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Amerikanische Finanzbehörde warnt vor Risiken einer neuen Finanzkrise – und eine Chronologie des Finanzwahns 2017

Über den total normalen Wahnsinn der Finanzmärkte im Jahr 2017, zunehmende Warnungen – und warum wie so lange mit dem Wahnsinn weiter machen werden, bis das System aus der Kurve fliegt..

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am

FMW-Redaktion

Erst kürzlich hatte die EZB in ihrem halbjährlichen „Financial Stability Review“ vor schweren Verwerfungen an den Finanzmärkten gewarnt – was angesichts der Tatsache, dass die Notenbank selbst jene Blase entscheidend mit hervorgerufen hat, nicht einer gewissen Ironie entbehrt (siehe dazu unseren Artikel „Ist das Humor? Die EZB als Brandstifter warnt vor dem Feuer, das sie selbst gelegt hat!“).

Nun kommt die nächste deutliche Warnung vom „Office of Financial Research“, einer amerikanischen Staatsbehörde, die die Auswirkungen der Finanzmärkte auf die Realwirtschaft analysiert.

Darin ist die Rede von „hohen und steigenden Risiken“ eines plötzlichen Abverkaufs an den Aktien- und Anleihemärkten. Einer der Gründe für dieses Risiko sei die zuletzt wieder vermehrt auftretende Praxis, dass Investoren langlaufende Schulden durch kurzlaufende Kredite finanziert hätten. Genau das war ein wichtiger Treiber der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 gewesen! Neben diesem Risiko sei vor allem der Bereich Cyber-Sicherheit eine Gefahr, dazu das kaum vorhandene Instrumentarium, wie man mit wichtigen Finanzinstutionen umgehen könne, die scheitern.

Vor allem die hohe Bewertung an den Aktienmärkten sei Anlaß zur Sorge, so der Report. Das KGV im S&P 500 liege in der 97-Percentile der letzten 130 Jahre, ist also so hoch wie kaum jemals zuvor. Gleichzeitg seien besonders die Anleihemärkte verwundbar, da die Laufzeiten der gekauften Anleihen noch nie so langfristig gewesen seien wie derzeit (meßbar am Barclays U.S. Aggregate Bond Index). Würden die Zinsen vom gegenwärtigen Niveau um 1% steigen, drohten den Investoren Verluste im Volumen von mindestens 1,2 Billionen Dollar. Betroffen seien inbesondere jene Investoren, die hoch Schulden-gehebelt an den Märkten agierten.

Dabei wirft der Bericht einen Blick auch auf die lokalen Verwaltungen – hier seien die Risiken höher als im Jahr 1994, als der Bezirk Orange County (Kalifornien) pleite ging wegen heftigen Verlusten bei Hypotheken-Derivaten. Dazu passt wie die Faust auf´s Auge, dass – wie wir heute berichteten – die de facto insolvente Stadt Chicago Anleihen emittierte, die mit zukünftigen Steuereinahmen besichert sind und dafür noch ein AAA-Rating von Fitch bekommen!

Gleichwohl resumiert der Bericht, dass die Risiken im mittleren Bereich lägen (“remain in the medium range”), was man getrost als fragwürdig bezeichnen kann.

Sehen wir uns doch einmal einige Fakten alleine in diesem Jahr in Stichpunkten an:

– in den USA erreicht das Kreditvolumen derzeit über 350% des BIP, Tendenz weiter steigend. Die US-Wirtschaft ist immens Kredit-gehebelt, es droht eine massive Enthebelung

– US-Firmen nahmen in 2017 neue Schulden über Anleihen im Volumen von 1,75 Billionen auf

– die Marktkapitalisierung der globalen Aktienmärkte stieg in 2017 um 15 Billionen Dollar auf nun 85 Billionen Dollar, was nun 113% des globalen BIPs entspricht – Allzeithoch! Dabei legten die FANG-Aktien in 2017 um eine Billionen Dollar an Marktkapitalisierung zu

– die Volatilität an den Aktienmärkten ist so tief wie seit fünfzig Jahren nicht mehr, an den Anleihemärkten so tief wie seit 30 Jahren nicht mehr

