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Aktienmärkte: Rezession als Ende des Bärenmarkts? Videoausblick

Es klingt paradox, aber je größer die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Wirtschaft in die Rezession fällt, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Bärenmarkt für die Aktienmärkte bereits vorbei ist! Als Faustregel gilt: Aktienmärkte sind schwach vor einer Rezession, sobald aber die Rezession dann eintritt, steigen die Aktienmärkte wieder. Der Grund ist: die Notenbanken heben die Zinsen weniger stark an, weil die schwache Wirtschaft auch die Nachfrage schwächer werden läßt – und damit die Inflation wieder fällt (Inflation ist das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage). Dass die Rezession kommt, ist mehr als wahrscheinlich – die Frage ist nur, ob die Aktienmärkte das bereits vollständig eingepreist haben. Aktuell jedoch sind wir in einer für die Märkte saisonal sehr günstigen Phase..

Hinweise aus Video:

1. Inflation: Warum die EZB machtlos ist und was das für den Euro bedeutet

2. S&P 500 und Nasdaq: Jetzt geht es um die Gewinnerwartungen



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10 Kommentare

  1. Aktienmärkte schaut gut aus.
    Vorläufig.
    Ein Omen fehlt noch, und dann wird alles gut 2024.
    Omen 1 Corona
    Omen 2 Krieg
    Omen 3 und die Folgen.
    A so a Schmarrn.
    Denk ich an Europa denk ich an 1914.

    1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

      Die US Börsen sind im Jahre 2000 ,schon Ende März, in die „Rezession “ gerutscht und die war auch erst Ende März 2003 endgültig vorbei.

      Zwischen drin gab es immer wieder welche, wie Herrn Fugmann, die dann das „Ende aller Maßnahmen“ ausriefen.

      Niemand kann heute sagen ob wir einen langen oder kurzen Moment des Abschwungs erleben. Das hängt von so vielen Dingen ab, Ukraine, Gas, Konjunktur, Fachkräfte, Logistik, China, Taiwan…

      Last but not least ,die Aktienmärkte sind langfristig betrachtet eine sehr lukrative Geldanlage. Allen Abschwüngen zum Trotz.
      Wer langfristig sein Geld dort anlegt ,breit streut, monatlich über Sparpläne zukauft, wird in der Regel nicht enttäuscht.
      Mir kommen hier die langfristigen Erfolgsaussichten der Börse viel zu kurz.

      1. Hallo Herr Dr. Schaarschmidt,

        ich gebe Ihnen völlig Recht, dass man gerade in Deutschland viel mehr die langfristige Bedeutung von Aktien hervorheben sollte.

        Es gibt aber eine Ausnahme: wenn ein sog. Generationenzyklus sein Ende findet und in Krieg und Depression mündet. Wer 1929 in Aktien investiert war, mußte bis 1953 warten, bis wenigstens die überlebenden Titel wieder den Wert von 1929 erreicht hatten. Und dies nur nominal. Der Dollar wurde alleine 1933 massiv abgewertet (grob 75%). Dieser reale Verlust käme noch hinzu.

        Kurzum: Aktien sind ein wichtiger Vermögensbaustein in allen normalen Zeiten, ich gehe aber davon aus, dass wir keine normalen Zeiten mehr haben.

        Das trotzdem viel Geld in Aktien fließt ist meiner Meinung nach dem Umstand geschuldet, dass Aktien den meisten derzeit als die einzige Alternative erscheinen. Und das liegt wiederum daran, dass Gold aus dem kollektiven Denken weitgehend heraus ist. Das würde sich aber ändern, wenn es am Aktienmarkt dauerhaft weiter kriselt.

        1. > Wer 1929 in Aktien investiert war, mußte bis 1953 warten,

          Nicht ‚investiert war‘ sondern ‚investiert hat‘. Wer seit meinetwegen 1925 seine Aktien besaß, hatte dieses Problem nicht. Wird bei diesem Schwarzer-Mann-Beispiel immer gern übersehen.

          1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

            Ich darf einen Einwand einfügen? Die US Indizes werden in der Regel ohne Dividenden berechnet. Das unterscheidet sie von unseren Indizes.

