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Alles in Deckung – AKK spricht von „Überprüfung der EZB-Politik“

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Wenn Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) dieser Tage etwas sagt, braucht man als CDU-Anhänger starke Nerven. Fast egal zu welchem Thema sie sich äußert, sie stolpert gefühlt von einem Fettnäpfchen ins Nächste (um es mal nett auszudrücken). Bräuchte sie vielleicht einen Medienberater oder einen erfahrenen Bundespolitiker an ihrer Seite, der ihre Aussagen und Pressezitate vorher noch mal prüft? Besser wäre es fast. Denn aktuell haut AKK mal wieder einen raus.

AKK nimmt sich die EZB vor

Hätte jemand der AKK doch vorher mal gesagt, dass es in der „seriösen Politik“ mehr als nur ein NO GO ist, die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank in Frage zu stellen. Selbst die bloße Erwähnung der Zinspolitik der EZB, und dass einem die aktuelle Lage nicht gefalle, gilt schon fast als verpönt. Aber AKK geht gleich noch ein paar Schritte weiter. In einem Interview mit der „FAZ“ fordert sie eine Überprüfung der derzeitigen Nullzinspolitik der EZB. So sagte sie, dass man „für die Zukunft“ schauen müsse, ob man nicht „die Niedrigzinsphase ein Stück weit einbremsen“ müsse.

Ohhhhhh, so meinen wir, da möchte eine bedeutende Politikerin der EZB direkt in ihre eigenständige Machtbefugnis reinreden. Das hört sich ja fast schon an wie „Erdogan light“ (der entließ am Wochenende mal eben den Notenbankchef). Hätten Wolfgang Schäuble und Co vorher von solchen Formulierungen gehört, sie hätten AKK ihr Interview wohl verboten. Egal ob Du Parteichefin bist, das sagt man nicht, liebe Annegret, ein NO GO. Das hätte Schäuble ihr wohl gesagt. Aber sie hat es nun mal gesagt.

Was ginge, wäre ein grundsätzlicher Wunsch, nach dem Motto „höhere Zinsen wären besser für Sparer“. Aber so allgemein ist sie nicht geblieben. Nein, sie spricht von einer Überprüfung der EZB-Politik, also einer politischen Einflussnahme auf die Notenbank. Das geht so nicht!

Problematisch und unproblematisch

Unproblematisch sind aktuelle Äußerungen von AKK, dass sie die niedrigen Zinsen grundsätzlich für problematisch halte, weil Sparer dabei benachteiligt werden. Unproblematisch ist diese Aussage, weil sie nur einen Zustand beschreibt, der auf Fakten basiert und unbestritten ist.

Hört man ihren weiteren Ausführungen zu, dann könnte man fast denken, dass die EZB quasi Teil der EU-Kommission ist. Denn man müsse dafür sorgen, dass man in der Geldpolitik mehr Spielraum habe, aber gleichzeitig die Geldpolitik nachhaltig und sehr sensibel anpassen könne. Dies sei eine Aufgabe für die nominierte neue EZB-Chefin Christine Lagarde, so AKK. Das klingt fast so, als gebe die CDU oder die Bundesregierung die Leitlinien der Geldpolitik vor!

So weit vor wagen sich sonst nur Donald Trump und der türkische Präsident Erdogan, wenn sie ihre Notenbanken kritisieren. Und ja, die Frau AKK, da hätte jemand in der CDU ihre Worte vorher nochmal gegenlesen sollen. Oder meint sie das wirklich ernst? Ähnlich merkwürdig wirkten in der Vergangenheit AKK-Aussagen wie zum Beispiel zur Meinungsfreiheit. Sie stehe zur Meinungsfreiheit, aber für YouTuber müsse man doch schon mal überlegen neue Regeln einzuführen…

AKK will Notenbankpolitik überprüfen
Achtung, dies ist KEIN aktuelles Satire-Plakat. Es stammt aus dem Jahr 2012. Zu sehen ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: CDU Saar / KAS KAS/ACDP 10-011:1905 CC-BY-SA 3.0 DE – Konrad.-Adenauer-Stiftung / Plakatarchiv CC0

9 Kommentare

9 Comments

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    Johann Steinhaus

    8. Juli 2019 14:10 at 14:10

    ……Nun Ja, Trump hat’s vorgemacht, Erdogan hat’s nachgemacht und
    AKK springt auf den Zug auf(wobei ich Ihre Aussage vom Grundsatz richtig aber in der Formulierung schräg finde).
    Wie heißt es so schön:“Gleiches Recht für alle „.