– die globalen Schulden liegen nun bei 225 Billionen Dollar, das entspricht 325% des globalen BIPs – wobei die Schulden viel schneller wachsen als das BIP

– alleine in 2017 kauften die EZB und die Bank of Japan Assets im Volumen von zwei Billionen Dollar

– europäische Junk-Bonds rentieren mit nur 2%, ca. ein Drittel der Risikoprämien amerikanischer Junk Bonds

– Kunden von Merrill Lynch halten derzeit so wenig Cash wie seit dem Jahr 2007 nicht mehr. Aus kontraindikatorischer Sicht könnte es also Zeit sein, wieder in Cash zu gehen

– immense und plötzliche Kurssteigerungsraketen etwa beim Bitcoin-Preis (in 2017 von 952 Dollar auf nun über 12.000 Dollar) also Zeichen für irrationalen Überschwang. Dazu kürzlich die Versteigerung eines vermeintlich von Leonardo da Vinci stammenden Gemäldes für 450 Millionen Dollar, fast dreimal so viel wie der bisherige Rekord (Picasso)

– der serielle Pleitestaat Argentinien verkauft problemlos eine Staatsanleihe mit 100 Jahren Laufzeit, die Nachfrage der Investoren ist gigantisch groß (viel größer als das Angebot)

– die Aktien einer Geld-Vernichtungsmaschine wie Tesla, die jeden Tag 16 Millionen Dollar verbrennt, verdoppelt sich fast in 2017, gleichzeitig verkauft diese Geld-Vernichtungsmaschine Anleihen mit einer Verzinsung von nur 5%

Ansonsten aber ist alles natürlich total normal. Am Besten wir machen einfach so weiter – das ist, um es mit den Worten unserer Kanzlerin zu sagen, einfach „alternativlos“..


Foto: Avarice (2012), by Jesus Solana / Wikipedia (CC BY 2.0)

15 Kommentare

15 Comments

  1. Columbo

    6. Dezember 2017 12:20 at 12:20

    Hatten die Finanzbehörden vor 2008 eigentlich auch gewarnt?

  2. leser

    6. Dezember 2017 12:44 at 12:44

    Eine Behörde ohne besondere Befugnisse, die nach der Finanzkrise 2008 als politischer Aktivitätsnachweis eingerichtet wurde. Die Wirkung wird dementsprechend durchschlagend sein. Ungefähr so, als ob sich der Hund eine Alarmanlage zulegt, um den Wurstvorrat zu bewachen.

    Die Sammlung der Finanzmarkt-Absurditäten passt wunderbar in die besinnliche Adventszeit.

  3. baeuerin

    6. Dezember 2017 13:04 at 13:04

    An Weihnachten einen Crash der Superlative,waere doch fuer Christen ein aussergewoehnliches Fest,oder?
    Eure „Jahresend-Phantasie-Rally“koennt ihr in der Pfeife rauchen!
    Der Markt stinkt nach Lug&Trug!!!
    Banken koedern Lemminge und raten zum verk.des Goldes….Ein Hoch auf die Medienlandschaft,ha ha
    Wenn mann 3 Crashes in den lezten 20Jahren mitgemacht hat,dann weis man doch,wie es laeuft!
    Siehe Bitcoin,da werden die Fensterstuerze noch um ein vielfaches hoeher sein,im gegensatz zu 9/11!

  4. Beobachter

    6. Dezember 2017 13:27 at 13:27

    Die gleichen Probleme die zur Krise Ende 2008 geführt haben, ABER HOCH 10
    Der Mensch lernt Nichts aus der Vergangenheit, es ist Zeit dass die Digitalisierung schnell kommt ( wird auch nicht so heiss gegessen wie gekocht)
    Roboter könnte man mindestens programmieren, dass er nicht 2 mal die gleichen Fehler macht.

  5. Günter Mertens

    6. Dezember 2017 13:28 at 13:28

    NACHTIGAL ICH HÖR DIR TRAPSEN!

