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Arbeitslosigkeit in Deutschland: Die Täuschung hinter der Täuschung

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Vor Kurzem hatten wir mit den offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nachgewiesen, dass die Arbeitslosenquote statt bei 6,5 in Wirklichkeit bei 8,32% liegt. Heute analysieren wir die ganze Tiefe der tatsächlichen Arbeitslosigkeit in Deutschland – die Täuschung hinter der Täuschung…

Für Arbeitslosigkeit zuständig Vorstand der BA
Arbeitslosigkeit ist ihr Geschäft: Der Vorstand der Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bundesagentur für Arbeit

Arbeitslosigkeit + „nahe dran“

Unter dieser „Rubrik“ möchten wir nochmal kurz die Berechnung zeigen, die wir in unserem letzten Artikel vom 30.04.2015 dargelegt hatten. Statt 2,8 Millionen Arbeitslosen sind es in Wirklichkeit 3,6 Millionen, und damit statt 6,5 tatsächlich 8,32% Arbeitslosenquote. Hier mit eingerechnet sind Arbeitslose, die laut Bundesagentur „nahe dran“ sind an richtiger Arbeitslosigkeit, die aber in der Tat alle richtig arbeitslos sind wie z.B. kranke Hartz 4-Bezieher, oder Hartz 4-Bezieher, die in Maßnahmen „untergebracht“ sind, oder Arbeitslose, die einfach nur zwischen 58-65 Jahre und damit „zu alt“ sind. Hierzu die Bundesagentur für Arbeit im Zitat “ Außerdem gelten nach § 16 Abs. 2 SGB III Teilnehmer an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik als nicht arbeitslos.“ Die Agentur nennt das nicht „Arbeitslosigkeit“, sondern wie man hier sehen kann „Unterbeschäftigung„.

Arbeitslosigkeit sowie nahe dran...
Grafik: Bundesagentur für Arbeit / finanzmarktwelt.de

Berechnung der Arbeitslosigkeit

Wir sind aber noch weiter in die Niederungen des Zahlenmaterials eingetaucht. In einem Punkt sehen wir es identisch wie die Bundesagentur für Arbeit. Sie sagt Zitat:

„Beschäftigte Personen, die mindestens 15 Stunden in der Woche arbeiten, aber wegen zu geringem Einkommen bedürftig nach dem SGB II sind und deshalb Arbeitslosengeld II erhalten, werden nicht als arbeitslos gezählt, weil das Kriterium der Beschäftigungslosigkeit nicht erfüllt ist.“

Die nun folgende Grafik bedarf der Erläuterung. 6,1 Mio Menschen beziehen insg. Hartz 4, darunter auch Kinder (nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte). So verbleiben 4,4 Mio Hartz 4-Empfänger. Von diesen 4,4 Mio Hartz 4-Empfängern, die arbeiten könnten (über 18 Jahre), werden nur 1,9 Mio Personen der Arbeitslosigkeit „zugerechnet“. Das heißt 1,9 Mio Hartz 4-Empfänger + 0,8 Mio „normale“ Arbeitslose (dämliche Zweiklassengesellschaft) ergeben zusammen die offizielle Zahl von 2,8 Mio Arbeitslosen (6,5% Quote). Sie blicken hoffentlich noch durch?

Arbeitslosigkeit Gesamtübersicht Grundsicherung
Grafik: Bundesagentur für Arbeit

Zieht man von den 4,4 Mio „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ (Hartz 4) die 1,9 Mio ab, die in die offizielle Arbeitslosenquote bereits einfließen, verbleiben 2,5 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht mit gezählt werden. Darunter fallen die von uns weiter oben bereits beschriebenen ca. 800.000 Menschen, die in Maßnahmen versteckt werden, die kurz mal krank sind und daher als nicht arbeitslos gelten sowie Menschen über 58, die arbeiten könnten, aber einfach weggelassen werden. Verbleiben noch 1,7 Mio Personen, die arbeiten könnten, aber nicht der „Arbeitslosigkeit“ zugerechnet werden.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitslose ?!?

