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Aktienmärkte: Der schwache Börsenmonat August – kommt die Korrektur?

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die letzte Woche kam richtig Schwung in die Aktienmärkte. Große Anstiege im Handelsvolumen an der Wall Street sowie in der Volatilität (VIX), verbunden mit heftigen Kurssschwankungen im Dow Jones Average Index. Es ist seit der Zinssenkung der Federal Reserve um 25 Basispunkte, bei der den Anlegern ein deutliches Bekenntnis zu weiteren Zinssenkungen gefehlt hatte, Sand im Getriebe.

Der Dow Jones rauschte kurzzeitig fast 500 Punkte in die Tiefe, um sich nach einer Korrektur im „Wording“ des Fedchefs Powell wieder zu erholen, bis tags darauf Donald Trump die Zollkeule gegenüber China schwang. Wiederum ein Swing von 600 Punkten bei Trumps Referenzindex. Was könnte uns also im bekannt schwachen Urlaubsmonat August erwarten?

 

Aktienmärkte – Die belastenden Faktoren

„Bis es ein Abkommen gibt, werden wir höllische Strafzölle für China verhängen“, rief Donald Trump bei einer Kundgebung im US-Bundesstaat Ohio in die Menge. Diese Worte, verbunden mit der Androhung ab 1. September weitere Zölle auf die restlichen 300 Milliarden Dollar Chinaeinfuhren zu verhängen, haben das Zeug dazu die Weltwirtschaft weiter schwer zu beeinträchtigen und eine große Börsenkorrektur auszulösen. Insgesamt sind es die vier bereits bekannten, aber nicht eingepreisten Problemfelder, die für Unheil sorgen könnten.

  • Eskalation im Handelsstreit
  • Weitere Abschwächung der Weltwirtschaft, insbesondere In China
  • Ungeordneter Brexit
  • Militärische Eskalation in der Straße von Hormuz

 

Die Zinsfantasie der Aktienmärkte

Warum die Märkte noch nicht auf die Abschwächung im Welthandel so richtig reagiert haben, ist das weltweite Bestreben der Notenbanken die Zinsen zu senken und das Geld noch billiger zu machen. Wenngleich es für Europa und Japan eigentlich keinen wirtschaftlichen Sinn ergeben kann, zeigt das Wirtschaftswunderland Australien, dass dies selbst nach 26 Jahren ohne Rezession noch wirkt. Die dortige Notenbank hatte nach deutlichen Abschwächungen im Wachstum die Zinsen 2019 bereits zweimal gesenkt. Ergebnis: Neues Allzeithoch im australischen Aktienindex S&P/ASX 200 vergangene Woche.

 

Die Statistik

Der Urlaubsmonat August ist mit seinen niedrigen Börsenumsätzen bekanntermaßen eine recht schwache Periode für die Aktienmärkte. Dazu habe ich schon vor zwei Monaten eine Statistik in einem Artikel vorgestellt, die eine außergewöhnliche Trefferquote präsentiert und gerade in diesem Jahr mit den starken ersten sieben Monaten nach meiner Ansicht große Chancen auf Fortsetzung besitzt.

In Studien über die Kursverläufe in der Periode zwischen dem 1.Juni und dem 30. September gab es für die US-Märkte, Betrachtungszeitraum seit 1960 und dem Dax seit 1988, folgende Erkenntnisse:

  • S&P 500 und Dow Jones mussten in dieser Periode durchschnittlich einen Kursrückschlag von 7 Prozent verkraften.
  • Im EuroStoxx betrug dieser sogar 12 Prozent.
  • Beim Dax sogar 13,7 Prozent und dies mit einer Häufigkeit von 87 Prozent. Was bedeutet: Ein Einbruch in 27 von 31 Jahren, eine statistische Häufung, die es in kaum einer Konjunkturzahl gibt.

In diesem Jahr gab es trotz der ständigen konjunkturellen Hiobsbotschaften kaum eine nennenswerte Korrektur von deutlich über fünf Prozent.

Interessanterweise standen Dow und Dax zu Beginn des meteorologischen Sommers noch sehr viel tiefer als vergangenen Freitag. Ein weiteres Argument für die Korrekturprognose kommt von der Charttechnik, zumindest beim Dax: Dieser hat mit dem Fall unter die 12 000-Punkte-Marke, den charttechnischen Aufwärtstrend des Jahres 2019 gebrochen.

 

Signale von den Vermögensverwaltern

Warren Buffett glaubt an das Ende des Wachstumszyklus, denn er hat die Cashreserven seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway drastisch erhöht. Mit 122 Milliarden Dollar liegen diese auf Rekordhöhe. Auch die neue Umfrage von Merrill Lynch Bank of America bestätigt diese Tendenz, denn die Großen legen die Gelder derzeit eher in Anleihen an, beziehungsweise parken diese auf Bargeldkonten.

