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Arbeitslosigkeit in Deutschland: Die Täuschung hinter der Täuschung

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Von Claudio Kummerfeld

Vor Kurzem hatten wir mit den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nachgewiesen, dass die Arbeitslosenquote statt bei 6,5 in Wirklichkeit bei 8,32% liegt. Heute analysieren wir die ganze Tiefe der tatsächlichen Arbeitslosigkeit in Deutschland – die Täuschung hinter der Täuschung…

Für Arbeitslosigkeit zuständig Vorstand der BA
Arbeitslosigkeit ist ihr Geschäft: Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit + „nahe dran“

Unter dieser „Rubrik“ möchten wir nochmal kurz die Berechnung zeigen, die wir in unserem letzten Artikel vom 30.04.2015 dargelegt hatten. Statt 2,8 Millionen Arbeitslosen sind es in Wirklichkeit 3,6 Millionen, und damit statt 6,5 tatsächlich 8,32% Arbeitslosenquote. Hier mit eingerechnet sind Arbeitslose, die laut Bundesagentur „nahe dran“ sind an richtiger Arbeitslosigkeit, die aber in der Tat alle richtig arbeitslos sind wie z.B. kranke Hartz 4-Bezieher, oder Hartz 4-Bezieher, die in Maßnahmen „untergebracht“ sind, oder Arbeitslose, die einfach nur zwischen 58-65 Jahre und damit „zu alt“ sind. Hierzu die Bundesagentur für Arbeit im Zitat “ Außerdem gelten nach § 16 Abs. 2 SGB III Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik als nicht arbeitslos.“ Die Agentur nennt das nicht „Arbeitslosigkeit“, sondern wie man hier sehen kann „Unterbeschäftigung„.

Arbeitslosigkeit sowie nahe dran...
Grafik: Bundesagentur für Arbeit / finanzmarktwelt.de

Berechnung der Arbeitslosigkeit

Wir sind aber noch weiter in die Niederungen des Zahlenmaterials eingetaucht. In einem Punkt sehen wir es identisch wie die Bundesagentur für Arbeit. Sie sagt Zitat:

„Beschäftigte Personen, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, aber wegen zu geringem Einkommen bedürftig nach dem SGB II sind und deshalb Arbeitslosengeld II erhalten, werden nicht als arbeitslos gezählt, weil das Kriterium der Beschäftigungslosigkeit nicht erfüllt ist.“

Die nun folgende Grafik bedarf der Erläuterung. 6,1 Mio Menschen beziehen insg. Hartz 4, darunter auch Kinder (nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte). So verbleiben 4,4 Mio Hartz 4-Empfänger. Von diesen 4,4 Mio Hartz 4-Empfängern, die arbeiten könnten (über 18 Jahre), werden nur 1,9 Mio Personen der Arbeitslosigkeit „zugerechnet“. Das heißt 1,9 Mio Hartz 4-Empfänger + 0,8 Mio „normale“ Arbeitslose (dämliche Zweiklassengesellschaft) ergeben zusammen die offizielle Zahl von 2,8 Mio Arbeitslosen (6,5% Quote). Sie blicken hoffentlich noch durch?

Arbeitslosigkeit Gesamtübersicht Grundsicherung
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Zieht man von den 4,4 Mio „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ (Hartz 4) die 1,9 Mio ab, die in die offizielle Arbeitslosenquote bereits einfließen, verbleiben 2,5 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht mit gezählt werden. Darunter fallen die von uns weiter oben bereits beschriebenen ca. 800.000 Menschen, die in Maßnahmen versteckt werden, die kurz mal krank sind und daher als nicht arbeitslos gelten sowie Menschen über 58, die arbeiten könnten, aber einfach weggelassen werden. Verbleiben noch 1,7 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht der „Arbeitslosigkeit“ zugerechnet werden.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslose ?!?

Diese 1,7 Mio Personen sind in der unten gezeigten Grafik enthalten, über dem grauen Strich. Hier wird es langsam zur persönlichen Ansichtssache des Betrachters, welche Personengruppen man in die „Arbeitslosigkeit“ mit einrechnet, um zu schauen, wie viele Menschen in Deutschland denn nun wirklich keine Arbeit haben. Es ist wirklich schwieriger, als man zuerst denkt. Hierin sind z.B. Menschen enthalten, denen „Arbeit nicht zumutbar war“, weil sie z.B. Angehörige pflegen, oder Menschen die arbeitsunfähig sind. Aber auch gibt es die Teilrubrik „Unbekannt“ und Studenten. 16% der „erwerbsfähigen“ Leistungsberechtigen sind „Aufstocker“, also arbeiten mind. 15 Stunden pro Woche. Entscheiden Sie selbst, was als Arbeitslos gezählt werden sollte oder nicht.

