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Wirecard – und andere Katastrophen! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. Da kommt viel zusammen: die Hoffnungen auf einen Deal zwischen den USA und China erleben einen Dämpfer durch Aussagen von Larry Kudlow, enttäuschenden Zahlen aus der US-Berichtssaison (schwachen Ausblicke und Druck auf Margen), dazu eine Flut von Prognosesenkungen für das Wachstum (Bank of England, EU-Kommission, Indien senkt überraschend Leitzins). Nun könnte das, was man zuvor gefeiert hat, plötzlich ins Gegenteil umschlagen: die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken, weil sich dadurch die Wachstumssorgen verstärken. In Deutschland wieder einmal Wirecard unter Druck..

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17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Vasari Alfred

    7. Februar 2019 19:04 at 19:04

    Respekt Herr Fugmann, König Kaiser Hero. und das meine ich ERNST.
    Ich finde sie sehr sachlich technisch fundamental versiert. Und intelligent.
    Ohrfeige ist angekommen, Danke
    War das mit den Zinsen in Indien ein fake oder war das dann im Referat wieder sachlich ernst.
    Danke
    Alfred

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      7. Februar 2019 19:07 at 19:07

      @Vasari, merci! Die indische Zentralbank hat heute wirklich die Zinsen gesenkt..

  2. Avatar

    Michael

    7. Februar 2019 19:39 at 19:39

    @Markus Fugmann, folgenden Satz von dir muss ich mir ausdrucken und einrahmen. Ich meine das alles ohne jegliche Ironie oder Hintergedanken ;) Das ist sensationell und bringt mich endlich in die richtige Spur auf meiner langen Suche nach der schlussendlichen Börsen- und Finanzlogik.
    Die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken.
    Es ist eine Rally entbrannt, wer zur besten Taube des Jahres gekürt wird. Welche Taube fliegt am höchsten, welche erreicht neue taubenhafte ATHs in der mittleren Stratosphäre? Ein Tauben-Monopoly (für die Jüngeren, die das nicht mehr kennen, ein Tauben-Strategiespiel): Wer die besten und leistungsfähigsten Druckmaschinen hat, hat schon mal gute Karten. Apropos Thema Druckmaschinen: Wer dem Druck seiner Lobbyisten, Staatschefs und Superreichen zuerst nachgibt, hat schon fast gewonnen. Wer es zudem schafft, seine Steuerzahler am effektivsten auszupressen, ohne dass diese den dafür nötigen Druck bewusst registrieren, kann kaum mehr verlieren. Ereigniskarten wären z. B. Gerüchte oder täglich veröffentlichte Statistiken im Wirtschaftskalender. Ins Gefängnis muss nur, wer nicht in den Bereichen Börse, Banken, Konzerne, organisierte Kriminalität und Politik beschäftigt ist.

    Lieber Markus, mit dem Tauben-Monopoly könnten wir reich werden. Aber irgendwie ist das Spiel auch ganz schön dove :)

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    Beobachter

    7. Februar 2019 20:11 at 20:11

    @ Michael, ich habe doch kürzlich erwähnt, dass von einer alten Baustelle „WÄHRUNGSKRIEG „ nicht mehr gesprochen wird. WER ALSO DIE WÄHRUNG ALS ERSTER AUF NULL BRINGT , BEKOMMT ALS BELOHNUNG HOHE BÖRSENKURSE.
    GB hat seit Brexit – Pfundschwäche höhere Börsenkurse.Die Länder mit den stärksten Währungen, Japan u.
    CH hatten in den letzten Jahren viel schwächere Börsen als die Abwertungsweltmeister.

    • Avatar

      Michael

      7. Februar 2019 21:18 at 21:18

      @Beobachter, ich verstehe zwar teilweise, aber nicht so ganz: Ist nicht Japan seit Äonen der Abwertungsweltmeister per se? Und hat nicht das GBP trotz Brexit seit etwa 2 Jahren einen eher seltsamen Aufschwung erlebt? Der Leitzins in GB ist doch seit 10 Jahren konstant und seit 2018 sogar gestiegen.