            Ja es ist richtig, wenn Sie nur den absoluten Hochpunkt von 1929 betrachten. Aber wer hat denn zum Hochpunkt schon gekauft?
            Das waren doch ganz wenige. Die meisten Anleger waren doch schon länger dabei. Viele seit Jahren.
            Wenn man dann noch die jährlichen Dividenden miteinbezieht, so wäre der Break Eaven,selbst vom Hochpunkt 29 aus betrachtet, schon im Jahre 46 erreicht worden, also kurz nach Kriegsende.
            Unter dem Stichwort Dow Jones Total Return Index können Sie die eindrucksvolle Performance des amerikanischen Leitindexes nachvollziehen.
            Außerdem gibt’s durch den Cost Average Effekt einen Abschwungsverkürzer, weil Sie dann immer kaufen, auch in den Crash hinein und wieder heraus. Dadurch verbilligen Sie ihre Kurse.
            Ich bin damals kurz vor dem ersten Irak-Krieg 91 eingestiegen. Überall gingen die Kurse zurück, Dax, Dow, etc..das fand ich einen guten Zeitpunkt.
            Mich beriet damals ein netter, älterer Herr in der Sparkasse zu Leipzig. Der ältere Herr war als Aufbauhelfer in die neuen Bundesländer geschickt worden.
            Ich investiere also in Fonds der hauseigenen DEKA Bank. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Fonds halte ich bis heute.
            Natürlich sind mit der Zeit andere Fonds dazugekommen. Anfang bis Mitte der Nuller Jahre kamen dann die ETFs auf.

          2. @Fuzzer. Genau so ist es. Das typische Argument von Aktienskeptikern. Als ob alle Anleger genau im Hoch zu Höchstpreisen mit dem gesamten Vermögen gekauft hätten und nicht vorher.……oder nachher hinzu gespart hätten. Außerdem wählt man gerne Aktien aus, die vielleicht sogar anschließend in die Bedeutungslosigkeit gefallen sind. Und dann der Unsinn mit: es haben sich im Crash x Billionen in Luft aufgelöst! Es gibt Anleger die haben ihre Indexfonds weder in den Korrekturen bei Bernankes Taper Tantrum, Powells Autopilot-Versprecher oder auch in der Corona-Krise angefasst, sondern dosiert nachgelegt. Auch jetzt nicht, aber Warnungen vor dem Supergau verkaufen sich gut, bei Dirk Müller und Freunden, aber auch…!

          3. Das ist schon richtig. Wer zwei, drei Jahre früher gekauft hatte, hat nicht das ganze große Geldgefängnis erwischt. Aber bei solchen Entwicklungen ist es nun einmal so, dass die meisten erst am Ende einsteigen. Und so war es auch damals. Menschen die schon lange in Aktien waren, hat es natürlich weniger getroffen.

            Aber auch für die wäre es besser gewesen, zu diversifizieren oder in Cash zu gehen. Und nicht, um sich vom Aktienmarkt abzuwenden, sondern um zu niedrigeren Preisen wieder einzusteigen.

      2. Hallo Herr Dr. Schaarschmidt (16:46),

        Ihr Einwand ist völlig korrekt. Wir können ja hier keine Bücher abschreiben. Aber ich denke doch, dass Sie mir Recht geben würden, dass auch die 17 Jahre bis 1946 eine Katastrophe waren.
        Ich möchte darauf hinweisen, dass es nicht immer alles mit wenigen Monaten erledigt ist. Und da jeder nur maximal ein paar Jahrzehnte zum Ansparen hat, sieht das lebenspraktisch auch ein bißchen anders aus, als bei so einer schönen Verkaufspräsentation für Fonds oder ETFs.

        Mit z.B. 91 kann man das aber gar nicht vergleichen. Alle Krisen vor 2008 hatten nicht diesen Charakter. Erst 2008 war existenziell. Und wir haben nichts daraus gelernt, sondern Valium genommen.

        Ich kann nur raten, nichts für gegeben zu nehmen. Sondern die Entwicklungen sehr aufmerksam zu verfolgen.
        Wer meint, ich wäre gegen Aktien, irrt sich gewaltig. Aktien sind ein klassischer und unentbehrlicher Vermögenswert. Aber es ist schon bißchen anspruchsvoller, als einfach immer nur „kaufen“.