Diese 1,7 Mio Personen sind in der unten gezeigten Grafik enthalten, über dem grauen Strich. Hier wird es langsam zur persönlichen Ansichtssache des Betrachters, welche Personengruppen man in die „Arbeitslosigkeit“ mit einrechnet, um zu schauen, wie viele Menschen in Deutschland denn nun wirklich keine Arbeit haben. Es ist wirklich schwieriger, als man zuerst denkt. Hierin sind z.B. Menschen enthalten, denen „Arbeit nicht zumutbar war“, weil sie z.B. Angehörige pflegen, oder Menschen die arbeitsunfähig sind. Aber auch gibt es die Teilrubrik „Unbekannt“ und Studenten. 16% der „erwerbsfähigen“ Leistungsberechtigen sind „Aufstocker“, also arbeiten mind. 15 Stunden pro Woche. Entscheiden Sie selbst, was als Arbeitslos gezählt werden sollte oder nicht.

Ansichtssache

Je nach Betrachtungsweise möchten wir sagen, dass man aus diesem Zahlenwerk bei vorsichtiger Betrachtungsweise (grob geschätzt) ca. 600.000 Personen heranziehen kann, die man zur Berechnung der tatsächlichen Arbeitslosigkeit hinzuzählen kann, also 3,6 (wir runden jetzt nur noch grob) + 0,6 Mio = 4,2 Mio Arbeitslose, ergibt eine Arbeitslosenquote von 9,76%.

Rechnet man nicht so vorsichtig, sondern bezieht auch andere Teile der Grafik mit ein (Aufstocker etc), so sollte man ca. 1,7 Mio Menschen zu den 3,6 Mio dazu addieren = 5,3 Mio Arbeitslose = 12,3% Arbeitslosenquote in Deutschland.

Aber wir möchten betonen: Aufstocker, die also z.B. 15, 20 oder 30 Std. im Monat arbeiten, können zwar von ihrer Arbeit nicht leben, aber sie gehen einer Arbeit nach, sind daher nach unserer Meinung nicht arbeitslos. Nur das mal als Beispiel. Wir ziehen es also vor die vorsichtigere Herangehensweise zu verwenden und von einer realen Arbeitslosenquote von 9,76% zu sprechen.

Arbeitslosigkeit ohne Arbeitlose
Mit dieser Grafik hinkt die Bundesagentur für Arbeit immer mehrere Monate hinterher, daher verschwimmen die exakten Zahlen ein wenig, aber im Großen und Ganzen kommt es immer noch hin.

Kommentar zu Anmerkungen

Wir haben zu unseren vorigen Artikeln zum Thema Arbeitslosigkeit dankerswerterweise viele EMails und Kommentare erhalten. Wir möchten hier kurz erläutern, warum wir einige Teilaspekte nicht mit in unsere Berechnungen einfließen lassen.

Ja, es wird wohl eine beträchtliche Zahl von Menschen geben, vor allem Rentner, Geringverdiener und Scheinselbständige, die Anspruch auf Hartz 4 hätten als sogenannte „Aufstocker“, die aber aus reiner Scham kein Hartz 4 beantragen. Laut einer Studie des „Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (Tochter der Bundesagentur für Arbeit) aus 2013 sind das 3 – 5 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist mehr aus bedauerlich und eine menschliche Tragödie. Aber wir meinen wenn es um die Betrachtung geht, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich von vollständiger Arbeitslosigkeit betroffen sind, kann man diese Menschen nicht mitzählen, denn entweder haben sie Arbeit (wenn auch schlecht bezahlt), oder sie sind Rentner, und fallen nicht mehr rein in die Personengruppe, die zur „Verfügungsmasse“ der arbeitenden Bevölkerung zählt, da sie ja in Rente sind.

