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Konjunkturdaten

Aktuell: Deutsche Erzeugerpreise rutschen zügig Richtung Deflation

Claudio Kummerfeld

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am

Und noch ein Alarmzeichen in Sachen einer mehr als müden Inflation in Europa. Soeben hat das Statistische Bundesamt für Deutschland die Erzeugerpreise für den Monat August veröffentlicht. Die Monatsvergleiche sind zuletzt schon mehrmals deflationär gewesen – aktuell sind es im Vergleich zu Juli -0,5%. Aber viel wichtiger sind die Jahresvergleiche, also von August 2019 zu August 2018. Dort haben wir aktuell nur noch ein Plus von 0,3%. In den Vormonaten waren es +1,1%, +1,2%, +1,9% und +2,5%. Man sieht also, dass sich die Erzeugerpreise zügig Richtung Deflation entwickeln!

Neben den Großhandelspreisen und Importpreisen sind die Erzeugerpreise die wichtigsten Indikatoren für das Ende der Preiskette, die Verbraucherpreise (Inflation). Der folgende Chart, der bis 2014 zurückreicht, macht eines mehr als deutlich. Vor allem die Erzeugerpreise für Erdgas ziehen den Gesamtschnitt brutal nach unten. Auch die Ölpreise sind preisdämpfend. Strompreise waren mit +6% der stärkste positive Faktor für die Erzeugerpreise.

Erzeugerpreise Chart seit 2014

Erzeugerpreise August Tabelle

Hier weitere Details vom Statistischen Bundesamt im Wortlaut:

Verbrauchsgüter waren im August 2019 um 1,7 % teurer als im August 2018. Gegenüber dem Vormonat Juli 2019 stiegen diese Preise geringfügig um 0,1 %. Nahrungsmittel waren 2,2 % teurer als im Vorjahresmonat. Den höchsten Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen auch im August 2019 Schweinefleisch (+17,6 %) und verarbeitete Kartoffeln (+16 %) auf. Billiger als im August 2018 waren insbesondere Butter (-32,9 %) und Zucker (-14,8 %). Kaffee kostete 6,5 % weniger als ein Jahr zuvor.

Die Preise für Investitionsgüter lagen im August 2019 um 1,5 % höher als ein Jahr zuvor, Gebrauchsgüter waren 1,3 % teurer (beide +0,1 % gegenüber Juli 2019).

Vorleistungsgüter waren im August 2019 um 0,9 % billiger als im August 2018. Gegenüber dem Vormonat Juli 2019 sanken diese Preise um 0,2 %. Billiger als ein Jahr zuvor waren vor allem elektronische integrierte Schaltungen (-13,7 %) und metallische Sekundärrohstoffe (-13,6 %). Metalle kosteten 2,6 % weniger, Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen 5,1 % weniger. Einen überdurchschnittlich hohen Preisanstieg gegenüber dem Vorjahresmonat wiesen unter anderem Edelmetalle und Halbzeug daraus (+22,7 %) sowie Erzeugnisse aus Beton, Zement und Gips (+4,7 %) auf.

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Europa

Gastgewerbe: So stark fiel der Umsatz im letzten Jahr

Claudio Kummerfeld

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Leere Stühle bei der Außengastronomie eines Restraurants

Das Gastgewerbe (Hotels, Restaurants, Catering) ist neben Reisebüros, Fluggesellschaften und anderen wohl mit am Schlimmsten betroffen von der Coronakrise. Heute hat das Statistische Bundesamt eine erste Schätzung veröffentlicht, wie stark die Umsätze im Gastgewerbe im Gesamtjahr 2020 eingebrochen sind. Es ist ein Rückgang von 38 Prozent gegenüber 2019.

Für den Monat November liegen gesicherte Zahlen vor. Dazu drei Vergleiche: Im November 2020 fiel der Umsatz im Gastgewerbe gegenüber Oktober 2020 um 52,3 Prozent. Der Umsatz lag 67,4 Prozent unter dem Niveau vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahresmonat November 2019 war der Gastgewerbeumsatz 67,9 Prozent geringer.

Die Grafik ist aufschlussreich. Man sieht den ersten Absturz aus dem Frühjahr, von einem Normalwert bei 105,4 runter auf 26,2 Indexpunkte. dann im Jahresverlauf nach dem ersten Lockdown die Erholung auf 82,8 Punkte im August. Und dann folgt der zweite Absturz bei den Umsätzen im Gastgewerbe ab Oktober, runter auf 34,4 Punkte im November.

Grafik zeigt Verlauf der Umsätze im Gastgewerbe seit dem Jahr 2013

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Asien

Bruttoinlandsprodukt: China ist gewachsen, Deutschland und Europa hinken hinterher

Redaktion

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Shanghai ist die weltweit bekannteste Metropole in China

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland ist im Gesamtjahr 2020 um 5 Prozent gesunken (wir berichteten). Dieses Ergebnis war besser als gedacht. Für die Eurozone liegen die Erwartungen bei -7,5 Prozent. Und China? Wohl dank der schnellen und extrem harten Lockdown-Maßnahmen (Millionen Menschen wurden quasi zuhause eingesperrt) kam das Land schnell aus der Coronakrise heraus, und Wirtschaft und Handel waren relativ gering beeinträchtigt.

Ganz aktuell liegen staatliche Aussagen aus China vor, wonach das Bruttoinlandsprodukt in 2020 im Jahresvergleich um 2,3 Prozent gestiegen ist! Während der Westen kräftige Rückgang der Wirtschaftsleistung verzeichnet, legt China als einziges bedeutendes Land also einen Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung hin. Im 4. Quartal 2020 lag das BIP-Wachstum in China im Jahresvergleich sogar bei 6,5 Prozent! Im Chart sehen wir im Verlauf der letzten zehn Jahre in blau die prozentuale BIP-Wachstumsrate für China, und in schwarz die für Deutschland.

Die Industrie in Deutschland kommt zwar ziemlich gut durch die Coronakrise. Aber wir alle sehen es. Die Dienstleistungsbranche leidet massiv unter den monatelangen chaotischen Maßnahmen, dem zweiten Lockdown, und ständig geänderten Regeln. Ist für so einen Krisenfall eine Diktatur wie China besser aufgestellt, weil man Lockdown-Maßnahmen dramatisch restriktiver umsetzen kann als in Europa oder Nordamerika? Danach konnten sich Wirtschaft und Konsum sehr schnell wieder erholen, anders als hierzulande.


source: tradingeconomics.com

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Konjunkturdaten

Verbrauchervertrauen Uni Michigan – Amerikaner erwarten Inflation

Markus Fugmann

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Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan (1.Veröffentlichung für Januar) ist mit 79,2 etwas schwächer ausgefallen als erwartet (Prognose 80,0; Vormonat war 80,7).

Die Einschätzung der aktuellen Lage liegt bei 87,7 (Vormonat war 90,0)

Die Konsumentenerwartung liegt bei 73,8, (Vormonat war 74,6)

Die Inflationserwartungen für das nächste Jahr steigen auf +3,0% (Prognose war +2,5%) – die Amerikaner erwarten also ein deutliches Anziehen der Inflation in den nächsten Monaten..

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