Ansichtssache

Je nach Betrachtungsweise möchten wir sagen, dass man aus diesem Zahlenwerk bei vorsichtiger Betrachtungsweise (grob geschätzt) ca. 600.000 Personen heranziehen kann, die man zur Berechnung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit hinzuzählen kann, also 3,6 (wir runden jetzt nur noch grob) + 0,6 Mio = 4,2 Mio Arbeitslose, ergibt eine Arbeitslosenquote von 9,76%.

Rechnet man nicht so vorsichtig, sondern bezieht auch andere Teile der Grafik mit ein (Aufstocker etc), so sollte man ca. 1,7 Mio Menschen zu den 3,6 Mio dazu addieren = 5,3 Mio Arbeitslose = 12,3% Arbeitslosenquote in Deutschland.

Aber wir möchten betonen: Aufstocker, die also z.B. 15, 20 oder 30 Std. im Monat arbeiten, können zwar von ihrer Arbeit nicht leben, aber sie gehen einer Arbeit nach, sind daher nach unserer Meinung nicht arbeitslos. Nur das mal als Beispiel. Wir ziehen es also vor die vorsichtigere Herangehensweise zu verwenden und von einer realen Arbeitslosenquote von 9,76% zu sprechen.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitlose
Mit dieser Grafik hinkt die Bundesagentur für Arbeit immer mehrere Monate hinterher, daher verschwimmen die exakten Zahlen ein wenig, aber im Großen und Ganzen kommt es immer noch hin.

Kommentar zu Anmerkungen

Wir haben zu unseren vorigen Artikeln zum Thema Arbeitslosigkeit dankerswerterweise viele EMails und Kommentare erhalten. Wir möchten hier kurz erläutern, warum wir einige Teilaspekte nicht mit in unsere Berechnungen einfließen lassen.

Ja, es wird wohl eine beträchtliche Zahl von Menschen geben, vor allem Rentner, Geringverdiener und Scheinselbständige, die Anspruch auf Hartz 4 hätten als sogenannte „Aufstocker“, die aber aus reiner Scham kein Hartz 4 beantragen. Laut einer Studie des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (Tochter der Bundesagentur für Arbeit) aus 2013 sind das 3 – 5 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist mehr aus bedauerlich und eine menschliche Tragödie. Aber wir meinen wenn es um die Betrachtung geht, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von vollständiger Arbeitslosigkeit betroffen sind, kann man diese Menschen nicht mitzählen, denn entweder haben sie Arbeit (wenn auch schlecht bezahlt), oder sie sind Rentner, und fallen nicht mehr rein in die Personengruppe, die zur „Verfügungsmasse“ der arbeitenden Bevölkerung zählt, da sie ja in Rente sind.

Auch erhielten wir vor Längerem einen Hinweis, dass in den Statistiken Personen fehlen, die arbeitslos sind, aber keine Transferleistungen erhalten, weil der Ehepartner zu viel verdient. Nach unserem Kenntnisstand sind diese Personen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik enthalten, aber eben nicht in der Hartz 4-Statistik, weil sie ja kein Hartz 4 beziehen. Wenn Sie andere Informationen haben, teilen Sie uns diese bitte mit, damit wir hier weiter recherchieren können.

Fazit

Oft liegt es im Auge des Betrachters, was per Definition jetzt tatsächlich „Arbeitslosigkeit“ ist und was nicht. Wir haben aber viele nach unserer Meinung eindeutige Teilbereiche, die die Bundesagentur für Arbeit weglässt, in die Arbeitslosenquote mit eingerechnet, Die tatsächliche Arbeitslosenquote, rechnet man auch noch so zurückhaltend, liegt bei mind. 8,32%, realistischer ist aber wohl eher 9,76%.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Kritik? Diskutieren Sie gerne mit uns in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel auf www.finanzmarktwelt.de !



Quelle: Bundesagentur für Arbeit

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    saf

    7. Mai 2015 15:05 at 15:05

    Mit den Zahlen zur Arbeitslosigkeit verhält es sich wie mit den Zahlen zu den hier lebenden Muslimen. Sie sind erfunden.