    • Avatar

      Marko

      7. Februar 2019 21:58 at 21:58

      Hallo Beobachter,

      bei einem „harten Brexit“ wird GB „in Grund und Boden geschossen“.

      O.k. so kann ich „meine Währung“ auch „an die Wand fahren“, dies hätte massivste Konsequenzen zur Folge für GB ! Nicht für den EUR.

      GB wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, einen „harten Brexit“, so wie sie heute dastehen, nicht „überleben“ ! GB wird „zerbrechen“. (Schottland, Gibraltar, Nordirland)

      D.h., GB, und das GBP wären nach spätenstens nach ca. 2 Monaten „klinisch tot“ (eher sogar noch früher), und dann müsste GB bei EUR/Europa „betteln gehen“ – „Nehmt uns wieder auf, uns „Rosinenpicker“ ? ;)

      Deshalb verstehe ich die Briten nicht.. ? Wie kann man nur so überheblich sein, um „neue Handelsbeziehungen“ zu erschließen, aber gleichzeitig die „beste aller Welten“ aufzugeben, den EUR (!) / bzw EUROPA !!!

      Und GB ist ein äußerst verläßlicher Partner auf „Nato-Ebene“.. ?

  4. Avatar

    Rookie

    7. Februar 2019 20:46 at 20:46

    Vor kurzem habe ich mein Interesse und meine gleichzeitige Verwunderung und Verwirrung hinsichtlich der Anlageform Aktienindizes als Altersvorsorge auf dieser Plattform veröffentlicht.
    Die Verwirrung eines Anfängers steigt weiterhin exponentiell an. Mir stellen sich mehr und mehr sicherlich naive Fragen, als ich Antworten erhalte.
    Ich höre und lese von „dovishen“ Reaktionen darauf, weil „der Abschwung so groß ist.“ Warum hat man nicht zuvor „hawkish“ reagiert? Wenn ein Abschwung registriert wird, muss dem doch ein Aufschwung vorhergegangen sein? Oder befinden wir uns in einer unendlichen Abwärtsspirale und waren nur auf einem sozusagen horizontalen stabilen Zwischenniveau angelangt, das man als Stagnation mit leichter Aufwärtstendenz nach dem vorherigen Abschwung bezeichnen könnte? Würden dem jedoch die 10-jährigen Entwicklungen und Tendenzen an den Aktienmärkten nicht widersprechen, oder denke ich da zu einfach und eindimensional?
    Vielleicht sollte ich mich über die garantierten jährlichen 4,2% meiner privaten Rentenversicherung bei der Allianz freuen und die Finger von einer derart für mich undurchschaubaren Materie lassen.

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    Lanzellott

    7. Februar 2019 20:48 at 20:48

    Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!

    • Avatar

      Michael

      7. Februar 2019 21:57 at 21:57

      Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
      Historisch ist erst einmal ein sehr relativer und in letzter Zeit sehr inflationär gebrauchter Begriff. Was ist historisch? Seit 2009, seit 1999, seit 1989 oder seit dem Jahr von Christi Geburt?
      Man hat es ja auch geschafft, einen irgendwie historisch hohen Leitzins von 11,5% Mitte der 1980er Jahre zu etablieren und diesen in historischen Auf- und Abwärtsbewegungen irgendwann zu pulverisieren.
      Im Griff hatten FED & Co. noch nie irgendwann etwas. Und schon gar nicht die Finanz- und Aktienmärkte. Das ist auch gar nicht deren Aufgabe, dafür wären eigentlich Politiker zuständig, was die uns allen ja auch in 2000 und 2008 glaubhaft und nachhaltig versichert hatten.
      Ich habe die Börsen- und Wirtschaftsturbulenzen 89, 99, 09 überstanden, ohne Schaden zu nehmen, weil ich sie antizipiert und entsprechende Maßnahmen getroffen hatte. Ich sehe auch keinerlei größere Dramen in einer Turbulenz 2019, gut vorbereitet und anlagemäßig umgeschichtet dürfte sie mir eher Vorteile bescheren.