    Gruß, Johann Steinhaus

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    Altbär

    8. Juli 2019 14:19 at 14:19

    Aber Halt Herr Kummerfeld, wenn Grössen wie Sinn, Müller, Krall ,Homm, W.Müller, Fugmann, Marko !
    u. jeder Normalbürger mit einer Stunde Wirtschaftsunterricht sehen dass die Notenbanken mit ihrer tödlichen Umverteilungs-Zinspolitik ins grösste Desaster führen, wer soll dann diesen Unsinn stoppen.
    Hört jemand auf Krall u.Co. Es müssen einflussreiche Politiker sein ,die den Blindflug stoppen.
    Was die Unabhängigkeit der Notenbanken betrifft: es ist ein Unterschied ob man eine weiteres unnützes Gelddrucken fordert oder ob man den Wahnsinn stoppen will.
    Macron will jetzt die noch grössere Gelddruck – Tussi als der viel kritisierte Draghi es war, wo war da die Kritik.? Hut ab vor der Karrenbauer, Ihre Name sagt es , sie soll den Konstrukteuren der nächsten grossen Krise vor den Karren fahren.

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    Koch

    8. Juli 2019 15:44 at 15:44

    Herr Kummerfeld.Welcher Auftraggeber hat Sie beauftragt,solch einen Nonsens zu schreiben?Die Menge der grotesken Falschbehauptungen ist dermassen hoch,dass es fast schon körperlich wehtut!Sofort ab in den Reisswolf mit diesem Pamphlet.

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      sabine

      8. Juli 2019 17:31 at 17:31

      Herr Koch, ich mach mal die Augen zu und sage, sie sind grünlinks aufgestellt. Dieses Frontal-Niedermobben des gehassten „Gegners“ ohne Argumente kenn ich nur aus dieser Ecke.
      – „solch einen Nonsens“
      – „grotesken Falschbehauptungen“
      Sie weisen Ihre Verurteilung und „Fertigmachen“ (körperlich wehtut) überhaupt nicht nach bzw. begründen Ihr Rumschreien nicht. Ist ja selbstverständlich, wenn man ihren Namen „Koch“ liest, weiß man schon, daß Sie natürlich recht haben. Sie brauchen es also gar nicht nachzuweisen. Oder hab ich da was übersehen?

      Ihr Kommentar ist mehr als eklig!

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        Michael

        8. Juli 2019 18:44 at 18:44

        @sabine, wer im Glashaus sitzt…
        Lesen Sie mal Ihre eigenen ersten zwei Sätze hier:
        https://finanzmarktwelt.de/iran-wie-lange-noch-bis-zum-krieg-exklusiv-interview-mit-einem-nahost-experten-130781/#comment-58508
        Auch Sie begründen nichts, dennoch lese ich ganz schöner Quatsch, wild dahergeredet, nicht sinnvoll.

        Auch sollte jemand, der sich über Frontal-Niedermobben echauffiert, nicht unbedingt mit geschlossenen Augen auf grünlinks tippen und von Rumschreien und ekligen Kommentaren tönen. Zumindest, wenn er/sie selbst bereits aufgrund des Namens auf den Charakter schließt. Sonst könnte man Ihnen am Ende noch Pauschal-Niedermobben unterstellen.

        Ich finde den Kommentar von @Koch auch alles andere als schön, angemessen oder angebracht. Aber was Sie darauf antworten, ist fast noch schlimmer!