Auch erhielten wir vor Längerem einen Hinweis, dass in den Statistiken Personen fehlen, die arbeitslos sind, aber keine Transferleistungen erhalten, weil der Ehepartner zu viel verdient. Nach unserem Kenntnisstand sind diese Personen in der offiziellen Arbeitslosenstatistik enthalten, aber eben nicht in der Hartz 4-Statistik, weil sie ja kein Hartz 4 beziehen. Wenn Sie andere Informationen haben, teilen Sie uns diese bitte mit, damit wir hier weiter recherchieren können.

Fazit

Oft liegt es im Auge des Betrachters, was per Definition jetzt tatsächlich „Arbeitslosigkeit“ ist und was nicht. Wir haben aber viele nach unserer Meinung eindeutige Teilbereiche, die die Bundesagentur für Arbeit weglässt, in die Arbeitslosenquote mit eingerechnet, Die tatsächliche Arbeitslosenquote, rechnet man auch noch so zurückhaltend, liegt bei mind. 8,32%, realistischer ist aber wohl eher 9,76%.

Haben Sie Fragen, Anregungen, Kritik? Diskutieren Sie gerne mit uns in der Kommentarfunktion unter diesem Artikel auf www.finanzmarktwelt.de !



Quelle: Bundesagentur für Arbeit

16 Kommentare

16 Comments

  1. Avatar

    saf

    7. Mai 2015 15:05 at 15:05

    Mit den Zahlen zur Arbeitslosigkeit verhält es sich wie mit den Zahlen zu den hier lebenden Muslimen. Sie sind erfunden.

    Speyer Arbeitsloser verhungert in seiner Wohnung

    Süddeutsche v. 17.04 2007

    Ein Arbeitsloser ist in Speyer vor den Augen seiner Mutter verhungert. Die beiden hatten offenbar nicht genug Geld, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Arbeitslose habe offensichtlich seit Monaten keine ausreichende Nahrung zu sich genommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

    Die Polizei hatte den jungen Mann am Sonntagabend tot in seiner Wohnung gefunden. Eine Obduktion des stark abgemagerten 20-Jährigen ergab Herz- und Kreislaufversagen als Todesursache. Seine 48 Jahre alte Mutter, die mit in der Wohnung lebte, musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
    Bei ihr wurden ebenfalls Mangelerscheinungen festgestellt. In einer ersten Befragung gab sie an, die beiden hätten nicht genug Geld gehabt, um Lebensmittel zu kaufen.

    Der Tod des jungen Mannes ist nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler auf eine Mangelversorgung seiner Organe zurückzuführen. Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben. Seit dem vergangenen Jahr habe er mehrmals den Wunsch geäußert, zu sterben.

    Ihr Sohn habe nach derzeitigem Stand keine staatliche Unterstützung mehr bekommen, weil er Arbeitsangebote und Untersuchungen ausgeschlagen habe.

    Gegen widerspenstigen H4 Empfänger, zwei sind schon erschossen worden, eine Afrikanerin im Frankfurter Jobcenter und eine psychisch Kranke Frau, wird der ganze Polizeiapparat in Gang gesetzt. Wirtschaftskriminelle hingegen werden bewundert und wieder gewählt.

    Die erschossene Afrikanerin:

    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/im-jobcenter-polizistin-erschiesst-frau-nach-messerangriff-1634211.html

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/verfahren-gegen-polizistin-eingestellt-die-frau-in-jobcenter-erschoss-a-823155.html

    Die erschossene Andrea H..

    http://de.indymedia.org/2011/08/314913.shtml

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    Bademeister

    7. Mai 2015 18:14 at 18:14

    Wenn man aus dem 13. Stock springt ist die Welt beim Herunterkommen noch heil – erst beim Aufschlag ist dann alles vorbei.

    Dieser metaphorische „Flug“ dauert schon sehr lange und wird noch eine Weile andauern.

    Bis dahin werden weiterhin Bilanzen und Statistiken auf das Gröbste frisiert und schöngeschrieben.