    Der „wundersame Zufall“, dass all die „Großen“ (Fed, EZB, BIZ, IWF, Deutsche Bundesbank und Herr Fugmann 🙂 usw) orchestriert diese Warnungen ausgeben, lässt für mich nur einen Schluss zu:
    Der „Crash“ ist beschlossene Sache (der Crash als Lösung) und wird „gut“ vorbereitet. Wer bluten muss, ist ja wohl klar… (wie wäre es z.B. mit einer 10%igen Vermögensabgabe / IWF)
    Jedenfalls wird das betroffene Fußvolk (auch die vielen kleinen Millionäre!) nicht jammern dürfen. Sie wurden ja von allen höchst offiziellen Seiten vorgewarnt!
    Bargeld, Bitcoins u.o. Goldbesitz wird verboten, alles nur bargeldlos, z.B. mit einer Weltwährungseinheit (so ’ne Art Welt-Ecu-Bitcoin oder so) und natürlich hat „der Staat“ uneingeschränkt Zugriff auf die Konten.
    Alles natürlich nur zu unserem Wohl.
    Oh Gott, bin ich heute wieder verschwörungstheoretisch drauf…
    O.k., wir werden ja sehen.

  6. Altbär

    6. Dezember 2017 13:49 at 13:49

    Ich habe kürzlich geschrieben,dass ich hoffe dass Trump die Börse möglichst schnell hochtreibt ,
    Ich glaube wir sind fast so weit ,dass es den eigentlichen AKTIENTREIBERN Angst u,bange wird.
    Ich sehe Licht am Ende des Tunnels,es könnte auch ein entgegenkommender Zug sein.Vielleicht lesen wir nächstes Jahr ,dass es in 9 von 10 Jahren ein Endjahresrally gab ,mit Ausnahme von 2017 (Ausnahmen bestätigen die Regel.)

  7. guguk

    13. Dezember 2017 20:51 at 20:51

    Das wird ein von langer Hand orchestrierter Crasch der Superlative!
    Wann?
    Bald!
    Und dann?
    Mord&Totschlag.
    Was sonst.

  8. reiner tiroch

    23. Dezember 2017 08:57 at 08:57

    Seltsamerweise sind es immer die Verursacher und Schuldigen die vor Risiken schwer am warnen sind. Da wird erstaunlicherweise seit Jahren davon gelabert die Krise sei beendet, Schäuble wartet mit 5 schwarzen Nullen auf, seit 2007 bis heute sind zwar die Schuldenberge um das 2 1/2 fache gestiegen, und treuherzig lügt man dem Volk rotzfrech vor, dass die Schuldenuhr nun rückwärts geht, gell?
    Wir haben doch die ehrlichsten und bravsten Politiker der Welt, und daher steigen die Beliebtheitswerte wieder über 80% hehe. lol.

  9. Beobachter

    23. Dezember 2017 10:20 at 10:20

    @reiner tiroch,auf den Punkt gebracht, so warnt z.B.
    die SNB vor Immokäufen mit wenig EK während sie selber mit gedrucktem Geld US-Aktien, Euros usw. kauft u.so mit weniger als 10% Ek zu einem der Aktientreiber geworden ist.Während ein Häusleinvestor seine Hypothek genau wegen dieser wahnwitzigen Tiefzinspolitik der Notenbanken auf 10-15 Jahre absichern kann,sind die immensen Anlagen der SNB einem enormen Risiko ausgesetzt.Ist mir bewusst, dass die SNB von den andern Notenbanken getrieben wird.
    Könnte sein dass nach weltweiter Tiefzinspolitk =Währungskrieg jetzt noch ein weltweiter Tiefsteuerkrieg
    ausgelöst wird . Erfinder dieser Superlösung wie immer natürlich die USA.

  10. Beobachter

    23. Dezember 2017 10:43 at 10:43

    Zu den globalen Schulden kommt noch dazu ,dass alle Guthaben aus Renten u.Vorsorge der nächsten 2-3 Jahrzehnte auch noch vernichtet wurden.
    Die USA rechnet mit einer Durchschnittsrendite von ca.7% um ihre Rentenverpflichtungen zu erfüllen.Wenn es eintrifft was viele meinen,dass die Zinsen nie mehr stark steigen werden ,müssten alle Vorsorgebeiträge stark erhöht werden, d.h. IRGENDWANN WIRD DIE REALITÄT DIE TIEFZINSPOLITIK U.SCHULDENPOLITIK DER LETZTEN JAHRE EINHOLEN!