      • Avatar

        Koch

        9. Juli 2019 12:08 at 12:08

        Frollein Sabine.Mein Kommentar ist mehr als eklig.Das sollte er auch sein.Nach meiner Beurteilung,verbreitet Herr Kummerfeld,der ansonsten eher hochwertige Artikel schreibt,in diesem Unwahrheiten und Anschuldigungen.Ich bin so ziemlich nichts,was Sie von mir annehmen,ausser glühender Verfechter der Thesen des Dr.Markus Krall.Ich richte seit ca.2Jahren meine Finanzbasis nach seinen Auffassungen aus.Auch ich werde Verluste erzielen,jedoch verkraftbare!Die nähere Zukunft wird zeigen,dass Politik und EZB-Verteidigungstitel a la Kummerfeld völlig fehl am Platze sind.Ich erwarte keine Antwort,zumindest werde ich nicht antworten.Die Scharmützel anderer Kommentatoren sind mir nämlich ein Graus.

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    Othmarschener

    8. Juli 2019 17:34 at 17:34

    Vielleicht erklärt mal jemand der netten Annegret aus der saarländischen Provinz, dass die derzeitige EZB-Politik eine WIRKUNG des völlig vermurksten Elitenprojekts „Euro“ (URSACHE) ist und sie ihre Aufmerksamkeit daher eher der „Überprüfung der Funktionsweise der Währungsunion“ widmen sollte anstatt so einen kompletten Verbalschlag gegen die EZB (Populismus pur!) zu verbreiten. Wenn man dieser Tage die Nachrichten liest, könnte man glatt meinen es sei Satire…die Frau kann weder Kanzler noch Parteivorsitzende, bei der ökonomischen Kompetenz reicht es nicht mal für die Rolle als Hauswirtschafterin…

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    Katja Womka

    9. Juli 2019 17:59 at 17:59

    Nun was ist wenn bei der EZB einmal Wahnsinnige das Sagen haben? Die Wahl der EZB-Lenker trifft ja auch die Politik und mischt sich damit direkt ein indem nur ihr genehme Persönlichkeiten gewählt werden. Jeder der die Geldschwemme mit ihren ungeheuerlichen Auswirkungen wie, Überschuldung der Statten mit Exzessen, Immobilien-Preis-Explosionen, Aktienkurse ohne Basis etc. etc. ansieht, der weiss doch, dass irgendjemand hier dringend eingreifen muss. Oder wollen wir, dass die Enteignung der Bürgen von Europa durch wie ein ökonomischer Genickschuss weitergehen soll?

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    Ranzentier

    10. Juli 2019 10:47 at 10:47

    Ich finde es gut zumindest mal wieder anzudeuten dass es Zinsanhebungen geben sollte. Es herrscht ja fast schon eine Deflation an der Zinsfront. Investiert wird dennoch nicht so richtig, weil jeder erwartet, dass der Zins morgen noch tiefer sein könnte und man noch billiger an Geld kommt. Um die Investitionen anzutreiben gehört es jetzt dazu verbal steigende Zinsen anzudrohen. Dann entwickelt sich das gegenteilige Spiel. Alle denken, jetzt noch schnell investieren bevor die Zinsen wieder steigen. Das entfacht wiederum Wachstum und Investitionen und dann können die Zinsen wirklich steigen und man kommt aus dieser Spirale nach unten endlich raus.

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Warum eine Stagflation sehr gefährlich wäre

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Containerterminal - Symbol für den Welthandel - eine Stagflation droht

Durch die Coronavirus-Epidemie droht den großen Volkswirtschaften eine Kombination aus stagnierender Wirtschaftsleistung und steigenden Preisen – die Stagflation. Warum sie so gefährlich ist und warum die Notenbanken in diesem Fall kaum Handlungsspielräume hätten.

Die Weltwirtschaft kühlt sich bereits merklich ab – eine Stagflation käme zur Unzeit

Belastet durch die teilweise Rückabwicklung der Globalisierung im Zuge der diversen Handelsstreitigkeiten sowie die globale Überschuldung hat sich das Weltwirtschaftswachstum bereits merklich abgekühlt. Nach noch 3,8 Prozent globalem Wachstum im Jahr 2017 waren es im Folgejahr, trotz massiver Steuerstimuli in den USA und ultralockerer Geldpolitik weltweit, nur noch 3,6 Prozent Wachstum. Im vergangenen Jahr brach die Expansionsrate dann auf 3,0 Prozent ein, vor allem wegen des Handelskriegs zwischen den USA und China sowie den Schuldenkrisen in diversen Schwellenländern (z. B. in Argentinien, der Türkei, Brasilien, Chile, Venezuela, etc.).