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    Marko

    7. Februar 2019 21:29 at 21:29

    „Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. “

    Die US-Indizies „waren“ nicht überkauft, sie sind es noch immer ! Jetzt in der Sekunde , in dem Ihr mein „Geschreibsel“ lest ! Der „Fed-Anleihemüll“ da drüben ebenso…

    Stichwort : Die Angleichung zwischen Anleihe- Aktienmärkten … alles klar ? Diese „Angleichung“ kann nur dann erfolgen, wenn … – Langweilig, ich weiß… :D

  7. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 21:41 at 21:41

    Hallo, Herr Lanzelot.

    Das da ist nicht die Realität, sorry… Seien Sie mir bitte nicht böse…

    „Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!“

    Na seltsamerweise hat die EZB die EZB die Zinsen unter NULL gesenkt, und dann : ?

    Die „Märkte“ „glauben“ – der „FED“ ?
    Hat die FED nicht die Zinsen erhöhen „müssen“ ? Wer sitzt da jetzt „am längeren Hebel“ ? :D

    Also „Häuptling Schmalzlocke und Co“ (FED)? Na dann – gehen sie mal „volle Kanne rein in einen Short ?

    Habt Ihr Bären das immer noch nicht kapiert, dass die Amis auf dem „sinkenden Schiff“ sitzen ?

    VG

    Marko

  8. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 22:12 at 22:12

    Und die Katastrophe wäre schon der „harte Brexit“, aber danach wäre das GBP ein Fall für die Geschichtsbücher.

    Jedenfalls wäre GB nach dem 1.04.2019 nicht mehr das GB von heute und „das neue GB“ müsste sich danach trotzdem an die „europäischen Regeln anpassen“, wenn nicht…

    Tja dann… :D

    Soviel zum Thema „neue Handelsbeziehungen“… ;)

  9. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 23:05 at 23:05

    https://www.onvista.de/news/brexit-ausser-spesen-nichts-gewesen-may-verlaesst-bruessel-mit-leeren-haenden-185783661

    Das wird „GB“ mit 99,9 % Sicherheit verlieren, „Schadensbegrenzung“, das muss sein ! Immerhin hat sich Frau May „getraut“, in der „Höhle des Löwen“ zu erscheinen… ;D

    Also ehrlich, liebe Briten.

  10. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 23:34 at 23:34

    Und , was man sagen könnte, Frau May hat in GB „nix zu lachen“, bzw bzgl. des Brexits, und der „Countdown läuft“, bzw „die Geier kreisen schon über GB“.

    Jene Personen, die „eigentlich“ für diesen bescheuerten (!) Brexit verantwortlich sind, sind nirgendwo zu sehen ! Frau May kriegt es hier „ab“. Mein Respekt , Frau May.

    Bei einem „harten Brexit“ dürften sich „gewisse Hedge-Fonds“ „auf die Lauer legen“, siehe die Geier kreisen schon, usw…

  11. Avatar

    Hinterfrager

    8. Februar 2019 00:23 at 00:23

    Strategisch überaus smarte Argumentation! Wahnsinn, davon könnten sich so manche (der wenigen) „Wettbewerber“ ’ne große Scheibe abschneiden – auch und gerade wenn sie sich etwa Mr. DAX nennen und darin gerne auch über längere Zeit darin schwelgen…