    Irgendwann kommt dann der tatsächliche Aufprall.

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    FreeSpeech

    7. Mai 2015 19:14 at 19:14

    Irgendwie lernt man nie aus.
    Was mich extrem verwundert, dass diese Schranzen mit einem Monatsgehalt von über 20.000 € immer noch durch die Gegend stolzieren, wie mit des Kaisers neuen Kleider.
    JEDER, zumindest mit einem IQ über Zimmertemperatur weiß doch, dass die Zahlen gefaket und verfälscht sind. Trotzdem stolziert man durch die Gegend, als ob einen das nichts bis gar nichts anginge?
    Es ist ja nicht die Frechheit, dass man angelogen wird – das kommt in den besten Familien vor.
    Aber es ist eine bodenlose Frechheit, dass man scheinbar glaubt, die Steuerzahler und „Normalbürger“ würden DAS noch glauben.

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    Helmut Brandl

    7. Mai 2015 19:16 at 19:16

    „Die Mutter habe ihren Sohn als depressiv und phlegmatisch beschrieben.“
    Ist auch einleuchtend, wenn ich nichts zu beissen habe werde ich auch depressiv!
    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen.

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    Uwe Greschuchna

    8. Mai 2015 06:53 at 06:53

    Arbeitslose, die keine Leistung nach SGB II beziehen weil der Ehe-/Lebenspartner zu hohes Einkommen hat, werden nirgends erfasst. Diese haben keinen Anspruch auf ALG 1, werden also nicht von der BA erfasst. Auf Grund des Einkommens des Ehe-/Lebenspartners haben sie keine Ansprüche auf Leistungen nach SGB II, werden also in den Jobcenter ebenfalls nicht erfasst.

    Das ist gängige Regelung und im Gesetz so vorgesehen. Zu hohes Einkommen als Bedarfsgemeinschaft, keine Ansprüche nach SGB II, keine Krankenversicherung, keine Leistung, keine Erfassung.

    Insofern gibt es in D. eine versteckte Arbeitslosigkeit, die nirgends statistisch erfasst wird.

  6. Avatar

    Robert Krol

    8. Mai 2015 10:10 at 10:10

    Es gibt eine weitere Gruppe tatsächlich arbeitsloser und arbeitssuchender Menschen, die vorsätzlich nicht mitgezählt werden in der Statistik:
    Alle diejenigen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind, aber in einem Lebensverhältnis stehen (v. a. Ehe oder Partnerschaft in Wohngemeinschaft), wo nach derzeitiger Gesetzgebung dann keine SGBII-Leistung zu zahlen ist, sondern der Partner mit seinem Einkommen ja den Arbeitslosen versorgen kann.
    Der Statistik-Trick: wer keine Leistung von der ARGE erhält, wird auch nicht als Arbeitslos mitgezählt, auch wenn er ganz offiziell als arbeitslos- und -suchend dort gemeldet ist.

    Um in der Statistik gezählt zu werden, muss man _unbedingt_geichzeitig_(!)_ alle Kriterien erfüllen: arbeitssuchend + dem Markt vollzeitig zur Verfügung stehend + Leistungen von der ARGE bekommend.

    Wenn eines dieser Kriterein nicht erfüllt wird, ist man laut offizieller Statistik nicht arbeitslos. Diese Gruppe von Menschen, die länger als 1 Jahr arbeitslos sind und dann, weil verheiratet mit einem Geld verdienenden Partner, keine Unterstützung mehr bekommen, ist sicherlich statistisch relevant, aber bisher gar nicht erfasst. Das sind ganz bestimmt mehrere hundertausend betroffene Menschen.

    Die Arbeitslosenstatistik ist ein ganz großer Betrug, und das Ärgerlichste daran ist, dass unsere ganzen Medien, ob seriöse Tageszeitungen oder ÖR-Rundfunk und -Fernsehen, den Betrug mitmachen, anstatt zu jeder monatlichen Meldung eine Klarstellung zu bringen, mit der den „offiziellen“ Zahlen die wahren Zahlen gegenübergestellt werden. Hier sind unsere Medien total devot vor der Politik und versagen trotz der vielbeschworenen Meinungs- und Pressefreiheit total.