Für dieses Jahr hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognosen gemäß dem World Economic Outlook aus dem Februar bereits von 3,4 auf 3,0 Prozent abgesenkt. Doch der IWF behält sich weitere Revisionen vor und die Schätzungen diverser Bankenökonomen aus Nordamerika und Europa gehen mittlerweile nur noch von einer Wachstumsbandbreite zwischen 2,3 und 2,8 Prozent für das Gesamtjahr 2020 aus. Diese nochmalige Wachstumsabkühlung entspräche der geringsten Wirtschaftsdynamik seit der Finanzkrise. Bereits bei einer Wachstumsrate von global zwei Prozent spricht der IWF von einer „gefühlten weltweiten Rezession“.

Die größte Gefahr sieht der IWF in einer Unterbrechung der Lieferketten in Folge der Eindämmungsmaßnahmen der Coronavirus-Epidemie (sie verursacht aktuell auch Turbulenzen an den Börsen, siehe beispielsweise hier). Die betroffenen Unternehmen sind dadurch gezwungen, alternative aber auch teurere Quellen für Vorleistungsgüter und Zwischenprodukte zu nutzen, wenn es sie denn überhaupt in ausreichendem Maße gibt. Diese erzwungene Umorientierung in der Beschaffungskette führt zu steigenden Inputpreisen bei den verarbeitenden Unternehmen, die aber nicht durch eine höhere Nachfrage, sondern durch einen Angebotsschock verursacht werden.

Eine solche Situation gab es zuletzt in den 1970-er Jahren, als eine künstliche Verknappung der Angebotsmenge von Rohöl zu explodierenden Energiepreisen führte. Die wirtschaftliche Aktivität in den westlichen Ländern litt stark unter dem Ölpreisschock. Mit einer Kombination aus Zinsanhebungen und Lohnsteigerungen wurden damals die Inflationserwartungen eingedämmt und die reale Kaufkraft der Endverbraucher stabilisieret. Beides ist heute jedoch nicht möglich. Höhere Löhne zum Ausgleich gestiegener Preise würden die Margen der Unternehmen noch stärker belasten. Die Kapazitätsauslastung der US-Industrie befindet sich beispielsweise mit nur 76,8 Prozent bereits auf dem Niveau früherer Rezessionen. Zinsanhebungen zur Inflationsbekämpfung wären aufgrund des globalen Schuldenniveaus der „Sudden Death“ für den modernen Finanzkapitalismus. Eine Stagflation käme daher für die Weltwirtschaft zur Unzeit.

Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock

Dass die Preise wegen Lieferverzögerungen und dem Ausfall von Zulieferbetrieben bereits ansteigen, haben die jüngsten Daten von IHS Markit zu den Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Februar gezeigt. So ist der für Deutschland erhobene Index für das verarbeitende Gewerbe im Wesentlichen nur deshalb angestiegen, weil sich die beiden Unterkomponenten für die Lieferzeit und die Inputpreise signifikant erhöht haben. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnte an diesem Montag vor sich verstärkenden Lieferengpässen in den kommenden Wochen und Monaten, vor allem aus Fernost. BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang spricht sogar von „Schweren Auswirkungen auf die Konjunktur“ durch den Angebotsschock aus China.

Kommt es also nun zu steigenden Preisen, dann nicht aufgrund einer prosperierenden Wirtschaft, sondern wegen der Knappheit bestimmter Güter. Gleichzeitig leidet auch die Nachfrage unter der eingeschränkten Bewegungsfreiheit von zig Millionen Konsumenten in den von der Epidemie betroffenen Regionen. Ganz abgesehen von der eingetrübten Stimmung der Verbraucher, die in solchen Ausnahmesituationen andere Sorgen haben, als dem Konsum zu frönen. Der drastische Einbruch der Automobilabsätze in China in den letzten beiden Monaten von 20 Prozent im Januar und 92 Prozent im Februar gibt hier einen Vorgeschmack auf das, was bei einer globalen Pandemie, die nach wie vor nicht gebannt ist, zu erwarten wäre.

