Aktien

Aktienmärkte mit nochmaliger Verschnaufpause vor der Korrektur?

Bulle gegen Bär

Was wird derzeit in den USA als größte Bedrohung für den Aufschwung der Aktienmärkte angesehen? Eine steigende Inflation, die in der Folge steigende Kapitalmarktzinsen bedingt und natürlich eine Rückführung der Geldmengenausweitung durch die Notenbank mit dem berühmten Tapering. Einer Verringerung der Anleihekäufe durch die Federal Reserve, die damit im unmittelbaren Zusammenhang steht. Diesbezüglich könnte das Ereignis am Freitag den Märkten noch einmal eine weitere Phase des Abwartens, oder auch für eine Top-Bildung gebracht haben.

Die Arbeitsmarktdaten, nur ein kurzer Schock

Ökonomen aus zahlreichen Geldhäusern haben sich bei den Arbeitsmarktdaten gewaltig geirrt, so stark wie seit 23 Jahren nicht mehr. Statt knapp einer Million neugeschaffener Arbeitsstellen außerhalb der Landwirtschaft, nur 266.000. Der erste Gedanke war natürlich mit einer Besorgnis über den Fortgang der Wirtschaftserholung verbunden, die sich aber rasch gelegt hatte, als man realisierte, woran der stockende Jobaufbau gelegen hat: An der Schwierigkeit auf dem Markt ausreichend Mitarbeiter zu finden, auch durch die Höhe der Bezahlung verursacht – wie es bei FMW am Freitag interpretiert wurde. Schlussendlich bewertete man die schlechte Nachricht wieder als gute Nachricht und sogleich waren die Bondrenditen wieder gestiegen. Wieder einmal ein Argument dafür, dass diese Krise völlig anders ist als alle anderen und Ökonomen keinerlei Blaupause dafür haben!

Das Bild der Wirtschaft in den USA

Aus den US-Arbeitsmarktdaten am letzten Freitag wurde zwar eine gewisse Verzögerung beim Wiederanstieg der US-Wirtschaftsleistung herausgelesen, aber die Zeichen der Erholung sind schwer zu übersehen. Nachdem die Bidenˋsche Impfkampagne mit aktuell über 151 Millionen Erst- und über 112 Millionen Zweitgeimpften zu einem Reopening der Wirtschaft geführt hat, ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres schon einmal um 6,4 Prozent gewachsen. Die Unternehmen haben in der abgelaufenen Berichtssaison weit über den Erwartungen gelegen, im Schnitt mit über 40 Prozent Zuwachs bei den Gewinnen auf Quartalsbasis. Nach einer Zwischenbilanz bei 60 Prozent der meldenden Firmen lag das Ergebnis schon bei plus 46,3 Prozent.

Dann die Einkaufsmanagerindizes:

ISM PMI verarbeitendes Gewerbe bei 60,7 Punkten, nach 64,7 im Vormonat

ISM PMI Dienstleistung bei 62,7 Punkten, nach 63,7 im Vormonat

Rückgänge zum Vormonat, aber immer noch gewaltig im Wachstumsbereich, der schon bei 50 Zählern beginnt. Der Dow Jones Transportation Index liegt mit 15.943 Punkten auf nie gelegenen Höhen, über die Transportkosten oder die Rohstoffpreise braucht hier nicht mehr explizit eingegangen werden, es ist Thema fast jeden Börsentages. Shortage oder (Liefer) Engpass ist die Vokabel der Gegenwart und beschreibt die große Divergenz zwischen überbordender Nachfrage und begrenztem Angebot. Diesbezüglich brachten die Jobdaten am Freitag so etwas wie eine Erleichterung, da das böse T-Wort (Tapering) etwas an Brisanz eingebüßt hat. Da ist so etwas wie ein kleines Rätsel, wieso die zehnjährige US-Staatsanleihen bei 1,58 Prozent steht, bei einer Inflationsrate von 2,6 Prozent und immer weiter steigenden Preisen für die Vorgüter. Weitere Einzelheiten zur US-Wirtschaft in meinem zweiten heutigen Artikel zur US-Wirtschaft.

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