Asien

Chinas Top-Bankenregulierer: Wahrheit über faule Kredite kommt nun ans Licht

Von Markus Fugmann

Der Vorsitzende der chinesischen Brhörde für Bankenregulierung (China Banking Regulatory Commission, CBRC), Shang Fulin, hat vor einem dramatischen Anstieg fauler Kredite gewarnt. In einem internen Meeting sagte Fulin laut Redemansukript: „Im größeren Kontext der wirtschaftlichen Abkühlung beginnt nun die ganze Wahrheit über die Kredit-Risiken im Bankensektor ans Licht zu kommen“. Und weiter: die verschlechterte Lage repräsentiere die neue Normalität, Banken seien nun deutlich weniger widerstandsfähig gegenüber Risiken als noch im letzten Jahr. In den nächsten Wochen werden vier der fünf chinesischen staatlichen Banken ihre Zahlen melden (Industrial und Commercial Bank of China, China Construction Bank, Bank of China und die Agricultural Bank of China).

Nach offiziellen Zahlen ist die Anzahl fauler Kredite im ersten Halbjahr 2015 um 322,2 Milliarden Yuan gestiegen – eine dramatische Zunahme von 35,7%. Demnach sind nach offiziellen Angaben 1,82% aller von offiziellen Banken vergebenen Kredite stark ausfallgefährdet. Bei den von Schattenbanken vergebenen Krediten dürfte der Anteil um ein Vielfaches höher liegen – schon weil die Zinsen dort drastisch teurer sind.

Gleichzeitig gingen die Profite chinesischer Banken im ersten Halbjahr um 13% im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück. Von Insidern aus Bankkreisen in Peking heisst es, es gebe derzeit kaum mehr Nachfrage nach Krediten – ein Zeichen dafür, dass der Crash am Aktienmarkt die Bonitätslage von Firmen und Einzelpersonen verschlechtert hat. Damit das in der Statistik als fehlende Kreditnachfrage nicht allzu stark auffällt, hat die Zentralbank nun beschlossen, die in den Rettungsfond zur Stabilisierung der Aktienmärkte eingezahlten Gelder als reale Kreditnachfrage zu verbuchen – faktisch ein Taschenspielertrick, der zeigt, dass Peking nun keine Mühen scheut, um die Statitiken aufzuhübschen.

Analysen der japanischen Bank Nomura zeigen darüber hinaus, dass die Anzahl von Industrieunternehmen in China, die Verluste erleiden, um 11% gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind, bei nicht-industriellen Unternehmen beträgt der Anstieg 15%.



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