  11. Einzahler

    24. Dezember 2017 14:16 at 14:16

    @Beobachter: Grundsätzlich stimme ich dir zu!
    Aber bei den Anlagen der SNB sehe ich kein Risiko. Sie erzeugen Geld fast zum Nulltarif und kaufen dafür Sachwerte, da kann nichts schief gehen.
    Wenn ich eine Notenpresse im Keller stehen hätte, würde ich mir auch keine Sorgen machen 😜

  12. Beobachter

    25. Dezember 2017 13:17 at 13:17

    @Einzahler,um die SNB mache ich mir auch keine Sorgen.Da aber bei einem EK. von unter 10% bei einer Korrektur von 10% das ganze EK verloren wäre sind sie gezwungen rund um die Uhr die ganzen Anlagen zu überwachen u.abzusichern, was übrigens auch auf die andern DICKFISCHE zutrifft.
    Alle diese Absicherungen werden bei einer grösseren Korrektur, wann immer sie auch kommt, über Puts oder Terminverkäufe den Trend verstärken.
    50-80% der Anleger werden dann von einer verstärkten Baisse betroffen sein u.sehr viel verlieren,während die DICKFISCHE mit einem blauen Auge davonkommen oder bei gutem Timing sogar gewinnen.
    Da sind dann noch die Leerverkäufer (wie Soros u.s.w.)
    die jetzt seit Jahren von der zinsgetriebenen Hausse gegrillt wurden ,die gerne etwas gutmachen möchten u.richtig draufhauen.
    Kurz gesagt : Die Börsentreiber der letzten Jahre werden wegen des riesigen Volumens irgendwann zum Börsendrücker.
    Wers nicht glaubt,sollte den Verlauf der Bitcoins der letzten 10 Tage studieren.

  13. baeuerin

    26. Dezember 2017 05:35 at 05:35

    http://www.watergate.tv/2017/12/25/us-general-bereitet-soldaten-auf-grossen-kampf-vor-wird-der-weltkrieg-angekuendigt/
    lo lol…mit DE als Kanonenfutter??
    http://www.watergate.tv/2017/12/24/von-der-leyen-und-ihre-armee-bundeswehrpiloten-mieten-adac-hubschrauber-wann-gibt-es-taxis-in-der-bundeswehr/
    Ha ha ha ….der dumm Michl kann sich nicht mal verteidigen…Putin,walte deines Amtes!!
    Es wird Zeit,dass Putin ueber DE mal eine Roadshow veranstaltet…

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Commerzbank DB-Fusion: Zwei Gründe, warum es kein Zurück mehr gibt

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Der folgende Text ist eine rein subjektive Meinung! Also, zur Sache. Die Deutsche Bank kann eigentlich nicht mehr zurück. Nach trostlosen Jahren unter Anshu Jain sowie dem tristen Sanierer von der Insel (wer kennt noch seinen Namen?) versucht nur der sachliche Bankkaufmann Christian Sewing sein Glück an der Spitze der Deutschen Bank. Die angedachte Fusion mit der Commerzbank ist seit Jahren der einzige Hoffnungsschimmer für die DB. wie traurig. Nicht tolle Geschäfte, sondern noch „eine weitere Fusion“ bringt Hoffnung in die Bude.

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Wir hatten bereits darüber geschrieben. Die Deutsche Bank ist das Paradebeispiel dafür, dass Zukäufe und Fusionen zum Zwecke des „Immer größer werden“ nicht automatisch ein gutes Ende finden. Bankers Trust gekauft, Morgan Grenfell gekauft, Postbank gekauft, Sal Oppenheim gekauft. Und trotzdem ist die Deutsche Bank ein Rendite-Desaster, und im Investmentbanking auch keine Profit-Fabrik wie die Konkurrenten aus dem Ausland. Aber die merkwürdige Hoffnung ist da, dass durch die Fusion mit der Commerzbank nun endlich alles besser wird. Bei der CoBa schön massiv Stellen streichen und runter mit den Kosten, und dann durch einen Riesen-Zuwachs im Mengengeschäft die Gewinne hochschrauben? Das scheint die Hoffnung zu sein.

