Gold/Silber

Aktuell: Goldpreis und Schweizer Franken zeigen Stärke – die Spurensuche

Symbolbild für Gold Barren

Der Goldpreis steigt, und auch der Schweizer Franken steigt direkt vor Heiligabend. Was ist da los? Wie schon letzte Woche ist es eine merkwürdige Entwicklung. Zuerst ein Blick auf die Aktien. Die haussieren. Ist es das finale Window Dressing der institutionellen Investoren? Noch schnell vor Jahresende die Aktienkurse hochpushen um für die Fondsanleger für das Gesamtjahr 2019 noch bessere Gewinne ausweisen zu können? (hier finden sie gute Gründe für die Jahresendrally)

Der Schweizer Franken notiert auch noch etwas fester als letzte Woche. Mit aktuell 1,0867 ist der Euro gegen den Schweizer Franken noch etwas weiter gefallen. Als Grund dafür führt laut Berichten aus der Schweiz zum Beispiel die Valiant Bank an, dass der Schweizer Franken derzeit davon profitiere, dass Schweizer Exporteure noch vor Jahresende verstärkt Fremdwährungsverkäufe vornehmen würden. Aber auch die Suche nach einem sicheren Hafen und die zum Jahresende ausgedünnten Handelsvolumen könnten zu diesem Aufwertungsschub im Franken geführt haben, so die Banker. Solche Bewegungen kämen vor dem Jahresende häufig vor und würden durch die sich im Hinblick auf die Feiertage ausdünnenden Volumen verstärkt.

Goldpreis auch höher als letzte Woche

Auch der Goldpreis notiert höher als letzte Woche mit aktuell 1.484 Dollar gegenüber 1.477 Dollar Freitag Abend. Damit konnte Gold in US-Dollar diese tagelang doch ziemlich langweile Seitwärtsphase nach oben verlassen und seine Robustheit bestätigen. Erstaunlich, ziemlich erstaunlich ist diese Robustheit, wenn man bedenkt, dass im Risk On Risk Off Trade bei stark steigenden Aktien Geld aus den „Sicheren Häfen“ namens Gold uns Schweizer Franken abfließt. Nicht aber so dieser Tage kurz vor Jahresende. Beides ist gefragt, hohes Risiko in Aktien und die Suche nach Sicherheit.

Lesen Sie auch gerne beim Klick an dieser Stelle den aktuellen Jahresausblick für 2020 für Gold von Hans Zipfel mit dem Titel „Goldpreis – Aussichten für 2020 sind glänzend“.

Die letzten Wochen gab es schon viele positive Meinungen, Kommentare und Einschätzungen zum zukünftigen Goldverlauf im nächsten Jahr. investing.com zitiert aktuell Crescat Capital, wo man wegen der Gelddruck-Orgie der Fed bärisch für Aktien eingestellt ist. Dies würde dann für einen steigenden Goldpreis auch ab Januar sprechen? Hier auszugsweise im Wortlaut:

Schuld an dem heraufziehenden Übel sei die Federal Reserve. Sie drucke Geld, als befände man sich in einer schweren Finanzkrise. Aktien und Unternehmensanleihen profitieren von der Liquiditätflut, aber es sei eine brandgefährliche Situation, warnt Crescat. „Die Vorstellung, dass das Drucken von Geld eine Art Versicherungspolice darstellt, die keinen Preis hat, ist einfach nur falsch“. Die Fed kauft seit Mitte September US-Staatsanleihen mit kurzer Laufzeit, um einen drohenden Finanzierungsengpass am Repo-Markt, wo sich u.a. Goldman Sachs (NYSE:GS), JP Morgan (NYSE:JPM) und Deutsche Bank (DE:DBKGn) einen Teil ihrer Finanzierung besorgen, zu bekämpfen. Seit dem hat die Notenbank ihre Bilanz um 364 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Bis Mitte Januar sollen weitere 471 Milliarden US-Dollar hinzukommen. Der Hedgefonds warnt in diesem Zusammenhang vor einer sich abzeichnenden systemischen Finanzkrise.

Spekulanten am Terminmarkt

Am Terminmarkt kann man aktuell ablesen, dass die Spekulanten trotz starkem Aktienmarkt in den USA auch weiter voll auf Gold setzen. Die COT-Daten der Terminmarktaufsicht CFTC sorgen ein Mal pro Woche für Transparenz. Demnach sind laut Daten vom Freitag Abend die offenen Gold-Kontrakte am Terminmarkt von 690.000 auf 717.000 gestiegen. Große Spekulanten haben ihre Netto-Long-Positionen im Gold bis zum Datum 17. Dezember von 270.900 auf 286.300 Kontrakte ausgeweitet. Was kann man zusammenfassend sagen, wenn man mehrere Faktoren betrachtet? Die Aktienhausse läuft weiter. Gleichzeitig steigt der Schweizer Franken, wie auch der Goldpreis. Der breite Markt geht ins Aktienrisiko, während gleichzeitig auch Anleger darauf setzen, dass 2020 risikoreich wird und die Notenbanken mit weicher Geldpolitik das zinslose Gold noch attraktiver erscheinen lassen? Im folgenden Chart sieht man den Goldpreis in rot-grün im Vergleich zum Dow 30 in blau im Verlauf der letzten zehn Tage. Beide laufen gut – das ist kein normales Bild!

Goldpreis vs Dow 30 im Verlauf der letzten zehn Tage



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4 Kommentare

  1. Sehr passend, daß sich FMW kurz vor Weihnachten ausgiebig mit Gold beschäftigt. Die Seite bekommt dadurch einen weihnachtlichen Glanz🌲.
    Dir Markus, der Redaktion und allen Kommentatoren frohe Weihnacht und guten Rutsch. Danke für eure Arbeit!🤗

    1. @Columbo, vielen Dank! Auch Dir und den Deinen schöne Weihnachten und ein gutes Neues!
      Liebe Grüsse nach Südtirol!

  2. Hi Markus, auch ich wünsche dir, deinen Lieben, der gesamten Redaktion und den meisten Kommentatoren ein Frohes Fest und einen guten Rutsch! Ich kann mich Columbo nur anschließen: Hervorragende Arbeit auch dieses Jahr wieder, vielen Dank dafür!

    1. Vielen Dank für deine Worte Michael!

      Liebe Grüsse!

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