In der Folge von Knappheit bestimmter Güter und Lebensmittel stieg die Inflationsrate im Reich der Mitte bereits massiv an, auf 5,4 Prozent im Januar. Im Vorjahresmonat, also im Januar 2019, lag die offizielle Inflationsrate noch bei moderaten 1,7 Prozent. Die Kombination aus Angebots- und Nachfrageschock kann in Kürze zu dem gefürchteten Phänomen der Stagflation führen. Dass die chinesische Wirtschaft im Auftaktquartal 2020 überhaupt gegenüber dem von Handelsstreitigkeiten weniger belasteten und vor allem virusfreien Vorjahresquartal 2019 wachsen kann, bleibt Wunschdenken des Regimes in Peking. Auch die westlichen Industriestaaten werden im ersten Quartal 2020 im besten Fall mit einer wirtschaftlichen Stagnation aufwarten können.

Den Notenbanken wären bei einer Stagflation die Hände gebunden

Die Bekämpfung einer Stagflation stellt die Fiskal- und Geldpolitiker in der heutigen Gemengelage vor besondere Herausforderungen. In China versucht die Notenbank auf Geheiß der Regierung, die Kreditvergabe massiv zu stimulieren, indem die Kreditkosten (Zinsen) sowie die Kreditanforderungen drastisch gesenkt werden. Andernfalls würden Millionen bereits angeschlagener Betriebe aus dem Markt ausschieden – ein Horrorszenario auch für den Westen. Bestimmte Vorprodukte werden nur noch in China produziert. Insofern offenbart die Coronavirus-Pandemie die enorme Abhängigkeit des Westens von China, was aus politischen Gründen in der Konsequenz ebenfalls zu einer Rückabwicklung der Globalisierung führen wird, um die Autarkie der westlichen Länder von essenziellen Produkten, wie zum Beispiel Arzneimitteln, sicherzustellen.

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Drei der fünf großen Schweizer Banken bestehen Stresstest nicht

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Die schweizerische Finanzmarktaufsicht FINMA hat heute die Ergebnisse eines Stresstests veröffentlicht. Drei von fünf großen Schweizer Banken bestanden diesen Stresstest nicht, beziehungsweise sie haben die Vorgaben der Aufseher noch nicht vollständig umgesetzt. Die fünf großen für die Schweiz systemrelevanten Banken sind die UBS, Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen und Zürcher Kantonalbank. Probleme machen laut FINMA die drei zuletzt genannten. Die folgende Grafik zeigt einzelne Abschnitte des Tests und zeigt was gut läuft, und was noch nicht so gut läuft. Bevor Sie die Worte der FINMA lesen, möchten wir noch allgemein anmerken: Ob die Stresstests der Notenbanken für einen echten Notfall überhaupt irgendeine Aussagekraft haben, darf bezweifelt werden. Die griechischen Banken zum Beispiel, die nachweislich längst platt sind dank gigantischer ausgefallener Kredite, haben die Stresstests ja auch bestanden. Und Institute wie UBS, Credit Suisse oder auch die Deutsche Bank – sie sind so groß von ihrem Geschäftsvolumen her, dass selbst das schönste Notfallkonzept in einer echten Krise wohl nichts nützen würde.

Hier die FINMA auszugsweise im Wortlaut:

Alle fünf systemrelevanten Schweizer Banken haben der FINMA Stabilisierungspläne (Recovery-Pläne) unterbreitet. Die FINMA konnte diese Pläne alle genehmigen. Bis Ende 2019 mussten die beiden Grossbanken überdies umsetzbare Schweizer Notfallpläne erstellen. Die FINMA hat diese geprüft. Bei der Credit Suisse beurteilt die FINMA den Notfallplan als umsetzbar. Die FINMA beurteilt die gesetzlichen Vorgaben für einen umsetzbaren Notfallplan auch bei der UBS als erfüllt, mit dem Vorbehalt, dass bestimmte Eventualverbindlichkeiten noch zu hoch sind.