  7. Avatar

    Margret

    8. Mai 2015 20:29 at 20:29

    Leider werden die Menschen, die von den Arbeitslosen leben werden auch nirgends berücksichtigt. Wenn es keine Arbeitslosen gäbe, müßten diese ja auch produktiv Arbeiten.
    Wieviele sind denn in…
    – Jobcenter, Arbeitsämtern und ARGEn (Betreuung von ALG I, ALGII, Grundsicherung)
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzten in den Landes- und Bundesverwaltungen der BA
    – Amtsärzte, Amstpsychologen, Sozialermittlern
    – Mitarbeiter in den Beratungsstellen
    – Anwälte und ihre Sekretärinnen die sich auf das SGB spezialisiert haben
    – Mitarbeiter an den Sozialgerichten, die die Schwächen des SGB ausgleichen dürfen
    – Sozialarbeiter, Dozenten und deren Vorgesetzten in Maßnahmen
    – Sozialarbeiter, Betreuer und deren Vorgesetzten in Arbeitsgelegenheiten
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in privaten Jobvermittlungagenturen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte in Leih- und Zeitarbeitsfirmen
    – Mitarbeiter und deren Vorgesetzte von Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern, Tafeln und ähnlichen Einrichtungen

    Schon die Menge an Unternehmen, Institutionen und Behörden die ihr Geld mit den Arbeitslosen verdienen zeigt mir wie krank das System ist.

    • Avatar

      joah

      13. Mai 2015 09:29 at 09:29

      Ein „Arbeitsamt“ gibt es nicht mehr – heißt jetzt nur noch „Jobcenter“, da unsere Regierung langsam aus der Täuschung im Rechtsverkehr raus will – gleiches gilt für das ehenmals benannte „Einwohnermeldeamt“, welches jetzt auch nur noch „Bürgerbüro“ heißt. Ich warte nur noch auf eine Konvertierung zu einem „Finanzcenter“.

  8. Avatar

    Rainer Wenk

    9. Mai 2015 15:47 at 15:47

    S. 21 aktueller Arbeitsmarktbericht BA
    „Außer den Leistungsempfängern gab es fast 289.000 arbeitslose Menschen, die im Dezember keine Geldleistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder der Grundsicherung für Arbeitsuchende bezogen haben.“

    Eine aktuelle Zahl kann oder will die BA nicht nennen. Auf meine Anfrage vor einigen Jahren wurde mir bestätigt, dass diese Gruppe nicht als arbeitslos zählt.
    Im Schnitt sind seit Jahren ca. 300.000 Personen betroffen. Da diese Gruppe aufgrund des Nichtleitungsbezuges keinerlei Leistungen wie z.B. Bewerbungskurse, Umschulung, VGS erhalten, zählen sie auch nicht als arbeitslos. Vergleichbar ist da mit einer Krankenmeldung, wobei diese Gruppe immer noch finanzielle Leistungen von der BA erhält.

  9. Avatar

    Lu

    31. Mai 2015 03:32 at 03:32

    Wirklich interessant wäre es doch, dieser Untersuchung hier nun eine entsprechende Analyse VOR der Agenda 2010 entgegenzustellen und daraus Schlussfolgerungen über die tatsächliche ENTWICKLUNG der Arbeitslosenzahlen zu ziehen. Würde mich jedenfalls sehr interessieren!

  10. Avatar

    F.Schuler

    1. Juni 2016 14:43 at 14:43

    Rentner können per Definition kein Hartz IV beziehen, ebensowenig, wer erwerbsunfähig ist. Neben dem sgb 2 (Hartz IV) gibt es nach wie vor Sozialhilfe nach dem sgb 12, hier die Kapitel 3 – 9. Die Sozialhilfe nennt sich seit 2005 Grundsicherung, es sind gut 3 Millionen Menschen in Sozialhilfe.