    Speyer Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung

    Süddeutsche v. 17.04 2007

    Ein Arbeitsloser ist in Speyer vor den Augen seiner Mutter verhungert. Die beiden hatten offenbar nicht genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Arbeitslose habe offensichtlich seit Monaten keine ausreichende Nahrung zu sich genommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

    Die Polizei hatte den jungen Mann am Sonntagabend tot in seiner Wohnung gefunden. Eine Obduktion des stark abgemagerten 20-Jährigen ergab Herz- und Kreislaufversagen als Todesursache. Seine 48 Jahre alte Mutter, die mit in der Wohnung lebte, musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
    Bei ihr wurden ebenfalls Mangelerscheinungen festgestellt. In einer ersten Befragung gab sie an, die beiden hätten nicht genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Tod des jungen Mannes ist nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler auf eine Mangelversorgung seiner Organe zurückzuführen. Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben. Seit dem vergangenen Jahr habe er mehrmals den Wunsch geäußert, zu sterben.

    Ihr Sohn habe nach derzeitigem Stand keine staatliche Unterstützung mehr bekommen, weil er Arbeitsangebote und Untersuchungen ausgeschlagen habe.

    Gegen widerspenstigen H4 Empfänger, zwei sind schon erschossen worden, eine Afrikanerin im Frankfurter Jobcenter und eine psychisch Kranke Frau, wird der ganze Polizeiapparat in Gang gesetzt. Wirtschaftskriminelle hingegen werden bewundert und wieder gewählt.

    Die erschossene Afrikanerin:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/im-jobcenter-polizistin-erschiesst-frau-nach-messerangriff-1634211.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/verfahren-gegen-polizistin-eingestellt-die-frau-in-jobcenter-erschoss-a-823155.html

    Die erschossene Andrea H..

    http://de.indymedia.org/2011/08/314913.shtml

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    Bademeister

    7. Mai 2015 18:14 at 18:14

    Wenn man aus dem 13. Stock springt ist die Welt beim Herunterkommen noch heil – erst beim Aufschlag ist dann alles vorbei.

    Dieser metaphorische „Flug“ dauert schon sehr lange und wird noch eine Weile andauern.

    Bis dahin werden weiterhin Bilanzen und Statistiken auf das Gröbste frisiert und schöngeschrieben.

    Irgendwann kommt dann der tatsächliche Aufprall.

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    FreeSpeech

    7. Mai 2015 19:14 at 19:14

    Irgendwie lernt man nie aus.
    Was mich extrem verwundert, dass diese Schranzen mit einem Monatsgehalt von über 20.000 € immer noch durch die Gegend stolzieren, wie mit des Kaisers neuen Kleider.
    JEDER, zumindest mit einem IQ über Zimmertemperatur weiß doch, dass die Zahlen gefaket und verfälscht sind. Trotzdem stolziert man durch die Gegend, als ob einen das nichts bis gar nichts anginge?
    Es ist ja nicht die Frechheit, dass man angelogen wird – das kommt in den besten Familien vor.
    Aber es ist eine bodenlose Frechheit, dass man scheinbar glaubt, die Steuerzahler und „Normalbürger“ würden DAS noch glauben.

  4. Avatar

    Helmut Brandl

    7. Mai 2015 19:16 at 19:16

    „Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben.“
    Ist auch einleuchtend, wenn ich nichts zu beissen habe werde ich auch depressiv!
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

  5. Avatar

    Uwe Greschuchna

    8. Mai 2015 06:53 at 06:53

    Arbeitslose, die keine Leistung nach SGB II beziehen weil der Ehe-/Lebenspartner zu hohes Einkommen hat, werden nirgends erfasst. Diese haben keinen Anspruch auf ALG 1, werden also nicht von der BA erfasst. Auf Grund des Einkommens des Ehe-/Lebenspartners haben sie keine Ansprüche auf Leistungen nach SGB II, werden also in den Jobcenter ebenfalls nicht erfasst.

    Das ist gängige Regelung und im Gesetz so vorgesehen. Zu hohes Einkommen als Bedarfsgemeinschaft, keine Ansprüche nach SGB II, keine Krankenversicherung, keine Leistung, keine Erfassung.

    Insofern gibt es in D. eine versteckte Arbeitslosigkeit, die nirgends statistisch erfasst wird.