 

Fazit

Es riecht schon stark nach einer Korrektur der Aktienmärkte im August, vielleicht nicht unmittelbar, wegen einer möglichen technischen Gegenreaktion. An der Wall Street und natürlich auch in Deutschland, der Exportnation, welche durch die Beeinträchtigungen der Weltwirtschaft wie kaum eine Volkswirtschaft betroffen ist. Der Zeitpunkt für eine Bärenattacke wäre also günstig. Ein Analyst drückte es folgendermaßen aus: Die A-Teams der Wall Street haben sich in ihre Sommerresssorts auf Long Island zurückgezogen, an den Handelstischen sitzen die B-Teams, mit ihren „gegelten“ Haaren, die die niedrigeren Umsätze für Gewinntrades ausnutzen wollen.

 

Die Aktienmärkte dürfte im August eine Korrektur erleben

Wall Street

By Emmanuel Huybrechts from Laval, Canada – Wall Street, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=24768136

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Aktienmärkte: Die Wette, dass teure Aktien noch teurer werden! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte heute mit dem typischen Montags-Optimismus, der dann jedoch weitgehend verpuffte (Nasdaq drehte sohgar ins Minus). Derzeit sitzen alle im selben Boot: Rekord-Zuflüsse in Aktien, Rekord-Abflüsse aus US-Staatsanleihen und Gold. Jim Bianco hat es so formuliert: die Aktienmärkte wetten darauf, dass extrem teure Aktien noch teurer werden. Und das gilt ja nicht nur für die großen US-Tech-Werte, sondern vor allem auch für Energie-Aktien (KGV von 30, wenn durch Impfstoff hohe Gewinnerwartungen eintreffen) und den Sektor Health Care. Selbst wenn also alles gut geht und mit einem Impfstoff dann Mitte 2012 alle Probleme mit dem Coronavirus erledigt wären, starten die Aktienmärkte von einer historisch extrem hohen Bewertung (in fast allen Bereichen in der obersten Percentile). Das kann funktionieren – muß aber nicht..

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Dax: Hohe Selbstsicherheit, Kaufbereitschaft und Optimismus!

Stephan Heibel

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Das Anlegersentiment gegenüber dem Dax hat die Verunsicherung der Corona-Pandemie mit der Vorstellung des Impfstoffes hinter sich gelassen. Auch die anderen Stimmungsindikatoren zeigen letzte Woche sehr konstruktive Entwicklungen.

“Seitwärtskonsolidierung” nennt man das an der Börse: Nach einem kräftigen Kurssprung infolge der Impfstoffmeldung von vor 14 Tagen war eigentlich zu erwarten, dass der Kurssprung “konsolidiert” wird, also zu einem Teil wieder abgegeben wird. In einer solchen “Verschnaufpause” sind die Kurse meist leicht rückläufig, geben beispielsweise ein Drittel des Kurssprungs wieder ab.

Doch in der abgelaufenen Woche konnte sich der DAX auf dem hohen Niveau, das er durch den Kurssprung erreicht hat, halten. Innerhalb der 30 DAX-Unternehmen gibt es natürlich dann reichlich Bewegung. Die Vorstellung des Impfstoffs hat die Finanzmärkte nachhaltig verändert: Unternehmen, die zuvor noch aussichtsreich aussahen, müssen plötzlich um ihre Zukunft bangen – und umgekehrt: Unternehmen, die zu den Corona-Verlierern zählen, sehen plötzlich ein Licht am Ende des Tunnels.

So gab es in der abgelaufenen Woche nicht nur Gewinner unter den Anlegern, sondern auch einige, die noch in den “falschen” Aktien gefangen sind. Wenngleich das Licht am Ende des Tunnels sichtbar ist, so kann es zwischenzeitlich dennoch zu großen Schmerzen kommen. Entsprechend ist die Anlegerstimmung letzte Woche auf 0,8 (zuvor 3,1) deutlich zurück gekommen. Aber immerhin ist nun ein Weg aus der Krise vorgezeichnet und Anleger wissen, wie sie sich positionieren wollen. Das steigert die Selbstzufriedenheit, die mit einem Wert von 1,0 den höchsten Stand seit Mitte Februar erreicht. Seit dem Coronacrash dominierte Verunsicherung unter den Anlegern. Kein Wunder, solange man mitten in einer Pandemie steckt und ein Ende noch nicht absehbar ist.