    Hartz IV erhält, wer mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann und zwischen 15 und 65 Jahre alt ist (außer die Zwangs-Frühverrenteten ab 63 mit lebenslangen Rentenabschlägen). Das sind derzeit rund 4,4 Mio Berechtigte nebst rund 1,5 Millionen Kinder (unter 15 Jahren) in den Familien.

  11. Avatar

    müller

    20. August 2016 22:09 at 22:09

    alles quatsch
    weils keine
    arbeit gibt , gibts keine arbeitslosen
    problem gelöst. oder?

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Experte: Finger weg von Deutsche Bank und Commerzbank

Redaktion

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Von

Andre Stagge über Commerzbank und Deutsche Bank

Der Börsenexperte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) rät als Langfristinvestment ganz klar ab von Aktien wie Deutsche Bank und Commerzbank. Ausführlich bespricht er die Krise der Banken, und warum 2021 wohl kein gutes Jahr für sie werden wird. Auch wenn die Kurse auf den ersten Blick günstig zu sein scheinen. Eine Welle an Kreditausfällen könnte nun anstehen. Das Thema der faulen Kredite, die auch schon vor der Coronakrise da waren, aber jetzt noch deutlich ansteigen dürfen, besprechen wir oft auf FMW (siehe zum Beispiel hier). Andre Stagge geht aktuell darauf näher ein, und bietet eine Art Gesamtüberblick auf die Lage der Bankenbranche in der Krise.

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Verbraucherpreise in Deflation – Rabattschlacht bei Bekleidung

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in einer Klemme

Für die deutschen Verbraucherpreise im Monat Dezember liegen ganz frisch die endgültigen und ausführlichen Daten vor. Weiterhin hängen sie mit -0,3 Prozent in der Deflation. Wie die Details zeigen, passiert genau das was man erwarten darf. Weil alle Daten zeigen, dass die stationären Verkäufer in den Bereichen Bekleidung und Schuhe die großen Corona-Verlierer im Einzelhandel sind, durfte man von einer kräftigen Rabattschlacht ausgehen. Und so kam es auch. Dank Lockdown muss man mit kräftigen Rabatten die Produkte online an die Kunden bringen – Hauptsache man bekommt überhaupt Geld in die Kasse um durchzuhalten?

So kam für den Bereich Bekleidung und Schuhe im Dezember im Jahresvergleich ein deutliches Minus von 5,4 Prozent zustande. Oben drauf kommt ja für alle Endkundenprodukte noch dazu, dass der Dezember der letzte Monat mit reduzierter Mehrwertsteuer dazu. Dieser Faktor wird sich wohl auf alle Segmente ausgewirkt haben – weshalb man aber für Januar mit steigenden Preisen rechnen darf? Die Verbraucherpreise für den Sektor Verkehr lagen mit 2,7 Prozent im Minus. Hier wirken nach wie vor die schwachen Energiepreise.

Grafik zeigt Details der Verbraucherpreise für Dezember

An dieser Stelle zitieren wir auszugsweise die aktuellen Aussagen des Statistischen Bundesamts zum Gesamtjahresvergleich zwischen 2019 und 2020:

Im Jahresdurchschnitt 2020 verbilligten sich vor allem die Energieprodukte

Die Energieprodukte verbilligten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 4,8 % nach einem Anstieg um 1,4 % im Jahr 2019. Preisrückgänge gab es insbesondere bei leichtem Heizöl (-25,9 %) und bei Kraftstoffen (-9,9 %). Verantwortlich war neben der Senkung der Mehrwertsteuersätze vor allem der Ölpreisverfall auf dem Weltmarkt in den ersten Monaten des Jahres. Dagegen verteuerte sich Strom um 3,0 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Jahresteuerungsrate 2020 bei +1,1 % gelegen.

