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Zweigeteilte deutsche Wirtschaft: Hier die Daten von der „guten Seite“

Schon seit Monaten schwächelt die deutsche Industrie. Erst waren es die Auftragseingänge. Dann kam die Schwäche langsam in der tatsächlichen Produktion an. Die „Produktion im Produzierenden Gewerbe“ ist im April im Jahresvergleich um 1,8% gefallen nach -0,9% im März. Schaut man nur auf die Industrieproduktion, wäre Deutschland längst in eine Rezession. Aber da gibt es weiterhin zwei stabile Säulen, die das Gesamtbild aufhübschen. Dienstleistungen und der Bauboom bringen die gesamte Wirtschaft in den positiven Bereich.

Dienstleistungen

Aktuell gibt es dazu neue Daten. So lagen die Umsätze in ausgewählten Dienstleistungsbereichen im 1. Quartal um 3,5 % höher als im 1. Quartal 2018. Damit ist laut Statistischem Bundesamt der höchste Stand eines 1. Quartals seit Beginn der Erfassung im Jahr 2003 erreicht worden. Die saisonbereinigte Beschäftigtenzahl bei Dienstleistungsbetrieben nahm im Vergleich zum 1. Quartal 2018 um 1,8% zu, und erreichte ebenfalls einen neuen Höchststand. Den bedeutendsten Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahresquartal verzeichnete der Bereich Public-Relations- und Unternehmensberatung mit +7,4%. Dieser Teilbereich zählt zu den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen, deren bereinigte Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,0% gestiegen seien. Einen Umsatzrückgang gab es dagegen in der Luftfahrt. Dort habe sich der bereinigte Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 9,4% vermindert, was vor allem durch Rückgänge in der Personenbeförderung erklärt wird.

Deutsche Wirtschaft - Dienstleistungen

Bau pusht das Handwerk

Das deutsche Handwerk boomt, und hier vor allem die Baubranche. Sie hat derzeit einen erheblichen Anteil daran, dass der Motor der deutschen Wirtschaft weiter läuft. Das zeigen auch die heutigen Daten. Während der Umsatz im Handwerk insgesamt im 1. Quartal im Jahresvergleich um 6,4% gestiegen ist, waren es im Bauhauptgewerbe als Teil des Handwerks satte 14% Steigerung! Rückläufige Umsätze im Handwerk als im Vorjahresquartal gab es nur im Lebensmittelgewerbe mit -0,3%. Wie die folgende Grafik zeigt, zieht der Bau den Schnitt aller Handwerks-Bereiche gut nach oben! In fünf der sieben Gewerbegruppen waren Ende März 2019 mehr Personen tätig als Ende März 2018. Im Bauhauptgewerbe nahm die Beschäftigung mit +1,9% am stärksten zu. Auch im Ausbaugewerbe (+1,3 %), bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf und im Gesundheitsgewerbe (jeweils +1,2 %) sowie im Kraftfahrzeuggewerbe (+1,0 %) waren mehr Personen tätig. Demgegenüber sank die Zahl der Beschäftigten im Lebensmittelgewerbe und in den Handwerken für den privaten Bedarf (jeweils -1,9 %).

Deutsche Wirtschaft - Handwerkszahlen



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