Auch die drei inlandorientierten systemrelevanten Banken haben je einen Notfallplan eingereicht. Die Banken sind aber mit der Umsetzung per Ende 2019 unterschiedlich weit. Als umsetzbar gilt noch keiner dieser Pläne. Bei der Zürcher Kantonalbank besteht ein plausibler Plan, wie die für den Krisenfall notwendigen Ressourcen in den Bereichen Kapital und Liquidität vervollständigt werden können. Bei Raiffeisen und PostFinance fehlt insbesondere noch ein plausibler Plan für den Aufbau der erforderlichen verlustabsorbierenden Mittel für den Krisenfall. Alle drei inlandorientierten Banken arbeiten weiterhin an der Bereitstellung eines umsetzbaren Notfallplans.

Und hier die FINMA zu den Großbanken im Wortlaut, auszugsweise:

Die FINMA muss für beide Grossbanken einen sogenannten Global-Resolution-Plan erstellen. Im Gegensatz zum Notfallplan, der nur die systemrelevanten Funktionen in der Schweiz umfasst, bezieht dieser globale Abwicklungsplan die gesamte Bankengruppe weltweit mit ein. Die FINMA beurteilt diese globale Abwickelbarkeit (Resolvability) anhand des Kriteriums, ob die Grossbanken die für die Umsetzung des Abwicklungsplans notwendigen Vorbereitungen getroffen haben. Sie kommt dabei zum Schluss, dass beide Banken hierfür bereits wesentliche Vorbereitungsmassnahmen getroffen und damit grosse Fortschritte in ihrer globalen Abwickelbarkeit erzielt haben. So beurteilt die FINMA insbesondere die Anforderungen an die strukturelle Entflechtung als erfüllt. Mit Blick auf diese Entflechtung sind beispielsweise Holdingstrukturen und Schweizer Tochtergesellschaften geschaffen worden. In anderen Bereichen, namentlich der Liquidität für den Krisenfall, stehen jedoch noch Umsetzungsarbeiten an. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen, dass die regulatorischen Anforderungen in diesem Bereich noch fehlen.

Schaubild der großen Schweizer Banken unter dem Stresstest der FINMA

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Exporte der deutschen Industrie mit mauen Aussichten

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Viele deutsche Exporte laufen über den Hamburger Hafen

Kurzzeitig sah es in den letzten Monaten so aus, als würde die deutsche Konjunktur gerade eben so an der Rezession vorbei schrammen. Die Industrie ist längst in einer heftigen Rezession, aber Bau und Dienstleistungen haben das aufgefangen, sodass die gesamte Wirtschaftsleistung derzeit glatt bei 0,0% liegt. Auch die Exporte schienen sich ganz vorsichtig zu erholen. Aber gerade erst letzte Woche meldet das Institut ZEW schwache Exporterwartungen. Und heute folgt das ifo-Institut mit seinem Index für die Exporterwartungen. Der Chart zeigt die Entwicklung der Erwartungen seit 2014. Der Index ist für den Monat Februar von +0,8 auf -0,7 Indexpunkte gefallen, was man am Endes des Chart sehen kann. Die ifo Exporterwartungen basieren auf 2.300 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Sie können angeben, ob sie für die nächsten drei Monate die Exporte erwarten mit „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“. Aus allen Antworten wird dann dieser Index errechnet. Hier noch einige Detailaussagen von ifo im Wortlaut:

Die Entwicklungen rund um das Corona-Virus lassen kurzfristig kaum auf Besserung hoffen. Die Autobranche befürchtet einen verstärkten Rückgang ihrer Exporte in den kommenden Monaten. Auch in der Chemischen Industrie ist die Skepsis zurück, nach einem zuletzt leicht optimistischen Ausblick. Im Maschinenbau gehen die Unternehmen ebenfalls tendenziell von einem leicht rückläufigen Auslandsgeschäft aus. Lichtblicke in diesem Monat waren die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln sowie die Getränkehersteller. Sie erwarten deutliche Zuwächse bei ihren Exporten in den kommenden Monaten.

ifo-Chart für die Erwartungen der Exporte

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