Preise für Nahrungsmittel überdurchschnittlich gestiegen

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich 2020 gegenüber 2019 überdurchschnittlich um 2,4 %. Im Jahresverlauf hat sich der Preisauftrieb zeitgleich mit der Senkung der Mehrwertsteuersätze abgeschwächt. Deutlich teurer waren im Jahr 2020 Obst (+7,1 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+6,1 %). Günstiger hingegen wurden insbesondere Speiseöle und Speisefette (-4,1 %).

Waren verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %

Waren insgesamt verbilligten sich 2020 gegenüber 2019 um 0,4 %. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich Tabakwaren (+4,9 %) deutlich, die von der Senkung der Mehrwertsteuersätze ausgenommen wurden. Unter den Gebrauchsgütern verbilligten sich zum Beispiel Telefone (-6,0 %) sowie Geräte der Informationsverarbeitung (-4,4 %).

Dienstleistungen verteuerten sich 2020 gegenüber 2019 um 1,3 %

Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber 2019 mit +1,3 % überdurchschnittlich, darunter Nettokaltmieten mit +1,4 %. Bei einigen Dienstleistungen stiegen die Preise deutlich stärker, unter anderem für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Leistungen für Friseure und Körperpflege (+4,1 %) sowie für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,2 %). Die Ursachen hierfür waren vielschichtig, neben der Mindestlohnerhöhung dürfte auch der Aufwand für Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von Corona-Infektionen relevant gewesen sein. Günstiger wurden vor allem Fahrkarten im Bahnfernverkehr (-14,9 %), bedingt vor allem durch die bereits seit Jahresbeginn abgesenkte Mehrwertsteuer für Bahnfernfahrten von 19 % auf 7 %.

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Covid-19: Sehen wir bald Peak-Corona? Einiges spricht dafür!

Es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen, dass der Hochpunkt der Infektionen mit Covid-19 bereits überschritten ist!

Wolfgang Müller

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am

Sicher klingt es extrem merkwürdig, wenn man mitten im kalten Januar, beim Auftreten von massenhaft Mutationen von Covid-19 und einer noch nicht richtig in die Gänge gekommenen Impfaktion von einem möglichen und baldigen Überschreiten des Höhepunktes der Coronakrise spricht.

Aber es gibt einige Aspekte, die durchaus dafür sprechen.

Covid-19: Impfwelle und Dunkelziffer

Eines vorweg: Gemeint ist damit nicht das Ende der Infektionen, sondern die Zahl der Neuinfektionen, die in der zweiten oder dritten Welle ständig geklettert sind.

Die Zahl der offiziell an Covid-19 Infizierten hat am 7. Januar 2021 mit über 834.000 Menschen ihren bisherigen Höhepunkt erreicht (lt. John-Hopkins-Universität). Seither geht es tendenziell, trotz der Mutationszahlen, nach unten.

Ist der Hochpunkt von Covid-19 bereits überschritten?

Noch muss dies nicht die Wende bei den Infektionen gewesen sein, aber es deutet sich an, dass dies zumindest bald bevorstehen könnte. Dafür sprechen einige Faktoren: Es gibt weitere temporäre Verschärfungen in den Lockdowns (Europa, USA). Der Frühling naht, denn bis zum meteorogischen Frühlingsanfang auf der Nordhalbkugel sind es nur noch sechs Wochen, und die Impfquoten werden demnächst ein Vielfaches der offiziellen Infektionszahlen erreichen. Vor allem, wenn die USA über eine Million Menschen pro Tag impfen, die EU mit ihren 27 Staaten voll einsteigt und viele andere Staaten und die für Februar deutlich erweiterte Impfstoffproduktion anschwillt.