  2. Ich finde die dargelegten Überlegungen von Herrn Fugmann wie immer schlüssig. Aber… die Fragestellung, ob wir bereits in einer Rezession sind oder hineinkommen als Ausgangspunkt für alles weitere, ist die Frage, die sich ein kurzfristiger Trader stellen muss.
    Die Frage für den Investor ist eine andere: Sind wir am Beginn einer Depression? Dann sehen die Schlussfolgerungen anders aus.

    Ich denke, dass die maßgeblichen Eliten in den USA keine Kulturmarxisten sind. Allenfalls Salonkommunisten. Wenn diese Kreise ihr gutes Leben bedroht sehen, dann werden sie kein Problem haben, eine neue Depression zuzulassen, um es zu retten. Die werden sich nicht von den woken Mittdreißigern die anscheinend das Weiße Haus leiten, in graue Mao-Kittel stecken lassen. Dafür gibt es simpel gesagt zu viele Waffen und Auftragskiller in den USA. Und selbst die staatlichen Spezialisten für legale Operationen dieser Art leben ja ziemlich gut in den USA.
    Weil das so ist, gibt es ja auch die These, dass diese Kreise eine Art neues Feudalsystem anstreben, in dem die Masse verarmt, sie aber reich bleiben können.
    Inzwischen mehren sich aber die Anzeichen, dass man das nicht mehr für realisierbar hält. So ein Zeichen ist für mich z.B., wenn die Zeitungen und Fernsehsender, die normalerweise jeder progressiven Idee die Stange halten, jetzt das Gegenteil von der Regierung fordern, denn diese Zeitungen gehören alten weißen Männern und Frauen, die wie gesagt, weiter gut leben wollen.

    Die im zweiten Teil aufgeworfene Frage der Enteignung kann man nicht nur rechtlich beantworten. Rechtlich gibt unsere Verfassung das grundsätzlich her.
    Man muss sie auch politisch bewerten.
    Man kann einen Stall einmal radikal ausmisten, aber das führt nur zu einer Verbesserung, wenn es einen breiten Konsens dafür gibt.
    Für diesen Konsens muss es eine breite Einigkeit darüber geben, was die Ursachen für die Krise waren, und dass durch die Maßnahme, hier ein Lastenausgleich, eine Situation hergestellt wird, die es ermöglicht, danach zu der gewünschten Verbesserung zu kommen.

    Diese Einigkeit ist nicht gegeben und deswegen kann jedwede Maßnahme dieser Art zum jetzigen Zeitpunkt nur zu einer weiteren Verschlechterung führen.

  3. @Dr. Sebastian,ihre Kommentare bis ahnhin deutete ich so,dass die Börsen noch viel zuwenig korrigiert hätten.Somit sind die Aussagen von Langfristanlagen doch eher riskant. Bei zusätlicher Korrektur und nachherigem längerem Quertrend müsste ein Käufer auf jetzigem Niveau sehr lange warten bis er nur wieder auf Einstand ist.Der Boss des grossen norwegischen Staatsfonds warnt auf jeden Fall vor sehr schwierigen Börsenjahren. Auch Lars Erichsen, bis anhin eher Superbulle, schliesst längere Abwärts oder Querbewegungen nicht aus, die es übrigens schon mehrmals gegeben hat. ( Es gibt interessante Videos von ihm.) Die Aussage von @Felix,dass das letzte Jahrzehnt keine normale Börsenzeit war finde ich richtig und kann nicht als Blaupause betrachtet werden.Das erstmalige Experiment mit ungewissem Ausgang müsste noch Nebenwirkungen zeigen.Immerhin hatten wir in den letzten Monaten bei den Anleihen und Kryptos einen veritablen Crash, bei Aktien erst eine normale Korrektur. Aktien und Immos hätten noch Luft nach unten und dies würde die
    GRÖSSTE BUCHWERTVERNICHTUNG EVER #bedeuten.Vom Anleihencrash spricht fast niemand, obwohl m.W.diese Volumen um einiges grösser sind als alle Aktien zusammen.

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