  6. Avatar

    Robert Krol

    8. Mai 2015 10:10 at 10:10

    Es gibt eine weitere Gruppe tatsächlich arbeitsloser und arbeitssuchender Menschen, die vorsätzlich nicht mitgezählt werden in der Statistik:
    Alle diejenigen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind, aber in einem Lebensverhältnis stehen (v. a. Ehe oder Partnerschaft in Wohngemeinschaft), wo nach derzeitiger Gesetzgebung dann keine SGBII-Leistung zu zahlen ist, sondern der Partner mit seinem Einkommen ja den Arbeitslosen versorgen kann.
    Der Statistik-Trick: wer keine Leistung von der ARGE erhält, wird auch nicht als Arbeitslos mitgezählt, auch wenn er ganz offiziell als arbeitslos- und -suchend dort gemeldet ist.

    Um in der Statistik gezählt zu werden, muss man _unbedingt_geichzeitig_(!)_ alle Kriterien erfüllen: arbeitssuchend + dem Markt vollzeitig zur Verfügung stehend + Leistungen von der ARGE bekommend.

    Wenn eines dieser Kriterein nicht erfüllt wird, ist man laut offizieller Statistik nicht arbeitslos. Diese Gruppe von Menschen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind und dann, weil verheiratet mit einem Geld verdienenden Partner, keine Unterstützung mehr bekommen, ist sicherlich statistisch relevant, aber bisher gar nicht erfasst. Das sind ganz bestimmt mehrere hundertausend betroffene Menschen.

    Die Arbeitslosenstatistik ist ein ganz großer Betrug, und das Ärgerlichste daran ist, dass unsere ganzen Medien, ob seriöse Tageszeitungen oder ÖR-Rundfunk und -Fernsehen, den Betrug mitmachen, anstatt zu jeder monatlichen Meldung eine Klarstellung zu bringen, mit der den „offiziellen“ Zahlen die wahren Zahlen gegenübergestellt werden. Hier sind unsere Medien total devot vor der Politik und versagen trotz der vielbeschworenen Meinungs- und Pressefreiheit total.

  7. Avatar

    Margret

    8. Mai 2015 20:29 at 20:29

    Leider werden die Menschen, die von den Arbeitslosen leben werden auch nirgends berücksichtigt. Wenn es keine Arbeitslosen gäbe, müßten diese ja auch produktiv Arbeiten.
    Wieviele sind denn in…
    – Jobcenter, Arbeitsämtern und ARGEn (Betreuung von ALG I, ALGII, Grundsicherung)
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzten in den Landes- und Bundesverwaltungen der BA
    – Amtsärzte, Amstpsychologen, Sozialermittlern
    – Mitarbeiter in den Beratungsstellen
    – Anwälte und ihre Sekretärinnen die sich auf das SGB spezialisiert haben
    – Mitarbeiter an den Sozialgerichten, die die Schwächen des SGB ausgleichen dürfen
    – Sozialarbeiter, Dozenten und deren Vorgesetzten in Maßnahmen
    – Sozialarbeiter, Betreuer und deren Vorgesetzten in Arbeitsgelegenheiten
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in privaten Jobvermittlungagenturen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in Leih- und Zeitarbeitsfirmen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte von Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern, Tafeln und ähnlichen Einrichtungen

    Schon die Menge an Unternehmen, Institutionen und Behörden die ihr Geld mit den Arbeitslosen verdienen zeigt mir wie krank das System ist.

    • Avatar

      joah

      13. Mai 2015 09:29 at 09:29

      Ein „Arbeitsamt“ gibt es nicht mehr – heißt jetzt nur noch „Jobcenter“, da unsere Regierung langsam aus der Täuschung im Rechtsverkehr raus will – gleiches gilt für das ehenmals benannte „Einwohnermeldeamt“, welches jetzt auch nur noch „Bürgerbüro“ heißt. Ich warte nur noch auf eine Konvertierung zu einem „Finanzcenter“.

  8. Avatar

    Rainer Wenk

    9. Mai 2015 15:47 at 15:47

    S. 21 aktueller Arbeitsmarktbericht BA
    „Außer den Leistungsempfängern gab es fast 289.000 arbeitslose Menschen, die im Dezember keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben.“

    Eine aktuelle Zahl kann oder will die BA nicht nennen. Auf meine Anfrage vor einigen Jahren wurde mir bestätigt, dass diese Gruppe nicht als arbeitslos zählt.
    Im Schnitt sind seit Jahren ca. 300.000 Personen betroffen. Da diese Gruppe aufgrund des Nichtleitungsbezuges keinerlei Leistungen wie z.B. Bewerbungskurse, Umschulung, VGS erhalten, zählen sie auch nicht als arbeitslos. Vergleichbar ist da mit einer Krankenmeldung, wobei diese Gruppe immer noch finanzielle Leistungen von der BA erhält.

