 beliefen sich die Staatsausgaben im Euroraum auf 46,8% des BIP und die Staatseinnahmen auf 46,3%. Die entsprechenden Zahlen für die EU28 lagen bei 45,6% bzw. 45,0%. Zwischen 2017 und 2018 haben sich die Ausgaben des Staates im Verhältnis zum BIP in beiden Gebieten verringert, während die Einnahmen des Staates im Verhältnis zum BIP gestiegen sind.

Rom
Italien hat nicht nur steigende Schulden, sondern auch eine weiter steigende Schuldenquote mit zuletzt 132,2%. Das Kolosseum in Rom. Foto: Diliff CC BY-SA 2.5

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Fortnite als Blaupause für die Geldanlage der Zukunft?

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Mit mehr als 125 Millionen Teilnehmern ist Fortnite derzeit das weltweit erfolgreichste Online-Spiel. Markus Koch interviewt im folgenden Video Christoph J. Gum von der Private Alpha Switzerland AG zum Thema „Künstliche Intelligenz (KI) in der Geldanlage“. Auch wenn man den Verdacht haben könnte, dass es sich hierbei um eine Art Promo-Video für Herrn Gum handelt, möchten wir das Thema KI zur Gedankenanregung hiermit in den Ring werfen. Die Frage die wir uns stellen: Kann die Crowd wie über „Fortnite“ als Idee kopiert werden für die automatisierte Geldanlage? Und kann die KI in diesem Bereich wirklich dauerhaft und sicher den Menschen ersetzen? Herr Gum greift bei seiner vollautomatisierten Geldanlage zum Beispiel gar nicht mehr manuell ein. Frage: Kann ein Algorithmus wirklich alle, wirklich ALLE Ereignisse an der Börse verstehen und inhaltlich sinnvoll „bearbeiten“? Man kann daran seine Zweifel haben.

Fortnite
Fortnite at E3 2018. Foto: Sergey Galyonkin CC BY-SA 2.0

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