Sonderfall Deutschland

Was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten sehr unterschiedlich macht, ist die Zahl der bisher Infizierten und zugleich die wahrscheinlich niedrigere Dunkelziffer zu anderen europäischen Ländern. Die offizielle Infektionsrate mit Covid-19 liegt aktuell bei gut 2,4 Prozent, während sie in Großbritannien und vielen europäischen Staaten bei vier oder gar fünf Prozent liegt, bei einer gleichzeitig deutlich höheren Dunkelziffer. Das heißt, die Gesamtinfektionsrate läge möglicherweise in Deutschland bei weniger als 10 Prozent der Bevölkerung, während sie in anderen Ländern vielleicht schon über 20 Prozent liegt. Mit großer Auswirkung für die durch die Impfung zu beschleunigende Gefahrenabwehr gegenüber der Pandemie. Vorteil USA, auch wenn es makaber klingt: Wegen einer „offiziellen“ Infektionsrate von 7,5 Prozent, einer vielfach höheren Dunkelziffer, weil sich Teile der Bevölkerung bis zuletzt aus Angst vor beruflichen Konsequenzen nicht haben testen lassen und das Virus weitaus mehr verharmlost wurde, als in Deutschland. Und jetzt Joe Biden mit allem Einsatz 100 Millionen Menschen in sehr kurzer Zeit impfen lassen will.

In Deutschland kommt noch das Gefahrenmoment einer relativ alten Bevölkerung zum Tragen.

Laut statista gibt es derzeit in Deutschland rund 18,1 Millionen Menschen, die 65 Jahre oder älter sind. Ein prozentualer Anteil von rund 22 Prozent an der Gesamtbevölkerung im Lande. Dabei etwa drei Millionen Pflegebedürftige, über zwei Millionen zuhause und mit anderen Familienangehörigen zusammenlebend. Auch die Zahl der über 80-Jährigen liegt in Deutschland bei über fünf Millionen, es leben sogar schon 20 Tausend Hundertjährige in Deutschland.

Aus diesen Zahlen erklärt sich auch die große Fürsorgepflicht der Regierung gegenüber der älteren Bevölkerung.

Hier liegt auch der große Effekt der Impfaktion in Deutschland, denn bis vor Kurzem lag der Anteil der Coronatoten bei den über 70-Jährigen bei 87 Prozent und 70 Prozent bei den über 80-Jährigen. Diese Altersgruppen sollten jedoch in der großen Mehrheit bis in den März geimpft sein.

China und Indien

Ein Drittel der Menschheit (über 2,8 Milliarden Menschen) lebt in diesen beiden Ländern. Und wie sehen die Infektionszahlen aus? China wird sich weiter abschotten (bei unglaublich niedrigen Infektionen) und selbst impfen und im 1,39 Milliarden-Land Indien (mit der halben Bevölkerung unter 20 Jahre) zeigen die Zahlen schon seit Monaten nach unten.

Covid-19 in Indien

Fazit

Natürlich wird es nicht einfach sein, die Menschheit in ihrer Gesamtheit gegen Covid-19 zu impfen. Man weiß auch weder wie lange eine „erimpfte“ Immunität gegen Corona anhält, noch im Entferntesten, wie viele Menschen die natürliche Immunität bereits erlangt haben. Dabei soll die Krankheit bei einem Großteil der jungen Menschen sogar symptomlos verlaufen. Die Zahl der jungen Menschen unter 18 Jahre beträgt weltweit 30 Prozent, immerhin über 2,3 Milliarden Jungbürger.

Aber sollten sich die Impfpläne so umsetzen lassen, wie von den Firmen und den Ländern mit ihren Gesundheitsbehörden geplant, wird sich rasch Peak Corona einstellen. 750.000 Neuinfektionen, mit abnehmender Tendenz gegenüber Millionen täglicher Impfungen, zunächst bei den „Vulnerablen“, Peak Corona eben, auch wenn die Pandemie nicht so schnell erledigt sein dürfte. Was sind da nicht alles für Fragen offen, in Richtung Immunität, Übertragbarkeit und so weiter, aber aus meiner Sicht gibt es ein gewaltig helles Licht am Ende des Tunnels, zumindest für Covid-19.

Der Peak bei Covid-19 könnte bereits überschritten sein!

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