  12. Avatar

    Beobachter

    8. Februar 2019 07:05 at 07:05

    @ Michael, Meine Sichtweise, Ja Japan hat stark abgewertet, aber dass war hauptsächlich vor 1990 ,darum ist auch der Nikkei bis auf 39000 gestiegen. Seither pendelt der Yen zum Dollar zwischen 1,05 u.1,25 u.ist eine Save-Haven Währung geworden. Dank dieser Yenstärke hat sich der Nikkei zu andern Börsen schwach entwickelt u. hat die alten Hochs von 1990 nie annähernd erreicht. ( ca.24000 )
    Zum Britisch-Pfund.Das Pfund wertete bei der Brexit Abstimmung von ca. 1,48 zum Dollar bis auf ca.1,25 ab.
    Nach der überraschenden Abstimmung waren die Meisten aber erstaunt ,dass sich die GB -Börse relativ gut gehalten hat.Das heisst schwache Währung = gute Börse. Das könnte man letztes Jahr auch z.B. in Brasilien sehen, das m.W. fast die einzige Börse mit positiver Jahresbilanz hatte.
    Anderes Beispiel: Der SMI ( CH Börse ) hat dank der Frankenstärke 2018 nur knapp die 2008 er Hochs errreicht, während sich andere Börsen viel besser entwickelten.
    Fazit: Die Währung ist sehr wichtig für die Wirtschaft u.die Börsen, darum glaube ich ,dass der Währungskrieg ( von dem niemand mehr gesprochen hat) wieder aufflammt.
    Ein schönes Nebenprodukt der Abwertung ist noch ,dass die Schulden entwertet werden.
    Also, wer seine Währung auf Null bringt hat keine Schulden mehr u.hohe Börsenkurse ? ? ( Neue Börsenregel) Eine andere neue Börsenregel hat sich in der letzten Woche gebildet. ( Täglich schlechte Wirtschaftsaussichten u.fast täglich neue Börsenhochs )? ?
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich dir einmal zu deinen interessanten Posts gratulieren.
    Gruss

  13. Avatar

    Koch

    8. Februar 2019 07:30 at 07:30

    Hatten Sie mal eine lebensbedrohende Fish and Chipsvergiftung,Herr Marko oder woher sonst kommt dieses paranoide GB-Bashing? Die demokratische Mehrheit eines Volkes hat den Brexit gewählt und wird dafür belohnt oder bestraft werden.Viele andere Völker haben in der Vergangenheit schon katastrophalere Entscheidungen getroffen,sie überlebt bzw.sind daraus sogar (demokratisch)gestärkt hervorgegangen!Die EU sollte den Briten dafür sogar dankbar sein,dass sie den selbstherrlichen €urokraten mal so richtig auf die Füsse tritt.

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US-Wahl: Was passieren muß, damit Trump gewinnt!

Markus Fugmann

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Die US-Wahl rückt immer näher, laut Umfragen liegt Donald Trump derzeit recht deutlich hinter Joe Biden. Eines scheint klar: wenn Trump die US-Wahl gewinnen will, muß er zwingend den Bundeststaat Florida gewinnen – gewönne Biden in Florida, wäre ein Wechsel im US-Präsidentenamt praktisch sicher. Die Zwischenstände aus Florida werden also extrem wichtig – es gibt sogar einen kleinen Wahlbezirk in diesem Bundeststaat, der schon früh die Richtung anzeigen dürfte.

US-Wahl – das sind die Szenarien

Die US-Seite https://fivethirtyeight.com/ zählt zu den führenden Prognose-Quellen in den USA. Sie bietet ein interaktives Tool an, mit dem man Szenarien durchspielen kann: gewinnt etwa Biden den swing state Pennsylvania, dann hat das einen positiven Einfluß auch auf seine Sieges-Chancen auch in Nachbar-Bundestsaaten. Sehen Sie hier, was passieren muß, damit Trump gewinnen kann:

 

Und so ist die Lage in den USA unmittelbar vor der US-Wahl – es ist ein gespaltenes, zerrissenes Land, wie folgende ARTE-Dokumentation zeigt:

 

Was muß passieren, damit Trump die US-Wahl gewinnt?

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Aktien

Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

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am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Sahra Wagenknecht über die große Krise, und wie man sie lösen kann

Redaktion

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Sahra Wagenknecht hat den Ruf wirklichen wirtschaftlichem Sachverstand zu besitzen. Bei ihr kann man erkennen: Es wird nicht stumpf das sozialistische Lied abgespielt. Bei ihren Aussagen merkt man, dass sie das Gesamtbild im Blick hat und auch versteht. Natürlich kann und darf man über ihren Lösungsansatz für das große Gesamtproblem streiten. Aber auch ihren Lösungsansatz begründet sie inhaltlich nachvollziehbar.