  9. Avatar

    Lu

    31. Mai 2015 03:32 at 03:32

    Wirklich interessant wäre es doch, dieser Untersuchung hier nun eine entsprechende Analyse VOR der Agenda 2010 entgegenzustellen und daraus Schlussfolgerungen über die tatsächliche ENTWICKLUNG der Arbeitslosenzahlen zu ziehen. Würde mich jedenfalls sehr interessieren!

  10. Avatar

    F.Schuler

    1. Juni 2016 14:43 at 14:43

    Rentner können per Definition kein Hartz IV beziehen, ebensowenig, wer erwerbsunfähig ist. Neben dem sgb 2 (Hartz IV) gibt es nach wie vor Sozialhilfe nach dem sgb 12, hier die Kapitel 3 – 9. Die Sozialhilfe nennt sich seit 2005 Grundsicherung, es sind gut 3 Millionen Menschen in Sozialhilfe.

    Hartz IV erhält, wer mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann und zwischen 15 und 65 Jahre alt ist (außer die Zwangs-Frühverrenteten ab 63 mit lebenslangen Rentenabschlägen). Das sind derzeit rund 4,4 Mio Berechtigte nebst rund 1,5 Millionen Kinder (unter 15 Jahren) in den Familien.

  11. Avatar

    müller

    20. August 2016 22:09 at 22:09

    alles quatsch
    weils keine
    arbeit gibt , gibts keine arbeitslosen
    problem gelöst. oder?

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Nullzinsphase in der Realität: BaFin entzieht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis

Claudio Kummerfeld

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Nullzinsphase

Die Nullzinsphase erfreut zwar private Kreditnehmer und Staaten, die sich zum Traumkonditionen verschulden können. Aber wo Kredite für die einen nur Schulden sind, da sind sie auf der anderen Seite für Fondsgesellschaften, Rentenversicherungen und Pensionskassen nichts anderes als eine Geldanlage, die Zinsen abwerfen muss. Tut sie das nicht, geraten die Zusagen gegenüber den Kunden und die gesamten Kalkulationen der Kassen ins Wanken. Neben 20 Lebensversicherungsgesellschaften hat die BaFin derzeit auch 36 Pensionskassen unter sogenannter „verschärfter Beobachtung“.

Zwei Pensionskassen endgültig ohne Betriebserlaubnis

Schon im Jahr 2018 hatte die BaFin den Pensionskassen „Kölner Pensionskasse“ und „Pensionskasse der Caritas“ die Anordnung erteilt, dass sie nicht weiter ihrer Arbeit nachgehen dürfen (wir berichteten damals). Die beiden legten aber Widerspruch ein. Nun hat die BaFin offiziell mitgeteilt, dass die Entziehung der Betriebserlaubnis für die beiden Pensionskassen rechtskräftig ist, rückwirkend zum 31.12.2020 (hier und hier die offiziellen Mitteilungen). Beide Meldungen sind im Wortlaut identisch, daher drucken wir hier nur eine ab. Zitat:

Die BaFin hat gemäß § 304 Absatz 1 Nr. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) die Erlaubnis zum Betrieb des Versicherungsgeschäfts der Pensionskasse der Caritas VVaG mit Bescheid vom 24. Oktober 2018 widerrufen. Das Unternehmen konnte die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllen und hat einen Finanzierungsplan zur Beseitigung dieser Unterdeckung vorgelegt, der aus Sicht der BaFin unzureichend war. Der Bescheid ist mit Ablauf des 31. Dezember 2020 bestandskräftig geworden. Der Betrieb des Versicherungsgeschäfts ohne die erforderliche Erlaubnis stellt eine Straftat dar. Gemäß § 304 Absatz 5 VAG darf die Pensionskasse der Caritas VVaG keine neuen Versicherungsverträge abschließen und bestehende Versicherungsverträge weder verlängern noch erhöhen.