Mag sein, dass das Licht noch 6-9 Monate entfernt ist, aber die Aktienbörsen blicken ja gerne mal 6-9 Monate in die Zukunft, wie Sie wissen. So ist die Zukunftserwartung gegenüber dem Dax auf 5,4 gestiegen. Wir messen somit den größten Optimismus des Jahres. Die Investitionsbereitschaft verbleit mit einem Wert von 3,5 auf hohem Niveau und stellt somit eine gute Unterstützung für das aktuell hohe Kursniveau dar. Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von -4 eine leichte Absicherungsneigung. Ganz ähnlich sieht es bei den institutionellen Anlegern aus, die sich über die Eurex absichern. Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,8 angesprungen und zeigt großes Interesse an Put-Absicherungen.

In den USA notiert das Put/Call-Verhältnis weiterhin auf niedrigem Niveau und zeigt weiterhin starkes Interesse an Call-Optionen. Anleger sind dort also überwiegend bullisch positioniert. So auch die US-Fondsmanager, die mit einer Investitionsquote von 106% unterwegs sind: Über Optionen haben sie ihre Spekulationen auf steigende Kurse sogar auf über 100% ihres verfügbaren Kapitals gehobelt. Abenteuerlich, aber nicht selten. US-Privatanleger sind weiterhin bullisch gestimmt, das Bulle/Bär-Verhältnis ist gegenüber der Vorwoche zwar deutlich zurückgekommen, aber mit +18% nach wie vor stark bullisch. So bullisch, wie seit Mitte Februar nicht mehr. Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit 65% leichte Gier an, ich würde das aber noch als neutral bezeichnen.

Dax: Interpretation des aktuellen Sentiments

Ja, da ist sehr viel Optimismus im Markt, doch von einer Überhitzung sind wir noch weit entfernt. Wir haben diese Woche gesehen, dass Euphorie infolge der Impfstoffmeldung auch abgebaut werden kann, ohne dass die Aktienmärkte in voller Breite einbrechen. Im Gegenteil, das Anlegersentiment ist auf ein sehr konstruktives Niveau zurückgekommen, ohne dass der Aktienmarkt Federn lassen musste.

Wir befinden uns in einer Phase, in der zwar noch Ungewissheit über den genauen Verlauf der kommenden Wochen und Monate besteht, doch bis Mitte 2021 sollten die größten Probleme, US-Präsidentschaftsübergabe sowie Corona-Pandemie, gelöst sein. Somit sind zwischenzeitliche Rücksetzer an den Aktienmärkten Kaufgelegenheiten.

Da das so klar ist, wird in diesen Tagen bereits der kleinste Rücksetzer gekauft. Einen nennenswerten Rücksetzer gibt es kaum, vor allem nicht beim Dax. Vielmehr nehmen sich Anleger Zeit für die Rotation raus aus den Corona-Gewinnern und rein in die konjunktursensiblen, zyklischen Aktien.

Nun ist die Frage, wer zuerst die Nerven verliert: Diejenigen, die unbedingt zyklische Aktien ins Depot holen müssen und die, denen die Kurse weglaufen? Das könnte zu einer Kaufpanik führen, die den DAX weiter in die Höhe treibt. Oder aber diejenigen, die sich zuvor noch aus ihren Corona-Gewinnern verabschieden müssen, die dazu aber nicht mehr die gewünschten, hohen Kurse bekommen. Wenn diese Positionen auf den Markt geworfen werden, könnte der gesamte Aktienmarkt vorübergehend nochmals in die Knie gehen.

Bis auf weiteres haben wir wohl eine Patt-Situation. Cash, das durch verkaufte Corona-Gewinner im Portfolio landet, dürfte schleunigst wieder in zyklische Aktien eingesetzt werden.

Aus Sicht der Sentiment-Theorie haben wir eine hohe Selbstsicherheit und Kaufbereitschaft, so dass der Druck derzeit eher für steigende Kurse sorgen dürfte. Dieser leichte Aufwärtstrend, der sich daraus bilden könnte, dürfte stärker ins Gegenteil umschlagen, wenn ein überraschend negatives Ereignis eintreten sollte.

Sprich: Wir haben eine starke Unterstützung und tendenziell leicht steigende Kurse, es gibt jedoch noch genügend Positionen in den Portfolios der Anleger, die panisch auf den Markt geworfen würden, wenn ein überraschend negatives Ereignis eintritt.

 

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Investoren im Dax zeigen eine hohe Selbstsicherheit

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei Dax und Nasdaq – dazu die UBER-Aktie

Rüdiger Born

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Im folgenden Video werfe ich direkt am Chart einen aktuellen Blick auf die Lage bei Dax und Nasdaq. Und ich schaue mir die UBER-Aktie an.

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