Immobilien

Größter Jahres-Rückgang seit 2008 Immobilienpreise in Australien fallen um 5,3 %

Die Immobilienpreise in Australien sind im letzten Jahr um 5,3 % gefallen, der größte Rückgang seit 14 Jahren. Hier dazu die Details.

Die Oper in Sydney ist ein Wahrzeichen für Australien

Der Immo-Boom in Australien ist auch auf Jahressicht beendet worden. Aber bevor wir nach Down Under blicken, erstmal kurz nach Europa: Heutige Berichte wie im Handelsblatt (siehe hier) zeigen, dass Immobilienkonzerne derzeit versuchen in großem Umfang Wohnungen abzustoßen. Es gilt die Verschuldungsgrade zu reduzieren, die Bücher zu sanieren, damit man besser durch den Sturm kommt, der derzeit am Immobilienmarkt herrscht. Seit gut einem halben Jahr fallen nun die Immobilienpreise in Deutschland. Durch solche Verkaufsabsichten großer Wohnungskonzerne wird noch mehr Abwärtsdruck ausgeübt, wenn auf der anderen Seite die kaufwilligen und finanzstarken Investoren ganz genau wissen, dass die Verkäuferseite unter Druck ist, Cash generieren zu müssen.

Noch stärker als hierzulande fallen die Immobilienpreise in Ländern wie Schweden (17 % vom Peak), wo die Verschuldungsgrade der Käufer höher sind, und weil dort die Zinsen oft variabel sind. Die Zinswende der Zentralbanken in 2022 schlägt dort also viel stärker und schneller durch als in Deutschland. Traditionell trifft dieses Problem auch eher zu auf angelsächsisch geprägte Volkswirtschaften. Dazu schauen wir aktuell nach Australien. Die weltweiten Krisen der letzten Jahre schien man in Down Under aufgrund der hohen Rohstoffexporte und eines robusten Immobilien-Booms ignorieren zu können. Aber das Gesamtjahr 2022 zeigt auch für Australien nun spürbar gefallene Immobilienpreise, so zeigen es aktuelle Daten.

Immobilienpreise in Australien mit stärkstem Rückgang seit 2008

Der australische Immobilienmarkt verzeichnete im vergangenen Jahr den stärksten jährlichen Rückgang seit 2008, da starke Zinserhöhungen die Kaufkraft schwächten und Investoren abschreckten. Bloomberg schreibt aktuell: Der nationale Home Value Index fiel im Jahr 2022 um 5,3 %. Dies war der erste Rückgang seit 2018, so CoreLogic Inc. in einem Bericht. Der jährliche Rückgang war am stärksten im Leitmarkt Sydney, der um 12,1 % sank, gefolgt von einem Rückgang um 8,1 % in Melbourne. Nationale Immobilienpreise sanken laut dem Bericht im Dezember um 1,1 %.

Entwicklung der Immobilienpreise in Australien im Vergleich zum Zins

Laut Tim Lawless, Forschungsdirektor bei CoreLogic, könnten die Immobilienpreise in Australien in den ersten Monaten des Jahres 2023 weiter sinken, bevor sie sich nach dem Höchststand der Zinssätze stabilisieren. Trotz des Abschwungs in vielen Regionen des Landes „bleiben die Immobilienwerte im Allgemeinen deutlich über dem Niveau vor der Krise“, so CoreLogic in dem Bericht, was darauf hindeutet, dass der Sektor den stärksten geldpolitischen Straffungszyklus seit einer Generation übersteht.

Die Reserve Bank hat die Zinssätze seit Mai um 3 Prozentpunkte auf 3,1 % angehoben, und es wird allgemein erwartet, dass sie sie in diesem Jahr noch ein oder zwei Mal erhöhen wird. Die Direktoren der RBA haben sich generell zuversichtlich über den australischen Immobilienmarkt geäußert und betont, dass die Immobilienpreise immer noch höher sind als zu Beginn der Pandemie. Da die Arbeitslosigkeit den niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren erreicht hat, sind die Kreditnehmer in Australien in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen, und die Kreditrückstände dürften sich in Grenzen halten.

Laut CoreLogic ist der australische Immobilienmarkt mit einem Volumen von 9,4 Billionen australischen Dollar seit dem jüngsten Höchststand im April 2022 um 8 % zurückgegangen, nachdem er nach einem pandemiebedingten Tiefstand um 28,6 % gestiegen war. Lawless betonte, dass das Jahr 2023 den Immobilienmarkt wahrscheinlich auf die Probe stellen wird, da dann die rekordtiefen Festzinskredite auslaufen und die Kreditnehmer gezwungen sind, auf wesentlich höhere variable Zinssätze umzusteigen.

Aus einem Dokument der RBA vom letzten Monat geht hervor, dass bei etwa 30 % der australischen Kreditnehmer mit Festzinskrediten die Rückzahlungen um mehr als 40 % steigen werden, wenn ihre Kredite im Jahr 2023 auslaufen. „Wenn die Zinssätze ihren Höhepunkt erreichen und die Inflation nachlässt, werden sich die Immobilienwerte wahrscheinlich stabilisieren. Ein breit angelegter Anstieg der Immobilienpreise würde jedoch von einer Senkung der Zinssätze oder anderen Formen der Stimulierung abhängen“, so CoreLogic in dem Bericht.

FMW/Bloomberg



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