In der Realität bedeutet dies, dass diese beiden Pensionskassen nur noch ihr vorhandenes Bestandsgeschäft abwickeln dürfen. Den insgesamt 55.000 betroffenen Anspruchsinhabern auf Pensionen dürften womöglich nach und nach Kürzungen ihrer Ansprüche und Auszahlungen bevorstehen. Die beiden Pensionskassen sind nun sozusagen in Liquidation. Sie werden noch solange bestehen, bis die letzten der jetzt noch eher jungen Mitglieder irgendwann sterben. Also werden diese Pensionskassen also auf Jahrzehnte hinweg Abwicklungsanstalten mit Restbeständen sein.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es ist, wie es ist. Das Finanzsystem und in diesem Fall das System der Pensionskassen beruht vor allem darauf, dass die eingezahlten Beiträge auch am Kapitalmarkt Zinsen abwerfen, damit die vorhandenen Vermögensbestände sich vermehren. Seit Jahren knabbert nun die Nullzinsphase an den Reserven. Womöglich sind diese beiden Kassen nur der Anfang einer Entwicklung? Denn man sieht es ja, die Zinsen in Euroland werden noch sehr lange auf der Null-Linie verharren.

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Aktuell: Citigroup und Wells Fargo melden Quartalszahlen

Claudio Kummerfeld

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Die Quartalszahlen von Citigroup und Wells Fargo wurden soeben veröffentlicht. Zunächst Citi. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 16,50 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 18,38/erwartet 16,50).

Der Gewinn liegt bei 2,08 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,11/erwartet 1,35).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,7 Prozent.

Die Kreditausfälle sinken von 1,84 vor einem Jahr auf 1,27 Milliarden Dollar im letzten Quartal. Von den Rücklagen für möglicherweise noch ausfallende Kredite wurden 197 Millionen Dollar abgebaut, was also den Gewinn erhöht.

Citigroup-Quartalszahlen

Wells Fargo

Die große Konsumentenbank Wells Fargo hat soeben auch ihre Zahlen veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 17,93 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,86/Erwartungen 18,1).

Der Gewinn liegt bei 0,64 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 0,60/Erwartungen 0,59).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -5 Prozent.

Risikovorsorge für Kreditausfälle reduziert um 179 Millionen Dollar.

Wells Fargo Quartalszahlen

Wells Fargo Schriftzug
Foto: Gabriel Vanslette CC BY 3.0

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Aktien

Autonomes Fahren: Jetzt kommt Apple – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Kinder haben jetzt genug gespielt und gestümpert. Nun will es Apple machen, nachdem die Resultate bislang nicht befriedigend sind. Worum geht es?

Sicherlich haben Sie der Berichterstattung der letzten Tage entnommen, dass das US-Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino sich nun dem Autonomen Fahren annimmt. Offenbar plant man gemeinsam mit dem koreanischen Autobauer Hyundai den Bau eines bzw. mehrerer autonom fahrender Roboterautos. Während die konventionellen Autobauer unverändert an ihren semi-autonomen Fahrassistenten basteln, geht Apple nun aufs Ganze.

Am Markt sorgte diese Perspektive für positive Unruhe. Denn man weiß, was Apple macht hat normalerweise Hand und Fuß und wird sehr oft zur großartigen Erfolgsgeschichte. So krachte zuletzt schon einmal die Aktie der Hyundai durch die Decke. Obwohl die Korea-Aktie zuletzt wieder korrigierte, steht hier für die Aktionäre immer noch ein starker Wochengewinn von 30 % zu Buche.

Aber lassen wir Hyundai einmal Hyundai sein und untersuchen, warum dem autonomen Fahren bislang noch nicht der Durchbruch beschieden war. Das Stichwort ist hier LiDAR oder Light Detection and Ranging. Vereinfacht gesprochen misst ein LiDAR-Sensor mit einem gepulsten Laser in seinem Sichtfeld die Entfernung zwischen sich und einem Gegenstand.

Damit steht und fällt die Idee des Autonomen Fahrens mit diesen Sensoren. Die gute Nachricht: Die Technologie ist gut erforscht und funktioniert. Die schlechte Nachricht: Ein halbwegs leistungsfähiger LiDAR-Sensor kann schon einmal rund 20.000 USD pro Stück kosten. Außerdem sind die Geräte sperrig. ZU Deutsch: Mit den derzeit verfügbaren LiDAR-Sensoren wird Autonomes Fahren in diesem Jahrhundert keine Realität mehr. Folglich ist das Marktvolumen dieser…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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