Sahra Wagenknecht mit Bestandsaufnahme der Krise

In ihrem aktuellsten Video (am Ende dieses Artikels) wirft Sahra Wagenknecht die Frage auf, ob eine große Finanzkrise bevorsteht. Dafür arbeitet sie sich an vielen Ungleichgewichten und wirtschaftlichen Schieflagen ab, die in dieser Form in der Tat auch bestehen. So bespricht sie die gigantische Geldschwemme der Notenbanken, in der Europa verursacht durch die EZB. Diese sorge für einen riesigen Push bei den Aktienkursen. Profitieren würden vor allem die Reichen, die in großem Umfang Aktien besitzen. Der Kleinsparer, der sein Geld nur auf dem Sparkonto parkt, würde durch Nullzinsen (neuerdings immer öfters auch Negativzinsen) und Inflation laut Sahra Wagenknecht real jedes Jahr Geld verlieren.

Die Großkonzerne würden in der Coronakrise mit billigem Geld überschwemmt, so dass sie gar keine Probleme hätten durch diese Krise zu kommen (ja, dafür gibt es zahlreiche Beispiele). Gleichzeitig haben es laut Sahra Wagenknecht kleine Unternehmen und Unternehmer derzeit sehr schwer überhaupt an Geld zu kommen, um die Krise überleben zu können. Demnach seien die großen Konzerne die Krisengewinner, die kleinen Betriebe die Verlierer. Sahra Wagenknecht nennt in diesem Zusammenhang auch die Anleihekäufe der EZB, wo auch in großem Stil Unternehmensanleihen gekauft werden. Und hier geht es eben um Anleihen großer Unternehmen, und nicht um Schulden kleiner Betriebe, die eh keine Anleihen ausgeben.

Als weiteres Ungleichgewicht benennt Sahra Wagenknecht auch die Immobilienblase. Bei den niedrigen Zinsen lohne sich die große Spekulation, welche die Preise immer weiter nach oben treibe. Und letztlich beleuchtet sie die (von uns bei FMW oft angesprochene) steigende Bedrohung für das Bankensystem in Europa. Schon vor der Krise habe es laut Sahra Wagenknecht 600 Milliarden Euro Volumen an faulen Krediten bei Banken in Europa gegeben – jetzt drohe diese Summe auf 1,4 Billionen Euro zu steigen.

Problemlösung

Was sei nun die Lösung des Problems? Laut Sahra Wagenknecht seien immer neue Schulden und immer tiefere Zinsen nicht die Lösung des Problems. Die Wirtschaft könne auch nicht so kräftig ansteigen, dass Volkswirtschaft und Staat aus dem gigantischen Schuldenberg „herauswachsen“ könnten, wie sie es formuliert. Inflation sei auch keine Lösung, da hierbei die kleinen Leute mit ihren Sparguthaben enteignet würden. Die reichen Leute würden mit ihren Immobilien und Betriebsvermögen ihren Wohlstand behalten, während die kleinen Leute bei einer spürbaren Inflation den Preis bezahlen müssten.

Für Sahra Wagenknecht gibt es nur eine Lösung des Problems. Und da kommt natürlich die linke Politik wieder zum Vorschein. Man müsse die enorme angehäufte Schuldenlast restrukturieren, und zwar zu Lasten der wirklich Vermögenden. Dazu kann man anmerken: Das ist eine politische Frage, was man will. Diese Lösung kann man befürworten, oder eben auch nicht. Ansichtssache. Aber abgesehen davon: Die anderen Alternativen sind auch nicht berauschend. Man darf vermuten: So wie die aktuelle Merkel-Regierung wird wohl auch ein Nachfolger wie Herr Laschet keinen großen Wurf machen, sondern stillschweigend zusammen mit der EZB auf die Lösung setzen, die auch die Amerikaner seit Jahrzehnten praktizieren, wenn es um Problemlösungen geht. „Kick the can down the road“ – die Dose die Straße weiter runter kicken. Das Problem also in die Zukunft verschieben. Also jetzt immer neue Rettungsprogramme auflegen (letztlich finanziert durch die EZB, das neue EU-Schuldenprogramm uvm), – und diese Probleme darf irgendwer in ferner Zukunft abzahlen.

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht. Foto: Ferran Cornellà CC BY-SA 4.0

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