Commerzbank muss „in gute Hände“ kommen

Ist die DB für die Commerzbank ein guter Ehepartner? Es geht wohl eher darum, was die Politik denkt, was gut und richtig für die Commerzbank ist, beziehungsweise für das deutsche Finanzsystem. Jüngst tat die Berliner Politik ja alles um so zu tun, dass die mögliche Fusion eine rein privatwirtschaftliche Sache sei. Man halte sich da raus. Dabei ist es in Berlin und Frankfurt ein offenes Geheimnis, dass der ehemalige Goldman Sachs-Chef in Frankfurt Jörg Kukies, der seit dem Amtsantritt von Olaf Scholz Staatssekretär im Bundesfinanzministerium ist, diese Fusion hinter den Kulissen vorantreibt.

Aber nochmal ein Schritt zurück. Seit Monaten haben die Gerüchte immer weiter zugenommen, dass Commerzbank und Deutsche Bank über eine Fusion sprechen. Aber erst vor genau vier Wochen gab es dazu die offizielle Bestätigung. Seit dieser offiziellen Verkündung lief die CoBa-Aktie besser als die Aktie der Deutschen Bank. Und seit Jahresanfang, wo die Gerüchte so langsam aufkamen, hat die CoBa im Kurs um satte 42% (! ! !) zugelegt.

Von 5,70 auf 8,08 Euro, das ist ein guter Trade gewesen für jemanden, der im Januar eingestiegen ist. Auf lange Sicht aber ist dieser Anstieg im Chart kaum wahrnehmbar. Noch schlimmer ist die Lage beim Betrachten dieses Charts, der bis 2015 zurückreicht. 2016 lag das Tief in der Commerzbank-Aktie bei 5,20 Euro. Ende 2018 wurde dieses Tief fast wieder erreicht. Die Fusionsgerüchte mit der DB brachten die Kurswende für die Aktie. Der Markt preist positive Ereignisse immer schon mit Gerüchten und Erwartungen vorher in die Kurse ein.

Was, wenn nun die Fusion abgesagt wird? Die Phantasie wäre weg, und der Kurs würde einbrechen. Das kann sich die Commerzbank kaum leisten. In der Banken-Szene ist es ein offenes Geheimnis, dass es in Frankreich und den Niederlanden durchaus Banken geben soll, die Interesse daran hätten die Commerzbank relativ günstig zu schießen. Aber wohl am Ehesten könnte die italienische UniCredit bereit stehen als Käufer. Und das wäre wohl ein absolutes No Go für die Berliner Politik. Man sehe nur, zu was für einer leeren Hülle die Italiener die HypoVereinsbank gemacht haben, die einst eine der vier großen deutschen Banken war. Ein ähnliches Schicksal könnte der Commerzbank als UniCredit-Außenstelle bevorstehen.

Man darf davon ausgehen, dass die Bundesregierung dies nach Möglichkeit vermeiden will, im Sinne der finanziellen Staatsraison. Die Commerzbank selbst kann einen erneuten Kurseinbruch nicht brauchen, falls die DB-Fusion abgesagt wird. Durch den zuletzt immer weiter gestiegenen Aktienkurs wird nun auch die Fallhöhe nach einem Scheitern immer höher. Halten sich potenzielle ausländische Käufer danach erstmal zurück, könnte der CoBa-Kurs schön in die Tiefe rauschen. Dann könnten sie einen Anlauf nehmen für ihre Schnäppchenjagd. Und das kann die Berliner Politik kaum wollen. Olaf Scholz hat mit dem 15%-Anteil an der Commerzbank ein gewichtiges Wort mitzureden bei der letztlichen Entscheidung. Man darf durchaus vermuten, dass bei Problemen in den Fusionsgesprächen ein „nettes“ Machtwort des 15%-Eigentümers erfolgt. Los, seht zu, zieht die Fusion durch.

Commerzbank Handelssaal
Handelssaal der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: FNDE CC BY-SA 4.0

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